Eine Demenzdiagnose stellt Betroffene und Angehörige vor eine völlig neue Situation. Um Angehörige und Freunde von Menschen mit Demenz zu unterstützen, gibt es digitale Angebote, die sowohl Tipps für den Umgang mit Menschen mit Demenz bereithalten als auch hilfreiche Ideen für daheim oder die Pflegeeinrichtung bieten - auch bei fortgeschrittener Erkrankung. Technische und digitale Hilfen können an vielen Stellen zum Einsatz kommen. Sie können den Alltag sicherer machen und Angehörige entlasten.
Kostenlose Apps und Initiativen
Die Malteser geben zusammen mit der Swedish Care International (SCI) die App „Demenz“ heraus. Es ist die erste kostenlose deutschsprachige Anwendung zum Thema Demenz in den App-Stores von Apple und Android. Sie hilft Angehörigen, Pflegenden und demenziell Erkrankten selbst, die Lebensqualität durch nützliche Hinweise und Anregungen zu steigern. Ein übersichtlich strukturiertes Menü führt durch wichtige Informationen zum Thema Demenz. So informiert sich der Nutzer schnell zu Arten demenzieller Erkrankungen, ihren Symptomen und zur Therapie. Weiterhin finden sich praktische Tipps zur Erleichterung des alltäglichen Lebens. Häufig gestellte Fragen beantwortet die App direkt. Darüber hinaus bietet das Netzwerk die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die App ist kostenlos erhältlich in iTunes und GooglePlay. Weitere Informationen zum Thema Demenz unter www.malteser-demenzkompetenz.de.
Seit Februar 2022 gibt es den „DemenzGuide“. Dieser hält sowohl Tipps für den Umgang mit Menschen mit Demenz bereit als auch hilfreiche Ideen für daheim oder die Pflegeeinrichtung - auch bei fortgeschrittener Erkrankung. Daneben finden Angehörige im DemenzGuide auch Anregungen und Heiteres, um mit der Situation besser umzugehen und sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Evangelische Altenheimseelsorge im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München und die Abteilung Seniorenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat München haben den DemenzGuide gemeinsam entwickelt.
Spezielle Spiele-Apps für Demenzerkrankte
Eine mögliche Antwort liefert Dr. Konstantin Lekkos, Chefarzt der Klinik für Altersmedizin im Helios Klinikum Hildesheim. Gemeinsam mit seinem Stationsteam hat er eine App mit Spielen entwickelt, die auf Demenzerkrankte zugeschnitten sind. Das Besondere: Es können Fotos aus der eigenen Vergangenheit hochgeladen werden, um die Erinnerungen des Erkrankten anzuregen. Damit soll einerseits das Gehirn trainiert werden, viel wichtiger ist Dr. Lekkos aber der soziale Aspekt.
Beim Starten der Demenz-App „Auguste“ erscheint die Spieleauswahl in der Optik eines Holztisches. „So einen Tisch haben viele der Patientinnen und Patienten zu Hause. Das Gerät verschmilzt für sie quasi mit dem Tisch und sie haben keine Berührungsängste. Vor etwa vier Jahren kam ihm die Idee zu einer App für Demenzkranke. „Angehörige fragen mich immer wieder, wie sie die Zeit mit dem Erkrankten sinnvoll verbringen können, anstatt einfach nur daneben zu sitzen. Als Technik-Interessierter kam mir dann eine Spiele-App in den Sinn“, erklärt Dr. Seitdem hat sich die App immer weiterentwickelt, wurde mit Ideen aus dem Stationsteam der Altersmedizin und von Angehörigen ausgebaut. Es entstanden verschiedene Spiele in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, zugeschnitten auf den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung. Besonders wichtig war es den Entwickler:innen, dass die Nutzer:innen die Spiele individuell gestalten können. So können sie Bilder der eigenen Kinder, des Zuhauses oder anderer wichtiger Ereignisse aus dem Leben des Erkrankten in die App hochladen. Wichtigster Effekt dabei ist nicht primär das Gehirntraining, sondern dass die Menschen anfangen zu erzählen - von früher, von den Situationen auf den Bildern. Sie kommen mit ihren Angehörigen ins Gespräch, können zusammen lachen und weinen. „Unser primäres Ziel ist es, Erkrankte und ihre Angehörigen wieder näher zueinander zu bringen“, so Dr. Lekkos. „Ich war überrascht, wie gut selbst schwerst-demente Patientinnen und Patienten mit der App und dem Tablet klarkommen. Die technische Umsetzung der App übernahm der Schwager des Chefarztes als Thema für die Bachelorarbeit während seines Informatikstudiums.
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Technische Hilfsmittel im Alltag
Technische Geräte gehören heute ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Das fängt beim Bügeleisen an und reicht bis hin zum Computer. Digitale Helfer wie Navigationssysteme oder sensorgesteuerte Beleuchtung und Sicherheitsabschaltungen gehören zu unserem Alltag. Richtig eingesetzt können sie auch Menschen mit Demenz dabei helfen, länger selbstbestimmt zu leben, und gleichzeitig die dafür notwendige Sicherheit erhöhen. Technische und digitale Hilfen können an vielen Stellen zum Einsatz kommen. Sie können den Alltag sicherer machen und Angehörige entlasten. Es ist jedoch wichtig immer wieder zu überprüfen, welche Auswirkungen der Einsatz dieser Hilfen auf die betroffenen Menschen mit Demenz hat.
Bleibt die Würde der Betroffenen erhalten? Hilft der Einsatz der Technik bei der Bewahrung der Autonomie der betroffenen oder schränkt er Freiheiten ein? Unterstützt die Technik bei wichtigen Alltagsverrichtungen oder bei der Kommunikation mit anderen? Oder verstärkt sie womöglich vorhandene Unsicherheit und Desorientiertheit? Eines darf dabei allerdings nicht vergessen werden: So wie Menschen mit Demenz ein Recht auf Autonomie haben, haben auch diejenigen, die sie begleiten und betreuen, ein Recht auf Freiräume und Erleichterungen. Technische Hilfen können Pflegende körperlich wie auch seelisch entlasten. Sie mindern den Druck, immer und überall präsent und hellwach sein zu müssen.
Sicherheit im Haushalt
Häufige Symptome einer Demenzerkrankung sind die Störung des Kurzzeitgedächtnisses oder die Störung der Merkfähigkeit. Es gibt viele moderne Haushaltsgeräte, die über eine Abschaltautomatik verfügen. Wird zum Beispiel ein Bügeleisen längere Zeit nicht bewegt, schaltet es sich automatisch ab. Achten Sie auf eine solche integrierte Abschaltautomatik, wenn Sie sich ein neues Gerät kaufen wollen. Herdsicherungen schalten einen Elektroherd entweder nach einer voreingestellten Zeit oder bei Überhitzung der Kochfelder automatisch ab. Moderne Herde verfügen häufig schon über eingebaute Herdsicherungssysteme. Sollten Sie sich einen neuen Herd kaufen wollen, achten Sie darauf, dass der Herd über eine solche Abschaltautomatik verfügt. Für Gasherde ist uns bisher kein geeignetes Sicherungssystem bekannt. Im Zweifelsfall sollte ein Gasherd daher abgeklemmt bzw. durch einen Elektroherd ersetzt werden. Rauchmelder in der Wohnung ermöglichen einen rechtzeitigen Alarm, sollte es doch einmal zu einer Rauch- oder Brandentwicklung kommen. Gerade bei allein lebenden Personen kann es sich anbieten, diese Rauchmelder mit einem Hausnotrufsystem zu koppeln.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen umfassen:
- Vermeidung von Verbrühungen durch Einbau einer Mischbatterie mit Temperaturbegrenzer.
- Unterbrechung der Wasserzufuhr durch Montage eines Wasserflussreglers am Wasserhahn.
- Installation von Rauchmeldern, idealerweise mit Anbindung an ein Hausnotrufsystem.
- Abdeckung nicht benutzter Steckdosen oder Verwendung einer „Kindersicherung“.
- Sicherung von Fenstern in oberen Stockwerken, um das Öffnen nur in begrenztem Umfang zu ermöglichen.
Kommunikation und Orientierung
Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben, Festnetztelefone oder Handys zu bedienen. Gründe für diese Schwierigkeiten sind zu kleine Bedientasten, ein unübersichtliches Menü sowie eine Vielzahl von Funktionen. Telefone mit großen Tasten schaffen hier Abhilfe. Wichtige Rufnummern werden als Kurzwahlnummern eingespeichert. Beim Betätigen einer Taste wird die hinterlegte Nummer angewählt. Bei einigen Telefonmodellen können die Tasten zusätzlich mit Bildern versehen werden. Die Bilder zeigen dann die Person, deren Nummer eingespeichert ist. Sogenannte Seniorenhandys verfügen in der Regel nur über die zum Telefonieren wichtigen Funktionen. Es gibt Telefone, die nur über drei oder sogar nur über eine Taste verfügen. Auf diese Tasten können feste Nummern programmiert werden. Über diese Nummern sollte im Notfall immer jemand erreichbar sein.
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Eine Demenzerkrankung geht zumeist mit Orientierungsstörungen einher. Diese können dazu führen, dass der Weg nach Hause nicht mehr jederzeit gefunden wird. Systeme zur Personenortung sorgen hier für mehr Sicherheit. Diese funktionieren ähnlich wie Navigationsgeräte. Notwendig ist es in jedem Fall, dass Sie als Nutzer einen Sender bei sich tragen. Es gibt diese Sender als Handy, als Armband oder Uhr oder als kleines Gerät, das am Gürtel oder in der Tasche getragen werden kann. Teilweise ist hier ein Notrufknopf integriert. Über diesen Notrufknopf kann der Nutzer selbst Hilfe rufen, soweit er dazu in der Lage ist. Es gibt auch Geräte mit einer Freisprecheinrichtung, über die die Helfer direkt in Kontakt mit dem Vermissten treten können. Die Ortung kann über eine Notrufzentrale erfolgen.
Um die Orientierung zu unterstützen, können folgende Hilfsmittel eingesetzt werden:
- Sprechende Uhren, die auf Knopfdruck die Uhrzeit, das Datum und den Wochentag ansagen.
- Große Kalender, auf denen der jeweilige Tag deutlich markiert ist und Platz für wichtige Termine bietet.
- Digitale Kalender und Uhren mit großen Ziffern, die immer das richtige Datum anzeigen.
Sturzprävention
Handläufe und Haltegriffe bieten besseren Halt als Wände und Stuhllehnen und können so zur Vermeidung von Stürzen beitragen. Lose Teppiche oder Kabel erhöhen das Sturzrisiko und sollten entfernt bzw. fixiert werden (Kabel evtl. in Kabelschienen verlegen). Schwellen und Stufen in der Wohnung bzw. Demenzerkrankte wissen es häufig nicht mehr, wenn sie zum Beispiel Hilfe beim Aufstehen aus dem Bett benötigen, und können sich beim selbstständigen Aufstehen verletzen. Hier kann eine einfache vor dem Bett platzierte Matratze helfen, einen Sturz abzufangen und Verletzungen zu vermeiden. Wenn Menschen mit Demenz gangunsicher sind oder zu Stürzen neigen, sind Slips mit eingearbeiteten Hüftprotektoren empfehlenswert. Sie helfen dabei Hüft- und Oberschenkelhals-Frakturen zu vermeiden. Da die Hüftprotektoren nicht in das Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgenommen sind, sind die Krankenkassen jedoch nicht zur Kostenübernahme verpflichtet.
Weitere Hilfsmittel
- Hausnotrufgeräte, bestehend aus einem Basisgerät und einem Funksender, der als Armband, Kette oder Clip getragen wird.
- Sturzdetektoren, die bei Stürzen selbstständig Alarm auslösen.
- Universalschlösser an der Eingangstür, damit die Tür auch dann von außen geöffnet werden kann, wenn der Schlüssel innen steckt.
- An der Badezimmertür sollte, wenn diese verschließbar sein soll, ein von außen zu öffnendes Schloss eingebaut werden.
- Nachtlichter in der Toilette oder anderen Zimmern, die in der Nacht oft aufgesucht werden, eventuell mit Bewegungsmelder versehen.
- Medikamente können in spezielle Tablettenspender vorsortiert werden, die zu voreingestellten Zeiten an die Tabletteneinnahme erinnern.
Sprachassistenzsysteme
Sprachassistenzsysteme sind in unserem Alltag mittlerweile fast allgegenwärtig. Sie sind integriert in unseren Smartphones, im Auto, in sogenannten „schlauen Lautsprechern“ (Smart-Speakern) oder „smarten Displays“ (schlauen Bildschirmen).
Sprachassistenzsysteme haben vielfältige Anwendungsmöglichkeiten:
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- Sie können auf digitale Kalender oder Aufgabenlisten zugreifen. Dabei können Termineinträge oder Einkaufslisten sogar gemeinsam durch den Menschen mit Demenz und seine Angehörigen verwaltet werden. Es kann hilfreich sein, an anstehende Treffen oder die Medikamenteneinnahmen zu erinnern.
- Sprachassistenzsysteme können Wissen abrufen sowie Musik oder Radioprogramme abspielen.
- Ebenso können Angehörige Text-, Sprach- oder Videonachrichten direkt an das System schicken, welches es dem Menschen mit Demenz (automatisch) abspielt. Ferner vereinfachen solche Systeme auch die Videotelefonie und damit das Kontakt-Halten über Distanz.
- Auch sogenannte Smart-Home-Geräte werden von immer mehr Menschen genutzt: Gemeint sind beispielsweise steuerbare Lampen, spezielle Rauchmelder oder Wassersensoren, Heizkörperthermostate oder (fern)steuerbare Türschlösser, die mit einem Sprachassistenzsystem auf dem Smart-Speaker oder Smart-Display verbunden werden können.
So können Sprachassistenzsysteme die Selbstständigkeit von Menschen mit Demenz unterstützen, ihre Teilhabemöglichkeiten erhöhen und zur Unterhaltung beitragen - und damit Erkrankten ebenso wie pflegenden Angehörigen ein größeres Sicherheitsgefühl geben.
Digitale Unterstützungssysteme
Insbesondere in den frühen Stadien der Erkrankung lässt sich die Selbstständigkeit und Lebensqualität von Menschen mit Demenz fördern. Betroffene können jetzt noch viel tun, um ihre spätere Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft gewinnen auch digitale Technologien an Bedeutung. Digitale Unterstützungssysteme helfen Betroffenen dabei, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Gleichzeitig können sie Angehörige entlasten.
Betroffene sollten so früh wie möglich mit digitalen Technologien vertraut gemacht werden, damit sie souverän damit umgehen können und sich damit wohlfühlen - am besten natürlich schon in all den gesunden Jahren davor. In der frühen Phase einer Erkrankung stehen aber noch ausreichend geistige Ressourcen für die neue Technik zur Verfügung. Es ist wichtig, diese oft zu nutzen und rechtzeitig die Fähigkeiten zur Bedienung digitaler Systeme zu erwerben und zu trainieren. Menschen im frühen Stadium einer Demenz können technische Unterstützungssysteme noch in ihren Alltag integrieren. Das erhöht die Chance, dass einige Betroffene diese Systeme auch im weiteren Krankheitsverlauf für die Organisation ihres Tagesablaufs nutzen können.
Bereiche der digitalen Unterstützung
Die digitalen Unterstützungssysteme lassen sich nach den Bereichen, in denen sie Unterstützung bieten, unterscheiden. Es gibt vier Hauptkategorien:
- Gesundheit und Pflege
- Selbstständigkeit und Sicherheit im eigenen Haushalt
- Selbstständigkeit und Sicherheit bei der Mobilität
- Teilhabe und Kommunikation
Dabei kann es sich um Lösungen handeln, die entweder Menschen mit Demenz selbst oder ihre Angehörigen beziehungsweise Pflegekräfte unterstützen. Die Bandbreite der Systeme reicht dabei von sehr einfachen Technologien wie Erinnerungshilfen bis zu ausgeklügelter innovativer Technik.
Digitale Hilfsmittel ersetzen nicht den menschlichen Kontakt
Digitalisierung sollte nicht darauf ausgerichtet sein, den persönlichen Kontakt zwischen Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen beziehungsweise Pflegenden zu ersetzen. Sie kann jedoch dabei helfen, das Recht der Menschen mit Demenz auf ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und den nachvollziehbaren Anspruch der Angehörigen auf mehr Freiräume in Einklang zu bringen.
Sicherheit versus Persönlichkeitsrechte
Angehörige sollten bedenken, dass Überwachungssysteme wie beispielsweise Ortungs-Apps in die Persönlichkeitsrechte von Menschen mit Demenz eingreifen. Aspekte der Sicherheit und der Selbstbestimmung müssen stets gegeneinander abgewogen werden. Vielleicht möchte ein Betroffener oder eine Betroffene auch kein durchorganisiertes Smart Home und stattdessen ein gewisses Risiko in Kauf nehmen. Das muss vor dem Einsatz digitaler Technologien berücksichtigt werden.
Geistige Gesundheit fördern: Apps und interaktive Spiele
Was das digitale Gedächtnistraining oder „Gehirnjogging“ betrifft, so gibt es frei verfügbare digitale Angebote, kostenpflichtige Apps sowie wissenschaftlich überprüfte Trainingsprogramme. Bei den letztgenannten Programmen unterstützen in der Regel professionelle Therapeutinnen und Therapeuten die Betroffenen.
- Medizinische Trainingsprogramme: Sie unterstützen Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz bei kognitiven Funktionen wie Aufmerksamkeit, Entscheidungs- oder Problemlösungsfähigkeit.
- Trainings-Apps für Smartphone oder Tablets bieten Gedächtnistraining oder ähnliche Funktionen zur selbständigen Anwendung.
- Spiele-Apps: Das Gehirn lässt sich auch spielerisch trainieren. Es gibt spezielle Spiele für Demenzkranke, die sie allein oder mit Angehörigen spielen können.
Weitere digitale Lösungen im Haushalt
- Erinnerungs-Apps, die an Mahlzeiten oder wichtige Ereignisse erinnern.
- Schlüssel- und Gegenständefinder mit Bluetooth- oder Funktechnologie.
- Durchgangsmelder mit Sprachfunktion, die beispielsweise daran erinnern, den Schlüssel einzustecken.
- Digitale Sicherungssysteme für Elektrogeräte mit Abschaltautomatik.
- Durchflussbegrenzer an Wasserhähnen oder Wasserstandssensoren in Becken oder Wannen, um Wasserschäden zu vermeiden.
- Beleuchtungssysteme mit Bewegungsmeldern.
- Hausnotrufsysteme über Armbänder oder Clipse.
- Elektronische Sturzmelder.
- Universalschlösser, die sich auch öffnen lassen, wenn der Schlüssel von innen steckt.
- Türalarmsysteme, um das Verlassen der Wohnung zu melden.
Digitale Unterstützung für mehr soziale Teilhabe und bessere Kommunikation
Mit anderen Menschen im Austausch zu stehen und den Kontakt nicht zu verlieren, ist eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe und psychisches Wohlergehen. Menschen mit Demenz können von den gängigen Kommunikationsmitteln wie Smartphones und Tablets überfordert sein. Abhilfe schaffen hier Assistenzsysteme mit speziell gestalteter Hardware, zum Beispiel demenzgerechte Mobiltelefone, Smartphones oder Tablets.
Solche Geräte beschränken sich auf die wichtigsten Funktionen und haben grundsätzlich größere Tasten oder klar gestaltete Icons auf der Benutzeroberfläche. Es gibt beispielsweise Telefonmodelle, bei denen die Kurzwahltasten mit Fotos der entsprechenden Personen versehen werden können. Viele Geräte lassen sich so einstellen, dass durch einen einzelnen Tastendruck immer die Nummer der Hauptbezugsperson gewählt wird. Es sind außerdem Tablets für Menschen mit Demenz erhältlich. Es gibt auch einen Ein-Knopf-Computer, der Videotelefonie ermöglicht und es Angehörigen erlaubt, Nachrichten, Bilder oder Videos an Menschen mit Demenz zu senden.
Pflegeberatung zu den richtigen digitalen Hilfsmitteln
Die Diagnose einer Demenz bedeutet einen tiefgreifenden Einschnitt im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Es stellen sich viele Fragen, auch im Hinblick auf digitale Unterstützungssysteme. Was ist für mich beziehungsweise für meine Angehörigen geeignet? Wer unterstützt uns bei den Kosten? etroffene und Angehörige finden Antworten auf diese und alle weiteren Fragen zum Thema Pflege in einer professionellen Pflegeberatung. AOK-Versicherte können sich an die spezialisierten Experten und Expertinnen der AOK wenden. Diese unterstützen Sie dabei, die Pflege bestmöglich zu gestalten und zu organisieren. Unsere Fachleute beraten Sie auch in allen Fragen zu den heute verfügbaren technischen Möglichkeiten.