Graue Zellen: Synonyme und mehr zur bildhaften Bezeichnung des Denkvermögens

Die Redewendung "graue Zellen" ist eine bildhafte und gelegentlich scherzhafte Bezeichnung für das Denkvermögen, den Verstand oder das Gedächtnis, das man im Gehirn verortet. Sie wird oft verwendet, um auszudrücken, dass jemand geistig aktiv ist oder sein muss.

Verwendung und Kollokationen

Die "grauen Zellen" werden oft in bestimmten Kollokationen verwendet, die ihre Bedeutung weiter verdeutlichen. Einige Beispiele sind:

  • Als Akkusativobjekt: die grauen Zellen anstrengen, trainieren, anregen, nutzen, auf Trab halten
  • Mit Dativobjekt: den grauen Zellen auf die Sprünge helfen

Beispiele aus der Presse

Die Verwendung der "grauen Zellen" in verschiedenen Kontexten zeigt ihre Vielseitigkeit und ihren Bezug zum alltäglichen Leben. Hier sind einige Beispiele aus Zeitungen und anderen Medien:

  • "Kenneth Branagh höchstpersönlich spielt [in der Neuverfilmung des Kriminalromans »Mord im Orient-Express«] den Meisterdetektiv und Urlaubsreisenden Hercule Poirot, der nun wieder seine grauen Zellen anstrengen muss, um den Mörder eines windigen Geschäftsmannes unter den Mitreisenden herauszufinden." (Neue Osnabrücker Zeitung)
  • "Doch kein Nachschub an grauen Zellen?" (Überschrift) Dieser Artikel der Neuen Zürcher Zeitung thematisiert die Forschungsergebnisse, die die Annahme in Frage stellen, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter neue Nervenzellen bildet.
  • "Wer regelmäßig 30 Minuten spazieren geht, tut auch seinen grauen Zellen etwas Gutes: Einer Studie […] zufolge ist man nach einem Lunchwalk energiegeladener, motivierter und dadurch in der Arbeit viel produktiver. Die frische Luft macht den Kopf frei und die Bewegung kurbelt den Kreislauf an." (Fresskoma und Nachmittagstief nach der Mittagspause?)
  • "Computerspiele, die die grauen Zellen anregen, sind womöglich genauso wirksam gegen schwere Altersdepression wie Medikamente - oder sogar noch effizienter." (Der Standard)
  • "Ich lese gerne Zeitung, weil dadurch meine grauen Zellen trainiert werden und es Spaß macht." (Schweriner Volkszeitung)
  • "Manche möchten gerne Englisch lernen, weil sie viel reisen, andere wegen der Geselligkeit, andere wiederum, um die grauen Zellen fit zu halten." (Rhein-Zeitung)
  • "Lachen macht Appetit, Lachen fördert die Gesundheit und die kleinen grauen Zellen." (Berliner Zeitung)
  • "Mit Hilfe einer neuen Mikroskopiertechnik untersuchen Wiener Forscher, was in den grauen Zellen eines Wurms vorgeht, der gerade entscheidet, wohin er als nächstes [sic!] kriechen soll."

Synonyme und verwandte Begriffe

Obwohl "graue Zellen" eine gängige Metapher ist, gibt es auch andere Wörter und Ausdrücke, die in ähnlichen Kontexten verwendet werden können. Dazu gehören:

  • Verstand
  • Geist
  • Intellekt
  • Denkvermögen
  • Gedächtnis
  • Hirn
  • Köpfchen (umgangssprachlich)

Darüber hinaus gibt es auch Redewendungen, die eine ähnliche Bedeutung haben, wie z.B.:

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  • "sein Hirn anstrengen"
  • "sich den Kopf zerbrechen"
  • "nachdenken"

Die wissenschaftliche Perspektive

Aus wissenschaftlicher Sicht bezieht sich der Begriff "graue Zellen" auf die graue Substanz des Gehirns, die hauptsächlich aus Nervenzellkörpern besteht. Diese sind für die Verarbeitung von Informationen und die Steuerung von Körperfunktionen verantwortlich. Studien haben gezeigt, dass Aktivitäten wie Spaziergänge, Lesen und das Spielen von Computerspielen die Gehirnaktivität anregen und somit die "grauen Zellen" fit halten können.

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