Die Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt, ist die häufigste Form der Demenz und betrifft schätzungsweise zwei Drittel aller Demenzfälle. Benannt nach ihrem Entdecker Alois Alzheimer, handelt es sich um eine fortschreitende und unheilbare Erkrankung des Gehirns, die zu einem allmählichen Verlust der kognitiven Fähigkeiten führt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Alzheimer-Krankheit, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Einführung in die Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit ist eine hirnorganische Erkrankung, die durch den Abbau von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Dies führt zu zunehmenden Einschränkungen der Fähigkeiten der Betroffenen. Die Alzheimerdemenz ist eine chronische, primär degenerative Erkrankung des Gehirns. Kennzeichnend sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) im Gewebe und ein fortschreitender Untergang von Nervenzellen. Die genauen Ursachen für die Ablagerungen sind bisher nicht bekannt. Die Krankheit beginnt meist schleichend und die Symptome bilden sich oft über einen längeren Zeitraum aus. Betroffen sind höhere Gehirnfunktionen, dazu gehören das Gedächtnis, das Denken, die Orientierung, die Aufmerksamkeit und Auffassung, die Fähigkeit Neues zu lernen, die Sprache und das Urteilsvermögen. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und des Antriebs begleitet. Das Bewusstsein der Betroffenen ist nicht beeinträchtigt.
Was ist Demenz?
Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "Weg vom Geist" oder "ohne Geist". Das beschreibt den Kern einer Demenz recht gut: Es handelt sich um den fortschreitenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Betroffen sind das Gedächtnis, das Denken, die Konzentrationsfähigkeit, aber auch eine Reihe anderer Hirnleistungen sowie das Verhalten. Grund für den Verlust der geistigen Fähigkeiten ist bei allen primären Demenzen ein fortschreitender Untergang von Nervenzellen im Gehirn. Die Ursachen dafür sind vielfältig und Gegenstand intensiver Forschung. Sogenannte Sekundäre Demenzen können als Folge von Erkrankungen, aber auch durch Medikamente oder Alkoholmissbrauch entstehen. Primäre Demenzen sind nicht heilbar. Geeignete Therapien können jedoch ihren Verlauf verzögern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
Demenz ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von neurologischen und neurophysiologischen Erkrankungen, die mit einer Minderung der kognitiven Fähigkeiten einhergehen. Zu den häufigsten Demenzformen gehören:
- Morbus Alzheimer
- Vaskuläre Demenz
- Frontotemporale Demenz
- Lewy-Körperchen-Demenz
- Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- Chronische traumatische Enzephalopathie (CTE)
Es ist wichtig zu beachten, dass sich die verschiedenen Demenzformen nicht immer eindeutig voneinander abgrenzen lassen und Mischformen auftreten können, insbesondere die Alzheimer-Demenz und die vaskuläre Demenz.
Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige
Symptome der Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit manifestiert sich durch eine Reihe von Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Gedächtnisverlust: Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlebte Ereignisse oder neue Informationen zu erinnern. Vergesslichkeit ist oft eines der ersten und auffälligsten Anzeichen von Alzheimer.
- Verwirrtheit: Schwierigkeiten, sich in vertrauten Umgebungen zurechtzufinden oder den Überblick über Zeit und Ort zu behalten.
- Orientierungslosigkeit: Probleme, sich räumlich und zeitlich zu orientieren. Alzheimer-Patienten können außerdem die örtliche und zeitliche Orientierung verlieren. Sie vergessen, wo sie sind und wie sie dorthin gekommen sind. Typisch sind auch Schwierigkeiten mit der Uhrzeit, der Jahreszeit oder der zeitlichen Einordnung in Kategorien wie „gestern“, „heute“ und „morgen“.
- Wortfindungs- und Sprachstörungen: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder sich klar auszudrücken. Die Medizin spricht dann von einer sogenannten Aphasie. Wortfindungsstörungen sind klassische Alzheimer-Anzeichen im Bereich Kommunikation und Sprache. Demenzerkrankte benennen Dinge plötzlich anders und sagen zum Beispiel „Hand-Uhr“ statt „Armbanduhr“.
- Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens: Reizbarkeit, Angstzustände, Depressionen oder sozial unangemessenes Verhalten. Es können Veränderungen in Verhalten, Stimmung und Persönlichkeit der Patienten einhergehen. Für die Betroffenen wird es immer schwieriger, ihre Gefühle zu kontrollieren. Die Symptome der Alzheimer-Krankheit können die psychische Gesundheit von Patienten stark beeinträchtigen. Starke Gefühlsausbrüche, beispielsweise in Form von Wut und Aggression, können im Pflegealltag sehr herausfordernd sein.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und Lebensstilfaktoren eine Rolle spielt. Eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung scheinen aber bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn zu spielen, die sich im Anfangsstadium vorrangig im Hippocampus bilden - jenem Hirnbereich, der für das Gedächtnis zuständig ist. Nach und nach sterben Nervenzellen ab.
Proteinablagerungen im Gehirn
Wissenschaftler haben festgestellt, dass schädliche Proteinablagerungen im Gehirn, sogenannte Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen, für die Alzheimer-Krankheit typisch sind. Diese Ablagerungen beeinträchtigen die Funktion der Nervenzellen und führen letztendlich zu deren Absterben.
Genetische Faktoren
Genetische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzen. Allerdings sind sie in weniger als 3% der Fälle der alleinige Auslöser für die Krankheit. Die Alzheimer-Krankheit kann genetisch bedingt sein. Das ist jedoch äußerst selten und betrifft nur rund drei bis fünf Prozent aller Fälle. Bisher sind drei Gene bekannt, die für diese Form verantwortlich sind. Sind sie verändert, bricht die Alzheimer-Erkrankung in jedem Fall aus - und zwar in der Regel sehr früh, zwischen dem 30. und 65.
Weitere Risikofaktoren
Zu den weiteren Risikofaktoren für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit gehören:
Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick
- Alter: Das Alter ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit. Je älter man wird, umso größer ist auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Die meisten Betroffenen sind älter als 65 Jahre, nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr.
- Familiengeschichte: Menschen mit einem oder mehreren Familienmitgliedern, die an Alzheimer erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, die Krankheit selbst zu entwickeln.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes, können auch das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Kopfverletzungen: Schwere Kopfverletzungen können das Risiko für die Entwicklung von Alzheimer erhöhen.
- Lebensstilfaktoren: Ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, ungesunder Ernährung und Rauchen kann das Risiko für Alzheimer erhöhen.
Diagnose der Alzheimer-Krankheit
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit ist ein komplexer Prozess, der in der Regel eine Kombination aus verschiedenen Untersuchungen umfasst. Die Diagnose von Demenzerkrankungen lässt sich bei den meisten Betroffenen mit einfachen Mitteln stellen. Auch die Alzheimer-Krankheit kann mit geringem diagnostischen Aufwand gut erkannt werden. Die Ärztin oder der Arzt muss bei Patientinnen und Patienten mit Störungendes Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache oder des Denk- und Urteilsvermögens eine sorgfältige Untersuchung durchführen, um behebbare Ursachen dieser Leistungsstörungen auszuschließen, einen individuell abgestimmten Behandlungsplan zu entwerfen und die Betroffenen und ihre Familien aufzuklären und zu beraten.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Zunächst wird der Arzt eine ausführliche Anamnese erheben, um die Krankengeschichte des Patienten zu erfassen und Informationen über seine Symptome und Risikofaktoren zu sammeln. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
Kognitive Tests
Kognitive Tests werden eingesetzt, um die geistigen Fähigkeiten des Patienten zu überprüfen, einschließlich Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Problemlösungsfähigkeiten. Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests kann die geistige Leistungsfähigkeit untersucht werden. Dabei absolvieren Patienten kleinere Aufgaben und beantworten Fragen.
Neurologische Untersuchungen
Neurologische Untersuchungen können durchgeführt werden, um neurologische Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome wie die Alzheimer-Krankheit verursachen können.
Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) können eingesetzt werden, um Veränderungen im Gehirn zu erkennen, die auf die Alzheimer-Krankheit hindeuten.
Lesen Sie auch: Alzheimer und Demenz im Vergleich
Liquoruntersuchung
Eine Liquoruntersuchung, bei der Nervenwasser entnommen wird, kann durchgeführt werden, um bestimmte Proteine nachzuweisen, die für die Alzheimer-Krankheit typisch sind.
Behandlung der Alzheimer-Krankheit
Bisher gibt es keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern.
#