Smartphones sind heutzutage mit einer Vielzahl von Apps ausgestattet, von denen viele ungenutzt bleiben oder sogar unerwünscht sind. Dieser Artikel zeigt, wie Sie auf Ihrem Samsung-Gerät unerwünschte Apps deaktivieren oder entfernen können, um Speicherplatz freizugeben, die Leistung zu verbessern und die Privatsphäre zu schützen.
Warum Apps deaktivieren oder deinstallieren?
Auf den meisten Smartphones sind durchschnittlich 80 Apps installiert, von denen mindestens 30 % niemals verwendet werden. Diese ungenutzten Apps können verschiedene Probleme verursachen:
- Speicherplatzverbrauch: Unerwünschte Apps belegen wertvollen Speicherplatz auf Ihrem Gerät.
- Leistungsbeeinträchtigung: Im Hintergrund laufende Apps können die Systemleistung beeinträchtigen und den Akkuverbrauch erhöhen.
- Datenschutzrisiken: Einige Apps sammeln Daten über Ihr Nutzungsverhalten und geben diese an Werbefirmen weiter.
- Unübersichtlichkeit: Eine große Anzahl von Apps kann den App-Drawer unübersichtlich machen und die Suche nach den tatsächlich benötigten Apps erschweren.
Apps auf herkömmliche Weise deinstallieren
Der einfachste Weg, unerwünschte Apps zu entfernen, ist die Deinstallation über den App-Drawer oder die Einstellungen:
- Über den App-Drawer:
- Suchen Sie das App-Symbol auf dem Startbildschirm oder im App-Menü.
- Halten Sie das Symbol gedrückt, bis ein Menü oder ein Papierkorbsymbol erscheint.
- Ziehen Sie das Symbol auf den Papierkorb bzw. den Deinstallationsbereich oder wählen Sie direkt „Deinstallieren“.
- Bestätigen Sie den Vorgang, sofern das System nachfragt.
- Über die Einstellungen:
- Öffnen Sie die Einstellungen (Zahnrad-Symbol).
- Wählen Sie „Apps“, „Anwendungen“ oder „App-Verwaltung“.
- Suchen Sie die zu löschende App in der Liste.
- Tippen Sie auf „Deinstallieren“ und bestätigen Sie.
Der Sonderfall: Administrator-Apps
Manche Apps (z. B. Sicherheits- und Kinderschutz-Apps) nutzen Geräteadministratorrechte, die eine normale Deinstallation blockieren. So heben Sie die Sperre auf:
- Geräteadministration öffnen: Einstellungen → Sicherheit (oder „Sicherheit & Datenschutz“).
- Nach „Geräteadministrator“ oder „Geräte-Admin-Apps“ suchen.
- Rechte entziehen: Entfernen Sie den Haken oder wählen Sie „Deaktivieren“ bei der App.
- App deinstallieren: Danach wie gewohnt in den Einstellungen → Apps → Deinstallieren.
Bloatware: Vorinstallierte Apps deaktivieren oder entfernen
Viele Smartphones, insbesondere Samsung-Geräte, werden mit einer Reihe vorinstallierter Apps ausgeliefert, die oft als Bloatware bezeichnet werden. Diese Apps lassen sich nicht immer einfach deinstallieren, bieten aber in der Regel die Möglichkeit, sie zu deaktivieren.
Lesen Sie auch: Eingeklemmter Nerv: Ein umfassender Leitfaden
Apps deaktivieren
- Gehen Sie zu den Einstellungen Ihres Smartphones und wählen Sie den Abschnitt "Apps". Dort finden Sie eine Liste mit allen installierten Apps.
- Suchen Sie die unerwünschte App und tippen Sie darauf, um zum Bildschirm "App-Info" zu gelangen.
- Hier finden Sie Informationen zum Daten-, Akku- und Speicherverbrauch der App.
- Wenn die App vom Hersteller vorinstalliert wurde, wird möglicherweise keine Deinstallieren-Schaltfläche angezeigt. Stattdessen sollte es eine Schaltfläche "Deaktivieren" geben.
- Tippen Sie auf "Deaktivieren", um die App zu deaktivieren. Das App-Symbol wird vom Startbildschirm entfernt und die App wird weder manuell noch beim Starten des Smartphones ausgeführt.
Einschränkungen der Deaktivierung
Das Deaktivieren einer App unterscheidet sich von der Deinstallation. Die deaktivierte App verbleibt weiterhin auf Ihrem Telefon und belegt Speicherplatz.
Was tun, wenn die Deaktivieren-Option ausgegraut ist?
Für besonders wichtige Apps sperren die Hersteller die Deaktivierungsoption - oft aus gutem Grund, da sie für das System lebenswichtig sind. Denken Sie daher sorgfältig nach, bevor Sie versuchen, solche Apps manuell zu deaktivieren oder zu deinstallieren.
Wenn eine App nicht deaktiviert werden kann, können Sie mit der Schaltfläche "Stopp erzwingen" ein harmloses Experiment vornehmen. Dies ist die zweite Schaltfläche auf dem Bildschirm "App-Info" und sie ist fast immer aktiv - auch für Apps, die nicht deaktiviert werden können. "Stopp erzwingen" hält die App einfach vorübergehend an. Dabei wird nicht versucht, sie zu entfernen oder dauerhaft zu deaktivieren. Sie verbraucht jedoch keinen Strom und keine mobilen Daten mehr - und kann Sie auch nicht mehr ausspionieren.
Automatisches Stoppen von Apps mit Greenify
Eine unerwünschte App jedes Mal und außerdem regelmäßig manuell zu stoppen, wäre mühsam und umständlich. Glücklicherweise können Sie diese Aufgabe mit der App Greenify automatisieren. Sie erfordert keine Superuser-Rechte, sondern automatisiert lediglich die Navigation zu dem inzwischen schon vertrauten Bildschirm "App-Info" und das Tippen auf die "Stopp erzwingen"-Schaltfläche. Sie erstellen in Greenify einfach eine Liste mit unerwünschten Apps und legen den Zeitplan für "Stopp erzwingen" beispielsweise auf zweimal täglich fest.
Apps einfrieren oder vollständig entfernen (erfordert technisches Know-how)
Wenn Sie eine unlöschbare App testweise gestoppt und dabei keine negativen Auswirkungen festgestellt haben, können Sie überlegen, sie einzufrieren oder ganz zu entfernen. Das Einfrieren entspricht dem Deaktivieren, es werden jedoch andere Tools verwendet.
Lesen Sie auch: Symptome und Behandlungsmethoden bei eingeklemmtem Nerv
Wichtiger Hinweis: Für das Einfrieren ist technisches Know-how erforderlich und der Entwicklermodus auf Ihrem Telefon muss aktiviert werden. Dieser Modus birgt ein gewisses Risiko für die Informationssicherheit, da in speziellen technischen Modi Verbindungen mit dem Smartphone via USB oder LAN möglich sind und der Inhalt angezeigt und geändert werden kann. Google hat diese Funktionalität zwar mit vielen Sicherheitsvorkehrungen abgeschirmt.
Apps mit ADB (Android Debug Bridge) entfernen
Um Bloatware tatsächlich vom Gerät für den aktuellen Nutzer zu entfernen, können Sie die Android Debug Bridge (ADB) nutzen. Dies erfordert etwas technisches Verständnis, ermöglicht jedoch das Deinstallieren von Apps, ohne das Gerät zu rooten.
- ADB installieren: Laden Sie die Android SDK Platform Tools herunter und installieren Sie sie auf Ihrem Computer.
- Entwickleroptionen aktivieren: Aktivieren Sie den Entwicklermodus auf Ihrem Smartphone. Gehen Sie dazu in den Einstellungen zu "Telefoninfo" und tippen Sie mehrmals auf die "Buildnummer", bis die Entwickleroptionen freigeschaltet sind.
- USB-Debugging aktivieren: Aktivieren Sie in den Entwickleroptionen das USB-Debugging.
- Verbindung testen: Verbinden Sie Ihr Smartphone per USB-Kabel mit Ihrem Computer. Erlauben Sie den Zugriff auf Telefondaten, falls erforderlich. Überprüfen Sie, ob Ihr Smartphone mit ADB verbunden ist, indem Sie den Befehl
.\adb devicesin dem Kommandofenster auf Ihrem PC eingeben. Sie sollten dann eine Nachricht auf Ihrem Smartphone sehen, die Sie mit "Ok" bestätigen. Geben Sie erneut.\adb devicesein, sollte die Gerätnummer mit dem Status "device" erscheinen. - ADB-Shell öffnen: Geben Sie den Befehl
.\adb shellein, um die interaktive Shell zu betreten. - Paketnamen auflisten: Mit dem Befehl
pm list packageswerden Ihnen alle installierten Pakete angezeigt. Geben Sie den Befehlpm list packages -3ein, um nur Apps von Drittanbietern zu sehen. So sind Sie auf der sicheren Seite und deinstallieren nicht aus Versehen wichtige Systemapps, wie z.B. den Kalender, der für andere Apps benötigt wird. - App deinstallieren: Deinstallieren Sie nun eine App mit dem Befehl
pm uninstall -k --user 0gefolgt vom Namen der App, z.B.pm uninstall -k --user 0 com.samsung.android.app.example.
Wichtig: Ein unsachgemäßer Umgang mit ADB kann zu Systeminstabilitäten führen. Entfernen Sie nur Apps, deren Funktion Sie genau kennen!
Alternativen zu ADB
- Universal Android Debloater: Dieses kostenlose Tool vereinfacht die Verwendung von ADB-Befehlen durch eine grafische Benutzeroberfläche. Es gibt automatisch ADB-Befehle aus, die auf aus dem Menü ausgewählten „Bereinigungspaketen“ basieren. Dabei werden sowohl der Hersteller als auch das Modell berücksichtigt.
- ADB AppControl: Ein weiteres Windows-Programm, das eine benutzerfreundliche Oberfläche für die Verwaltung von Apps über ADB bietet. Es ermöglicht das Deaktivieren und Deinstallieren von Apps sowie das Sichern und Wiederherstellen von Daten.
Canta und Shizuku
Eine weitere Möglichkeit, Apps zu deaktivieren, bietet die Kombination der Apps Canta und Shizuku. Diese Methode ermöglicht es, Apps ohne Computer zu deaktivieren, erfordert aber ebenfalls einige technische Schritte.
- Shizuku installieren: Laden Sie Shizuku von Github herunter und installieren Sie die App.
- Entwickleroptionen aktivieren: Aktivieren Sie die Entwickleroptionen und das USB-Debugging wie oben beschrieben. Aktivieren Sie zusätzlich die Option "WLAN-Debugging".
- Shizuku starten: Starten Sie die Shizuku-App und folgen Sie den Anweisungen, um die App zu starten. Dies erfordert möglicherweise das Eingeben eines Kopplungscodes über eine Benachrichtigung.
- Canta installieren: Laden Sie Canta von Github, F-Droid oder dem Play Store herunter und installieren Sie die App.
- Canta autorisieren: Starten Sie Canta und erteilen Sie der App die erforderlichen Berechtigungen über Shizuku.
- Apps deaktivieren: In Canta können Sie nun eine Liste aller installierten Apps einsehen und unerwünschte Apps auswählen und deaktivieren. Canta bietet oft eine Beschreibung der App-Funktion und eine Empfehlung, ob die App sicher deaktiviert werden kann.
Schutz vor aggressiver Werbung
Manche Werbebotschaften auf dem Smartphone blockieren das komplette Display. Meist lässt sich diese aggressive Werbeform entfernen, indem der Cache des Internet-Browsers gelöscht wird. Auch Apps können für die Botschaften verantwortlich sein. Mal sollen Sie etwas gewonnen haben, mal ist angeblich das Smartphone in Gefahr: Hin und wieder erscheint so genannte Popup-Werbung, die das gesamte Display blockiert, sobald Sie irgendeine Internetseite öffnen. Das kann nervig sein. Übel wird es, wenn sie durch so eine Werbung plötzlich unbewusst ein Abo abschließen.
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei eingeklemmtem Nerv
Maßnahmen gegen aggressive Werbung
- Cache und Cookies löschen: Leeren Sie den Cache und löschen Sie die Cookies in den Einstellungen Ihrer Browser-App.
- Drittanbietersperre aktivieren: Schützen Sie sich vor ungewollten Abonnements durch eine Drittanbietersperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter.
- Vorsicht bei Pop-up-Werbung: Tippen Sie niemals auf Pop-up-Werbung und geben Sie keine persönlichen Daten ein.
- Apps aus sicheren Quellen installieren: Installieren Sie Apps nur aus den offiziellen Stores (Google Play Store, Samsung Galaxy Store).
- Installation aus unbekannten Quellen blockieren: Verhindern Sie die Installation von Apps aus unbekannten Quellen in den Einstellungen Ihres Smartphones.
Zusätzliche Sicherheit mit Protectstar-Apps
Um die Sicherheit und Privatsphäre Ihres Smartphones weiter zu erhöhen, können Sie spezielle Sicherheits-Apps wie Protectstar Anti Spy, Antivirus AI und iShredder verwenden.
- Protectstar Anti Spy: Erkennt und blockiert Spionage-Apps, Trojaner und Keylogger in Echtzeit.
- Protectstar Antivirus AI: Nutzt künstliche Intelligenz, um selbst unbekannte Malware frühzeitig zu erkennen.
- Protectstar iShredder: Löscht sensible Daten unwiderruflich nach militärischen Standards.
tags: #ssmsung #nerv #apps #ausschalten