Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen und Nervenzellverbindungen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dieser Prozess beginnt schleichend und kann viele Jahre vor dem Auftreten der typischen Gedächtnisstörungen ablaufen. Die Alzheimer Sprechstunde Rechts der Isar bietet umfassende Informationen, Diagnostik und Therapieansätze für Betroffene und ihre Angehörigen.
Frühes Stadium der Alzheimer-Krankheit
Der Begriff "frühes Stadium" kann sich auf den Beginn des Krankheitsprozesses beziehen, wenn noch keine klinischen Symptome vorhanden sind, oder auf die Phase, in der die Symptome gering ausgeprägt sind. Betroffene nehmen die Krankheit oft erst spät wahr, da die Symptome wie das Vergessen von Gesprächsinhalten oder Namen zunächst unauffällig sind. Mit der Häufung von Fehlleistungen entsteht jedoch die Erkenntnis, dass etwas nicht mehr stimmt, was zu Unsicherheit, Angst und Abwehrmechanismen führen kann.
Auch Bezugspersonen bemerken Veränderungen im Verhalten und der Leistungsfähigkeit, die jedoch oft als Unwille oder Mangel an Selbstdisziplin fehlinterpretiert werden. Daher erfolgt die Vorstellung bei einem Arzt meist erst, wenn die Auffälligkeiten nicht mehr mit dem normalen Alterungsprozess zu erklären sind oder gefährliche Situationen auftreten.
Umgang mit der Diagnose
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit sollte behutsam und unter Berücksichtigung des Informationsbedürfnisses des Patienten erfolgen. Sie schafft Klarheit über die Veränderungen der Leistungsfähigkeit und des Verhaltens und vermittelt die Gewissheit, mit den Problemen nicht allein gelassen zu werden. Eine korrekt durchgeführte Aufklärung kann den Patienten entlasten und Zuversicht geben.
Erhaltene Fähigkeiten und Ressourcen
Auch wenn die Diagnose "Demenz" gestellt wird, bleiben viele Fähigkeiten und Eigenschaften der Betroffenen erhalten. Dazu gehören Wissen, Erfahrung, Wahrnehmung der Defizite, Entscheidungskraft, gewohnte Tätigkeiten, künstlerisches Ausdrucksvermögen, ästhetisches Empfinden, sittliches Urteil, Begeisterung für die Natur, soziale Fertigkeiten und Freude an körperlicher Betätigung. Es wird daher überlegt, den Begriff "Demenz" durch einen neutraleren Terminus zu ersetzen.
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Therapieziele und -möglichkeiten
Im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit ist die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit, Aktivität, Teilhabe am Leben, emotionales Wohlbefinden und die Wahrung zwischenmenschlicher Beziehungen von großer Bedeutung. Diese Ziele stehen im Mittelpunkt der Therapie.
Medikamentöse Therapie
Die verfügbaren Antidementiva können das Fortschreiten der Symptome um einige Monate verzögern und sollten möglichst frühzeitig eingesetzt werden.
Nicht-medikamentöse Therapie
Ergänzend zur medikamentösen Therapie sollten nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren angewendet werden, um die Funktionsfähigkeit zu erhalten. Dazu gehören Gedächtnishilfen, Routinen im Alltag, Vereinfachung täglicher Abläufe und das Training von praktischen Problemlösungen.
Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Fitness, die Hirnleistung und das Wohlbefinden. Patientenselbsthilfegruppen bieten Rückhalt und Anregungen. Die Beratung der Bezugspersonen ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um Kränkungen und Auseinandersetzungen zu vermeiden, Fähigkeiten der Patienten zu erkennen und zu nutzen, Aktivität und Teilhabe zu fördern und gemeinsame Unternehmungen zu ermöglichen.
Spezialsprechstunden und Angebote am Klinikum rechts der Isar
Das Klinikum rechts der Isar bietet verschiedene Spezialsprechstunden und Ambulanzen für neurologische Erkrankungen an, darunter auch Angebote für Menschen mit Alzheimer und anderen neurokognitiven Erkrankungen.
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Ambulanz für neurokognitive Erkrankungen
Die Ambulanz für neurokognitive Erkrankungen ist auf die Diagnostik und Therapie demenzieller Erkrankungen spezialisiert. Es werden современнейшие Technologien für die Früherkennung und Differenzialdiagnostik eingesetzt. Das Ziel ist es, die Wirksamkeit von Antidementiva durch einen frühen Behandlungsbeginn und eine konsequente Weiterführung der Therapie voll auszuschöpfen.
Gedächtnissprechstunde
In der Gedächtnissprechstunde findet eine umfassende neuropsychologische Testung statt, um den aktuellen kognitiven Leistungszustand zu erheben. Die Untersuchung kann jedoch keine direkten Rückschlüsse auf die Fahrtauglichkeit zulassen.
Neurovaskuläre Ambulanz
Die neurovaskuläre Ambulanz betreut Patient*innen mit komplexen neurovaskulären Erkrankungen und bietet Nachuntersuchungen nach einem stationären Aufenthalt an. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem zertifizierten interdisziplinären Gefäßzentrum und der Neuroradiologie.
Zentrum für interdisziplinäre Schmerztherapie (ZIS)
Das ZIS bietet eine ganzheitliche Therapie für chronische Schmerzen, die biologische, psychologische, soziale und kulturelle Komponenten berücksichtigt.
Ambulanz für erbliche neurologische Erkrankungen
Die Ambulanz für erbliche neurologische Erkrankungen arbeitet eng mit den anderen Spezialambulanzen der Klinik zusammen, um die Ursachen von Muskelerkrankungen, Motoneuronerkrankungen, Polyneuropathien und Bewegungsstörungen zu identifizieren und kausale Therapieoptionen zu entwickeln.
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Ambulanz für Musikermedizin
Die Ambulanz für Musikermedizin bietet ein spezialisiertes Präventions-, Diagnose- und Therapieangebot für Musiker*innen mit spiel- oder gesangsbedingten Beschwerden.
Fahrtauglichkeit bei Hirnleistungsstörungen und Demenz
Jeder Verkehrsteilnehmer ist zur Selbstprüfung seiner Fahrtauglichkeit verpflichtet. Bei einer Demenzerkrankung kommt es im Verlauf der Krankheit unvermeidbar zu einem Verlust der Fahrtauglichkeit. Folgende Leistungsbeeinträchtigungen sind relevant:
- Orientierungsstörungen
- Verlangsamte Reaktion
- Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und Konzentration
- Verminderte Fähigkeit, komplexe Situationen schnell zu erfassen
- Verminderte Urteilsfähigkeit
- Gedächtnisstörungen
Bei einer mittelschweren und schweren Demenz muss das Autofahren bedingungslos eingestellt werden. Die Gedächtnisambulanz klärt im Rahmen der Sicherungsaufklärung darüber auf, dass eine Demenzerkrankung zum Verlust der Fahreignung führt.
Gerontopsychiatrische Dienste in München
Ältere Menschen reagieren besonders verletzlich auf Veränderungen von Umgebungen und Fähigkeiten, Beschränkungen der Gesundheit und Zukunftsaussichten sowie den Verlust vertrauter Menschen. In München gibt es vier Gerontopsychiatrische Dienste, die als Beratungseinrichtungen für ältere Menschen ab 60 Jahren und ihre Angehörigen genutzt werden können.
Forschung und Innovation
Die Klinik forscht intensiv an neuen Diagnose- und Therapieverfahren im Bereich der neurokognitiven Erkrankungen und Bewegungsstörungen. Im Rahmen des Kompetenznetz Parkinson und des DZNE besteht eine enge Zusammenarbeit mit anderen universitären Zentren.
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