Der Name Andreas Büttner ist mit einer bemerkenswerten Bandbreite an Themen und Tätigkeitsfeldern verbunden. Von der Hirnforschung über die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit bis hin zum Engagement für interreligiösen Dialog und gegen Antisemitismus spannt sich ein Bogen, der die Vielschichtigkeit gesellschaftlicher Herausforderungen und die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze verdeutlicht.
Hirnforschung im Fokus: Erkenntnisse und Anwendungen
Die Hirnforschung ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt, der sich mit der Funktionsweise des Gehirns und seinen Auswirkungen auf unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unsere Gesundheit befasst. Erkenntnisse aus diesem Bereich finden zunehmend Anwendung in verschiedenen Bereichen, von der Medizin über die Pädagogik bis hin zur Arbeitswelt.
Martin Kortes Vortrag in Braunschweig: Arbeit im Wandel aus neurowissenschaftlicher Sicht
Ein Beispiel für die Auseinandersetzung mit der Hirnforschung im Kontext der Arbeitswelt ist der Vortrag von Prof. Dr. Martin Korte im Klosterforum Braunschweig. Im Rahmen der Themenreihe "Arbeit im Wandel" präsentierte er Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn Arbeit wahrnimmt, welche Bedürfnisse wir in Bezug auf Arbeit haben und wie sich die Arbeitswelt in Zukunft verändern könnte. Fragen wie "Wollen Menschen arbeiten (auch wenn sie nicht müssen)?" und "Welche Arbeit brauchen wir, um unser menschliches Potenzial voll zu leben?" standen im Mittelpunkt der Diskussion.
Bonner Initiative: Neue Institute für Zelluläre Neurowissenschaften und Molekulare Psychiatrie
Auch an der Universität Bonn wird die Hirnforschung großgeschrieben. Die Gründung des Instituts für Zelluläre Neurowissenschaften unter der Leitung von Professor Dr. Christian Steinhäuser und des Instituts für Molekulare Psychiatrie unter der Leitung von Professor Dr. Andreas Zimmer unterstreicht die Bedeutung dieses Forschungsfeldes. Während sich Steinhäuser auf die Wechselwirkung von Nerven- und Glia-Zellen konzentriert, erforscht Zimmer genetische Mechanismen psychiatrischer Erkrankungen mithilfe transgener Tiermodelle. Beide Institute sind eng miteinander und mit anderen Forschungsgruppen vernetzt und tragen zur Ausbildung von Studierenden der Medizin und Molekularen Biomedizin bei.
Gesundheitsforschung in Hermannsburg: Einbindung der Öffentlichkeit und interdisziplinärer Austausch
Der 1. Heidekongress in Hermannsburg zeigte, dass moderne Hirnforschung nicht im "Elfenbeinturm" stattfinden muss, sondern einen direkten Nutzen für die Menschen haben kann. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt trafen sich mit Praktikern, Therapeuten und Pädagogen, um neue Wege im Verständnis von Entwicklung, Lernen und seelischer Gesundheit zu diskutieren. Auch Medizin-Nobelpreisträger wie Professor Thomas Südhof und Bestsellerautoren wie Professor Joachim Bauer waren zu Gast und trugen mit ihren Vorträgen zum interdisziplinären Austausch bei. Besonders hervorzuheben sind die öffentlichen Vorträge von Professor Bauer zu den Auswirkungen digitaler Produkte auf die psychische Gesundheit und zur Rolle des menschlichen Selbst für Empathie und innere Stärke.
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INPP: Verbindung von Neurowissenschaft und praktischer Therapie
Das Institute for Neuro-Physiological Psychology (INPP) verdeutlichte auf dem Kongress in Hermannsburg die Bedeutung der Verbindung von neurowissenschaftlicher Forschung und praktischer Therapie. Das Institut hat sich auf die Erforschung und Behandlung von neuromotorischen Entwicklungsverzögerungen spezialisiert und unterstützt Kinder und Erwachsene mit entwicklungsbedingten Auffälligkeiten durch gezielte Bewegungsprogramme. INPP-Direktorin Johanna Lauff betonte das Ziel, Wissenschaft und Praxis enger zu verzahnen und neue Forschungsprojekte anzustoßen, die langfristig neue Perspektiven auf Entwicklung und Gesundheit eröffnen.
Gedenkarbeit und Aufarbeitung der NS-Vergangenheit
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und das Gedenken an die Opfer. Hierbei geht es darum, die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und Lehren für die Zukunft zu ziehen.
Online-Datenbank zu NS-Zwangsforschung: Schicksale sichtbar machen
Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ist die neue Online-Datenbank, die die Schicksale der Opfer erzwungener medizinischer Untersuchungen während der Zeit des Nationalsozialismus sichtbar macht. Die Sammlung enthält Tausende Profile von Opfern und mutmaßlichen Opfern, die nachweislich zum Opfer von NS-Zwangsforschung, unter anderem medizinischen Experimenten in Konzentrationslagern, geworden sind. Die Datenbank soll eine Grundlage für weiterführende Studien und Analysen schaffen und dient auch der Information der Öffentlichkeit. Namen und Lebensdaten der Opfer sind öffentlich einsehbar, während weiterführende Informationen für Forschung und Recherche beantragt werden können.
Engagement für interreligiösen Dialog und gegen Antisemitismus
In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung und religiöser Konflikte ist das Engagement für interreligiösen Dialog und gegen Antisemitismus von besonderer Bedeutung. Es geht darum, Brücken zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen zu bauen und Vorurteile und Hass abzubauen.
Michael Blume: Einsatz für Religionsfreiheit und Dialog
Ein Beispiel für dieses Engagement ist die Arbeit von Michael Blume, der sich seit Jahren für den interreligiösen Dialog und die Religionsfreiheit einsetzt. Er forschte über verschiedene Religionsgemeinschaften und suchte den Dialog mit Gläubigen und Kritikern. Auch auf internationaler Ebene, wie beispielsweise bei einer interreligiösen Konferenz in Utah, warnte er vor den Gefahren des Antisemitismus und setzte sich für ein friedliches Miteinander ein. Die Verleihung des "Family Values Award" durch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage würdigte sein Engagement für Dialog und das Miteinander-Leben.
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Andreas Büttner: Antisemitismusbeauftragter und Ziel von Drohungen
Auch Andreas Büttner, der Antisemitismusbeauftragte Brandenburgs, setzt sich aktiv gegen Antisemitismus ein. Dabei ist er immer wieder Drohungen ausgesetzt, was die Notwendigkeit seines Engagements und den Schutz von Personen, die sich gegen Hass und Hetze einsetzen, unterstreicht.
Leichenschau in der Rechtsmedizin: Einblicke in die Arbeit von Ulrich Hammer und Andreas Büttner
Ein weiterer Aspekt, der im Zusammenhang mit Andreas Büttner erwähnt wird, ist seine Expertise im Bereich der Rechtsmedizin. Zusammen mit Ulrich Hammer hat er ein Buch veröffentlicht, das eine wertvolle Hilfestellung für die regelrechte Leichenschaupraxis bietet. Das Buch thematisiert die Schwierigkeiten bei der Interpretation von Leichenschaubefunden und gibt praktische Hinweise zur Unterscheidung verwechselbarer Befunde unterschiedlicher Ursachen.
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