Antidepressiva-Entzug und Migräne: Ein umfassender Überblick

Antidepressiva-Entzugsreaktionen sind in den letzten Jahren sowohl in akademischen Fachkreisen, unter Behandelnden als auch in den Medien prominent diskutiert worden. Ziel dieses Artikels ist es, dieses polarisierende Themengebiet kritisch und differenziert zu beleuchten und die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Antidepressiva-Entzugsreaktionen zusammenzutragen.

Historischer Überblick und Begriffsklärung

Bereits in den frühen 1960er-Jahren, kurz nach Markteinführung der ersten Antidepressiva, wurde in wissenschaftlichen Fachartikeln über Entzugssymptome beim Absetzen der Medikamente berichtet. Über die Jahre wurden immer weitere Fachartikel über Antidepressiva-Entzugssymptome publiziert: Sie wurden bei Kindern festgestellt, die wissenschaftliche Evidenz wurde in Übersichtsartikeln zusammengefasst, die möglichen neurophysiologischen Pathomechanismen wurden diskutiert, und auch schwerwiegende Entzugssymptome beim Absetzen der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wurden berichtet. Bis Ende der 1990er-Jahre wurde für diese Problematik konsistent der etablierte Fachbegriff „Entzugssymptomatik“ beziehungsweise „Entzugssyndrom“ verwendet.

Ein Pharmaunternehmen lancierte eine Kampagne, welche das Verständnis von Antidepressiva-Entzug nachhaltig verändern sollte und welche die Psychiatrie bis heute prägt. Diese Kampagne begann mit einem geschlossenen Symposium mit einer Gruppe führender Psychiatrieprofessoren mit langjährigen Pharmaverbindungen. Diese Gruppe wurde als „Discontinuation Consensus“-Gremium bezeichnet und führte im Jahr 1997 in einer vom Pharmaunternehmen gesponserten Sonderausgabe (Supplement) im Journal of Clinical Psychiatry den Begriff „Absetzsyndrom“ ein. Dieser neue Begriff sollte fortan den etablierten Fachbegriff „Entzugssyndrom“ ersetzen, welcher stringent mit dem Konzept der (körperlichen) Abhängigkeit verknüpft ist.

Diese Kampagne war äusserst erfolgreich: Der Begriff „Absetzsyndrom“ verbreitete sich ab 1997 rasend schnell und verdrängte in der Antidepressiva-Literatur den etablierten Fachbegriff „Entzugssyndrom“ fast vollständig. Insbesondere Psychiater*innen verwenden heutzutage fast ausschliesslich den Begriff Absetzsyndrom (beziehungsweise Absetzreaktion), obschon dieser Begriff in der Fachliteratur als irreführend bezeichnet wird. Abgesehen davon, dass der Begriff das mitunter schwerwiegende Phänomen des körperlichen Entzuges bagatellisiert (bzw. ausblendet), ist er auch unpräzis. Denn Entzugssymptome können nicht nur beim Absetzen auftreten, sondern auch bei einer Dosisreduktion, bei der Verabreichung eines Antagonisten, oder wenn die Medikamenteneinnahme vergessen wurde.

In Konsequenz wurde die Problematik von Antidepressiva-Entzugsreaktionen in medizinischen Fachkreisen lange Zeit unterschätzt. Noch vor wenigen Jahren negierten einige führende Akademikerinnen die Problematik gänzlich und erachteten Berichte zur weitreichenden Antidepressiva-Entzugsproblematik und der einhergehenden Schwierigkeiten zahlreicher Konsumentinnen, ihre Medikamente erfolgreich abzusetzen, als uniformierte, stigmatisierende Angstmache. In der Gesundheitsversorgung und in der klinischen Praxis werden das Absetzen von Psychopharmaka und die einhergehenden Schwierigkeiten aber weiterhin unzureichend berücksichtigt. Entsprechend empfehlen viele Behandelnde ein zu rasches Ausschleichen mit zu hohen Dosisreduktionen, verkennen schwere und persistente Entzugssyndrome, weil „Absetzsyndrome“ als mild und flüchtig dargestellt wurden, oder können bei korrekter Identifikation keine wirksame Unterstützung anbieten, weil hierzu das Fachwissen fehlt. Notgedrungen müssen viele Betroffene selbstständig im Internet nach Informationen über Entzugsreaktionen und Ausschleichstrategien suchen.

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Zwei der bedeutsamsten Forschenden in der Ära der „Absetzsyndrome“ - namentlich Professor David Taylor und Doktor Mark Horowitz - waren vor Beginn ihrer Forschungstätigkeit in diesem Themengebiet selbst von schweren und langwierigen Antidepressiva-Entzugssymptomen betroffen. Diesen beiden Forschern haben wir auch das erste klinisch-medizinische Fachbuch zum Absetzen von Antidepressiva und anderen Psychopharmaka zu verdanken - und dies erst über 60 Jahre, nachdem die Problematik erstmals in der Fachliteratur beschrieben wurde.

Neurophysiologische Grundlagen der Entzugsreaktionen

Um das Ausschleichprozedere nachvollziehen zu können, müssen die neurophysiologischen Mechanismen erläutert werden, die den Entzugsreaktionen zugrunde liegen. Nahezu alle psychoaktiven Substanzen, sowohl Drogen als auch Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem (ZNS) einwirken, stoßen nach einigen Tagen oder Wochen kontinuierlicher Einnahme (je nach Substanz) körperliche Anpassungsprozesse an. Diese Prozesse beinhalten neurophysiologische Gegenregulationen zur pharmakologischen Wirkung der Substanz, bei SSRI insbesondere die Herabregulierung (Desensitivierung) von Serotonin-Rezeptoren aufgrund der Erhöhung der serotonergen Neurotransmission durch die kontinuierliche Medikamenteneinnahme.

Diese neurophysiologischen Anpassungen sind folglich eine normale körperliche Reaktion auf die kontinuierliche Einnahme von ZNS-wirksamen Substanzen, und der resultierende körperliche Zustand wird in der Pharmakologie und Suchtmedizin als (körperliche) Abhängigkeit definiert. Der Verlust der psychoaktiven (oder klinischen) Wirkung einer Substanz bei gleichbleibender Dosis wird entsprechend als Toleranzentwicklung bezeichnet.

Demgegenüber wird Sucht lediglich über ein Verhaltensmuster diagnostiziert, welches gekennzeichnet ist durch Verlangen nach der Substanz, unkontrolliert-impulsiver Substanzeinnahme sowie anhaltendem Substanzkonsum trotz negativer Konsequenzen. In der Fachwelt herrscht weitgehend Konsens, dass Antidepressiva nicht süchtig machen, da Konsument*innen sich nicht nach den Substanzen sehnen und diese nicht unkontrolliert konsumieren. Kontinuierliche Antidepressiva-Einnahme führt jedoch nach wenigen Wochen nachweislich zu neurophysiologischen Anpassungen und folglich zu (körperlicher) Abhängigkeit, welche sich durch Entzugssymptome manifestiert, wenn die biologische Aktivität der Substanz unter einen kritischen Schwellenwert fällt. Wie auch verschiedene Fachorganisationen festhalten, können Menschen von einer Substanz abhängig sein, ohne süchtig danach zu sein.

Dass die Konzepte Abhängigkeit und Sucht eine distinkte Bedeutung haben und darum gesondert diagnostisch beurteilt werden müssen, wurde leider mit der Einführung des DSM-III-R im Jahr 1987 fundamental untergraben. Denn einige Mitglieder der Arbeitsgruppe für Substanzstörungen befanden, dass die Bezeichnung „Sucht“ stigmatisierend und abwertend sei. Die Arbeitsgruppe beschloss deshalb mit knapper Mehrheit, das Verhaltensmuster der Sucht im Konzept der Abhängigkeit zu integrieren und den Begriff der Sucht zu entfernen. Einige Jahre später wurde diese Änderung auch in der ICD-10 übernommen.

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Und weil Antidepressiva bei Konsument*innen kein Suchtverhalten erzeugen, wird wohl auch weiterhin der häufige Fehlschluss gezogen, dass die Medikamente nicht abhängig machen und folglich keine Entzugsreaktionen verursachen können. Entsprechend werden viele Antidepressiva-Entzugssyndrome weiterhin nicht korrekt identifiziert und falsch behandelt.

Inzwischen hat sich eine systematische Bestimmung und Differenzierung unterschiedlicher Antidepressiva-Entzugsreaktionen in der Fachliteratur weitgehend etabliert. Dieser zufolge können Entzugsreaktionen in akute und post-akute (persistente) Syndrome unterteilt werden.

Symptome des Antidepressiva-Absetzsyndroms

Wird eine Behandlung mit Antidepressiva abgebrochen oder wird die Dosis reduziert, kann es meist innerhalb von einer Woche zum Absetzsyndrom kommen. Die Symptome können denen eines grippalen Infekts ähneln, aber es können auch weitere sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten.

Die häufigsten Beschwerden sind:

  • Schwindel, Benommenheit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schlafstörungen bis zur Schlaflosigkeit, Albträume
  • stromschlagähnliche Missempfindungen
  • Reizbarkeit, Angst, starke Unruhe

Die Symptome stehen in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Absetzen der Medikamente und treten vorübergehend auf. Meist bilden sie sich von selbst innerhalb von 2-6 Wochen zurück. In der Regel bessern sich die Symptome schnell, wenn die verordneten Medikamente wieder eingenommen werden.

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Die Häufigkeit, mit der das Absetzsyndrom vorkommt, ist nicht ausreichend belegt. Die Häufigkeit schwankt in verschiedenen Studien zwischen 1 % und 86 %.

Die Ursache des Absetzsyndroms ist nicht mit Sicherheit geklärt, es scheint aber einen Zusammenhang mit der Behandlungsdauer und der Art des verwendeten Antidepressivums zu geben. Bei einer Einnahmedauer von mehr als 4-8 Wochen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Absetzsyndrom auftritt, umgekehrt scheint aber eine besonders lange Einnahmedauer (über Jahre) nicht das Risiko für ein Absetzsyndrom zu erhöhen.

Erwartungshaltung und Nocebo-Effekt

Wie schwer es ist, von Antidepressiva loszukommen, wird oft emotional diskutiert. Eine Meta-Analyse gibt jetzt Aufschluss, wie häufig Absetzsymptome tatsächlich sind. Nach formaler Definition machen Antidepressiva nicht abhängig. Anders als bei „echten“ Suchtmitteln führt ihre Einnahme beispielsweise nicht dazu, dass der Körper für denselben Effekt eine immer höhere Dosis braucht. Trotzdem berichten einige Patient:innen von Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen, wenn sie die Stimmungsaufheller absetzen.

Eine Auswertung zeigt, dass im Schnitt jede dritte Person nach Beendigung der Antidepressiva-Behandlung Symptome erlebt. Für die Untersuchung sichteten die Forschenden mehr als 6.000 Studien, von denen sie 79 Arbeiten auswählten und deren Ergebnisse statistisch neu analysierten. So kamen Daten zu rund 21.000 Personen zusammen, die entweder ein Antidepressivum oder ein Scheinpräparat (Placebo) erhalten hatten und anschließend zur Häufigkeit von Absetzerscheinungen befragt worden waren.

In der Placebo-Gruppe sind medikamentöse Effekte auszuschließen, die Symptome sind also entweder darauf zurückzuführen, dass sie zufällig unabhängig von der Therapie auftraten, oder sie sind eine Folge des Nocebo-Effekts. Der Nocebo-Effekt wird oft als „Bruder des Placebo-Effekts“ bezeichnet und beschreibt die Beobachtung, dass Scheinbehandlungen mit „Nebenwirkungen“ einhergehen können.

Wenn man unspezifische Symptome und den Effekt der Erwartungshaltung berücksichtigt, ist etwa jede sechste oder siebte Person von Absetzerscheinungen betroffen, die als eigentliche Folge der Antidepressiva-Medikation auftreten. Diese sind größtenteils mild. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen wird Antidepressiva ohne relevante Symptome absetzen können. Der Studie zufolge entwickelte eine von 35 Personen, also knapp drei Prozent der Betroffenen, Absetzsymptome schweren Ausmaßes. Gehäuft traten diese nach Beendigung der Therapie mit den Wirkstoffen Imipramin, Paroxetin, Venlafaxin und Desvenlafaxin auf.

Empfehlungen für das Absetzen von Antidepressiva

Es ist wichtig, dass alle Menschen, die eine Behandlung mit Antidepressiva beenden wollen, ärztlich eng begleitet und im Falle von Entzugssymptomen individuell unterstützt werden. Eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Betroffenen und Behandelnden, schon vor Beginn einer Therapie, ist die Basis für eine gute Behandlung.

Antidepressiva sollten nicht schlagartig abgesetzt, sondern schrittweise „ausgeschlichen“ werden. Um eine wiederkehrende Depression oder ein Absetzsyndrom zu vermeiden, sollte das Ausschleichen schrittweise über mindestens 8-12 Wochen erfolgen. Besprechen Sie jede Änderung der Dosis immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Tritt ein Absetzsyndrom auf, sollten die Patient*innen darüber informiert werden, dass es sich in der Regel um einen vorübergehenden und nicht gefährlichen oder lebensbedrohlichen Zustand handelt, der ca. 2 Wochen anhalten kann. Das Absetzsyndrom tritt meist innerhalb der ersten Woche nach Absetzen des Antidepressivums auf. Die Symptome sind meist mild und gehen in aller Regel innerhalb von 2-6 Wochen von selbst zurück.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Absetzen?

Antidepressiva sollen laut der Patientenleitlinie Unipolare Depression nach dem Verschwinden depressiver Symptome noch mindestens vier bis neun Monate lang eingenommen werden. Wann der richtige Zeitpunkt für das Ausschleichen des Medikaments erreicht ist, entscheiden Patientinnen und Patienten gemeinsam mit ihrem behandelnden Psychiater oder ihrer behandelnden Psychiaterin.

Wie sollte das Ausschleichen ablaufen?

Wie man Antidepressiva am besten ausschleicht, ist von Fall zu Fall verschieden. Es gibt vier mögliche Szenarien:

  1. Habe ich das Medikament nur für eine kurze Zeit eingenommen, also maximal für drei bis vier Wochen, kann ich es in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Psychiaterin sehr schnell wieder absetzen.
  2. Habe ich die Antidepressiva länger eingenommen, leide aber unter extrem unangenehmen oder gar gefährlichen Nebenwirkungen, kann auf das Risiko von Absetzsymptomen keine Rücksicht genommen werden und die Einnahme ist ebenfalls sehr schnell zu beenden.
  3. Will ich das Antidepressivum nach längerer Einnahme beenden, weil es nicht ausreichend wirkt, sollte die Zeit des Ausschleichens bei etwa vier bis sechs Wochen liegen.
  4. Wie in allen klinischen Leitlinien empfohlen, etwa in der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression, gilt weiterhin: Nicht hetzen beim Absetzen. Das heißt, Antidepressiva werden langsam über zwei bis drei Monate ausgeschlichen, in Abhängigkeit der klinischen Symptome gegebenenfalls auch noch behutsamer.

Beim Ausschleichen selbst kommt es vor allem darauf an, die Dosis gegen Ende nur sehr langsam und vorsichtig zu reduzieren. Anfangs kann man noch mutiger vorgehen, aber gegen Ende sollte man immer kleinschrittiger werden.

Was tun bei Beschwerden?

Bei den typischen Absetzsymptomen handelt es sich meist um leicht ausgeprägte Beschwerden, die sich in den allermeisten Fällen nach etwa zwei Wochen wieder gelegt haben. Dazu gehören Schwindel, Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome, Übelkeit, Schlafstörungen, Ängstlichkeit oder Reizbarkeit. Vereinzelt berichten Betroffene auch von einschießenden Schmerzen wie kleine Stromschläge, was aber sehr selten auftritt.

Egal, um welche Beschwerden es sich handelt: Der erste Schritt ist immer das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin. Deren Aufgabe ist es, schon zu Beginn des Ausschleichens ausführlich aufzuklären - auch über seltene Absetzsymptome.

Besonders wichtig bei auftretenden Nebenwirkungen ist zudem, nicht wieder zur ursprünglichen Dosis des Medikaments zurückzukehren. Immer nur auf die letzte Stufe zurückgehen und danach mit verlangsamtem Tempo weiter reduzieren. Und darauf vertrauen, dass die Absetzsymptome bald wieder aufhören.

Unterscheiden sich die Absetzsymptome bei verschiedenen Wirkstoffen?

Abgeleitet aus der klinischen Erfahrung, und durch die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigt, kann es beim Absetzen von Antidepressiva mit den Wirkstoffen Venlafaxin und Paroxetin etwas häufiger zu Symptomen kommen als bei anderen Wirkstoffen. Gezielte Vergleichsuntersuchungen stünden aber noch aus.

Die Rolle der Apotheke beim Absetzen

Glücklicherweise kann Ihr Apotheker oder Ihre Apothekerin Ihnen während des Ausschleichens sehr gut helfen. Vor allem gegen Ende des Absetzens, wenn die Dosierungen immer geringer werden, kommt man mit Tablettenteilen nicht weiter. Hier wird eine Feinwaage benötigt, wie sie in Apotheken vorhanden ist. Manche Antidepressiva werden auch in Kapselform verabreicht. In diesen Hüllen befinden sich Mini-Kapseln, die man bei manchen Medikamenten auch einzeln nehmen kann - der Apotheker oder die Apothekerin wissen, wann. Nimmt man das Präparat in Tropfenform ein, ist die Dosierung irgendwann so niedrig, dass man weniger als einen Tropfen nehmen muss.

Antidepressiva, Migräne und Spannungskopfschmerzen

Antidepressiva gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten sowohl in der Psychiatrie, als auch in anderen medizinischen Fächern. Neben den Depressionen sind sie für weitere Indikationen wie Angst- oder Zwangserkrankungen zugelassen. Ein fundiertes Wissen über Nebenwirkungen und Risiken einer antidepressiven Medikation ist zur Aufklärung und Behandlung der Patienten essenziell.

Werden antidepressiv wirkende Arzneimittel abgesetzt, kann es zu Symptomen wie Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. Schwindel, Übelkeit, Missempfindungen und Ängste können Symptome nach dem Absetzen von Antidepressiva sein.

Chronische Schmerzen gehen oft mit Depressionen einher. Eine aktuelle Metaanalyse aus dem Jahr 2025 zeigte, dass 40 % der Schmerzpatientinnen und -patienten unter Depressionen oder Angstzuständen leiden.

Unter dem Aspekt der Gefahr eines Rückfalls (im ersten Jahr bei 40 %) sollte im ersten Jahr eine engmaschige ärztliche Begleitung erfolgen. Prinzipiell unterscheidet sich die Migräne mit Aura nicht wesentlich von der ohne Aura. Bei dieser Form der Migräne kommt es zusätzlich zu sog. 5-20% der Bevölkerung leiden unter Migräne, wobei Frauen etwa viermal häufiger davon betroffen sind. Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Kopfschmerzform.

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