Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns, die durch Gedächtnisverlust, kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensänderungen gekennzeichnet ist. Sie ist die häufigste Ursache von Demenz, einer Erkrankung, bei der wichtige Hirnleistungen nach und nach abnehmen. In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz-Erkrankung, wobei zwei Drittel an Alzheimer leiden. Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Demenz-Betroffenen auf 2,8 Millionen geschätzt.
Was ist die Alzheimer-Krankheit?
Die Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt, ist eine chronische Erkrankung, die über mehrere Jahre fortschreitet. Die meisten Menschen sind älter als 65 Jahre, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Sie ist die häufigste Form der Demenz und betrifft vor allem Menschen über 80 Jahre. Charakteristisch sind fortschreitende Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme und Persönlichkeitsveränderungen durch das Absterben von Nervenzellen.
Alois Alzheimer beschrieb die Krankheit erstmals 1906. Sie führt zu einem langsamen, aber stetigen Verlust kognitiver Fähigkeiten. Das Kennzeichen der Erkrankung ist das fortschreitende Absterben von Nervenzellen und deren Verbindungen. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken finden sich typische Eiweißablagerungen: die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Diese lagern sich um die Nervenzellen herum ab, schädigen sie und führen schließlich zu deren Absterben, was zum charakteristischen Gehirnabbau führt.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Im Lauf der Erkrankung sterben immer mehr Gehirnzellen ab. Warum das passiert, darüber gibt es bis heute lediglich Vermutungen.
Veränderungen im Gehirn
Im Gehirn von Alzheimer-Patienten sind folgende Veränderungen festzustellen:
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- Amyloid-Plaques: Zwischen den Nervenzellen lagern sich vermehrt harte, unauflösliche Ablagerungen (Plaques) ab. Diese bestehen hauptsächlich aus Beta-Amyloid, einem Protein, das normalerweise im Gehirn vorkommt. Bei der Alzheimer-Krankheit wird dieses Protein jedoch fehlerhaft verarbeitet und bildet Klumpen oder Ablagerungen, die die Informationswege des Gehirns blockieren.
- Tau-Fibrillen: Im Inneren der Zellen kommt es zu einer chemischen Veränderung der sogenannten Tau-Fibrillen. Sie sind eigentlich wichtig für die Zellstruktur und den Nährstofftransport. Bei Alzheimer verändert sich das Tau-Protein und bildet knäuelhafte Fasern, sogenannte Fibrillen.
- Acetylcholin-Mangel: Darüber hinaus ist weniger Acetylcholin im Gehirn von Alzheimer-Betroffenen vorhanden. Acetylcholin ist ein wichtiger Botenstoff, der für die Kommunikation zwischen Nervenzellen benötigt wird.
Beeinflussbare Risikofaktoren
Für Alzheimer gibt es verschiedene Risikofaktoren. Je mehr sie bei einer Person vorliegen, desto wahrscheinlicher tritt die Krankheit bei ihr auf. Durch einen anderen Lebensstil kann man viele beeinflussbare Risikofaktoren für das Auftreten von Alzheimer minimieren.
Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:
- Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)
- erhöhter Cholesterinspiegel
- Rauchen
- Depressionen
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- wenig soziale Kontakte
- Schwerhörigkeit
- geringe Bildung
- übermäßigen Alkoholkonsum
- schwere Kopfverletzungen
- Infektionen
- chronischer Stress
Genetische Faktoren
Auch die Vererbung spielt eine Rolle. Bisher sind einige wenige Gene bekannt, die die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Alzheimer-Demenz erhöhen. So tritt in manchen Familien die Erkrankung bei mehreren Familienmitgliedern bereits in einem mittleren Lebensalter auf. Durch spezielle Genuntersuchungen lässt sich feststellen, ob eine solche präsenile Alzheimer-Demenz vorliegt. Allerdings sind erbliche Formen der Alzheimer-Krankheit sehr selten. Weniger als drei Prozent aller Fälle werden vererbt. Allerdings kann das Risiko vierfach erhöht sein, wenn nahe Verwandte betroffen sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man zwangsläufig erkranken wird.
Jeder Mensch erbt von seinen Eltern zwei Kopien des ApoE-Gens, das in verschiedenen Varianten vorkommt. Die Variante ApoE4 erhöht das Alzheimer-Risiko und kann die Nebenwirkungen von Leqembi verstärken. Eine Kopie von ApoE4 (von einem Elternteil vererbt) bedeutet ein erhöhtes Risiko, ist aber behandelbar. Zwei Kopien von ApoE4 (von beiden Elternteilen vererbt) bedeuten ein stark erhöhtes Risiko für Hirnschwellungen und Hirnblutungen. Diese Personen sind daher von der Behandlung ausgeschlossen. Mit einem einfachen Bluttest kann festgestellt werden, ob und wie viele Kopien von ApoE4 vorhanden sind.
Symptome der Alzheimer-Krankheit
Die Symptome entwickeln sich in der Regel langsam und verschlechtern sich zunehmend über mehrere Jahre. Zu Beginn kann der Verlauf ganz schleichend, nahezu unmerklich sein. Die Alzheimer-Krankheit kann bei jedem etwas unterschiedlich verlaufen. Man geht bei Alzheimer von einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von 12 bis 24 Jahren aus.
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Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich schleichend und durchläuft verschiedene Stadien. Der Prozess des Nervenzellabbaus beginnt bereits viele Jahre vor den ersten spürbaren Alzheimer-Symptomen.
Frühstadium
Zunächst stehen Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses im Vordergrund. Betroffene können sich neue Informationen nicht mehr einprägen oder finden abgelegte Gegenstände nicht wieder. Hinzu kommen Wortfindungsstörungen und Orientierungslosigkeit. Viele Erkrankte erleben bewusst, dass sie etwas vergessen, was zu Verwirrung und Angst führen kann. Diese ersten Anzeichen von Alzheimer können leicht mit normaler Altersvergesslichkeit verwechselt werden.
Im frühen Stadium von Alzheimer, auch als Stadium 2 bekannt, sind die Störungen noch relativ gering. Allerdings ist das Kurzzeitgedächtnis bereits beeinträchtigt, und es fällt den Betroffenen schwer, sich zu konzentrieren und Gesprächen zu folgen. Sie benötigen Unterstützung bei finanziellen Angelegenheiten oder Behördengängen. Dinge werden verlegt, Informationen nicht behalten.
Mittleres Stadium
Die Einschränkungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierung nehmen zu. Betroffene brauchen zunehmend Hilfe bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder der Körperpflege. Auch die Wahrnehmung der eigenen Krankheit geht weitgehend verloren. Weiterhin können ausgeprägte Veränderungen des Verhaltens hinzukommen.
Im mittleren Stadium können Menschen mit Demenz kein selbstständiges Leben mehr führen. Eigenständige Nahrungsaufnahme, Körperhygiene und eventuell auch einfache Tätigkeiten zu Hause sind noch möglich, bedürfen aber einer Erinnerung. Komplexere Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Putzen oder auch Spazierengehen sind nur mit Unterstützung anderer möglich. Insgesamt ist jetzt das Risiko höher, sich zu verirren und den Heimweg nicht mehr zu finden, den Herd oder das Bügeleisen angeschaltet zu lassen und dadurch sich und andere zu gefährden. Häufig ist auch der Tag-Nacht-Rhythmus gestört. Das Sprachverständnis und die Sprechfähigkeit nehmen ab. Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden fällt immer schwerer.
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Ebenso nehmen Sprach- und Orientierungsprobleme sowie Vergesslichkeit zu und der Tag-Nacht-Rhythmus kann gestört sein. Häufig stellt sich im mittleren Stadium auch eine massive Unruhe ein. Viele Betroffene neigen dazu, aus der Wohnung zu laufen, eine sogenannte Hinlauftendenz. Für viele Angehörige ist es besonders schwierig, wenn der Erkrankte ihren Namen nicht mehr weiß oder sie für eine andere Person hält. Manchmal sogar für jemanden, den er nicht mag oder sogar fürchtet. Außerdem kann es zu aggressivem Verhalten und Wutausbrüchen kommen.
Spätstadium
Es besteht ein hochgradiger geistiger Abbau. Die Sprache beschränkt sich auf wenige Worte oder versiegt ganz. Die Erkrankten sind bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen.
Im fortgeschrittenen Stadium sind Menschen mit Demenz durchgehend auf die Hilfe anderer angewiesen. Sprechen und Verstehen kann sich als so schwierig erweisen, dass Gespräche kaum noch möglich sind. Selbst einfache Tätigkeiten sind nicht mehr selbstständig ausführbar. Beim Essen und Trinken ist Hilfe nötig. Menschen mit fortgeschrittener Demenz erkennen selbst nahestehende Personen häufig nicht mehr.
Im Endstadium von Alzheimer sind die meisten Patienten teilnahmslos. Verschiedene Faktoren im Endstadium von Alzheimer schwächen zudem das Immunsystem der Patienten. In der Folge sind sie anfälliger für Infektionskrankheiten, die dann oftmals tödlich enden.
Weitere Symptome
Neben den genannten Symptomen können auch folgende Beschwerden auftreten:
- Vergesslichkeit für wiederkehrende Ereignisse und alltägliche Begebenheiten
- Wortfindungsstörungen
- Orientierungseinbußen
- Schwierigkeiten, allgemeine Informationen richtig einzuordnen
- Störungen der Kommunikation und der Sprache (Aphasie)
- Schwierigkeiten, gewohnte Alltagsaufgaben zu erledigen
- Veränderungen in Verhalten, Stimmung und Persönlichkeit
- Vermindertes Urteilsvermögen
- Starke Gefühlsausbrüche (Wut, Aggression)
Diagnose der Alzheimer-Krankheit
Bei zunehmenden Gedächtnisstörungen wenden Sie sich am besten zunächst an Ihre Hausarztpraxis. In der Regel wird dann zunächst die bisherige Erkrankungsvorgeschichte erheben. Dann findet eine körperliche Untersuchung und eine neuropsychologische Testung statt.
Eine frühzeitige Alzheimer-Diagnose ist entscheidend, da Behandlungen am wirksamsten sind, wenn sie rechtzeitig beginnen. Die Diagnostik umfasst heute neben der klinischen Untersuchung und neuropsychologischen Tests auch moderne Biomarker-Verfahren.
Daher ist eine umfassende Diagnostik nötig, um einen Verdacht auf Demenz bestätigen oder verwerfen zu können. Die erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis. In der weiteren Diagnostik arbeiten oftmals verschiedene Fachärztinnen und Fachärzte zusammen, vor allem aus den Bereichen Neurologie, Psychiatrie und Radiologie.
Für eine gesicherte Diagnose ist es wichtig, auch andere Erkrankungen als mögliche Auslöser bestehender Symptome im Blick zu haben: Denn Beschwerden wie zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und Änderungen im Verhalten können ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Die Diagnostik bei einer Alzheimer-Krankheit umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests. Das ist wichtig, denn die Symptome des Patienten müssen gründlich bewertet und abgeklärt werden.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Zunächst wird die Ärztin oder der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei werden auch andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen, wie zum Beispiel Infektionen, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
Kognitive Tests
Standardisierte Tests helfen dabei, die geistigen Leistungen und Fähigkeiten eines Menschen einzuschätzen. Dabei ist es wichtig, zu prüfen, wie gut Betroffene noch ihren Alltag bewältigen können. Besonders bekannt sind dabei Kurztests wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Montreal Cognitive Assessment Test (MoCA) oder der DemTect, der speziell zur Demenz-Erkennung entwickelt wurde.
Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests kann die geistige Leistungsfähigkeit untersucht werden. Dabei absolvieren Patienten kleinere Aufgaben und beantworten Fragen.
- Shulmann-Uhrentest: Beim Uhren-Zeichen-Test nach Shulmann handelt es sich um einen Schnell-Test, um dementielle Erkrankungen festzustellen. Es gibt ein Punktesystem von eins bis sechs, welche nach verschiedene Kriterien wie korrektes Eintragen eines Ziffernblatts und korrekte Zeigereinstellung vergeben werden. Wie im Schulnotensystem bedeutet ein Punkt hier alles wurde korrekt gezeichnet, bei vier Punkten finden sich schon deutliche Einschränkungen wie fehlende Ziffern im Ziffernblatt, falsche Zahlen (>12) oder deutlich verschobene Abstände zwischen den Stundenzahlen.
Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) können typische Schrumpfungen bestimmter Gehirnbereiche sichtbar machen, während spezielle PET-Scans Amyloid-Ablagerungen bereits früh erkennen können.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT verwendet Radiowellen und ein starkes Magnetfeld, um detaillierte Bilder des Gehirns zu erzeugen. Obwohl sie eine Schrumpfung bestimmter Gehirnregionen, die mit Alzheimer in Verbindung stehen, zeigen können, dienen MRT-Scans auch dazu, andere Erkrankungen auszuschließen.
- CT (Computertomographie): Eine CT-Untersuchung, eine spezialisierte Röntgentechnik, erzeugt Querschnittsbilder des Gehirns.
- PET (Positronenemissionstomographie): Positronenemissionstomographie kann Bilder der Krankheitsprozesse im Gehirn einfangen. Während eines PET-Scans wird ein schwach radioaktiver Tracer in das Blut injiziert, um ein bestimmtes Merkmal im Gehirn sichtbar zu machen.
- Fluorodeoxyglucose (FDG)-PET: Diese Scans zeigen Bereiche des Gehirns, in denen Nährstoffe schlecht verwertet werden.
- Amyloid-PET: Diese Bildgebung kann die Belastung durch Amyloid-Ablagerungen im Gehirn messen.
Liquoruntersuchung
Besonders wichtig sind Untersuchungen des Nervenwassers (Liquor), in dem sich charakteristische Eiweißveränderungen nachweisen lassen. In besonderen Fällen können auch andere Tests verwendet werden, um Amyloid und Tau im Liquor zu messen.
Bluttests
Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen der Symptome wie zum Beispiel Infektionen, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen. Bluttests zur Alzheimer-Diagnostik sind noch nicht als alleinige Diagnosemethode geeignet.
Gentests
Gentests werden für die meisten Menschen, die auf Alzheimer untersucht werden, nicht empfohlen. Bei Personen mit einer familiären Vorgeschichte von früh einsetzender Alzheimer-Krankheit kann dies jedoch in Betracht gezogen werden.
Behandlung der Alzheimer-Krankheit
An Alzheimer-Demenz erkrankte Menschen benötigen eine langfristige Therapie und Begleitung. Abhängig von den persönlichen Bedürfnissen, der konkreten Lebenssituation und dem Erkrankungsstadium kann ein Betreuungsteam mit Fachkräften aus Medizin, Psychologie, Pflege und Sozialarbeit notwendig werden. Der Verlauf einer Alzheimer-Demenz lässt sich mit verschiedenen medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsmaßnahmen positiv beeinflussen. Aufhalten oder heilen kann man die Erkrankung bislang jedoch nicht. Die familiäre Unterstützung ist meist ein wesentlicher Stützpfeiler der Betreuung. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer können hinzukommen.
Ziel der Demenz-Behandlung ist es, die Selbstständigkeit und die Alltagskompetenzen möglichst lange zu bewahren, psychische Beschwerden abzumildern, insgesamt die Lebensqualität zu fördern und die tägliche Belastung von Angehörigen zu reduzieren.
Medikamentöse Therapie
In Deutschland sind derzeit zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit vier Wirkstoffe zugelassen. Wenn zusätzlich eine Depression oder Verhaltensänderungen auftreten, können auch diese behandelt werden.
Lange Zeit konnten nur die Symptome der Alzheimer-Krankheit behandelt werden. Lecanemab ist ein Antikörper, der die schädlichen Plaques im Gehirn erkennt und zur Beseitigung markiert. In Studien konnte der kognitive Abbau binnen 18 Monaten um 27 % verlangsamt werden. Zwar ist dies noch kein Heilmittel, aber ein wichtiger Durchbruch in der Alzheimer-Therapie.
Aktuell sind Medikamente in der Entwicklung, die in einem sehr frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit den Krankheitsverlauf verzögern sollen. Zwei dieser Medikamente - Lecanemab (Handelsname "Leqembi") und Donanemab (Handelsname "Kisunla") - sind 2025 in der Europäischen Union zugelassen worden und stehen seit September bzw. November 2025 auch für die Behandlung zur Verfügung. Da beide Wirkstoffe mit starken Nebenwirkungen verbunden sein können, sind für die Behandlung damit strenge Richtlinien erlassen worden.
Zu den gängigsten Medikamenten zählen:
- Cholinesterasehemmer: Diese Medikamente sollen den Informationsaustausch von Nervenzellen anregen und so Demenz-Symptome lindern.
- Memantin: Der Wirkstoff soll verhindern, dass ein Überschuss an Glutamat das Gehirn schädigt. Denn bei Alzheimer-Demenz sammelt sich vermutlich zu viel Glutamat im Gehirn an, was zum Absterben von Nervenzellen führt.
- Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baumes: Sie sollen die Durchblutung fördern und Nervenzellen schützen.
- Amyloid-Antikörper: Die Amyloid-Antikörper binden an die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und helfen, diese abzuräumen. Lecanemab muss derzeit alle 2 Wochen als Infusion verabreicht werden. Des Weiteren sind regelmäßige MRT-Sicherheitskontrollen erforderlich (aktuelles MRT vor Beginn der Therapie und dann vor der 5., 7. und 14.
Wichtig zu wissen: Es gibt unterschiedliche Medikamente, die den Abbau der geistigen Fähigkeiten bei leichter und mittelschwerer Demenz etwas verzögern können. Diese Arzneimittel können auch Nebenwirkungen haben.
Lecanemab eignet sich nur für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen mit Alzheimer. Nur Menschen im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit kommen dafür infrage. Wer das Medikament bekommt, muss medizinisch sehr aufmerksam begleitet werden, weil auch starke Nebenwirkungen möglich sind. Die Behandlung ist aufwendig: Alle 14 Tage ist eine einstündige Infusion nötig. Weitere ähnliche Medikamente sind aber bereits in der Entwicklung.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben der medikamentösen Alzheimer-Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle. Dazu gehören geistige und körperliche Aktivierung, Ergotherapie, Musiktherapie und Gehirntraining. Die richtige Art des Umgangs und eine bedarfsgerechte Gestaltung der Wohnung können das Leben mit der Erkrankung erleichtern.
Um die geistigen Leistungen und Alltagsfähigkeiten zu stärken, gibt es viele therapeutische Behandlungswege. Damit lassen sich auch Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefindens verbessern.
Zu den nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Gedächtnis- und Orientierungsübungen
- Gemeinsame Alltagsaktivitäten
- Kunst-, Aroma-, Tier- und Musiktherapie
- Körperliche Aktivitäten
- Massagen
- Angehörigenschulungen
Für pflegende Angehörige ist Beratung und Unterstützung besonders wichtig, da sie oft über Jahre hinweg eine enorme Belastung tragen. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bieten wertvolle Hilfe.
Neben der medikamentösen ist die nicht-medikamentöse Behandlung von Menschen mit Demenz von großer Bedeutung. Sie kann die geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsfähigkeiten fördern, Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefinden verbessern.
Alltag mit Alzheimer
Menschen mit Alzheimer-Demenz verlieren im Lauf der Erkrankung verstärkt ihre Selbstständigkeit. Sie müssen dann mehr und mehr von anderen versorgt werden. Auch wichtige Entscheidungen können sie irgendwann nicht mehr eigenständig fällen. Daher ist es im Anfangsstadium einer Demenz wichtig, sich frühzeitig mit den zu erwartenden Auswirkungen auseinanderzusetzen und gezielte Vorkehrungen zu treffen.
Menschen mit Alzheimer-Demenz erleben ihre Situation sehr unterschiedlich. Manche schaffen es, die Erkrankung zu akzeptieren und ein aktives, zufriedenes Leben zu führen, solange es möglich ist. Andere sind niedergeschlagen, werden depressiv und ziehen sich immer mehr zurück. Einige versuchen, ihre Erkrankung und die damit einhergehenden Beschwerden zu verdrängen. Viele aber machen gute Erfahrungen, wenn sie offen mit ihrer Situation umgehen. Diese Hilfestellungen werden immer wichtiger, denn im Verlauf einer Demenz ändert sich der Alltag ständig - auch für die Angehörigen. Gemeinsamen Aktivitäten und Hobbys nachzugehen fällt schwerer. Rollen und Verantwortlichkeiten verschieben sich. Konflikte innerhalb der Familie und der Partnerschaft können zunehmen. Mitunter stellen die Pflege und Betreuung Angehörige vor so große Herausforderungen, dass sie selbst Unterstützung benötigen. Der Austausch mit anderen - zum Beispiel in Selbsthilfegruppen - wird oft als wertvoll und unterstützend erlebt.
Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung lässt sich regeln, wer später Aufgaben in der Versorgung übernehmen und Entscheidungen treffen soll.
Hilfsangebote für pflegende Angehörige
Mit dem Fortschreiten einer Demenz werden die psychosoziale Betreuung, die Versorgung durch Pflegekräfte und die Entlastung pflegender Angehöriger immer wichtiger. Ein erster Schritt zu hilfreicher Unterstützung können örtliche Angebote sein: zum Beispiel Tagespflege-Einrichtungen, eine stundenweise Betreuung der zu pflegenden Person, Pflegekurse oder auch Gesprächsgruppen für Angehörige.
Prävention der Alzheimer-Krankheit
Obwohl Alzheimer bisher nicht bei allen Menschen verhindert werden kann, deuten Studien darauf hin, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko senken können. Zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen gehören regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung (insbesondere mediterrane Kost), geistige Aktivität und die Pflege sozialer Kontakte.
Auch wenn die Ursachen der Alzheimer-Demenz noch nicht hinreichend bekannt sind, lässt sich aus entsprechenden Studien ableiten, dass neben nicht veränderbaren Faktoren (wie Alter, Geschlecht und Genetik) und Vorerkrankungen auch Verhaltensweisen und Lebensumstände das Risiko beeinflussen, daran zu erkranken. Das Risiko sinkt beispielsweise durch körperliche Aktivität und ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe.