Alzheimer-Symptome mit 60 Jahren: Ein umfassender Überblick

Die Alzheimer-Krankheit, oft auch als „Demenz vom Alzheimer-Typ“ oder „Morbus Alzheimer“ bezeichnet, ist eine neurodegenerative Erkrankung und die häufigste Form von Demenz. Neurodegenerativ bedeutet, dass Zellen des Nervensystems nach und nach geschädigt werden, absterben oder ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Obwohl Alzheimer in jedem Alter auftreten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich ab dem 65. Lebensjahr. Doch auch Menschen in ihren 60ern können betroffen sein, weshalb es wichtig ist, die Symptome und Risikofaktoren zu kennen.

Was ist Alzheimer?

Alzheimer ist nicht einfach nur „Vergesslichkeit“. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die zu einem Verlust von geistigen Fähigkeiten und Verhaltensänderungen führt. Die Alzheimer-Demenz beginnt typischerweise mit Gedächtnisstörungen, gefolgt von Wortfindungsstörungen oder Störungen der Handlungsplanung. In manchen Fällen können Betroffene anfangs auch aggressiv oder enthemmt sein, oder ihre Sprache kann sich verändern.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Demenz ein Oberbegriff für etwa 50 verschiedene Erkrankungen des Gehirns ist, wobei die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form darstellt.

Veränderungen im Gehirn bei Alzheimer

Typisch für Alzheimer sind spezielle Veränderungen im Gehirn, die dazu führen, dass Patienten nach und nach ihre kognitiven Fähigkeiten verlieren. Diese Veränderungen betreffen vor allem Nervenzellen in der Hirnrinde, aber auch in tiefer liegenden Hirnbereichen. Zwei Proteine spielen dabei eine zentrale Rolle:

  • Beta-Amyloid: Dieses Protein kommt normalerweise im Gehirn vor. Bei Alzheimer wird es jedoch fehlerhaft verarbeitet und bildet Klumpen oder Ablagerungen, sogenannte Plaques, die wie Straßensperren auf den Informationswegen des Gehirns wirken.
  • Tau-Protein: Im Inneren der Gehirnzellen gibt es Strukturen, die wie Schienen für den Transport von Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen vorgesehen sind. Diese Strukturen werden durch das Tau-Protein stabilisiert. Bei Alzheimer verändert sich das Tau-Protein und bildet knäuelhafte Fasern, sogenannte Fibrillen.

Diese Veränderungen führen zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn, wodurch auch die Hirnmasse abnimmt (Hirnatrophie).

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Symptome von Alzheimer im Alter von 60 Jahren

Die Symptome von Alzheimer können vielfältig sein und sich im Laufe der Zeit verändern. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jedes Symptom automatisch auf Alzheimer hindeutet, und dass eine frühzeitige Diagnose entscheidend ist.

Frühwarnzeichen und erste Anzeichen

Vergesslichkeit ist oft eines der ersten und auffälligsten Anzeichen von Alzheimer. Betroffene vergessen häufig Dinge, die kurz zuvor passiert sind, oder wiederholen Fragen, die sie bereits gestellt haben. Weitere frühe Anzeichen können sein:

  • Orientierungslosigkeit: Alzheimer-Patienten können die örtliche und zeitliche Orientierung verlieren. Sie vergessen, wo sie sind und wie sie dorthin gekommen sind. Typisch sind auch Schwierigkeiten mit der Uhrzeit, der Jahreszeit oder der zeitlichen Einordnung in Kategorien wie „gestern“, „heute“ und „morgen“.
  • Schwierigkeiten mit der Kommunikation: Störungen der Kommunikation und der Sprache sind ein charakteristisches Symptom der Alzheimererkrankung. Die Medizin spricht dann von einer sogenannten Aphasie. Wortfindungsstörungen sind klassische Alzheimer-Anzeichen im Bereich Kommunikation und Sprache. Demenzerkrankte benennen Dinge plötzlich anders und sagen zum Beispiel „Hand-Uhr“ statt „Armbanduhr“.
  • Probleme mit alltäglichen Aufgaben: Menschen mit Alzheimer kann es zunehmend schwerfallen, gewohnte Alltagsaufgaben zu erledigen. Im fortgeschrittenen Stadium haben viele Patienten auch Schwierigkeiten bei alltäglichen Ritualen wie Essen und Trinken oder der Körperpflege. Ein ungepflegtes Erscheinungsbild bei Patienten ist oftmals ein Ausdruck von fehlenden Fähigkeiten, beispielsweise nicht mehr zu wissen, wie er seinen Haarkamm bedienen soll.
  • Veränderungen im Verhalten, der Stimmung und der Persönlichkeit: Eine Alzheimer-Krankheit kann mit Veränderungen im Verhalten, der Stimmung und der Persönlichkeit der Patienten einhergehen. Verhältnismäßige Entscheidungen zu treffen, bereitet Menschen mit Alzheimer zunehmend Schwierigkeiten. Die Ursache dahinter ist ein vermindertes Urteilsvermögen. Für die Betroffenen wird es immer schwieriger, ihre Gefühle zu kontrollieren. Die Symptome der Alzheimer-Krankheit können die psychische Gesundheit von Patienten stark beeinträchtigen. Starke Gefühlsausbrüche, beispielsweise in Form von Wut und Aggression, können im Pflegealltag sehr herausfordernd sein.
  • Fehlinterpretationen: Der fortschreitende kognitive Abbau macht es Betroffenen mit Alzheimer zunehmend schwer, allgemeine Informationen richtig einzuordnen. So ist es möglich, dass Menschen mit Alzheimer beispielsweise ihren Standort, einzelne Gegenstände, andere Personen oder gesprochene Worte falsch beziehungsweise anders interpretieren, weil sie es nicht mehr in den richtigen Kontext setzen können. Eines von vielen möglichen Szenarien wäre, dass an der Wand befestigte Bilderrahmen nicht mehr als solche wahrgenommen werden, sondern als Fenster.

Symptome im frühen Stadium (Stadium 2)

Im frühen Stadium von Alzheimer sind die Störungen noch relativ gering. Allerdings ist das Kurzzeitgedächtnis bereits beeinträchtigt, und es fällt den Betroffenen schwer, sich zu konzentrieren und Gesprächen zu folgen. Sie benötigen Unterstützung bei finanziellen Angelegenheiten oder Behördengängen. Dinge werden verlegt, Informationen nicht behalten.

Symptome im mittleren Stadium

Ebenso nehmen Sprach- und Orientierungsprobleme sowie Vergesslichkeit zu und der Tag-Nacht-Rhythmus kann gestört sein. Häufig stellt sich im mittleren Stadium auch eine massive Unruhe ein. Viele Betroffene neigen dazu, aus der Wohnung zu laufen, eine sogenannte Hinlauftendenz. Für viele Angehörige ist es besonders schwierig, wenn der Erkrankte ihren Namen nicht mehr weiß oder sie für eine andere Person hält. Manchmal sogar für jemanden, den er nicht mag oder sogar fürchtet. Außerdem kann es zu aggressivem Verhalten und Wutausbrüchen kommen.

Symptome im Endstadium

Essen und Trinken ist nicht mehr selbstständig möglich. Die Betroffenen erkennen meist vertraute Personen nicht mehr, verlieren die Fähigkeit zu sprechen und ihre Bewegungen zu koordinieren. Im Endstadium von Alzheimer sind die meisten Patienten teilnahmslos. Verschiedene Faktoren im Endstadium von Alzheimer schwächen zudem das Immunsystem der Patienten. In der Folge sind sie anfälliger für Infektionskrankheiten, die dann oftmals tödlich enden.

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Risikofaktoren und Prävention

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung von Demenzerkrankungen und kognitiven Abbauprozessen erhöhen können. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren für eine Alzheimer-Demenz zu kennen und aktive Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Erblichkeit

Nur in etwa einem Prozent aller Alzheimer-Fälle handelt es sich um eine Erbkrankheit. Dabei spricht die Medizin von einer sogenannten familiären Alzheimer-Demenz, kurz FAD. Hier liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 50 Prozent, wenn ein Elternteil an dieser speziellen Alzheimer-Form erkrankt ist. Jeder Mensch erbt von seinen Eltern zwei Kopien des ApoE-Gens, das in verschiedenen Varianten vorkommt. Die Variante ApoE4 erhöht das Alzheimer-Risiko und kann die Nebenwirkungen von Leqembi verstärken. Eine Kopie von ApoE4 (von einem Elternteil vererbt) bedeutet ein erhöhtes Risiko, ist aber behandelbar. Zwei Kopien von ApoE4 (von beiden Elternteilen vererbt) bedeuten ein stark erhöhtes Risiko für Hirnschwellungen und Hirnblutungen. Diese Personen sind daher von der Behandlung ausgeschlossen. Mit einem einfachen Bluttest kann festgestellt werden, ob und wie viele Kopien von ApoE4 vorhanden sind.

Präventionsmaßnahmen

Man vermutet, dass bis zu 40 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindert werden können. Zur Vorbeugung empfiehlt sich:

  • Geistig aktiv sein
  • Viel Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Übergewicht und Bluthochdruck vermeiden
  • Diabetes rechtzeitig behandeln lassen
  • Hörminderungen ausgleichen
  • Sozial aktiv sein
  • Stress reduzieren
  • Neugierig sein
  • Belastung durch Luftverschmutzung vermeiden

Diagnose und Behandlung

Eine frühe Diagnose bei Alzheimer ist in vieler Hinsicht wichtig, auch wenn die Krankheit an sich bislang nicht heilbar ist. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, die im nächsten Schritt getroffen werden sollten. Erste Anlaufstelle zur Abklärung dieser Auffälligkeiten ist in der Regel Ihr Hausarzt. Neurologen sind Spezialisten für Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Gehirns. In vielen Krankenhäusern gibt es spezielle Gedächtnissprechstunden oder ganze Gedächtnisambulanzen, die auf die Frühdiagnostik bei beginnenden Gedächtnisproblemen spezialisiert sind. Bei dem Verdacht auf eine Alzheimer-Krankheit kann die weitere Diagnostik und Behandlung auch hier erfolgen.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnostik bei einer Alzheimer-Krankheit umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests. Das ist wichtig, denn die Symptome des Patienten müssen gründlich bewertet und abgeklärt werden.

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  • Kognitive Tests und psychometrische Tests: Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests wird die geistige Leistungsfähigkeit untersucht. Dabei absolvieren Patienten kleinere Aufgaben und beantworten Fragen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine krankheitsmodifizierende Therapie für Demenz, also eine Therapie, die die Erkrankung im Gehirn ursächlich beeinflusst, gibt es noch nicht. Es gibt jedoch Medikamente, die den Verlauf verlangsamen und die Symptome etwas abschwächen können. Der geistige Abbau wird aber bleiben. Nicht heilen zu können, heißt aber nicht, nicht behandeln zu können! Die Hilfen und Therapiemöglichkeiten sind stadienabhängig. Neben der genannten medikamentösen Therapie ist anfänglich ein Hirnleistungstraining möglich, was den Betroffenen helfen und auch Spaß machen kann. Mit fortschreitender Erkrankung muss jedoch die Umgebung an die Möglichkeiten der Patienten angepasst werden.

Therapie und Behandlung können das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen und erträglicher machen. Im Durchschnitt verläuft eine Alzheimer-Erkrankung acht bis zehn Jahre nach der Diagnose tödlich. Aber das kann je nach Patient und Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich sein.

Leben mit Alzheimer: Unterstützung und Pflege

Eine Alzheimer-Demenz kann dazu führen, dass die betroffene Person im Laufe der Zeit gepflegt werden muss und einen Pflegegrad erhält. Wenn Sie feststellen, dass sich ein Unterstützungsbedarf abzeichnet, sollten Sie den möglichen Anspruch auf einen Pflegegrad prüfen. Denn mit diesem stehen der betroffenen Person verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung zu, die ihren Pflegealltag erleichtern sollen. In einem Pflegetagebuch können Sie die Beeinträchtigungen im Alltag genauer beobachten und dokumentieren. Ein Pflegetagebuch unterstützt Sie gegebenenfalls beim Antrag auf Pflegegrad.

Kleine Orientierungs- und Erinnerungshilfen im Wohnraum können Betroffenen und Angehörigen den Pflegealltag erleichtern. Wenn Alzheimer-Patienten über die Zeit den Umgang mit alltäglichen Dingen verlernen, wird die Auswahl an Aktivitäten im Alltag immer kleiner. Das Bedürfnis nach Beschäftigung bleibt jedoch. Kleinere Aufgaben und Übungen für die Person mit Alzheimer schaffen auch Ihnen als Pflegeperson kleine Pausen.

Wenn Sie eine nahestehende Person mit Alzheimer im Umfeld haben oder sogar pflegen, ist es wichtig, dass Sie sich mit der Erkrankung und den möglichen Entlastungsangeboten beschäftigen. Wer mehr über die Alzheimer-Krankheit weiß, kann besser damit umgehen.

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass Ihre medizinischen Wünsche auch in unerwarteten Situationen respektiert werden und bewahrt so Ihre Selbstbestimmung. Sie greift in Situationen, in denen Sie aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht in der Lage sind, sie selbst auszudrücken.

Fazit

Alzheimer ist eine komplexe und herausfordernde Erkrankung, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Familien und Angehörigen stark belastet. Eine frühzeitige Diagnose, eine umfassende Behandlung und eine unterstützende Umgebung sind entscheidend, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten. Es ist wichtig, sich über die Symptome, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und bei Verdacht auf Alzheimer frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

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