Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Glücklicherweise bietet die Natur eine Vielzahl von Heilpflanzen, die bei der Linderung und Vorbeugung dieser Beschwerden helfen können.
Heilpflanzen in der Antike
Bereits in der Antike wurden Heilpflanzen zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten eine Vielzahl von Pflanzen, die auch heute noch in der Medizin Anwendung finden.
- Granatapfelbaum: Im alten Ägypten wurden die Blüten des Granatapfelbaums als Magen-Darm-Mittel verwendet. Hippokrates empfahl Granatapfelsaft bei Fieber.
- Echter Eibisch: In der Antike wurde Echter Eibisch bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, von Abszessen bis Zahnweh. Heute findet er noch Verwendung in Hustensaft.
- Dill: Gladiatoren in Rom rieben sich mit Dillöl ein, um Schmerzen vorzubeugen. Als Kraut eingenommen wirkt Dill gegen Blähungen.
- Hanf: Schon im alten Ägypten wurde Hanf als Heilmittel verwendet. Seit 2017 sind Cannabiszubereitungen in Deutschland als Schmerzmittel zugelassen.
- Bockshornklee: Samen des Bockshornklees wurden im Grab des Tutanchamun gefunden. Sie wirken entzündungshemmend, antibakteriell und cholesterinsenkend.
- Myrte: Bei den Griechen galt Myrte als Universalmittel. Mittlerweile spielt Myrtenöl in der Aromatherapie eine große Rolle.
- Bilsenkraut: Von weissagenden Frauen wurde Bilsenkraut zur Erzeugung einer Trance eingenommen. Öl aus dem Gewächs wird heute bei Rheuma in die Haut gerieben.
- Lorbeer: Lorbeerblätter nutzte man zum Räuchern, um sich vor bösen Geistern zu schützen. Heute setzt man auf die verdauungsanregende Wirkung mitgekochter Blätter.
- Kamille: Kamille ist ein bekanntes Volksheilmittel bei Entzündungen, Verdauungsproblemen und Erkältungen.
- Alraune: Die Ägypter verwendeten Alraune für Liebestränke und Schlafmittel. Tatsächlich haben Alkaloide aus der Wurzel eine psychoaktive Wirkung.
- Efeu: Der immergrüne Efeu war ein Rauschmittel und die Lieblingspflanze des Weingottes Dionysos. In der modernen Heilkunde ist er eine Hustenarznei.
- Eisenkraut: Bei den Römern stand Eisenkraut in hohem Ansehen. Heute weiß man, dass das enthaltene Glykosid Verbenalin tatsächlich abschwellend, wundheilend und fiebersenkend wirkt.
Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen und Migräne
Wenn der Schädel dröhnt oder es in den Schläfen pocht, ist schnelle Hilfe gefragt. Eine gute Alternative zur Tablette sind die richtigen Heilpflanzen gegen Migräne und Kopfschmerzen.
Ein häufiger Auslöser für den Druck hinter der Stirn ist Flüssigkeitsmangel. Hier bringt schon ein großes Glas Wasser, langsam getrunken, Linderung. Sehr oft sind aber Stress und eine dadurch verkrampfte Muskulatur die Schuldigen. Die beste Strategie bei solchen Spannungskopfschmerzen ist Entspannung.
- Lavendel-Öl: Als Badezusatz lindert entspannendes Lavendel-Öl die Beschwerden.
- Guarana: In Mittelamerika wird traditionell Guarana bei Migräne und Kopfweh eingesetzt. Guarana-Tee soll sogar Migräne ausbremsen, wenn man ihn sofort zu Beginn einer Attacke trinkt. Verantwortlich für die Wirkung ist der hohe Gehalt an Koffein. Im Gegensatz zu dem im Kaffee soll es nicht den Magen reizen.
- Pfefferminz-Öl: Ebenfall ein guter Tipp ist Pfefferminz-Öl, das man auf die Schläfen gibt.
- Waldmeister: Bewährt hat sich Waldmeister-Tee, den man aber nicht überdosieren sollte. Bei mehr als drei Tassen täglich kehrt sich die Wirkung des Krauts ins Gegenteil um. Ein Hausmittel bei Kopfweh ist Waldmeister-Tee (1 TL auf 250 ml kochendes Wasser).
- Melisse: Melisse ist vor allem zu empfehlen, wenn die Probleme bei Wetteränderungen auftreten. Als Tee oder in Alkohol gelöst, hat sich die Melisse vor allem bei Wetterfühligkeit bewährt.
- Ingwer: Eine schmackhafte Möglichkeit ist auch ein Ingwer-Aufguss. Zur Vorbeugung von Migräne eignet sich die tägliche Einnahme von frisch geriebenem Ingwer in warmem Wasser.
Vorbeugung von Migräne
Bei starker Migräne kann man im Akutfall mit Naturheilmitteln leider oft nicht viel ausrichten. In der Vorbeugung spielt Pflanzenkraft aber eine große Rolle.
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- Pestwurz: Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt den Extrakt der Gewöhnlichen Pestwurz. Experten empfehlen zur Migräneprophylaxe Extrakte der Pestwurz, die in der Apotheke erhältlich sind.
- Mutterkraut: Gute Erfahrungen machen viele auch mit Mutterkraut-Extrakt. Englische Studien zeigen, dass regelmäßig eingenommener Mutterkraut-Extrakt (ebenfalls in der Apotheke erhältlich) die Anzahl von Migräneanfällen reduziert.
- Magnesium: Wichtig neben Kräutern ist als Prophylaxe für alle Kopfschmerz-Arten eine gute Versorgung mit Magnesium. Das belegen zahlreiche Studien. Reich an diesem Mineralstoff sind Sonnenblumenkerne, Sesam, Vollkornbrot, Haferflocken und Nüsse.
Akupressur bei Kopfweh
Es gibt drei Akupressur-Hauptpunkte am Kopf: die Mitte des Nasenrückens, die man mit Daumen und Zeigefinger zusammenpresst. Außerdem kann man mit den Zeigefingern in die Vertiefungen hinter den Ohren pressen und dann die Schmerzpunkte über den Augenbrauen massieren. Dabei jeweils 15 bis 30 Sekunden drücken bzw. massieren. Sehr wirksam ist es zudem, jeweils in die Kuhle zwischen Daumen und Zeigefinger mit dem Daumen der anderen Hand hineinzudrücken, bis es leicht unangenehm ist, und diesen Druck etwa zwei Minuten zu halten. Bei Verspannungen im Nacken, die Kopfweh auslösen: mit Daumen oder Fingerspitzen in die beiden Kuhlen hinten am Kopfansatz drücken.
Weitere Heilpflanzen und ihre Anwendungsgebiete
Neben den bereits genannten Heilpflanzen gibt es noch viele weitere, die bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden können.
- Weißdorn: Die bekannteste Pflanze für das Herz ist vermutlich der Weißdorn. Man weiß, dass er die Durchblutung der Herzkranzgefäße anregt und die Leistung des ganzen Organs verbessert.
- Herzgespann: Besonders bei nervös bedingten Beschwerden oder Herzrasen ohne körperliche Ursache hat sich das Herzgespann sehr bewährt.
- Linde: Ein Tee aus den Blättern der Linde beruhigt und beeinflusst erhöhten Blutdruck positiv.
- Ginkgo: Extrakte aus Ginkgoblättern erleichtern den Sauerstofftransport im Blut. Das kommt dem Lebensmotor zugute.
- Borretsch: Das Würzkraut Borretsch hilft bei nervösen Herzbeschwerden.
- Galgant: Die pulverisierte Wurzel des Galgant lindert laut Hildegard von Bingen Herzschmerzen, wenn man sie kaut. Diese Wirkung wird dem Ingwergewächs heute noch zugeschrieben.
- Rosen: Schon der Duft von Rosen wirkt entspannend. Ein Tee aus den Blütenblättern lindert auch leichte Herzprobleme.
- Olivenblätter: Rund um das Mittelmeer nutzt man einen Tee, für den man 2 Teelöffel Olivenblätter mit 250 ml Wasser überbrüht, als Mittel gegen erhöhten Blutdruck.
- Oregano: Das Gewürz Oregano hat eine beruhigende Wirkung auf das ganze Nervensystem und tut so auch dem Herzen gut.
- Pfefferminze, Fenchel, Anis und Kümmel: Als Tee aufgebrüht, können Pfefferminze, Fenchel, Anis und Kümmel krampfartige Schmerzen im Magen- und Darmbereich lindern.
- Salbei, Kamille, Thymian und Pfefferminze: Bei Durchfall hat sich ein Tee aus Salbei, Kamille, Thymian und Pfefferminze bewährt.
- Löwenzahn und Salbei: Bei Völlegefühl und Blähungen helfen Kräuter mit vielen Bitterstoffen wie Löwenzahn und Salbei.
- Kurkuma und Artischocken: Anregend auf den ganzen Verdauungstrakt wirken Bitterstoffe. Sie stimulieren Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Reich an diesen Stoffen sind zum Beispiel Löwenzahn, Salbei, Kurkuma und Artischocken.
- Topinambur: Für eine gesunde Darmflora sorgt der Ballaststoff Inulin in Topinambur.
- Beifuß: Die Bitterstoffe im Beifuß regen die Galle an und unterstützen die Bauchspeicheldrüse.
- Leinsamen: Leinsamen bringt die Verdauung auf Trab. Seine Schleimstoffe sorgen auch bei einem Reizdarm für Linderung.
- Lindenblütentee: Richtiges Schwitzen kann Erreger ausbremsen, weil es das Immunsystem aktiviert. Dazu sollte man Lindenblütentee trinken und sich für rund eine Stunde mit einem Heizkissen oder einer Wärmflasche in eine warme Decke einpacken.
- Kamille-Dampfbad: Bei Schnupfen hilft zudem ein Kamille-Dampfbad.
- Salbei- oder Brombeerblätter: Bei Halsschmerzen sind Salbei- oder Brombeerblätter ideal.
- Thymiantee: Hustenlösend wirkt Thymiantee.
Rezept: Weißdorn-Likör
300 Gramm Weißdorn-Beeren mit circa 150 Gramm Kandiszucker in eine rund einen Liter fassende Flasche mit weitem Hals geben. Nun die Flasche mit Korn oder Wodka (ab 32 Prozent) ganz auffüllen und auf die Fensterbank stellen. Täglich einmal schütteln. Die Beeren verlieren schnell ihre Farbe und geben sie an die Flüssigkeit ab. Der Likör muss mindestens sechs Wochen ziehen. Dann die Beeren abseihen und den Likör wieder in die Flasche füllen.
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