Das Thema Alzheimer ist vielschichtig und berührt Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft als Ganzes. Die Auseinandersetzung mit dieser Krankheit findet in verschiedenen Formen statt, von persönlichen Erfahrungsberichten bis hin zu wissenschaftlichen Abhandlungen. Dieser Artikel fasst verschiedene Perspektiven und Werke zusammen, die sich mit Alzheimer auseinandersetzen, um ein umfassendes Bild der Krankheit und ihrer Auswirkungen zu vermitteln.
Erfahrungsberichte und Ratgeber
Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Alzheimer ist das Teilen persönlicher Erfahrungen. Das Buch "Anna Alzheimer und ich" beispielsweise, behandelt die Alzheimerkrankheit aus drei verschiedenen, integrierten Perspektiven. Es ist ein Erfahrungsbericht eines Ehemanns, der den Alltag und den Verlauf der Alzheimerkrankheit seiner Frau detailliert dokumentiert. Es ist ein Ratgeber für eine an die individuelle Bedingungslage angepasste häusliche Pflege, die trotz Alzheimer die Aufrechterhaltung der Lebensqualität und eine glückliche, erfüllte Beziehung ermöglicht. Es ist ein einführendes Sachbuch, das die Diagnose, Therapie und Betreuung von Alzheimerkranken anhand eines konkreten Falls erläutert. Solche Berichte bieten nicht nur Einblicke in den Alltag mit der Krankheit, sondern können auch anderen Betroffenen Mut machen und praktische Ratschläge geben.
Literarische Auseinandersetzung mit Alzheimer
Alzheimer findet auch in der Belletristik ihren Platz. Romane und Erzählungen thematisieren die Krankheit auf oft sehr berührende Weise. "Auch wenn du deine Erinnerung verlierst, wirst du doch nie die Liebe vergessen …"Anna Forster ist erst achtunddreißig, als sie die erschütternde Diagnose Alzheimer erhält. Sie weiß, dass ihr Zwillingsbruder Jack nur ihr Bestes will, und dennoch tut es weh, als er ihr vorschlägt, in ein betreutes Wohnheim zu ziehen. Sie weiß außerdem, dass in der Einrichtung nur eine weitere Person in ihrem Alter lebt - Luke, mit dem sie so viel mehr verbindet als mit allen anderen Menschen, die sie kennt. Anna und Luke verlieben sich ineinander, doch nach einem tragischen Vorfall setzen ihre Familien alles daran, die beiden zu trennen. Nur eine Person kann dem Liebespaar helfen: die Köchin Eve, die selbst einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste. Doch ist sie bereit, alles für Anna und Luke aufs Spiel zu setzen? Hepworth, SallySally Hepworth ist gebürtige Australierin, verbrachte jedoch viel Zeit damit, um die Welt zu reisen. Sie lebte in Singapur, Großbritannien und Kanada, wo sie als Eventmanagerin und im Personalwesen arbeitete. 2009 kehrte sie zurück nach Australien und wandte sich ganz ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben, zu. ProduktdetailsVerlag: BlanvaletSeitenzahl: 384Erscheinungstermin: 20. Diese Geschichte beleuchtet die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Herausforderungen, die mit der Krankheit einhergehen.
Alzheimer in der Kinder- und Jugendliteratur
Um das Thema Alzheimer auch jüngeren Menschen näherzubringen, gibt es eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern, die sich mit der Krankheit auseinandersetzen. Diese Bücher helfen Kindern, die Veränderungen im Verhalten ihrer Großeltern oder anderer Familienmitglieder besser zu verstehen.
Beispiele für Kinderbücher zum Thema Alzheimer:
- "Demenz - was ist denn das?": Dieses kleine Heft erklärt mit einfachen Worten und einfühlsamen Bildern, wie es dazu kommt, dass sich Oma oder Opa nicht mehr alle Namen und Gesichter merken kann.
- "Meine Oma hat Alzheimer": Ein Bilderbuch, das Trost schenkt und Kindern erklärt, dass Liebe stärker ist als das Vergessen.
- "Als Oma immer kleiner wurde": Erzählt die Geschichte aus der Sicht eines Kindes, wie es ist, wenn die Oma an Demenz erkrankt.
- "Opa, vergisst du mich?": Ein Kinderbuch über Demenz und Liebhaben, das die Beziehung zwischen Enkel und Großvater in den Mittelpunkt stellt.
- "Anna Maria Sofia und der kleine Wim": Jeden Tag machen Anna Maria Sofia und der kleine Wim einen Spaziergang. Sie nehmen immer denselben Weg. Wim ist zwar noch jung, aber trotzdem passt er auf die alte Anna auf und nicht umgekehrt. Er weiß schon eine ganze Menge über ihr Leben, sogar Dinge, die sie selbst vergessen hat. "Anna und die beste Oma der Welt" ist ein Minibuch und eine interaktive App der CS Caritas Socialis, die anlässlich des Welt-Alzheimertages, das Thema Demenz kindgerecht erklären. "Das Credo ‚Die Oma bleibt die Oma, auch wenn sie immer öfters Sachen vergisst‘ wird kindergerecht aufbereitet und hilft Eltern, das Thema ‚Demenz‘ für Kinder verständlicher zu machen.", so Robert Oberndorfer, Geschäftsführer CS Caritas Socialis anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21.9.2015. Burgschauspieler Peter Matić erzählt die Geschichte im App StoreDie animierte Hörbuch-App wurde von Burgschauspieler Peter Matić eingelesen, von KOMO Wien animiert und technisch umgesetzt. Die liebevollen Zeichnungen des Büchleins stammen von Künstlerin Barbara Kempter. "Ziel von App und Minibuch ist, das Verständnis von Kindern für Demenz zu fördern und Eltern und Angehörige zu unterstützen das Thema Demenz für Kinder verständlicher und leichter zugänglich zu machen. Einmal verstanden, worum es geht, sind Kinder die besten ‚Therapeuten‘.", so Robert Oberndorfer weiter.
- "Was hat denn Oma nur?": Annas Oma hat Demenz. Immer öfter vergisst sie Namen und wo sie Dinge hingelegt hat, bis sie schließlich vergisst Anna vom Hort abzuholen. Anna ist verunsichert und weiß nicht wie sie damit umgehen soll. Was ist nur mit Oma los? Sie sucht Rat bei ihrer Mutter, die ihr einfach und für Kinder verständlich erklärt was mit Oma nun los ist und dass die Oma immer Annas beste Oma bleiben wird. Sie wird immer häufiger etwas vergessen und deshalb braucht Oma Unterstützung von der ganzen Familie.
- "Elefanten vergessen nichts, oder doch?": Als Arthur einem traurigen Elefanten begegnet und erfährt, dass dieser sich an NICHTS mehr erinnert, beschließt Arthur kurzerhand ihm zu helfen. Er lenkt ihn ab - denn so fallen ihm schließlich Dinge wieder ein, die er vergessen hat. Sie spielen gemeinsam, gehen schwimmen und verbringen den Tag miteinander bis Arthur wieder nach Hause zu seiner Familie zurückkehren muss.
- "Opa ist ein bisschen aus dem Takt": Opa hat Demenz, sagt Mama. Jedenfalls bringt Fidos Opa gehörig viele Sachen durcheinander. Nachts geht er einfach spazieren und vergisst, wo er wohnt, er sucht seine Schuhe im Backofen und wenn er in einen Apfel beißt, ruft er: Mmmh, was für eine leckere Kartoffel! Damit er nicht alles vergisst, schreiben Fido und sein Opa Listen mit tollen Dingen: barfuß in Pfützen springen und Senioren auf der Badewiese zuschauen. Fido und sein Opa erkunden die Welt und erleben viele schöne Momente, gerade wenn das Leben so spielt, wie Opa sagt: einmal auf, einmal ab. Birgit Unterholzner hat eine berührende Geschichte geschrieben, eine Erzählung vom Erinnern und Vergessen und von der unvergleichlichen Liebe zwischen einem Enkel und seinem Großvater.
- "Bleibt Oma jetzt für immer?": Eigentlich sollte Oma nur so lange zu Klaras Familie ziehen, bis ihr gebrochener Fuß wieder heil ist. Doch etwas stimmt nicht: Ist Oma nur schusselig, oder verbirgt sich hinter ihrem manchmal seltsamen Verhalten mehr? Bald wird zur Gewissheit: Oma ist an Demenz erkrankt. Alle müssen sich auf den veränderten Alltag einstellen und erleben dabei verwirrende, aber auch traurig-komische und sogar schöne Momente. Denn obwohl Omas Krankheit fortschreitet, bleibt immer etwas von ihrer alten, ganz eigenen Persönlichkeit, ihrem Witz und ihrem Charme erhalten. Das Jahr mit ihr geht allen unter die Haut und ist doch tröstlich, weil es zeigt: Ein würdevoller Umgang mit einem dementen Menschen ist möglich. dtv 2022, 1.
Jugendbücher
- "Anna Eisblume": Anna ist cool. Deshalb bewundern sie ihre Mitschüler - und meiden sie gleichzeitig. "Anna ist eine arrogante Lügnerin", sagt Valerie, die als Herausgeberin der Schülerzeitung eine wichtige Position einnimmt. Valerie hat nämlich zufällig erfahren, dass Annas Vater nicht in den USA arbeitet, sondern an Alzheimer erkrankt ist. Anna rächt sich grausam und wird so immer mehr zur Außenseiterin der Klasse. Und Anna Eisblume hält, was ihr Name verspricht - sie ist auf Freundschaften nicht angewiesen. Bis eine Gruppe von rechtsradikalen Glatzen anfängt, wahllos Leute zu belästigen, auch Anna und ihren Vater. Da zeigt sich, dass Anna längst nicht so cool ist, wie sie tut. Die Autorin hat es geschafft, in diesem schmalen Jugendbüchlein sehr viel Geschichte zu verpacken, die zum Nachdenken anregen. Es geht um Alzheimer, Faschismus, Freundschaft und Vorurteile. Um Offenheit und wie man Schamgefühle überwindet. Themen, die aktueller sind denn je und nicht nur Jugendliche betreffen, sondern jeden. Eine mitreißende Geschichte, bei der sich die Charaktere erst nach und nach entschlüsseln und sich und die Geschichte langsam präzisieren. Sehr gut lesbar, und doch eindringlich, schafft es die Geschichte, die wichtigen Themen anzusprechen, ohne zu belehrend daher zu kommen. Sehr wertvoll, da es zum Nachdenken und auch Diskutieren anregt.
Diese Bücher helfen, das Thema Demenz kindgerecht zu erklären und das Verständnis für Betroffene zu fördern.
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Hilfestellungen und Ratgeber für Angehörige
Neben den literarischen Werken gibt es auch zahlreiche Ratgeber und Broschüren, die sich speziell an Angehörige von Alzheimer-Patienten richten. Diese bieten praktische Tipps und Informationen zur Pflege und Betreuung von Demenzkranken.
Beispiele für Ratgeber:
- "Wenn die Großmutter demenzkrank ist Hilfen für Eltern und Kinder": Diese Broschüre bietet Hilfestellungen für Eltern und Kinder im Umgang mit einer demenzkranken Großmutter.
- "Demenz - Was ist denn das?": Die kleine Broschüre (13 Seiten zum kostenkosen Download) ist in zwei verschiedenen Ausfertigungen erhältlich: In der gelben Broschüre wird eine demenziell erkrankte Großmutter beschrieben, in der grünen Broschüre ein Großvater, der an Demenz erkrankt ist.Die Broschüren können Sie auch hier bestellen Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
- "Erklär mir Demenz!": Wenn Angehörige dement werden, hat das immer auch Auswirkungen auf den Rest der Familie. Gerade Kinder leiden sehr darunter, wenn Oma oder Opa plötzlich irgendwie merkwürdig werden. Dieses Buch möchte die Angst davor nehmen, mit Kindern über Demenz zu sprechen. Es liefert religionspädagogische Ansätze und praxistaugliche Tipps für das gelingende Miteinander von Heranwachsenden und demenziell Erkrankten. Ein umfassender Ratgeber für Eltern und Pädagogen, die sich mit diesem Thema grundlegend auseinandersetzen möchten. Neukirchener Verlag 2018, 1.
Weitere Werke und Perspektiven
Die Auseinandersetzung mit Alzheimer findet in den unterschiedlichsten Formen statt. Es gibt Bilderbücher, Romane, Sachbücher, Filme und Theaterstücke, die sich mit der Krankheit auseinandersetzen. Jedes Werk bietet eine einzigartige Perspektive und trägt dazu bei, das Verständnis für Alzheimer zu vertiefen.
Beispiele für weitere Werke:
- "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor": Dieses Bilderbuch erzählt die Geschichte eines Fuchses, der nach und nach seinen Verstand verliert. Es wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
- "Small World": Small World 323 S.
- "Briefe für Emily": Harry Whitney hat Alzheimer. Nach seinem Tod finden sich verschlüsselte Briefe, die er an seine kleine Enkelin Emily geschrieben hat. Harry erzählt Emily darin von den Herausforderungen des Lebens, von der Liebe und dem Verzeihen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2005, 4.
Sensibilisierung und Aufklärung
Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Alzheimer ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Aufklärung über die Krankheit. Projekte wie "Demenz weiterdenken" der CS Caritas Socialis haben sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Sowohl in den Kindergärten und Horten der CS Caritas Socialis, bei den Kindern von MitarbeiterInnen als auch in kooperierenden Schulen, für die maßgeschneiderte Schulprojekte angeboten werden. Durch solche Initiativen wird ein offener Umgang mit der Krankheit gefördert und Vorurteile abgebaut.
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