Palliative Versorgung von Alzheimer-Patienten in Potsdam: Eine umfassende Betreuung

Die Alzheimer-Krankheit und andere Formen von Demenz stellen eine wachsende Herausforderung für die Gesellschaft dar. Mit rund 1,4 Millionen Betroffenen in Deutschland ist die Demenz eine der häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Betroffene Menschen benötigen eine intensive und besonders liebevolle sowie verständnisvolle Betreuung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der palliativen Versorgung von Alzheimer-Patienten in Potsdam und Umgebung, von der Unterstützung im Alltag bis hin zur spezialisierten Palliativversorgung.

Besonderheiten der Pflege von Menschen mit Demenz

Der Umgang mit Menschen mit Demenz erfordert eine besondere Sensibilität. Eine gleichbleibende Umgebung mit vertrauten und wiederkehrenden Handlungsabläufen bietet Sicherheit und Orientierung. Jede räumliche Veränderung stellt dagegen eine Herausforderung dar.

Wohnformen und Umgebungsgestaltung

Wohngemeinschaften, die sich speziell an Menschen mit demenziellen Erkrankungen richten, können eine geeignete Wohnform darstellen. Diese Wohngemeinschaften bieten Zimmer, die die Wahrung der Privatsphäre ermöglichen und teilweise mit zusätzlichen Innenbädern ausgestattet sind. Ein barrierefreies Umfeld mit einem großen, sonnigen und begrünten Innenhof trägt zum Wohlbefinden der Bewohner bei. Ein moderner Fahrstuhl mit Anbindung an entsprechend große Balkone sorgt für zusätzlichen Wohn- und Besuchskomfort. Die großzügige Gestaltung der Wohnküchen ermöglicht ein Miteinander auch beim Zubereiten der Mahlzeiten.

Alltagsgestaltung und Betreuung

Ein sich regelmäßig wiederholender, strukturierter Tagesablauf, der eng mit den Gewohnheiten der Bewohner verbunden ist, gibt ihnen Sicherheit und hilft ihnen, sich zurechtzufinden. Die Begleitung der Bewohner in alltäglichen Lebenssituationen, wie gemeinsames Kochen, Hausarbeiten oder Gartenarbeit, ist ein zentraler Bestandteil der Betreuung.

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Es gibt vielfältige Angebote, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen können.

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Unterstützung zu Hause

Viele Dienste bieten Unterstützung bei Spaziergängen, Hausarbeiten oder der Koordination von Terminen an. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Karten- oder Gesellschaftsspiele, Rätsel lösen oder Vorlesen aus der Tageszeitung können in Anspruch genommen werden.

Begleitdienste

Begleitdienste ermöglichen es Menschen mit Demenz, an Terminen teilzunehmen, beispielsweise Arztbesuche, Friseurtermine oder Einkäufe. Die Mitarbeitenden verfügen über einen Personenbeförderungsschein und können begleitete Fahrten durchführen.

Begegnungsangebote in der Gruppe

Angebote in kleinen Gruppen, wie gemeinsame Frühstücke, Ausflüge oder Dampferfahrten, bieten Abwechslung und soziale Kontakte.

Betreuung bei Demenz

Die Betreuung von Menschen mit Demenz umfasst verschiedene Angebote wie 10-Minuten-Aktivierungen, Realitätsorientierung oder therapeutische Tischbesuche. Die Mitarbeitenden sind in diesen Angeboten umfassend geschult.

Angebote für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige können verschiedene Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen, um ihren Pflegealltag zu erleichtern.

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Beratung

Fachkräfte beraten bei Problemen und Herausforderungen, die den Pflegealltag betreffen.

Urlaubsbetreuung

Stundenweise Betreuung ermöglicht es pflegenden Angehörigen, Urlaub zu machen oder sich eine Auszeit zu nehmen.

Palliative Care: Umfassende Betreuung in der letzten Lebensphase

Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Diese Form der Versorgung wird vorausschauend integriert und konzentriert sich auf den Zeitpunkt, an dem die Heilung der Krankheit als unrealistisch betrachtet wird und nicht länger das vorrangige Ziel ist.

Ziele der Palliativen Care

Palliative Care strebt danach, Leiden und Komplikationen vorzubeugen. Hierbei werden medizinische Behandlungen, pflegerische Maßnahmen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung einbezogen. Die Palliative Care wird, wenn möglich, an einem vom kranken oder sterbenden Menschen gewünschten Ort durchgeführt. Gut vernetzte Versorgungsstrukturen ermöglichen eine kontinuierliche Behandlung und Betreuung. Es ist wichtig, die Möglichkeiten der Palliative Care vorausschauend und frühzeitig einzubeziehen, als Ergänzung zu kurativen und rehabilitativen Maßnahmen.

Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung (SAPV)

Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden oder weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, haben Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Leistung wird von einem Hausarzt oder Krankenhausarzt verordnet und muss von der Krankenkasse genehmigt werden. Die SAPV umfasst ärztliche und pflegerische Leistungen. Dazu gehören die Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbereitschaft rund um die Uhr und die psychosoziale Unterstützung in enger Zusammenarbeit z. B. mit Seelsorge, Sozialarbeit und ambulanten Hospizdiensten.

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Das Palliativteam

Im Palliativteam arbeiten examinierte Pflegekräfte mit Zusatzausbildung „Palliative Care“ in enger Zusammenarbeit mit Palliativärzten und Hospizdiensten, um sterbenskranke Menschen am Ende ihres Lebens zu versorgen und eine 24-Stunden-Betreuung zu gewährleisten. Die medizinische Betreuung der Patienten bleibt in den Händen des behandelnden Arztes.

Hospizarbeit: Begleitung am Lebensende

Die Hospizbewegung will »Herberge« sein für Menschen am Ende ihres Lebens. Ziel der Hospizarbeit ist es, besonders auf die Wünsche und Bedürfnisse schwerkranker und sterbender Menschen einzugehen:

  • auf die sozialen Wünsche, z. B. nicht allein gelassen zu werden
  • auf die körperlichen Wünsche, z. B. nicht unter Schmerzen leiden zu müssen
  • auf die psychischen Wünsche, z. B. unerledigte Dinge zu regeln
  • auf die spirituellen Wünsche, z. B.

Ergänzend zu Pflege und zu (schmerzlindernder) Medizin bieten Hospizdienste schwerkranken und sterbenden Menschen an, sie zu Hause und in stationären Einrichtungen unterstützend zu begleiten.

Angebote ambulanter Hospizdienste

Die kostenfreien Angebote durch ambulante Hospizdienste beinhalten:

  • Begleitung
  • Telefonische und persönliche Beratung, Vermittlung sozialer Dienste und einer schmerztherapeutischen Versorgung für Betroffene
  • Regelmäßige Besuche für Schwerkranke und Sterbende sowie für deren Angehörige, menschliche Zuwendung, Gespräche und (Frei-)Zeitgestaltung mit ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen (feste Bezugsperson)
  • Sitzwachen, damit pflegende Angehörige für ein paar Stunden die Wohnung verlassen können
  • Gesprächsangebote für Angehörige
  • Palliative Care-Beratung für pflegende Angehörige und soziale Einrichtungen
  • Begleitung von Familien, in denen ein Elternteil schwer erkrankt ist

Informationen und Veranstaltungen

Hospizdienste bieten Veranstaltungen zur Hospizarbeit, Vorträge und Fortbildungen über ihre Arbeit z.B. in Sozialstationen, Pflegeheimen, (Hoch-)Schulen, Kirchengemeinden etc. (auf Anfrage) sowie Beratung zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Trauerbegleitung

Verlust und Trauer sind Erfahrungen, die jeder Mensch in seinem Leben macht. Trauer ist die angeborene und gesunde Reaktion auf den Tod eines geliebten Menschen. Sie hilft uns, begreifen zu lernen, dass der geliebte Mensch tatsächlich gestorben ist und nie wieder zurückkommt, zu verstehen, was der Tod des geliebten Menschen für unser eigenes Leben bedeutet und zu lernen, den Tod des geliebten Menschen in unser Leben zu integrieren.

Angebote für Trauernde

Es gibt verschiedene Angebote zur Unterstützung von Trauernden:

  • Beratungsstelle für Trauernde: Hier erhalten Trauernde professionelle Unterstützung und Begleitung.
  • Café für Trauernde: Ein offenes Angebot für alle, die nach dem Tod eines lieben Menschen einen Ort suchen, an dem sie mit ihrer Trauer sein können.
  • Trauergruppen: Thematisch wechselnde, geschlossene Trauergruppen bieten Raum für den Austausch mit anderen Betroffenen.
  • Trauerspaziergänge: Begleitete Spaziergänge mit anschließendem Kaffeetrinken bieten eine Möglichkeit, in der Natur zur Ruhe zu kommen und sich mit anderen Trauernden auszutauschen.

Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche trauern oft anders als Erwachsene und benötigen daher eine spezielle Begleitung.

  • Kindertrauergruppen: Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die einen wichtigen Menschen durch Tod verloren haben.
  • Jugendtrauergruppen: Für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, die um einen Lieblingsmenschen trauern.

Finanzierung

Die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung werden teilweise durch Spenden finanziert.

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