Angst vor Glioblastom: Eine Auseinandersetzung mit Hypochondrie und Strahlenbelastung

Die Angst vor Krankheiten, insbesondere vor schweren und lebensbedrohlichen wie einem Glioblastom, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Sie kann sich in Form von Hypochondrie manifestieren und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Thematik der Angst vor einem Glioblastom im Kontext von Hypochondrie, Strahlenbelastung durch medizinische Untersuchungen und psychologischen Faktoren.

Strahlenbelastung und Krebsrisiko: Eine realistische Einschätzung

Ein häufiger Auslöser für Ängste im Zusammenhang mit Krebs ist die Strahlenbelastung durch Röntgen- und CT-Untersuchungen. Es ist verständlich, dass man sich Sorgen macht, insbesondere wenn man in der Vergangenheit mehreren solcher Untersuchungen unterzogen wurde.

Die Fakten zur Strahlenbelastung

Es ist wichtig, die Risiken im Zusammenhang mit Strahlenbelastung realistisch einzuschätzen. MRTs (Magnetresonanztomographien) arbeiten nicht mit ionisierender Strahlung und sind daher unbedenklich. Röntgen- und CT-Untersuchungen hingegen sind mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden.

Die Dosisleistung bei Röntgenstrahlen ist vollkommen unbedenklich, da bekommst du bei jedem Flug mehr Höhenstrahlung ab.

Studien haben gezeigt, dass das Krebsrisiko durch CT-Untersuchungen minimal erhöht ist. Eine Studie ergab beispielsweise, dass von 176.587 untersuchten Personen 74 bzw. 135 an Krebs erkrankten, was einem Anteil von 1 zu 1300 bzw. 1 zu 2413 entspricht. Dabei ist zu beachten, dass auch ohne die CT-Untersuchungen ein Teil dieser Personen an Krebs erkrankt wäre, was den tatsächlichen Anteil der durch die Strahlung verursachten Krebserkrankungen noch weiter reduziert.

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Individuelle Risikofaktoren

Das individuelle Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter zum Zeitpunkt der Untersuchung, die Anzahl der Untersuchungen und die Zeitspanne zwischen den Untersuchungen. Jüngere Menschen haben ein höheres Risiko, an strahleninduziertem Krebs zu erkranken, da sich ihre Zellen noch in der Entwicklung befinden.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, auch ohne Strahlenbelastung besteht. Andere Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung und genetische Veranlagung spielen eine weitaus größere Rolle.

Umgang mit der Angst vor Strahlenbelastung

Wenn Sie sich Sorgen um die Strahlenbelastung durch frühere Untersuchungen machen, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann Ihnen helfen, das Risiko realistisch einzuschätzen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Es ist auch wichtig, sich nicht von Internetrecherchen in die Angst treiben zu lassen. Viele Informationen im Internet sind ungenau oder übertrieben. Vertrauen Sie stattdessen auf die Expertise Ihres Arztes.

Hypochondrie: Wenn die Angst vor Krankheiten das Leben bestimmt

Hypochondrie ist eine psychische Störung, die durch eine übermäßige Angst vor Krankheiten gekennzeichnet ist. Betroffene interpretieren normale Körperempfindungen als Anzeichen für eine schwere Erkrankung und sind trotz ärztlicher Beruhigung nicht von ihrer Angst zu befreien.

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Ursachen und Auslöser von Hypochondrie

Die Ursachen von Hypochondrie sind vielfältig. Oft spielen traumatische Erlebnisse in der Kindheit eine Rolle, wie beispielsweise eine eigene schwere Erkrankung oder die Erkrankung eines Familienmitglieds. Auch ein angstfördernder Erziehungsstil, bei dem harmlose Körperbeschwerden dramatisiert wurden, kann Hypochondrie begünstigen.

Ausgelöst werden die Ängste im Erwachsenenalter meist durch emotional belastende Ereignisse, wie ein Todesfall im Familien- bzw. Freundeskreis. Auch Stress und Überforderung können Hypochondrie verstärken.

Symptome der Hypochondrie

Die Symptome der Hypochondrie sind vielfältig und können sich von Person zu Person unterscheiden. Häufige Symptome sind:

  • Übermäßige Sorge um die Gesundheit
  • Interpretation normaler Körperempfindungen als Anzeichen für eine schwere Erkrankung
  • Häufige Arztbesuche und Untersuchungen
  • Selbstständige Recherchen im Internet nach Krankheiten
  • Ständige Selbstuntersuchungen (Checking-Verhalten)
  • Rückversicherung bei Familienmitgliedern und Freunden

Die Angst vor einem Glioblastom bei Hypochondrie

Die Angst vor einem Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor, ist bei Hypochondrie-Patienten besonders häufig. Dies liegt daran, dass ein Glioblastom eine schwere und lebensbedrohliche Erkrankung ist, die mit einer Vielzahl von Symptomen einhergehen kann.

Hypochondrie-Patienten interpretieren dann normale Körperempfindungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit als Anzeichen für einen Hirntumor und geraten in Panik.

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Umgang mit Hypochondrie

Hypochondrie ist eine ernstzunehmende psychische Störung, die behandelt werden sollte. Eine Psychotherapie kann Betroffenen helfen, ihre Ängste zu bewältigen und wieder Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen.

Kognitive Verhaltenstherapie

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Dabei lernen die Betroffenen, ihre negativen Gedanken und Überzeugungen zu hinterfragen und durch realistischere zu ersetzen.

Konfrontationstherapie

Auch eine Konfrontationstherapie kann hilfreich sein. Dabei werden die Betroffenen schrittweise mit ihren Ängsten konfrontiert, um zu lernen, dass diese unbegründet sind.

Medikamentöse Therapie

In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein. Antidepressiva können helfen, die Ängste zu reduzieren und die Stimmung zu verbessern.

Selbsthilfestrategien

Neben einer professionellen Therapie können Betroffene auch selbst aktiv werden, um ihre Ängste zu bewältigen. Hilfreiche Strategien sind:

  • Vermeiden Sie es, im Internet nach Krankheiten zu suchen.
  • Führen Sie ein Tagebuch, um Ihre Ängste zu dokumentieren und zu analysieren.
  • Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Ängste.
  • Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Ängste zu reduzieren.
  • Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf.

Symptome richtig deuten und Ängste abbauen

Es ist wichtig zu verstehen, dass Kopfschmerzen in den seltensten Fällen ein Warnhinweis für einen Hirntumor sind. Die Wahrscheinlichkeit liegt unter eins zu tausend. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, wie z.B. Verspannungen, Stress, Schlafmangel oder Dehydration.

Wenn Sie unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie diese von einem Arzt abklären lassen, um die Ursache zu ermitteln. In den meisten Fällen ist die Ursache harmlos und kann gut behandelt werden.

Wann sollte man bei Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Es gibt jedoch einige Warnsignale, bei denen Sie dringend einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Sehr starke Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten
  • Kopfschmerzen, die sich von Ihren üblichen Kopfschmerzen unterscheiden
  • Kopfschmerzen, die mit neurologischen Ausfällen wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen einhergehen
  • Kopfschmerzen, die mit Fieber, Übelkeit oder Erbrechen einhergehen
  • Kopfschmerzen, die sich bei Anstrengung oder Lagewechsel verschlimmern

Die Bedeutung von Vertrauen in den eigenen Körper

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie von Hypochondrie ist es, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Dies bedeutet, zu lernen, normale Körperempfindungen nicht mehr als Bedrohung zu interpretieren, sondern als Ausdruck des Lebens.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Körper ein komplexes System ist, das ständig arbeitet, um uns gesund zu erhalten. Kleine Beschwerden und Symptome sind normal und bedeuten nicht automatisch, dass wir krank sind.

Die Rolle der Kindheit bei der Entwicklung von Krankheitsängsten

Oft finden sich in der Kindheit und Jugend der Betroffenen Ereignisse, die einen „gesunden“ Umgang mit Körperbeschwerden schwer oder unmöglich gemacht haben. Diese Ereignisse waren hoch emotional besetzt und hatten Krankheiten und Körpersymptome zum Inhalt. Dazu zählen:

  • Ein angstfördernder Erziehungsstil: Sobald Körperbeschwerden auftraten, auch wenn diese harmlos waren, wurden diese dramatisiert. Dadurch macht das Kind die Erfahrung, dass Körpersymptome (fast) immer etwas Schlimmes und Lebensbedrohliches sind.
  • Eine eigene schwere Erkrankung in der Kindheit und Jugend: Auch hier wurde verinnerlicht, dass Krankheit Trennung von zu Hause bedeuten kann und mit unangenehmen Gefühlen wie Ängsten und Traurigkeit verbunden ist.
  • Die schwere Erkrankung eines Familienmitglieds: Dies bedeutet oft, dass die Erkrankung zentrales Thema in der Familie war und das Kind daraus geschlossen hat, dass Krankheit immer etwas Schreckliches und Bedrohliches ist.

Die Folge ist, dass die Kinder folgende Leitsätze mit in ihr Leben nehmen:

  • „Krankheit ist immer (lebens-)bedrohlich.“
  • „Gesundheit ist hundertprozentiges Freisein von Körperbeschwerden.“

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