Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung, die das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Doch auch Nacken-, Rücken- und andere Körperschmerzen sind Beschwerden, die den Alltag stark belasten können. Um diesen Schmerzen entgegenzuwirken, gibt es eine Vielzahl von Massagegeräten und anderen Geräten auf dem Markt, die Linderung versprechen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Anti-Migräne-Geräte und Massagegeräte, um einen Überblick über die Möglichkeiten zur Schmerzlinderung und Entspannung zu geben.
Elektrische Massagegeräte: Vielfältige Möglichkeiten zur Entspannung
Der Markt für Massagegeräte bietet eine breite Palette an Produkten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Im Rahmen eines Tests wurden 39 Modelle untersucht, von denen 25 noch erhältlich sind. Die Geräte reichen von kleinen Mini-Massagegeräten bis hin zu umfassenden Massagematten, die den gesamten Rückenbereich massieren.
Comfier 1228: Ein Alleskönner für den ganzen Körper
Das Comfier 1228 zeichnet sich als vielseitiges Gerät aus, das am ganzen Körper angewendet werden kann. Es bietet Wärme, Shiatsu-Massage und drei verschiedene Vibrationsmassagen. Das ergonomisch geformte Kissen kann sowohl im Sitzen als auch im Liegen verwendet werden. Die Massage lässt sich individuell anpassen, indem das Gerät gedreht und gewendet wird. Zudem bietet das Comfier 1228 eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, darunter drei Wärme- und Geschwindigkeitsstufen sowie drei Vibrationsmodi. Die Richtung der Massagekugeln kann ebenfalls geändert werden.
Snailax 3D Shiatsu-Massagekissen: Quasi baugleich zum Testsieger
Das Snailax 3D Shiatsu-Massagekissen ist dem Comfier 1228 sehr ähnlich. Die Unterschiede liegen lediglich im Design des Kissens und der Gestaltung der Fernbedienung. Auch das Snailax-Massagekissen bietet drei Wärme-, Geschwindigkeits- und Vibrationsmodi sowie die Wahl zwischen zwei Drehrichtungen der Massagekugeln oder einem Modus mit automatischen Richtungswechseln.
Beurer MG 18: Mini-Massagegerät mit Power
Das Beurer MG 18 ist ein kleines und handliches Massagegerät, das sich ideal für unterwegs eignet. Es kann zwar nicht mit der Vielfalt anderer Geräte mithalten, bietet aber eine ordentliche Vibrationsleistung. Das MG 18 ist batteriebetrieben und eignet sich besonders gut für Rücken- und Nackenmassagen.
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Wellax We003: Angenehmes Massage-Erlebnis für Nacken und Rücken
Das handliche Massagekissen Wellax We003 bearbeitet die Rücken- oder Nackenmuskeln mit vier rotierenden Kugeln und liefert ein sehr angenehmes Massage-Erlebnis. Für noch mehr Wellnessgefühl sorgt die Wärmefunktion, die spürbar warm wird, ohne zu heiß zu werden. Das Kissen kann mit einem Klettband an Stuhllehnen oder Ähnlichem befestigt werden.
Medisana HM 300 und HM 645: Vibration und Klopfmassage
Das Medisana HM 300 ist klein, leicht und kann einhändig bedient werden. Die gummierte Massageoberfläche gleitet sehr angenehm über die Haut. Das Medisana HM 645 ist ein Klopfmassagegerät mit Akkubetrieb und fünf beiliegenden Massageköpfen.
Careboda CSM03 und Renpho Massagekissen: Alternativen mit Einschränkungen
Das Careboda CSM03 wird mit einem Netzteil und einem Kabel mit Zigarettenanzünder-Anschluss geliefert. Die Massage wird jedoch als unangenehmer empfunden. Das Massagekissen von Renpho ist klein und handlich, aber kein Leichtgewicht. Die Bedienung ist nicht sehr intuitiv.
Donnerberg Klopfy und Beurer MG 135: Kissen mit Massagefunktion
Das Donnerberg Klopfy wird mit Zubehör wie einer Aufbewahrungstasche, Wechselbezügen und einem Auto-Adapter geliefert. Es bietet drei Geschwindigkeitsstufen, zwei Wärmestufen und zwei Modi: Shiatsu mit und ohne Klopffunktion. Das Beurer MG 135 sieht aus wie ein gewöhnliches Kissen und kann einfach auf dem Sofa gelagert werden. Die Intensität ist nicht sehr stark, aber dennoch angenehm.
Donnerberg NM-089 und Beurer MG 280: Nackenmassage und Yoga-Matte
Das Donnerberg NM-089 wird mit Zubehör wie einem Aufbewahrungsbeutel, einem Ladegerät und Wechselüberzügen geliefert. Vier Rollen auf beiden Seiten kneten den Anwender in drei Geschwindigkeits- und zwei Wärmestufen durch. Die Beurer MG 280 Yoga- & Stretchmatte stretcht den ganzen Körper mithilfe von sieben Luftkammern.
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TENS-Geräte: Schmerzlinderung mit elektrischer Nervenstimulation
TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Bei dieser Methode werden Schmerzen mit Strom bekämpft. Über Hautelektroden werden elektrische Impulse an die Haut übertragen. Es gibt viele Untersuchungen, die die Wirksamkeit von TENS bestätigen, allerdings sind diese nicht ausreichend wissenschaftlich, um uneingeschränkt zu überzeugen. TENS-Geräte sind relativ kostengünstig und sicher in der Anwendung. Sie lindern Schmerzen nicht übermäßig, sind aber als Zusatz zu einer Schmerztherapie sehr gut geeignet. Gerade bei oberflächlichen Schmerzen können TENS-Geräte durchaus helfen. Beim Kauf sollte man auf das CE-Zeichen achten.
Beurer EM 59 Heat: Testsieger mit vielen Programmen
Das Beurer EM 59 Heat bietet 70 TENS-, EMS- und Massageprogramme, die sich in der Intensität von sehr sanft bis wirklich kraftvoll einstellen lassen. Es überzeugt mit vier langlebigen Gel-Pads und einer Anleitung, die Einsteigern viele wertvolle Infos zur Anwendung an die Hand gibt. Ergänzend zur Behandlung kann man sogar einen Wärmemodus dazuschalten.
Orthomechanik OrthoTens: Intuitive Handhabung mit viel Zubehör
Das Orthomechanik OrthoTens erfüllt alle TENS-Wünsche. Das Touchdisplay reagiert problemlos und ermöglicht eine intuitive Handhabung. Hinzu kommen eine ausführliche Anleitung und eine Vielzahl an praktischem Zubehör.
Omron HeatTens: Simples Gerät mit angenehmer Wärme
Beim Omron HeatTens handelt es sich um ein sehr simples TENS-Gerät mit nur einem Kanal sowie wenigen, nicht besonders intensiven Programmen. Der Grund, warum das HeatTens trotzdem empfohlen wird, ist der wirklich angenehme Wärmemodus.
Bluetens Classic 2: Programmvielfalt per App
Die Programmvielfalt des Bluetens Classic 2 sucht ihresgleichen: Über hundert Programme stehen in der zugehörigen App zur Auswahl.
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Comfytemp K6106: Günstiges TENS-Gerät
Das Comfytemp K6106 bietet vier individualisierbare Programme und jeweils zehn voreingestellte TENS- und EMS-Modi zu einem sehr günstigen Preis.
Funktionsweise von TENS-Geräten
Bei der TENS-Methode werden Stromimpulse mittels Hautelektroden auf den Körper übertragen, wo diese Nerven reizen und die Stromsignale zum Rückenmark weiterschicken sollen. Ein wichtiger Einstellungsparameter ist hierbei die Pulsfrequenz, die die Impulse pro Sekunde in Hertz angibt. Bei hohen Frequenzen von 80 bis 150 Hertz soll die Signalweiterleitung ans Gehirn und somit die Schmerzwahrnehmung unterbrochen werden. Bei niedrigen Frequenzen in einem Bereich von zwei bis vier Hertz sollen im Gehirn Endorphine freigesetzt werden, die die Schmerzwahrnehmung ebenfalls verringern.
Anwendungsbereiche und Kontraindikationen
Die Behandlung mit TENS-Geräten wird allgemein als ungefährlich angesehen, da die verwendete Stromstärke nicht ausreicht, um gravierende Schäden zu verursachen. Auch Patienten mit Epilepsie, in der Schwangerschaft, mit einem eingepflanzten Defibrillator oder akuten Entzündungen sollten besser auf die TENS-Therapie verzichten. Bei Menschen mit Sportverletzungen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen sowie Migräne, Tumor- oder Nervenschmerzen, nach Gürtelrose oder bei Phantomschmerzen können TENS-Geräte in der Schmerztherapie helfen.
Weitere Methoden zur Schmerzlinderung
Neben Massagegeräten und TENS-Geräten gibt es weitere Methoden zur Schmerzlinderung, die hier kurz vorgestellt werden sollen.
Schröpfmassage
In ihrer eigentlichen Form funktioniert die Schröpfmassage mit kleinen Gläsern, die auf der Haut positioniert werden und mithilfe von Unterdruck Verspannungen lösen sollen. Dadurch sollen die Durchblutung angeregt und Muskelverhärtungen und Ähnliches gelöst werden. Zurückbleiben nach der Behandlung kreisrunde Blutergüsse, die circa eine Woche halten. Angelehnt an diese Methode gibt es vereinzelt Geräte auf dem Markt, die diese manuelle Technik automatisch umsetzen.
Massagepistolen
Bei Massagepistolen kommen größtenteils Vibration und Klopfbewegungen zum Einsatz, und das mit richtig viel Kraft dahinter. Sie eignen sich in erster Linie für Sportler, die punktuell verkrampfte Muskeln lockern möchten oder für Physiotherapeuten, die Patienten mit den Geräten behandeln.
Nackenstrecker
Regelmäßiges Training mit einem Nackenstrecker kann dazu beitragen, die Nackenmuskulatur zu stärken und die Belastung der Wirbelsäule zu reduzieren.
CEFALY: Neuromodulationssystem zur Migräneprophylaxe
CEFALY ist ein Neuromodulationssystem, welches mit einer selbstklebenden Elektrode an der Stirn appliziert wird. CEFALY stimuliert beidseitig den obersten Ast des N. trigeminus und reduziert hierdurch die Intensität und Häufigkeit von Migräneattacken. Laut S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe Migräne - Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie“ der DGN in Zusammenarbeit mit der DMKG „ist die externe transkutane Stimulation des N. trigeminus im supraorbitalen Bereich (CEFALY®) zur Behandlung von akuten Migräneattacken und Migräneprophylaxe wirksam.“
Nerivio: Fernsteuerbare elektrische Neuromodulation gegen Migräne
Das Gerät nutzt den Mechanismus der Remote Electrical Neuromodulation (REN), um die körpereigene konditionierte Schmerzmodulation (CPM) zu aktivieren. Dies geschieht durch die Stimulierung nozizeptiver Nervenrezeptoren am Oberarm, welche die natürliche Schmerzlinderung im Hirnstamm aktivieren. Nerivio kann sowohl in einer Akutsituation als auch prophylaktisch verwendet werden.
Migräne-Spritze: Neues Medikament zur Vorbeugung
Die "Migräne-Spritze" ist ein neues Medikament, das Attacken vorbeugen soll. Sie ist seit November in deutschen Apotheken verfügbar und setzt auf ein neues Therapieprinzip: Der Antikörper Erenumab in den Spritzlösungen blockt einen Rezeptor, der an der Entstehung von Migräne beteiligt ist. In der Regel verabreichen sich Patienten das Mittel alle vier Wochen selber. Künftige Attacken sollen so verhindert werden.