Das tierische Nervensystem bei Frauen: Besonderheiten, Schutz und Ernährung

Frauen leben im Durchschnitt länger als Männer, sind aber auch häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen. Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten des weiblichen Nervensystems, die Rolle der Ernährung und die Möglichkeiten, das Gehirn und die Nerven von Frauen zu schützen.

Einleitung

Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das den gesamten Körper durchzieht und lebenswichtige Funktionen steuert. Bei Frauen gibt es einige Besonderheiten, die sie anfälliger für bestimmte neurologische Erkrankungen machen können. Eine gezielte Ernährung und ein gesunder Lebensstil können jedoch dazu beitragen, das Nervensystem zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern.

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Nervensystem

Gene, Hormone und psychische Faktoren spielen eine Rolle bei den Unterschieden zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen. So sind Frauen häufiger von Alzheimer, Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose oder Makuladegeneration betroffen.

  • Demenz: "Zwei Drittel aller Fälle von Demenz in der Welt betreffen Frauen", so Prof. Billy R. Hammond von der University of Georgia.
  • Makuladegeneration: Auch bei der Makuladegeneration, bei der altersbedingt ein dunkler Fleck in der Mitte des Sehfeldes auftaucht, sind Frauen häufiger betroffen.

Ein Grund dafür ist, dass diese Krankheiten im Alter zunehmen und Frauen länger leben. Aber auch wenn man das Lebensalter herausrechnet, bleibt ein erheblicher Überschuss an weiblichen Patienten.

Die Rolle von Vitaminen und Nährstoffen

Vitamine und andere Nährstoffe spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Nervensystems. Frauen benötigen deutlich größere Mengen bestimmter Nährstoffe als Männer, da ein Teil der aufgenommenen Spurenelemente in die Fettdepots wandert, um im Falle einer Schwangerschaft zur Verfügung zu stehen. Dies führt dazu, dass Frauen in der Regel einen höheren Körperfettanteil aufweisen als Männer.

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Allerdings können die gespeicherten Vitamine und Spurenelemente dann anderswo fehlen, beispielsweise in der Netzhaut und im Gehirn. Dort sind sie aber wichtig, um degenerative Prozesse abzubremsen. Pflanzenpigmente wie Carotinoide wirken als Antioxidantien und fangen aggressive Sauerstoffmoleküle, sogenannte „freie Radikale“ im Körper ab.

  • Lutein und Zeaxanthin: Diese Carotinoide kommen auch in bestimmten Geweben des Auges und des Gehirns vor und können dort die Degeneration des zentralen Nervensystems verbessern. "Männer und Frauen nehmen etwa die gleiche Menge dieser Carotinoide zu sich, aber der Bedarf bei Frauen ist viel höher", so Hammond.

Ernährungsempfehlungen für Frauen zur Unterstützung des Nervensystems

Wissenschaftler empfehlen Frauen, gezielt größere Mengen an farbenfrohem Gemüse und Obst zu verzehren, die reich an antioxidativen Pflanzenpigmenten sind. Dazu gehören:

  • Süßkartoffeln
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Wassermelone
  • Paprika
  • Tomaten
  • Orangen
  • Karotten

Diese Pflanzenwirkstoffe sind besonders wichtig, um Seh- und kognitiven Schäden vorzubeugen. Die Forschenden empfehlen, die Ernährungsempfehlungen entsprechend geschlechterspezifisch anzupassen.

Nervennahrung: Anti-Stress-Food für starke Nerven

Bestimmte Lebensmittel wirken nervenstärkender als andere, da sie Nährstoffe enthalten, die für die Bildung von Botenstoffen im Gehirn ausschlaggebend sind. Fehlen diese Nährstoffe, kann es neben Konzentrationsverlust auch zu Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Verwirrungen kommen.

Wichtige Nährstoffe gegen Stress

  • B-Vitamine: Lebensmittel mit vielen B-Vitaminen (B1, B2, B6, B12) sind wichtig für starke Nerven.
  • Vitamin C und Vitamin E: Schützen vor zellschädigenden Sauerstoffverbindungen (freie Radikale).
  • Mineralstoffe: Magnesium, Calcium und Kalium sind wichtig, um den stressigen Alltag zu meistern.

Serotoninreiche Lebensmittel für gute Stimmung

Serotonin ist ein "Glückshormon", das der Körper selbst herstellen kann, wenn er die richtigen Grundbausteine erhält: Vitamin B12, B6 und die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan ist in vielen eiweißreichen Lebensmitteln enthalten, kann aber nur mithilfe von Kohlenhydraten über das Blut ins Gehirn gelangen. Daher sollten gesunde Kohlenhydrate mit Eiweiß kombiniert werden, um die Nerven zu stärken.

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Die perfekte Nervennahrung

  • Nüsse, Kerne und Samen: Liefern Vitamin B1, Magnesium und Vitamin E. Frauen profitieren besonders in stressigen Phasen, z. B. vor der Periode oder in intensiven Arbeitswochen.
  • Grünes Gemüse: Spinat, Brokkoli und Co. sind reich an Magnesium, Eisen und Vitamin C. Eisen ist wichtig für menstruierende Frauen, um Konzentration und Leistungsfähigkeit zu sichern.
  • Bananen: Enthalten Tryptophan, Magnesium und Kalium.
  • Kakao: Enthält Flavonoide und Tryptophan. Dunkle Schokolade (ab 70 % Kakao) bringt wieder in Balance.
  • Haferflocken: Liefern komplexe Kohlenhydrate, Vitamin B1, B13 und Tryptophan.
  • Fisch: Lachs, Thunfisch und Hering sind Top-Lieferanten für Omega-3-Fettsäuren, die das Stresshormon Adrenalin regulieren.
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen und Erbsen sind vollgepackt mit Magnesium, Kalium, Eisen und Zink.
  • Fleisch: Rind- und Schweinefleisch liefern tierisches Eisen, Vitamin B6 und B12.

Vegetarierinnen oder Veganerinnen sollten auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen und B12 achten, ggf. durch Nahrungsergänzungsmittel.

Die Entwicklung des Nervensystems beim Fötus

Die Entwicklung des zentralen Nervensystems (ZNS) beginnt bereits während der embryonalen Entwicklung, oft in einem Stadium, in dem die Frau noch nichts von ihrer Schwangerschaft ahnt.

  • 5. Schwangerschaftswoche: Die ersten Nervenzellen teilen sich und differenzieren sich in Neuronen und Gliazellen. Die Neuralplatte faltet sich und bildet das Neuralrohr, welches sich bis zur 6. SSW schließt und zum Gehirn und Rückenmark wird.
  • 10. Schwangerschaftswoche: Das Gehirn besitzt bereits eine kleine, glatte Struktur.
  • 7. Schwangerschaftswoche: Die ersten Synapsen im Rückenmark bilden sich.
  • 8. Schwangerschaftswoche: Die elektrische Aktivität im Gehirn beginnt, was dem Baby ermöglicht, seine ersten (spontanen) Bewegungen zu koordinieren.

Das Gehirn, das lebenswichtige Funktionen wie Herzfrequenz und Atmung steuert, ist in der Regel bis zum Ende des zweiten Trimesters vollständig entwickelt. Der zerebrale Kortex, der willkürliche Handlungen sowie das Denken und Fühlen steuert, übernimmt im dritten Trimester seine Aufgaben.

Emotionen bei Tieren und ihre Bedeutung für das Verständnis des Nervensystems

Die Frage, ob Tiere Emotionen haben, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Emotionen entstehen als Folge von Sinneswahrnehmungen, wenn äußere Signale verarbeitet und im Gehirn interpretiert werden. Sowohl bei Tieren als auch bei Menschen sind Teile des limbischen Systems, einer Funktionseinheit des Gehirns, mit der Entstehung und Verarbeitung von Emotionen verbunden.

Mittlerweile geht man davon aus, dass Tiere zwischen Emotionen wie „Angst“ und entsprechenden Gegenspielern wie „Freude“ oder „Wohlgefühl“ unterscheiden können. Einige Forscher vermuten, dass auch Emotionen wie Liebe oder Trauer bei Tieren vorkommen, jedoch nicht eindeutig zu beweisen sind.

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Die Funktionsweise von Nervenzellen

Nervenzellen nehmen Nachrichten auf und leiten sie weiter. Im Team vollbringen sie wahre Wunderdinge. Jeder Millimeter unseres Körpers ist bestens verkabelt. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass das Nervensystem aus Milliarden winziger Bausteine zusammengesetzt ist: den Nervenzellen.

  • Temperaturmessung: Im Finger sitzen zum Beispiel Spezialisten für die Temperaturmessung.
  • Zellkörper: In der Mitte der Nervenzelle liegt der knubbelige "Zellkörper". Von dort sprießen Fasern zu den Nachbarzellen.
  • Nachrichtenübertragung: Durch diese Leitungen kann die Nervenzelle elektrische Pulse schicken und so Nachrichten übertragen.

Die Meldung saust den Arm hinauf und kommt nach einem Sekundenbruchteil im Rückenmark an. Das ist der dickste Nervenstrang im Körper. Die Zellen des Rückenmarks übertragen das Signal zum Gehirn. Wenn die Nachricht dort ankommt, spüren wir den Schmerz und können uns überlegen, was wir tun.

Erkrankungen des Nervensystems

Gehirnzellen machen zum Beispiel schon schlapp, wenn sie nur ein paar Sekunden ohne Sauerstoff auskommen müssen. Das geschieht zum Beispiel bei Schlaganfällen, wenn Adern verengt sind und kein frisches Blut mehr liefern. Viele alte Menschen leiden unter Alzheimer, einer Krankheit, bei der die Gehirnzellen in der Großhirnrinde sterben.

Bei einigen Krankheiten versuchen Ärzte heute, defekte Nervenzellen durch Elektro-Chips zu ersetzen. Gehörlose Menschen, bei denen die Hörzellen nicht funktionieren, tragen manchmal ein so genanntes Implantat im Innenohr.

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