Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die in verschiedenen Formen auftreten können, wie Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Clusterkopfschmerzen. Die Ursachen sind oft vielschichtig und individuell verschieden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenhang zwischen Migräne, Sehstörungen und potenziellen Auslösern wie Kaffee.
Mythos oder Wahrheit? Kopfschmerzen und ihre Ursachen
Es gibt viele Mythen rund um das Thema Kopfschmerzen. Einige davon werden im Folgenden näher betrachtet:
Mythos 1: Wasser trinken hilft immer gegen Kopfschmerzen
Ein Flüssigkeitsmangel kann tatsächlich Kopfschmerzen verursachen, insbesondere nach intensiver körperlicher Betätigung oder an heißen Tagen. Auch Medikamente oder Magen-Darm-Infekte können Dehydration begünstigen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Dehydration sich schleichend entwickelt und häufig Personen betrifft, die über längere Zeit zu wenig Flüssigkeit aufnehmen.
Der Glaube, dass ausreichendes Trinken allein Kopfschmerzen stets vermeiden kann, ist jedoch falsch. Kopfschmerzen können durch eine Vielzahl anderer Faktoren ausgelöst werden, darunter hormonelle Schwankungen, Stress oder Schlafmangel, die sich allein durch Trinken nicht beheben lassen.
Mythos 2: Kaffee hilft gegen Kopfschmerzen
Kaffee kann dank des Koffeins spontan auftretende Kopfschmerzen verhindern oder abmildern. Allerdings kann ein plötzlicher Koffeinentzug Kopfschmerzen geradezu heraufbeschwören. Ein moderater Kaffeekonsum kann also helfen, Kopfschmerzen zu lindern, während ein abrupter Verzicht diese auslösen kann.
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Mythos 3: Wetterumschwung löst Kopfschmerzen aus
Wetterfühligkeit ist kein Märchen. Wetterumschwünge können besonders bei Menschen, die unter Migräne leiden, Kopfschmerzen auslösen. Schnelle Veränderungen bei Temperatur und Luftdruck sind für manche Menschen echte Schmerzauslöser.
Mythos 4: Schokolade löst Kopfschmerzen aus
Es ist eine gängige Annahme, dass bestimmte Lebensmittel wie Schokolade Migräneattacken auslösen können. Neuere Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass der Heißhunger auf solche Nahrungsmittel nicht die Ursache, sondern ein frühes Symptom einer bevorstehenden Migräne sein könnte. Dieser Heißhunger könnte als ein präventives Signal des Körpers interpretiert werden, eine Art Schrei des Gehirns nach Energiestoffen, um sich auf die bevorstehende Attacke vorzubereiten.
Augenmigräne: Eine spezielle Form der Migräne
Augenmigräne, auch bekannt als ophthalmische Migräne oder retinale Migräne, ist eine spezielle Form der Migräne, die mit visuellen Symptomen und Beschwerden im Zusammenhang mit den Augen einhergeht. Die Häufigkeit von Augenmigräne ist geringer als bei der klassischen Migräne. Es wird angenommen, dass etwa 20 % der Menschen mit Migräneerkrankungen auch Augenmigräne erleben. Frauen sind etwas häufiger von Augenmigräne betroffen als Männer.
Im Gegensatz zur klassischen Migräne, bei der starke Kopfschmerzen das Hauptsymptom sind, stehen bei der Augenmigräne die visuellen Störungen im Vordergrund. Es ist wichtig zu beachten, dass Augenmigräne von Person zu Person unterschiedlich sein kann und die Symptome variieren können.
Ursachen und Auslöser der Augenmigräne
Die genauen Ursachen von Augenmigräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass ähnliche Mechanismen wie bei der klassischen Migräne eine Rolle spielen, einschließlich Veränderungen in der Durchblutung und neuronalen Aktivität des Gehirns. Es gibt auch bestimmte Auslöser, die bei manchen Menschen Augenmigräne hervorrufen können. Hier sind einige mögliche Ursachen und Auslöser:
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- Veränderungen in der Durchblutung: Eine unregelmäßige Durchblutung im Gehirn und den Blutgefäßen der Augen kann zur Entwicklung von Augenmigräne beitragen. Vasokonstriktion (Verengung der Blutgefäße) und Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) können eine Rolle spielen.
- Neurologische Veränderungen: Es wird vermutet, dass eine gestörte neuronale Aktivität im Gehirn, insbesondere im Bereich der Sehbahn, zu den visuellen Symptomen der Augenmigräne führen kann.
- Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass eine genetische Veranlagung für Migräne auch das Risiko für Augenmigräne erhöhen kann. Eine familiäre Häufung von Migräneerkrankungen deutet darauf hin, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten.
- Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, insbesondere bei Frauen, können Auslöser für Augenmigräne sein. Beispielsweise können hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Menopause Augenmigräneepisoden auslösen.
- Auslösende Faktoren: Es gibt bestimmte Auslöser, die bei manchen Menschen Augenmigräne auslösen können. Dazu gehören Stress, Schlafmangel, bestimmte Lebensmittel oder Getränke (z. B. Koffein, Alkohol), grelles Licht, starke Gerüche oder Umweltreize. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen auf dieselben Auslöser reagieren. Jeder Mensch kann unterschiedliche individuelle Auslöser haben. Es kann hilfreich sein, ein Migränetagebuch zu führen, um potenzielle Auslöser zu identifizieren und zu vermeiden.
Symptome der Augenmigräne
Die Symptome von Augenmigräne sind hauptsächlich mit visuellen Störungen verbunden. Hier sind die typischen Symptome, die während einer Episode auftreten können:
- Flimmern oder Lichtblitze: Während einer Augenmigräne-Episode können Betroffene flimmernde Lichter oder Blitze im Sichtfeld wahrnehmen. Diese können sich wie ein funkelndes Licht oder Blitzlichter anfühlen und können in verschiedenen Formen und Farben erscheinen.
- Zickzacklinien oder wellenförmige Muster: Ein häufiges visuelles Symptom sind Zickzacklinien oder wellenförmige Muster, die sich durch das Sichtfeld bewegen können. Diese Linien können sich langsam bewegen oder schnell hin und her schwingen.
- Verschwommenes Sehen: Während einer Augenmigräne-Episode kann das Sehen vorübergehend verschwommen sein. Die Sicht kann unscharf oder verwischt erscheinen, was die Lesefähigkeit oder das Erkennen von Details beeinträchtigen kann.
- Tunnelblick: Einige Menschen erleben während einer Augenmigräne einen Tunnelblick, bei dem das periphere Sichtfeld eingeschränkt ist und sich das Sehen auf einen schmalen Bereich in der Mitte des Sichtfelds konzentriert.
- Blindheit auf einem Auge: In seltenen Fällen kann es zu vorübergehender Sehblindheit auf einem Auge kommen. Dies wird als monokulare Blindheit bezeichnet und kann mehrere Minuten bis zu einer Stunde dauern.
Es ist wichtig zu beachten, dass Augenmigräne in der Regel keine Kopfschmerzen verursacht. Bei einigen Menschen können jedoch leichte Kopfschmerzen oder Migränesymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit im Anschluss an die visuellen Symptome auftreten. Die Dauer der Symptome kann variieren. In der Regel dauert eine Episode von Augenmigräne etwa 10 bis 30 Minuten, kann aber auch bis zu eine Stunde andauern.
Aura bei Augenmigräne
Bei der Augenmigräne kann eine sogenannte Aura auftreten. Eine Aura ist eine vorübergehende Störung des Sehvermögens, die in der Regel kurz vor dem Beginn der Migräne-Kopfschmerzen auftritt. Sie kann jedoch auch ohne Kopfschmerzen auftreten. Die Aura bei Augenmigräne kann verschiedene visuelle Symptome umfassen, die typischerweise schrittweise auftreten und etwa 20 bis 60 Minuten anhalten. Hier sind einige häufige Merkmale einer Aura bei Augenmigräne:
- Flimmerskotome: Flimmernde oder funkelnde Lichter, die sich im Sichtfeld bewegen und das Sehen beeinträchtigen können. Sie können als helle Blitze, Zickzacklinien oder Wellenmuster wahrgenommen werden.
- Geblendetes Sehen: Plötzliche, vorübergehende Blendung oder das Gefühl, dass eine Lichtquelle sehr hell ist.
- Verzerrtes Sehen: Verzerrungen des Sichtfelds, bei denen Objekte in ihrer Form oder Größe verändert erscheinen.
- Gesichtsfeldausfälle: Das Auftreten von schwarzen oder blinden Flecken im Sichtfeld, die das Sehen von bestimmten Bereichen einschränken können.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Aura bei Augenmigräne normalerweise reversibel ist und die Sehfunktion nach dem Abklingen der Symptome vollständig wiederhergestellt wird. Bei einigen Menschen können jedoch nach der Aura-Komponente auch Kopfschmerzen oder andere Migräne-Symptome auftreten.
Behandlung von Augenmigräne
Die Behandlung von Augenmigräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Häufigkeit von Episoden zu reduzieren und den individuellen Bedürfnissen des Patienten gerecht zu werden. Es ist wichtig, mit einem Augenarzt über Ihre spezifischen Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen. Dabei unterscheiden wir zwischen den medizinischen Behandlungsmethoden und den Methoden, die Sie selber anwenden können.
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- Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen können verschreibungspflichtige Medikamente zur Vorbeugung oder Behandlung von Augenmigräneepisoden verschrieben werden. Dies kann Triptane, Ergotamine oder andere Medikamente umfassen, die die Durchblutung oder neuronale Aktivität beeinflussen.
- Schmerzlinderung: Bei Kopfschmerzen oder Migränesymptomen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetaminophen, Ibuprofen oder Aspirin hilfreich sein. In einigen Fällen können auch verschreibungspflichtige Migränemedikamente verschrieben werden.
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung und ärztlichen Betreuung können Selbsthilfemaßnahmen und Lebensstiländerungen dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere von Augenmigräne-Episoden zu reduzieren. Dabei sollten Sie individuelle Lebensstiländerungen finden, die für Sie am besten funktionieren.
- Ruhe und Entspannung: Während einer Augenmigräne-Episode ist es wichtig, sich an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und sich zu entspannen. Eine ruhige Umgebung ohne grelles Licht oder starke Gerüche kann helfen, die Symptome zu lindern.
- Dunkelheit: Das Aufsuchen eines abgedunkelten Raums oder das Tragen einer Sonnenbrille kann dabei helfen, empfindliche Augen vor hellem Licht zu schützen und die visuellen Symptome zu reduzieren.
- Auslöser vermeiden: Identifizieren Sie mögliche Auslöser für Ihre Augenmigräne und versuchen Sie, diese so konsequent wie möglich zu vermeiden. Dazu gehören Stress, bestimmte Lebensmittel (wie koffeinhaltige Getränke, Schokolade, Käse oder Lebensmittel mit hohem Histamingehalt), Schlafmangel, grelles Licht, starke Gerüche oder bestimmte Umweltfaktoren. Ein Migränetagebuch kann dabei helfen, Auslöser zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
- Stressmanagement: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne und kann auch Augenmigräneepisoden auslösen. Stressmanagementtechniken wie Entspannungsübungen, Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Episoden zu reduzieren. Regelmäßige körperliche Aktivität kann auch helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßiger Schlaf: Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen und einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten. Schlafmangel kann die Wahrscheinlichkeit von Migräne-Episoden erhöhen.
- Regelmäßige Mahlzeiten: Überspringen Sie keine Mahlzeiten und halten Sie regelmäßige Essenszeiten ein. Niedriger Blutzucker kann Migräne-Episoden auslösen.
- Ausreichende Flüssigkeitsmenge: Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken, insbesondere Wasser. Dehydration kann Migräne-Symptome verstärken.
- Augenschutz: Schützen Sie Ihre Augen vor grellem Licht, indem Sie eine Sonnenbrille tragen, insbesondere bei hellem Sonnenlicht oder grellem Kunstlicht.
- Entspannungstechniken für die Augen: Übungen zur Augenentspannung können helfen, die Belastung der Augen zu verringern. Dies kann das Schließen der Augen, regelmäßiges Blinzeln oder das Ausführen von Blickbewegungen umfassen.
- Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit: Wenn Sie viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, nehmen Sie regelmäßige Pausen, um Ihre Augen zu entlasten. Blicken Sie in die Ferne, um Ihre Augenmuskeln zu entspannen.
Wann sollte man bei Augenmigräne einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie unter Augenmigräne leiden. Hier sind einige Situationen, in denen es besonders wichtig ist, ärztlichen Rat einzuholen:
- Erstmalige Symptome: Wenn Sie zum ersten Mal Augenmigräne-Symptome erleben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und andere mögliche Ursachen für Ihre Symptome auszuschließen.
- Veränderungen der Symptome: Wenn sich Ihre Augenmigräne-Symptome plötzlich verändern, intensivieren oder länger andauern als zuvor, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.
- Beeinträchtigung der Lebensqualität: Wenn die Augenmigräne-Symptome Ihre täglichen Aktivitäten und Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
- Begleitende Symptome: Wenn Sie neben den visuellen Symptomen von Augenmigräne zusätzliche Symptome wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder neurologische Symptome (z. B. Taubheitsgefühl, Sprachstörungen) haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
- Häufige oder schwere Episoden: Wenn Sie häufige oder schwere Episoden von Augenmigräne haben, die sich nicht ausreichend durch Selbsthilfemaßnahmen oder verschreibungspflichtige Medikamente kontrollieren lassen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Differenzialdiagnostik
Entscheidend ist bei der Diagnostik zudem andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. Hier sind einige Erkrankungen, die in Betracht gezogen werden sollten:
- Retinale Probleme: Retinale Probleme wie Netzhautablösung, Netzhautriss oder Makuladegeneration können ähnliche visuelle Symptome wie Augenmigräne verursachen.
- Glaukom: Glaukom, auch bekannt als grüner Star, ist eine Augenerkrankung, die den Sehnerv schädigt und zu einem progressiven Sehverlust führen kann.
- Augenmuskelerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen der Augenmuskeln, wie Okuläre Myasthenie oder Strabismus, können zu Sehstörungen und Augenbeschwerden führen.
- Augeninfektionen: Augeninfektionen wie Konjunktivitis (Bindehautentzündung) können ebenfalls visuelle Symptome wie Rötung, Schwellung oder Tränenfluss verursachen.
- Neurologische Erkrankungen: Bestimmte neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Sehnerventzündung oder Migräne mit Aura können ähnliche visuelle Symptome wie Augenmigräne verursachen.
Koffein und Migräne: Ein zweischneidiges Schwert
Koffein ist ein weit verbreiteter Inhaltsstoff in vielen Lebensmitteln und Getränken, darunter Kaffee, Tee, Schokolade und Energy-Drinks. Es wirkt anregend und kann die Freisetzung von Adrenalin auslösen, dem Hormon, das mit einer Kampf-oder-Flucht-Reaktion und erhöhten Energielevels in Verbindung steht.
Interessanterweise kann Koffein sowohl Kopfschmerzen verursachen als auch vertreiben. Zwar gab mehr als ein Fünftel (22 %) der Befragten an, von Koffein Kopfschmerzen zu bekommen, bei mehr als zwei Fünftel (43 %) ist dies jedoch nicht der Fall. Leider kann das, was Koffein so effektiv im Bekämpfen von Kopfschmerzen macht, sie auch verursachen. Koffein verengt die Blutgefäße im Gehirn. Wenn man also den Konsum beendet, dehnen sich die Gefäße wieder aus und die Schmerzen kommen zurück.
Eine Studie im American Journal of Medicine (2019; doi: 10.1016/j.amjmed.2019.02.015) kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Migräne erst ab einer bestimmten Dosis steigt oder bei Abweichungen von der üblicherweise konsumierten Menge. Ein bis zwei koffeinhaltige Getränke am Tag waren noch nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden. Ab dem dritten Getränk stieg das Risiko dann kontinuierlich an. An Tagen, an denen die Personen fünf oder mehr koffeinhaltige Getränke konsumiert hatten, kam es mehr als doppelt so häufig zu Migräne-Anfällen.
Es ist also wichtig, den eigenen Koffeinkonsum zu beobachten und herauszufinden, welche Menge individuell verträglich ist. Ein Migränetagebuch kann auch hier hilfreich sein.
Weitere mögliche Auslöser von Migräne
Neben Koffein gibt es eine Vielzahl weiterer Faktoren, die Migräneattacken auslösen können. Dazu gehören:
- Reizüberflutung: Lärm, Licht oder Gerüche wie Parfum können bei empfindlichen Menschen eine Migräne auslösen.
- Wetterumschwünge: Schnelle Veränderungen bei Temperatur und Luftdruck können Migräneattacken begünstigen.
- Hormonschwankungen: Insbesondere bei Frauen können hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Menopause Migräne auslösen.
- Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress kann Migräneattacken begünstigen.
- Schlafmangel: Unzureichender oder unregelmäßiger Schlaf kann Migräne auslösen.
- Bestimmte Lebensmittel: Einige Lebensmittel, wie Käse, Alkohol, Schokolade oder Lebensmittel mit hohem Histamingehalt, können bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen.
Chronische Migräne
Üblicherweise tritt Migräne in unregelmäßigen Abständen als anfallsartiger Kopfschmerz auf. Diese gut voneinander abgrenzbaren Kopfschmerzattacken werden auch Episoden genannt. Wird die Migräne immer häufiger und geht eine Migräneattacke nahezu ohne Pause in die nächste über, kann aus der Episodischen Migräne eine Chronische Migräne werden.
Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist eine schwere Migräne eine der am stärksten einschränkenden Erkrankungen. Bei einer chronischen Migräne bestehen seit 3 Monaten oder länger Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat, davon 8 oder mehr Tage mit Migräne. Haben Sie im Monat mehr Tage mit Kopfschmerzen als ohne, kann das ein Hinweis auf Chronische Migräne sein.
Mögliche Vorboten und Auslöser einer chronischen Migräne
Bereits ein paar Tage vor der eigentlichen Migräneattacke können sogenannte Vorboten Hinweise auf den nächsten Anfall liefern. Etwa 30 % der Menschen mit Migräne ohne Aura beschreiben dieses Phänomen. Mögliche Symptome, die auf eine bevorstehende Migräneattacke hindeuten, sind Stimmungsschwankungen, häufiges Gähnen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, extremer Durst sowie Verdauungsprobleme.
Bei etwa 10-15 % der Migränepatienten kommt es zu neurologischen Reiz- und Ausfallerscheinungen, die sogenannte Aura, bevor der eigentliche Migränekopfschmerz einsetzt. In der Regel klingen die Symptome spätestens nach einer Stunde wieder vollständig ab. Der typische Migränekopfschmerz tritt entweder zusammen mit den Ausfallerscheinungen auf oder etwas verzögert.
Es gibt bestimmte innere und äußere Einflussfaktoren, die eine Migräne-Attacke begünstigen können. Viele Migränepatienten wissen mit der Zeit, auf welche Dinge oder Situationen bei ihnen eine Attacke folgt. Solch mögliche Auslöser, auch Trigger genannt, sind:
- Aufregung oder Stress
- Entspannungsphasen nach Stresssituationen
- Schlafmangel oder veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus
- Körperliche Anstrengung
- Nackenschmerzen
- Hormonelle Veränderungen
- Auslassen von Mahlzeiten
- Lebensmittel, z.B.: Käse, Alkohol, Kaffee, Cola, Schokolade
- Wetterumschwünge und Klimawechsel
- Düfte und Gerüche
- Licht
Mögliche Trigger sind individuell sehr verschieden und können bei jedem anders ausgeprägt sein. Die gute Nachricht: Wenn Sie Ihre Trigger kennen, lassen sich manche davon bewusst vermeiden. Finden Sie Ihre persönlichen Auslöser heraus, indem Sie ein Kopfschmerztagebuch führen.
Was tun bei häufigen Kopfschmerzen?
Um herauszufinden, was der Auslöser für die Kopfschmerzen sein kann, ist es hilfreich, seine eigene Lebensführung zu beobachten. Gab es Veränderungen im Alltag, kann dies eine Ursache für einen wiederkehrenden Kopfschmerz sein. Oftmals spielt auch die Haltung am Arbeitsplatz eine große Rolle, da Kopfschmerzen nicht selten von Verspannungen der Nacken- und Halswirbelsäulenmuskulatur herrühren. Gesunde Bewegung und Entspannung gehören immer zu einer ausgeglichenen Lebensführung und können dabei helfen, Stress zu kompensieren und Verspannungen durch eine gestärkte Muskulatur zu vermeiden.
Auch verschiedene Nahrungsmittel können in Zusammenhang mit Kopfschmerzen stehen. Beispielsweise können Reaktionen nach dem Verzehr des Geschmacksverstärkers Glutamat auftreten und auch bestimmte Käsesorten oder Weine können die Beschwerden auslösen. Wichtig ist, auf sein eigenes Wohlbefinden zu achten.
Bei den Check-ups beim Arzt wird der allgemeine Gesundheitszustand überprüft, beispielsweise mit der Messung des Blutdrucks oder der Erstellung eines Blutbildes. Die Ergebnisse können Aufschluss über eine mögliche Ursache für die Beschwerden geben. Doch auch ein Besuch beim Augenarzt kann hilfreich sein, da das Fehlen einer geeigneten Brille zu Kopfschmerzen führen kann.
Sollten die Beschwerden trotz einer gesunden Lebensweise nicht gemindert werden, wenden Sie sich zunächst an Ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin. Auch wenn viele Schmerzmittel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind: Eine langfristige, medikamentöse Therapie sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
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