Das phänomenale Gehirn: Trauma, Gedächtnis und die Suche nach mentaler Fitness

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens traumatische Ereignisse, doch nur ein kleiner Teil entwickelt eine posttraumatische Belastungsstörung. Was genau sind Traumata und welche Auswirkungen haben sie auf unser Gehirn und unser Gedächtnis? Können traumatische Erfahrungen sogar an nachfolgende Generationen weitergegeben werden? Und wie können wir unser Gehirn fit halten und vor negativen Einflüssen schützen? Diesen Fragen widmet sich dieser Artikel.

Traumata und ihre Auswirkungen auf das Gehirn

Ein Trauma ist eine seelische Verletzung, die durch ein oder mehrere belastende Ereignisse ausgelöst werden kann. Solche Ereignisse können Unfälle, Naturkatastrophen, Gewaltverbrechen oder der Verlust eines geliebten Menschen sein. Nicht jeder, der ein traumatisches Ereignis erlebt, entwickelt jedoch eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Was passiert bei einer Traumatisierung im Gehirn?

Bei einer Traumatisierung wird die Schaltzentrale des Gedächtnisses, der Hippocampus, durch Stress außer Gefecht gesetzt. Die Amygdala, die für die Verarbeitung von Angst und Furcht zuständig ist, übernimmt dann die Verarbeitung. Das führt dazu, dass traumatische Erlebnisse anders gespeichert werden als normale Erinnerungen. Sie können plötzlich und unwillkürlich in Form von Flashbacks auftreten, ohne einen bestimmten Zusammenhang mit dem aktuellen Erleben.

Die Weitergabe von Traumata

Jüngste Erkenntnisse im Bereich der Epigenetik belegen, dass Stresserlebnisse und traumatisierende Erfahrungen auf molekularer Ebene an die eigenen Nachkommen weitergegeben werden können. Traumatherapie und psychotherapeutische Hilfe sind daher auch für die zukünftigen Kinder von Betroffenen von großer Bedeutung.

Gedächtnis: Wie wir erinnern und vergessen

Unser Gehirn ist ein gigantischer Arbeitsspeicher, der ständig aktiv ist und auf Hochtouren arbeitet. Alles, was wir täglich erleben oder lernen, wird in den mehr als 85 Milliarden Nervenzellen im Gehirn verteilt und gespeichert. Die Schaltzentrale für unser Gedächtnis ist der Hippocampus, der alle Sinnesreize und Erlebnisse filtert und an die verschiedenen Hirnregionen schickt. Informationen, die unser Gedächtnis möglichst lange behalten möchte, werden im Langzeitgedächtnis abgelegt.

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Emotionen und Gedächtnis

Emotionale Momente werden über das limbische System gefiltert, das aus Hippocampus und Amygdala besteht. Deshalb können wir uns so gut an die erste große Liebe erinnern. Unser Gehirn wählt gezielt aus, was es wirklich behalten möchte. Wenn wir uns erinnern, dann aktivieren wir gespeicherte Informationen aus unserem Gedächtnis.

Verschiedene Arten von Gedächtnis

Erinnerungen werden in den verschiedenen Regionen des Gedächtnisses abgelegt. Im prozeduralen Gedächtnis ist der Platz für Fähigkeiten, wie Fahrrad- oder Autofahren - motorisches Verhalten, das wir einmal gelernt haben und dann automatisch ausführen können. Andere Erinnerungen, wie Faktenwissen und persönliche Erlebnisse, nehmen wir viel bewusster wahr. Sie werden im episodischen Gedächtnis gespeichert.

Warum wir vergessen

Vergessen ist ein normaler und wichtiger Prozess. Es hilft uns, unwichtige Informationen auszusortieren und Platz für Neues zu schaffen. Allerdings können auch bestimmte Erkrankungen, wie Demenz, zu Gedächtnisstörungen führen.

Negative Erinnerungen und Flashbacks

Negative Erinnerungen können wir analysieren, das Erlebte hinterfragen und von verschiedenen Perspektiven betrachten. Das hilft, um damit leichter umzugehen. Traumatische Erlebnisse verschwinden jedoch nicht, sie treten durch sogenannte Flashbacks unwillkürlich immer wieder auf. Nur eine Therapie kann hier helfen, das Erlebte in den richtigen biografischen Kontext einzuordnen, mit dem Ziel, sich dann mit weniger Angst daran zu erinnern.

Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs): Die Zukunft der Gedächtnisverbesserung?

Die Entwicklung von Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs) bietet neue Möglichkeiten, das Gehirn zu verstehen und zu beeinflussen. Mit BCIs können gelähmte Menschen beispielsweise nur mit Gedankenkraft einen Roboterarm steuern oder einen Cursor auf einem Computerbildschirm bewegen.

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Wie funktionieren BCIs?

BCIs messen die Hirnaktivität und wandeln sie in Steuersignale um. Diese Signale können dann verwendet werden, um externe Geräte zu steuern. Die Entwicklung von Funkchips als Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer ist der nächste Schritt der medizin-technischen Entwicklungen von BCIs.

Ethische Fragen

Die Entwicklung von BCIs wirft jedoch auch ethische Fragen auf. Wer möchte sich wirklich so genau in seine Gedanken blicken lassen? Und wie können wir sicherstellen, dass BCIs nicht missbraucht werden?

Gedächtnisleistung ohne Hirnchips verbessern

Es gibt bereits nicht-medizinische BCIs zur Fitnesssteigerung, zum Abbau von Stress, oder als Hilfe gegen Konzentrationsprobleme. Diese BCIs steuern kein Computersystem, aber sie arbeiten mit Gehirnströmen oder senden elektrische Impulse. Wir können die elektrische Aktivität unserer Nervenzellen messen und therapeutisch nutzen, zum Beispiel mit der Neurofeedback-Methode.

Neurofeedback

Mithilfe von Tönen oder Bildern kann diese Methode bei ADHS, einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung, eine bessere Konzentration fördern. Immer mehr Studien belegen den erfolgreichen Einsatz von Neurofeedback.

Gehirnjogging und andere Methoden

Wir können unser Gehirn täglich trainieren und fit halten. Lernprogramme dazu findet ihr reichlich. Doch euer Gedächtnis mit Gehirnjogging auf Trab halten, das klappt doch nicht so gut, wie bislang vermutet. Viel Bewegung, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung können vor Demenzerkrankungen und vor Vergessen schützen. Diese einfachen Mitteln sorgen für eine bessere Durchblutung des Gehirns und für ein besseres Gedächtnis.

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Die Bedeutung von Anregung und Neuem

Eine Umgebung mit viel Anregung hält das Gedächtnis jung. Neurowissenschaftler vermuten, dass es ähnlich wirkt, wenn wir immer wieder Neues lernen. Damit können wir unser Gedächtnis fit halten.

Geschlechterunterschiede im Gehirn?

Albert Einstein hatte ein sehr kleines und leichtes Gehirn, sogar leichter als ein durchschnittliches Frauengehirn. Die Größe des Gehirns allein ist also kein Indikator für Intelligenz. Männergehirne sind im Durchschnitt etwas größer als Frauengehirne, weil Männer im Durchschnitt auch etwas größer sind und ihr Gehirn daher etwas mehr Platz benötigt. Der Neurowissenschaftler Dr. Henning Beck betont, dass die unterschiedliche Strukturierung von weiblichen und männlichen Gehirnen lediglich zeigt, „dass es viele Wege gibt, um zum Ziel zu kommen“.

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