Ursachen für Pochen im Ohr: Ein umfassender Überblick

Das Pochen im Ohr, auch bekannt als pulssynchroner Tinnitus, ist eine spezielle Form von Ohrgeräuschen, bei der Betroffene ein pulsierendes Geräusch im Ohr wahrnehmen, das mit dem eigenen Herzschlag übereinstimmt. Während der normale Herzschlag in der Regel nicht bewusst wahrgenommen wird, kann dieses Phänomen sehr störend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen, Begleitsymptome, Diagnosemethoden und Behandlungsmöglichkeiten von pochenden Ohren, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.

Einführung in das Pochen im Ohr

Unser Herz pumpt im Dauertakt - rund 100.000 Mal am Tag. Doch in der Regel nehmen wir den Herzschlag nicht wahr, außer wir sind zum Beispiel schnell gerannt oder extrem aufgeregt, so dass das Herz in der Brust stark klopft. Es gibt jedoch eine besondere Form des Tinnitus, bei dem Menschen das Pochen ihres Herzens im Ohr wahrnehmen. Mediziner sprechen dann von einem pulssynchronen Tinnitus.

Was ist ein pochendes Ohr?

Ohrpochen beschreibt einen Zustand des Patienten, bei dem ein pulsierendes Geräusch im Ohr auftritt. Es handelt sich um eine Sonderform des Tinnitus. Es handelt sich um ein dumpfes Geräusch, das von einem Druckgefühl begleitet sein kann. Die Zellen, die die Geräusche wahrnehmen (Haarzellen), liegen in unmittelbarer Nähe der so genannten Stria vascularis. Die Stria vascularis enthält viele Blutgefäße, die das Hörorgan (Cortiorgan) mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Unter bestimmten Bedingungen kann der Blutstrom als Pochen (dumpfes Geräusch) wahrgenommen werden.

Ursachen für Ohrpochen

Die Ursachen für Ohrpochen sind vielfältig, da verschiedene Umstände und Erkrankungen zu einer Veränderung des Blutflusses im Ohr führen können.

Bluthochdruck

Eine der häufigsten Ursachen ist ein zu hoher Blutdruck im Körper, der auch den Blutdruck im Kopf- und Ohrbereich ansteigen lässt.

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Stress

Viele Betroffene berichten über das Auftreten von Ohrpochen in sehr stressigen Phasen. Sind diese vorüber, verschwinden auch die Geräusche im Ohr wieder. Stress kann einen solchen pulssynchronen Tinnitus begünstigen bzw. verstärken. Denn in Stresssituationen verengen sich bekanntlich die Blutgefäße und die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes erhöht sich. Zugleich beschleunigt sich der Herzschlag - ein Phänomen, das Kardiologen auch bei Patienten mit Bluthochdruck häufig feststellen.

Morbus Meniere

Morbus Meniere beschreibt eine Erkrankung des Innenohrs, die ebenfalls zu Ohrpochen führen kann.

Entzündungen

Entzündungen im Innen- oder Mittelohr können das Gewebe und die Durchblutung verändern und so ein Ohrpochen verursachen. Bei einer Mittelohrentzündung kann es neben Ohrpochen und einem Druckgefühl auch zu Ausfluss aus dem Ohr (bzw. dem äußeren Gehörgang) kommen. Ursache dafür ist die Entzündung der Schleimhäute im Mittelohr. Sind diese gereizt (z.B. durch bakterielle Erreger), produzieren sie deutlich mehr Flüssigkeit, die in das Mittelohr bzw. den äußeren Gehörgang abgegeben wird. Eine generalisierte Entzündung (z. B. durch eine Infektion im Kopf-Hals-Bereich) geht meist mit einer gesteigerten Durchblutung (Hyperämie) und einem Temperaturanstieg einher. Die gesteigerte Durchblutung kann zu einem Pochen im Ohr führen. Der Temperaturanstieg kann zu einer subfebrilen Temperatur bis hin zum Fieber führen.

Gefäßverengungen

Verengungen, zum Beispiel in den Halsschlagadern, können Ohrgeräusche wie ein Pochen verursachen.

Pulssynchroner Tinnitus: Gefäßveränderungen im Fokus

Die häufigste Ursache für pulssynchronen Tinnitus sind Veränderungen oder Erkrankungen der Blutgefäße im Kopf- und Halsbereich. Dazu zählen insbesondere:

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  • Arteriovenöse Fisteln (AV-Fisteln): Abnorme Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen, die zu turbulenten Blutströmungen führen. Fisteln lassen sich beispielsweise mit sogenannten Embolisationen behandeln, bei denen mit Platinspiralen oder Gewebekleber der „Kurzschluss“ zwischen Arterie und Vene verschlossen wird.
  • Gefäßverengungen (Stenosen): Engstellen in den Arterien, etwa durch Atherosklerose oder Dissektionen, können Strömungsgeräusche verursachen. Engstellen in venösen Abflusswegen können durch Stents erweitert werden.
  • Gefäßerweiterungen (Aneurysmen): Selten, aber möglich, wenn sie Turbulenzen hervorrufen.
  • Gefäßreiche Tumore: Besonders Tumore an oder nahe der Schädelbasis können den Blutfluss beeinflussen.
  • Anomalien der venösen Blutleiter: Zum Beispiel ein hochstehender Bulbus der Vena jugularis (Halsvene).

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen für ein pochendes Ohr können sein:

  • Systemische Ursachen: Bluthochdruck, Anämie, Schilddrüsenerkrankungen oder Schwangerschaft können ebenfalls einen pulssynchronen Tinnitus begünstigen.
  • Belüftungsstörungen der Eustachischen Röhre: Die sogenannte Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum. Ist diese Verbindung gestört, etwa durch eine Erkältung oder eine allergische Reaktion, kann es zu einem Unterdruck im Mittelohr kommen.
  • Druckschwankungen bei Höhenveränderungen: Beim Fliegen, Tauchen oder auf Bergfahrten kann sich durch den veränderten Luftdruck ein unangenehmes Klopfen im Ohr einstellen.
  • Muskelverspannungen: Muskelverspannungen im Nacken- und Halswirbelsäulenbereich können auf mehreren Wegen zu pulssynchronem Tinnitus führen, indem sie die Blutgefäße einengen oder die Nervenfunktion beeinträchtigen.
  • Angeborene Anomalien: In seltenen Fällen kann auch eine angeborene Anomalie verantwortlich sein. Aber auch dann treten die Ohrgeräusche typischerweise erst im mittleren Lebensalter auf. Grund dafür ist vermutlich die Entstehung von Arteriosklerose.
  • Unfälle: Ferner kann diese Tinnitus-Form auch als Folge eines Unfalls (Schädel-Hirn-Trauma) auftreten.

Begleitsymptome eines pochenden Ohres

Ohrgeräusche können als einziges Symptom auftreten. Dies ist meist der Fall, wenn eine stressbedingte oder hypertensive Ursache (Bluthochdruck) vorliegt. In vielen Fällen treten jedoch weitere Symptome auf, die stark von der Ursache abhängen. In einigen Fällen ist das Ohr als einziges Organ betroffen.

  • Hörverlust: Es kann zu Episoden mit einseitigem oder beidseitigem Hörverlust kommen. Ein Hörverlust ist eine plötzliche Verschlechterung der gesamten Hörleistung. Dies kann einseitig, aber auch beidseitig auftreten. In den meisten Fällen ist dieser Zustand reversibel und bessert sich innerhalb der nächsten Stunde(n). In seltenen Fällen kann es aber auch zu einer dauerhaften Taubheit kommen. Schwerhörigkeit tritt vor allem dann auf, wenn eine Erkrankung das Innenohr schädigt oder behindert. In manchen Fällen tritt vorher ein Ohrgeräusch auf, das als Vorbote dienen kann. Ist das Innenohr, die Cochlea, geschädigt, kann der Schall nicht mehr wie gewohnt in ein elektrisches Signal umgewandelt werden.
  • Tinnitus: Auftreten eines hochfrequenten Tons im Ohr.
  • Schmerzen: Auch Schmerzen im Bereich des Ohres können auftreten. Die Schmerzen bei einem pochenden Ohr werden meist als stechendes Gefühl hinter der Ohrmuschel beschrieben. Die Schmerzen können entweder ständig vorhanden sein oder immer wieder auftreten, insbesondere wenn das Pochen stärker wird.
  • Ausfluss: Ausfluss aus dem äußeren Gehörgang kann auftreten.
  • Gleichgewichtsstörungen: Das Gleichgewichtsorgan befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hörorgans im Innenohr. Bei Erkrankungen wie der Otitis media acutissima (Mittelohrentzündung mit beteiligung der Cochlea und des Vestibular Organs) kann auch das Gleichgewichtsorgan in seiner Funktion eingeschränkt sein. Der Patient bemerkt dies, wenn ein besonders heftiger Drehschwindel auftritt.
  • Schluckstörungen: Schluckstörungen beschreiben einen Zustand, in dem Betroffene den Schluckakt nicht mehr richtig ausführen können. Dabei kann es entweder zu (starken) Schmerzen (Odynophagie) beim Schlucken von Nahrung, Speichel oder Flüssigkeiten kommen oder der geregelte Schluckvorgang ist gestört (Dysphagie). Im letzteren Fall können Speisereste in die Luftröhre gelangen und eine Lungenentzündung verursachen.
  • Erkältungssymptome: Eine Erkältung ist das Gesamtbild einer Atemwegsinfektion (Infektion der Atemwege). Ursache ist eine Besiedlung der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum mit schädlichen Bakterien oder Viren.
  • Fieber: Eine generalisierte Entzündung (z. B. durch eine Infektion im Kopf-Hals-Bereich) geht meist mit einer gesteigerten Durchblutung (Hyperämie) und einem Temperaturanstieg einher. Der Temperaturanstieg kann zu einer subfebrilen Temperatur bis hin zum Fieber führen.
  • Angeschwollene Lymphknoten: Das Lymphsystem hat die Aufgabe, Flüssigkeit aus dem Zellzwischenraum abzutransportieren und nach gründlicher Prüfung wieder dem Blutsystem zuzuführen. Bei einer Infektion (durch Bakterien oder andere Ursachen) schwellen die Lymphknoten an, vergrößern sich und sind gut tastbar.
  • Kopfschmerzen oder Schwindel: Oft treten zusätzliche Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen auf.

Diagnose eines pochenden Ohres

Die Diagnose wird in der Regel durch eine ärztliche Anamnese gestellt. Das Ohrpochen kann vom Arzt nicht wirklich mit einem Instrument festgestellt werden, so dass die Informationen aus der Anamnese gezielt erfragt werden müssen und ob eventuell eine akute Ursache vorliegt, die behandelt werden kann. Bei der Suche nach der Ursache gibt es unterschiedliche Diagnostikpfade. Hier wird der Hausarzt oftmals einen Facharzt für Radiologie hinzuziehen oder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Die Diagnostik umfasst:

  • Klinische Untersuchung: Auskultation von Hals und Kopf, um objektivierbare Geräusche zu erfassen. Dazu werden Kopf und Hals untersucht, um die Funktionsfähigkeit der Nerven in diesen Bereichen zu überprüfen.
  • Audiometrie: Die Ohrgeräusche können von einem HNO-Arzt gemessen werden. Eine Bestimmung von Tonhöhe, Klangcharakter und Bandbreite bilden die Grundlage der Diagnostik. Mit Hilfe eines Audiometers wird versucht die Frequenz und die Lautstärke des Ohrgeräuschs festzulegen. Dazu wird zunächst die Hörschwelle bestimmt. Anschließend werden dem Patienten verschiedene Vergleichstöne angeboten und der Patient muss dem Arzt mitteilen, welcher dem Ohrgeräusch am nächsten kommt. Dazu wird geprüft, ob es Geräusche gibt, welche zu einem vorübergehenden Verschwinden oder des eigentlichen Ohrgeräusches führen oder zumindest zu einem Leiser werden.
  • Bildgebung: Radiologische Verfahren wie Ultraschall, CT-Angiographie oder MRT, um Gefäßveränderungen sichtbar zu machen. Vor allem die Routineverfahren der Radiologie, die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT), sind wichtige Bausteine bei der Ursachenabklärung. Da Veränderungen an den Weichteilen sich magnetresonanztomographisch besser darstellen lassen und knöcherne Veränderungen im CT einfacher zu erkennen sind, können bei einem Patienten beide bildgebenden Verfahren herangezogen werden. Bei der neuroradiologischen Diagnostik kommen moderne Bildgebungsverfahren wie Kontrastmittel-MRT, zeitaufgelöste MR-Angiografie und gegebenenfalls CT oder Katheterangiografie zum Einsatz. So lassen sich Gefäßveränderungen präzise lokalisieren. „Die Zeitauflösung ist häufig entscheidend: Nur so erkennen wir, wie sich das Blut durch die Gefäße bewegt und ob es zu Kurzschlüssen kommt“, so Flottmann.
  • Doppleruntersuchung: Eine Doppleruntersuchung der Hirn- und Gesichtsarterien kann zum Einsatz kommen, um die Ursache zweifelsfrei abzuklären.
  • Bluttests: Auch Bluttests können zum Einsatz kommen, um die Ursache zweifelsfrei abzuklären.
  • Weitere Tests: Je nach Verdacht können Laboruntersuchungen oder spezielle Gefäßdarstellungen notwendig sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei pochendem Ohr

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Grundsätzlich priorisieren Mediziner die gefährlichste Ursache, die für die Ohrgeräusche verantwortlich sein könnte. Auf diese Weise wird versucht schwerwiegende Ursachen zügig zu diagnostizieren, um mögliche Komplikationen, wie etwa eine Hirnblutung, zu verhindern. Bei 70 Prozent der Betroffenen lässt sich die Ursache für den pulssynchronen Tinnitus eindeutig bestimmen. Die genauen Therapiemöglichkeiten hängen mit der konkreten Ursache zusammen, die für das Auftreten des pulssynchronen Tinnitus verantwortlich ist.

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  • Medikamentöse Behandlung: Nicht-vaskuläre und nicht-tumoröse Ursachen lassen sich beispielsweise oft medikamentös lösen.
  • Endovaskuläre Behandlungen: Bei gefäß- und tumorbedingten Ursachen bietet die Neuroradiologie wirksame therapeutische Möglichkeiten. Endovaskuläre Behandlungen können zu einer Stabilisierung der Gefäße führen. Ebenso lassen sich Fisteln verschließen und falsche Verbindungen verkleben. Dadurch kann das störende Pulsieren komplett behoben oder zumindest die Intensität der Ohrgeräusche reduziert werden. Fisteln lassen sich beispielsweise mit sogenannten Embolisationen behandeln, bei denen mit Platinspiralen oder Gewebekleber der „Kurzschluss“ zwischen Arterie und Vene verschlossen wird. Engstellen in venösen Abflusswegen können durch Stents erweitert werden.
  • Chirurgische Intervention: In einigen Fällen kann eine chirurgische Intervention angezeigt sein, um das zugrundeliegende Problem zu adressieren.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Viele vaskuläre Veränderungen lassen sich gezielt behandeln, zum Beispiel durch interventionelle oder operative Behandlung von AV-Fisteln oder Tumoren. Medikamentöse Therapie bei systemischen Ursachen wie Bluthochdruck oder Anämie.
  • Klangtherapie: Die Klanganreicherung im Rahmen einer Klangtherapie kann helfen, die Wahrnehmung des Pochens im Ohr zu beseitigen oder deutlich zu reduzieren; dabei werden spezielle akustische Geräte eingesetzt, die verschiedene Signale zur Maskierung und Entspannung erzeugen und z. B. auch vom Nutzer ausgewählte Melodien und Geräusche generieren.
  • Entspannungsübungen und Stressmanagement: Zugleich empfehle ich Ihnen, dass Sie erlernen, Ihren Stress zu kontrollieren, etwa mit gezielten Entspannungsübungen. Stress gehört auf jeden Fall zu den Hauptursachen für die Verschärfung eines bereits bestehenden pulssynchronen Tinnitus. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Menschen, die an einem solchen Tinnitus leiden, lernen, Stress zu kontrollieren. In Stresssituationen verengen sich die Blutgefäße, der Blutfluss verringert sich; gleichzeitig beschleunigt sich der Herzschlag und der Blutdruck steigt. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf die Intensität der Wahrnehmung des Pulsschlags im Ohr aus.
  • Anpassung des Lebensstils: Als hilfreich können sich darüber hinaus auch ein regelmäßiger gesunder Lebensstil und eine gesunde Ernährung erweisen. Bevorzugt werden sollten Obst, Gemüse und Algen sowie Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin A, B, E, Zink und Magnesium. Ein moderater Konsum von Kaffee, Tee und Alkohol rundet diesen Diätplan ab. Ein gesunder Lebensstil wirkt sich nicht nur positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Ohren. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der bewusste Umgang mit Stress stärken das Immunsystem und tragen dazu bei, Ohrgeräuschen vorzubeugen.
  • Abwarten und Beobachten: Beobachtung bei harmlosen Gefäßvarianten oder wenn keine behandlungsbedürftige Ursache gefunden wird.

Bei der Entscheidung für eine Therapie spielen zwei Aspekte eine zentrale Rolle. Weil ein operativer Eingriff am Kopf immer ein gewisses Risiko birgt, wägen Mediziner immer genau ab, wie hoch das Sterberisiko bei Nichtbehandlung wäre. Auch der Leidensdruck der Betroffenen spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Ob der pulssynchrone Tinnitus heilbar ist, hängt immer vom individuellen Fall ab, denn die Ursachen der Ohrgeräusche sind vielfältig.

Was kann man selbst bei einem pochenden Ohr tun?

Tritt ein Ohrensausen bzw. Ohrpochen plötzlich auf, sollte man sich ausruhen und gegebenenfalls hinlegen. Anstrengende Tätigkeiten oder Sport sollten dann pausiert werden, um eine Besserung zu erzielen. In vielen Fällen hilft es auch, die Beine etwas hochzulegen. In der Regel verschwindet das Ohrgeräusch von selbst wieder. Deshalb muss nicht bei jedem Ohrpochen sofort ein Arzt aufgesucht werden. Anlaufstellen sind der Hausarzt oder der HNO-Arzt. Sie können jedoch krankgeschrieben werden, wenn die Belastung zu groß ist, um zu arbeiten. Außerdem sollten Sie bei einer Infektion von der Arbeit fernbleiben, um Ihre Arbeitskollegen nicht anzustecken. Sie sollten dann aber einen Arzt aufsuchen, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Oft werden Sie bis zum Ende der Woche krankgeschrieben.

Prävention von Ohrgeräuschen

  • Gehörschutz: Wenn Sie sich häufig in lauten Umgebungen aufhalten, sollten Sie Ihr Gehör zusätzlich schützen. Bei Hörsysteme Mengede beraten wir Sie gern zu passendem Gehörschutz, individuell abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse und Lebenssituation. Ein einfacher Gehörschutz kann schon so viel bewirken.
  • Gesunder Lebensstil: Ein gesunder Lebensstil wirkt sich nicht nur positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Ohren. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der bewusste Umgang mit Stress stärken das Immunsystem und tragen dazu bei, Ohrgeräuschen vorzubeugen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Die von Ihnen geschilderten Beschwerden sollten Sie zunächst einmal nicht beunruhigen. Ich würde ich Ihnen dennoch empfehlen, dass Sie sich den Blutdruck bei nächster Gelegenheit beim Arzt kontrollieren lassen. Denn im Alter verändern sich die Gefäße und werden steifer, so dass erhöhte Blutdruckwerte auftreten können, auch wenn das vorher nie der Fall war.

Insbesondere, wenn sich zu den pochenden Ohrengeräuschen noch Schwerhörigkeit, Schwindel oder Übelkeit gesellen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen - er kann Ihnen helfen. Möglicherweise liegt ein Hörsturz vor oder Sie leiden unter Morbus Menière. Leiden Sie zusätzlich unter Ohrenschmerzen, könnte es sich um eine Gehörgangsentzündung, eine Mittelohrentzündung oder ein Barotrauma handeln. Auch hier ist eine schnelle Behandlung wichtig. Verschwindet das Ohrenklopfen nach drei Tagen nicht, sollten Sie Ihren HNO-Arzt aufsuchen.

Patientinnen und Patienten sollten besonders wachsam sein, wenn das Ohrgeräusch sich verändert, Kopfschmerzen auftreten oder sogar neurologische Ausfälle wie Sehstörungen oder Schwindel dazukommen.

Da pulssynchroner Tinnitus auf eine ernsthafte, manchmal sogar lebensbedrohliche Ursache hinweisen kann, sollte er immer ärztlich abgeklärt werden - insbesondere, wenn er plötzlich, einseitig und klar pulssynchron auftritt.

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