Anaphylaktischer Schock: Neurologische Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Anaphylaxie ist ein medizinischer Notfall, bei dem der Körper heftig auf ein Allergen reagiert. Dieser Artikel beleuchtet die neurologischen Symptome, Ursachen, Behandlung und Prävention eines anaphylaktischen Schocks.

Einführung

Allergische Erkrankungen sind die häufigsten Umweltkrankheiten und haben in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen. Eine der schwerwiegendsten Formen allergischer Reaktionen ist der anaphylaktische Schock, der eine sofortige Behandlung erfordert.

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Ein anaphylaktischer Schock ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Mehrere Organsysteme können zusammenbrechen und einen lebensbedrohlichen Zustand auslösen, weshalb schnell gehandelt werden muss. Es handelt sich um eine plötzliche, sehr heftige allergische Reaktion, die sich auf den ganzen Körper auswirkt. Neben den typischen Allergiesymptomen kann es zu Herzkreislaufbeschwerden und Atemnot bis hin zu Kreislauf- und Atemstillstand kommen, die unbehandelt tödlich enden. Daher handelt es sich um eine Notfallsituation.

Allergie vs. Anaphylaxie

Allergische Reaktionen äußern sich in der Regel dort, wo der erste Kontakt zwischen allergieauslösendem Stoff (Allergen) und dem Immunsystem stattfindet, wie bei Heuschnupfen. Bei einem anaphylaktischen Schock weiten sich diese Effekte der Immunreaktion auf den gesamten Körper aus.

Ursachen und Auslöser

Die Ursache für einen anaphylaktischen Schock ist eine starke Reaktion des Immunsystems auf ein Allergen. Während einer allergischen Reaktion kommt es zu einem komplexen Zusammenspiel des Immunsystems. Die Symptome werden von unterschiedlichen Botenstoffen, die an dieser Reaktion beteiligt sind, ausgelöst. Kinder sind öfter von Allergien gegen Nahrungsmittel betroffen, während Erwachsene vorrangig auf Insektenstiche und Medikamente reagieren.

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Häufige Auslöser sind:

  • Nahrungsmittel: Nüsse (vor allem Erdnüsse), Weizen, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Milch, Sesam.
  • Insektengift: Bienen- und Wespengift.
  • Medikamente: Antibiotika, Opiate, nichtsteroidale Antirheumatika, Kontrastmittel, Narkosemedikamente.

Bestimmte Faktoren können die Wahrscheinlichkeit einer anaphylaktischen Reaktion erhöhen, darunter hohes Alter, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma bronchiale und Mastozytose.

Neurologische Symptome

Die neurologische Symptomatik ist zumeist unspezifisch und reicht von Prodromalsymptomen (Angst, Unruhe, Rückzugsverhalten, Kopfschmerz, Verwirrtheit, „Gefühl des drohenden Unheils“) bis hin zu Krampfanfällen und einer qualitativen und quantitativen Bewusstseinseinschränkung.

Symptome eines anaphylaktischen Schocks

Bei allergischen Reaktionen handelt es sich um eine allergische Sofortreaktion. Das bedeutet, sie folgt meist innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff.

  • Haut und Schleimhäute: Juckreiz, Rötungen, Nesselsucht (Urtikaria), Wassereinlagerungen (Ödeme), Hitzegefühl.
  • Herz-Kreislauf-System: Niedriger Blutdruck und beschleunigte Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen.
  • Atemwege: Atemnot durch zugeschwollene Luftwege.

Schweregrade der Anaphylaxie

Die Einteilung der Anaphylaxie erfolgt in vier Schweregrade nach Ring und Messmer:

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  • Grad I: Leichte Hautsymptome (Juckreiz, Quaddeln, Rötung)
  • Grad II: Zusätzlich Magen-Darm-Symptome, leichte Atemnot, Blutdruckabfall
  • Grad III: Ausgeprägte Atemnot, starker Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit
  • Grad IV: Atem- oder Kreislaufstillstand - Lebensgefahr

Diagnose

Die Diagnose des anaphylaktischen Schocks erfolgt über die charakteristischen Symptome. Einzelne Symptome können jedoch auch für andere Erkrankungen sprechen. Bei Herzkreislaufversagen wird versucht, die betroffene Person zu reanimieren.

Behandlung

Die Behandlung des anaphylaktischen Schocks sollte rasch erfolgen. Studien haben gezeigt, dass ein allergischer Schock zu Beginn besser auf eine Behandlung reagiert als zu einem späteren Zeitpunkt.

  1. Notruf wählen (112): Klare Angabe: „Verdacht auf anaphylaktischen Schock“.
  2. Allergenzufuhr stoppen: Zum Beispiel Entfernung eines Bienenstachels.
  3. Medikamentöse Therapie:
    • Adrenalin: Das wichtigste Medikament. Als Spritze verabreicht, wirkt Adrenalin auch am schnellsten von allen Medikamenten. Für Betroffene oder Ersthelfer ist es am besten, Adrenalin in den Muskel zu spritzen.
    • Antihistaminika und Glukokortikoide: Werden zusätzlich verabreicht.
  4. Lagerung:
    • Bei Atemnot: sitzende Lagerung
    • Ansonsten: flach hinlegen, Beine hochlagern
  5. Wiederbelebung: Bei Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit der Wiederbelebung beginnen.

Adrenalin-Autoinjektor

Der Adrenalin-Autoinjektor ist ein wichtiges Notfallmedikament für Allergiker. Die richtige Anwendung ist entscheidend:

  1. Sicherheitskappe entfernen.
  2. Autoinjektor fest gegen den äußeren Oberschenkel drücken (ggf. durch die Kleidung).
  3. Injektor für zehn Sekunden in Position halten.

Nachbeobachtung im Krankenhaus

Bei jeder schweren anaphylaktischen Reaktion (Schweregrad II und höher) wird eine Nachbeobachtung im Krankenhaus dringend empfohlen, da die Symptome trotz Therapie nach mehrstündiger Pause plötzlich wieder aufflammen können.

Prävention

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung eines anaphylaktischen Schocks ist die Vermeidung der allergieauslösenden Substanz. Nach der ersten anaphylaktischen Reaktion empfehlen Expert*innen, eine Allergiediagnostik durchzuführen und sich einen Allergiepass ausstellen zu lassen.

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Notfallset

Medizinische Leitlinien empfehlen auch, sich nach erlittener Anaphylaxie ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor (Pen) aushändigen zu lassen. Ein Notfallset enthält meist:

  • Adrenalin-Autoinjektor
  • Antihistaminika
  • Kortison
  • Bei Asthma bronchiale: ein Asthma-Spray

Anaphylaxie-Schulung

Der Umgang mit Notfall-Medikamenten kann herausfordernd sein. Deshalb gibt es Möglichkeiten zur Anaphylaxie-Schulung, um den Umgang mit dem Notfallset zu üben.

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