Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der sofortige und kompetente Behandlung erfordert. Das Krankenhaus Lingen, insbesondere die MEDICLIN Hedon Klinik, bietet eine umfassende Versorgungskette für Schlaganfallpatienten, von der Akutbehandlung bis zur Rehabilitation. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Schlaganfallbehandlung in dieser Klinik, von der Notfallversorgung bis zur langfristigen Rehabilitation und Nachsorge.
Akutversorgung auf der Stroke Unit
Der akute Schlaganfall ist ein schweres und bedrohliches Krankheitsbild, das eine sofortige, kompetente Behandlung auf einer hochqualifizierten Spezialstation, der sogenannten Stroke Unit (Schlaganfall-Behandlungseinheit), erfordert. Das Ziel der Behandlung auf der Stroke Unit ist die Notfallversorgung von Patienten mit einem frischen Schlaganfall, die klinische und apparative Überwachung der Patienten sowie die Verhütung und sofortige Behandlung eventuell eintretender Komplikationen. Um eine zeitnahe und lückenlose Versorgung sicherzustellen, besteht in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst eine strukturierte Rettungskette.
Bei Patienten mit einem ganz frischen Schlaganfall wird nach Abwägung der Risiken versucht, die Hirndurchblutung durch eine sogenannte Thrombolysebehandlung zu normalisieren, um das Ausmaß des Schlaganfalls auf ein Minimum zu begrenzen. In ausgewählten Fällen erfolgt eine Weiterverlegung zur speziellen interventionellen Therapie, bei der mittels Katheter das Blutgerinnsel entfernt wird. Eine Vernetzung zu den entsprechenden Kliniken besteht.
Nach der Notfallversorgung stehen die Überwachung und Steuerung lebenswichtiger Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur und Blutzucker im Vordergrund, um eventuell schädliche Einflüsse auf das durch den Schlaganfall geschädigte Hirngebiet zu vermeiden.
Die Notfallversorgung erfolgt durch ein speziell geschultes Team bereits in der zentralen Notaufnahme. Dort wird - bei entsprechender Indikation - auch bereits die sofortige medikamentöse Lysetherapie zur Auflösung des Blutgerinnsels (im Falle eines Gefäßverschlusses) eingeleitet. Die weitere Behandlung erfolgt auf der Stroke Unit.
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Ursachen und Formen des Schlaganfalls
In der Schlaganfall-Behandlungseinheit (Stroke Unit) kann die Ursache eines Schlaganfalls in der Akutphase schnell diagnostiziert und behandelt werden. Zu den häufigsten Ursachen und Formen gehören:
- Hirninfarkt: Die häufigste Form des Schlaganfalls (ca. 85% der Fälle), verursacht durch einen Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn.
- Hirnblutung: Seltenere Form des Schlaganfalls (ca. 15% der Fälle), bedingt durch eine Blutung im Inneren des Schädels.
- Hirnvenenthrombosen: Thrombose (Gerinnselbildung) im Bereich der Venen des Gehirns.
- Atherosklerotisch bedingte Stenosen hirnversorgender Gefäße: Die Atherosklerose (umgangssprachlich: Arterienwandverkalkung) ist eine über Jahrzehnte fortschreitende Gefäßerkrankung, die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden führt.
- Gefäßeinrisse: Insbesondere junge Menschen erleiden durch Gefäßeinrisse.
Rehabilitation in der MEDICLIN Hedon Klinik
Nach der Akutkrankenhausbehandlung ist bei einigen Patienten je nach Ausmaß der Schlaganfallfolgen eine stationäre oder teilstationäre Rehabilitationsbehandlung in einer geeigneten Einrichtung notwendig. Die MEDICLIN Hedon Klinik in Lingen deckt die gesamte klinische Versorgungskette des Schlaganfalls ab, von der Akutversorgung bis zur Anschlussheilbehandlung.
Die Klinik ist spezialisiert auf neurologische Frühreha mit Beatmungsentwöhnung sowie neurologische und orthopädische Reha. Das interdisziplinäre Team besteht aus Therapeuten- und Pflegekräften (u. a. Physio-, Psycho-, Sport-, Schmerz- und Atmungstherapeuten, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, Fachpfleger Intensivstation, Palliativpfleger, Wund- und Diabetesexperten) und Fachärzten der Bereiche Neurologie, Intensivmedizin, Anästhesie, Kardiologie, Innere Medizin, Notfallmedizin, Psychiatrie, Orthopädie, Geriatrie, FEES.
Individuelle Therapie und Rehabilitationsziele
Welche Therapien Patientinnen und Patienten erhalten und in welchem Maß, ist abhängig von ihrer Schädigung, aber auch von den Rehabilitationszielen. Die sind stets individuell, schon bei der Aufnahmeuntersuchung werden sie erörtert und in einem therapeutischen Gespräch konkretisiert.
In der Ergotherapie etwa können Patientinnen und Patienten das Greifen und Tragen in einem Armlabor mittels Robotiktraining lernen. Neben dem motorischen Üben steht alltagspraktisches Training stets im Fokus. In einem Trainingsapartment können Patientinnen und Patienten Haushaltsarbeiten testen. Eine Besonderheit ist auch der großzügige Schwimmbadbereich mit einem Bewegungs-und einem Schwimmbecken. In der Lehrküche üben Patientinnen und Patienten alle Handhabungen beim Kochen. Gleichzeitig lernen sie, wie sie ihren Lebensstil künftig gesünder gestalten können.
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Besonderheiten der MEDICLIN Hedon Klinik
Die MEDICLIN Hedon Klinik bietet einige Besonderheiten, die sie zu einer gefragten Einrichtung für Schlaganfallpatienten machen:
- Breites Therapiespektrum: Therapieleiterin Irene Mönter hat ein großes qualifiziertes Team, das ein breites Spektrum an Anwendungen bieten kann.
- Alltagspraktisches Training: In einem Trainingsapartment können Patientinnen und Patienten Haushaltsarbeiten testen.
- Schwimmbadbereich: Ein großzügiger Schwimmbadbereich mit einem Bewegungs-und einem Schwimmbecken steht zur Verfügung.
- Lehrküche: Patientinnen und Patienten üben alle Handhabungen beim Kochen und lernen, wie sie ihren Lebensstil künftig gesünder gestalten können.
- Beruflich orientiertes Screening: Jüngeren Patientinnen und Patienten, bei denen die Rückkehr ins Arbeitsleben im Fokus steht, bietet die Klinik ein beruflich orientiertes Screening an. Im Workpark können sie therapeutisch begleitet verschiedene Tätigkeiten testen. In der anschließenden beruflichen Beratung erörtern Patienten und Klinikteam mögliche Perspektiven.
- Aphasiker-Zentrum Weser-Ems: Betroffene mit Sprachstörungen erhalten hier über den Klinikaufenthalt hinaus Hilfe. Das Zentrum ist eng verbunden mit der Klinik. Die Mitarbeiterinnen besuchen die Patientinnen und Patienten bereits während des stationären Aufenthaltes und bieten ihre Hilfe an.
- Mediclin-Therapie-App: Patientinnen und Patienten können nicht nur während des stationären Aufenthaltes ihr individuelles Trainingsprogramm absolvieren.
Der Weg zur Rehabilitation
Es gibt zwei Wege, eine Rehabilitation zu beantragen:
- Über den Sozialdienst des Krankenhauses: Wenn Sie z. B. nach einer Operation im Krankenhaus behandelt werden, fragen Sie den Sozialdienst des Krankenhauses nach einer Rehabilitation, einer sogenannten Anschlussheilbehandlung.
- Über den Hausarzt oder Facharzt: Wenn Sie zu Hause sind und eine Reha, auch Heilverfahren genannt, beantragen möchten, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an einen entsprechenden Facharzt. Die Ärzte unterstützen Sie beim Reha-Antrag.
Erfahrungen von Patienten
Herr M. aus Papenburg ist wegen seines Schlaganfalls in die MEDICLIN Hedon Klinik gekommen. Im November erlitt er einen Schlaganfall, der leider zu spät erkannt wurde. Jetzt sitzt der sportliche Mann im Rollstuhl, ist linksseitig gelähmt und kämpft mit einer Einschränkung des Gesichtsfeldes. Sein Ziel: Er will wieder so selbstständig wie möglich werden und am liebsten wieder Auto fahren können. Die Klinik arbeitet mit ihm daran. Sie bietet ein computergestütztes Sehtraining, das dabei helfen könnte.
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