Spastische Hemiparese: Arbeit, Therapie und Hilfsmittel für mehr Selbstständigkeit

Die spastische Hemiparese, eine unvollständige Halbseitenlähmung, stellt Betroffene vor vielfältige Herausforderungen im Alltag und Berufsleben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankung, wobei ein besonderer Fokus auf der Förderung der Selbstständigkeit und der Teilhabe am Arbeitsleben liegt.

Was ist eine spastische Hemiparese?

Der Begriff Hemiparese leitet sich von den griechischen Wörtern "hemi" (halb) und "páresis" (Erschlaffung) ab und beschreibt eine unvollständige oder leichte Halbseitenlähmung. Im Gegensatz zur Hemiplegie, bei der eine vollständige Lähmung vorliegt, sind bei der Hemiparese einzelne Muskelgruppen betroffen. Die spastische Hemiparese ist die häufigste Form der Halbseitenlähmung und zeichnet sich durch eine krankhafte Erhöhung der Muskelspannung (Spastik) aus. Diese Spastik führt zu dauerhaften Verhärtungen und Versteifungen, was die Beweglichkeit zusätzlich einschränkt.

Die Hemiparese ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung. In den meisten Fällen entsteht sie als Folge eines Schlaganfalls, kann aber auch durch andere Ursachen wie Stoffwechselstörungen, Unfälle, Entzündungen oder Tumore bedingt sein. Seltener ist eine angeborene Fehlbildung des Gehirns die Ursache.

Ursachen und Entstehung

Jede Hemiparese ist auf eine Schädigung eines begrenzten Areals in einer Gehirnhälfte zurückzuführen. Dabei ist immer die der betroffenen Körperseite gegenüberliegende Gehirnhälfte geschädigt, da eine Gehirnhälfte immer die Muskulatur der gegenüberliegenden Körperseite steuert.

Die häufigste Ursache ist Sauerstoffmangel im Gehirn, der durch Durchblutungsstörungen entsteht. Ist ein Blutgefäß verstopft, verengt oder sogar verschlossen, kommt es zu einer Unterversorgung des Nervengewebes mit sauerstoffreichem Blut und lebenswichtigen Nährstoffen. Dies führt in erster Linie zu Schlaganfällen. Die Folge ist ein Absterben der betroffenen Nervenzellen, wodurch es zu abrupten Unterbrechungen der Reizweiterleitung vom Gehirn zur Muskulatur und damit verbunden zu plötzlich auftretenden Lähmungen kommt. Mehr als achtzig Prozent aller Fälle von Hemiparesen entstehen durch eine Durchblutungsstörung in einem begrenzten Hirnareal.

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Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Epileptische Anfälle
  • Entzündliche Erkrankungen des Gehirns (Meningitis, Enzephalitis)
  • Kopfverletzungen
  • Bösartige Tumore im Gehirn
  • Genetische Faktoren
  • Komplikationen während der Schwangerschaft
  • Gehirnblutungen und entzündliche Erkrankungen des Embryos

Symptome und Auswirkungen

Eine Hemiparese manifestiert sich in erster Linie in Lähmungen der Extremitäten einer Körperhälfte. Je nach Lokalisation des geschädigten Hirnareals ist entweder ein Bein oder ein Arm betroffen. Die Lähmung führt zu erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit, da Gehen und Laufen oder das Heben und Bewegen von Gegenständen nicht mehr möglich sind.

Weitere häufige Symptome sind:

  • Spastiken: Unkoordinierte Bewegungen aufgrund von zu schwacher oder zu stark ausgeprägter Muskelspannung.
  • Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsprobleme.
  • Sensibilitätsstörungen: Ungenaue Wahrnehmung von Schmerzen oder Temperatureinwirkungen.
  • Faszialisparese: Lähmung der Gesichtsmuskeln, die zu Einschränkungen in der Mimik führt.
  • Sprachstörungen: Verlangsamtes Sprechen, Probleme in der Artikulation.
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder.
  • Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit.

Die Auswirkungen einer Hemiparese auf den Alltag der Betroffenen sind vielfältig. Viele alltägliche Aufgaben, die zuvor selbstverständlich waren, können nun schwierig oder unmöglich werden. Dies betrifft beispielsweise die Körperpflege, das Ankleiden, die Zubereitung von Mahlzeiten oder die Ausübung des Berufs. Die Betroffenen sind oft auf die Hilfe anderer angewiesen, was zu einem Verlust an Selbstständigkeit und Lebensqualität führen kann.

Diagnose

Wird im Rahmen einer neurologischen Untersuchung eine unvollständige Halbseitenlähmung diagnostiziert, so ist die Grundlage für die Wahl der Behandlungsmöglichkeiten gelegt.

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Therapiekonzepte

Die Behandlung einer Hemiparese zielt darauf ab, die Bewegungsfähigkeit des Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen, die Selbstständigkeit zu fördern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Abhängig von den Ursachen und Symptomen kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz.

Akutbehandlung

Nach einem Schlaganfall muss zunächst eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, um die Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Dazu stehen blutverdünnende Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung. Liegt der Hemiparese eine entzündliche Erkrankung zugrunde, erfolgt deren medikamentöse Behandlung abhängig vom Erreger als Gabe von Virostatika oder Antibiotika. Operative Maßnahmen kommen zum Einsatz, wenn verletzungsbedingte Blutungen im Gehirn vorliegen oder ein Tumor Auslöser der Halbseitenlähmung ist. Bei Tumorerkrankungen können die behandelnden Ärzte auch eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie einleiten.

Rehabilitation

Im Anschluss an die Akutbehandlung wird ein interdisziplinäres Rehabilitationsprogramm konzipiert, das darauf abzielt, die Bewegungsfähigkeit des Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen. Abhängig von den Einschränkungen und den betroffenen Körperbereichen stützt sich die Behandlung auf physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen.

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts.
  • Ergotherapie: Training der Feinmotorik, um alltägliche Handlungen zu üben und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit wiederzuerlangen.
  • Logopädie: Gezielte Übungen zur Verbesserung der Lippen- und Zungenmuskulatur, um Laute zu bilden und sich sprachlich verständigen zu können.

Das ganzheitliche und interdisziplinäre Bobath-Konzept ist heute die Therapieform erster Wahl. Es bewirkt bei vielen Patienten eine Anbahnung angepasster beidseitiger Bewegungsabläufe, eine Normalisierung des Muskeltonus und der Wahrnehmung der eigenen Körperfunktionen sowie die Wiederherstellung einer intakten Mund-, Schluck-, Zungen- und Gesichtsmotorik.

Weitere Therapieansätze sind:

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  • Forced Used Therapie: Training der betroffenen Extremität durch Einschränkung der gesunden Seite.
  • Orthesen: Unterstützung und Stabilisierung von Gelenken.

Bei einer Hemiparese, die von einer Spastik begleitet wird, können die behandelnden Ärzte Botox in die betroffenen Muskelregionen injizieren. Dies führt zu einer Entspannung der Muskulatur, bewirkt eine Linderung der spastischen Schübe und erleichtert die Arbeit der Ergotherapeuten.

Menschen, die aufgrund einer Hemiparese Depressionen oder Ängste entwickeln, werden zusätzlich psychotherapeutisch betreut. Dies ist nicht nur für die Wiederherstellung der seelischen Gesundheit notwendig, sondern fördert auch die Motivation der Patienten und beeinflusst dadurch den Erfolg des interdisziplinären Therapie-Konzeptes.

Hilfsmittel

Um den Alltag trotz der Einschränkungen möglichst selbstständig zu gestalten, stehen Betroffenen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Diese können in den Bereichen Kochen und Essen, Körperhygiene und Ankleiden, Greifen und Aufschließen sowie Kommunikation eingesetzt werden.

Kochen und Essen:

  • Brotschneidebrett mit Halterung
  • Tellerranderhöhung
  • Einhand-Deckelabschrauber
  • Schneidebretter mit Gemüsehalter
  • Einhänderbrett
  • Spezial-Besteck

Körperhygiene und Ankleiden:

  • Bürsten und Badeschwämme mit Halterungen oder Verlängerungsarmen
  • Knöpfhilfe
  • Schuhlöffel

Greifen und Aufschließen:

  • Greifhilfen für die Hand

Kommunikation:

  • Großtastentelefon
  • Mausersatzgeräte

Der Arbeitsplatz

Häufig kann sich der Wiedereinstieg in den Job mit einer dauerhaften spastischen Lähmung (auch als Spastik oder Spastizität bezeichnet) als schwierig erweisen. Aus den körperlichen Einschränkungen können auch psychische und emotionale Probleme resultieren. Dennoch ist es je nach Berufsfeld möglich, wieder in das Berufsleben zurückzufinden.

Sogenannte Caremanager können beim beruflichen Wiedereinstig Unterstützung leisten. Sie stehen Betroffenen mit unterschiedlichen Einschränkungen zur Seite, wenn es darum geht, nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt den Weg zurück in das Erwerbsleben zu finden.

Caremanager sind speziell dafür ausgebildet, Betroffene emotional, körperlich und organisatorisch in ihrem Berufs- und Privatleben zu unterstützen. Beispielsweise setzen sie sich in ihrem Namen mit der Agentur für Arbeit und der Rentenversicherung in Verbindung und entwickeln gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und Arbeitgebern ein ganzheitliches berufliches Integrationskonzept. Hierzu gehört auch, dass Betroffene bei Bedarf an den Arbeitsplatz begleitet und bestimmte Arbeitsabläufe trainiert werden. Auf diese Weise soll der Wiedereinstieg in das berufliche oder schulische Umfeld erleichtert werden.

Für den Fall, dass aufgrund der körperlichen Einschränkungen ein Berufswechsel notwendig ist, können ebenfalls entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Neben Fortbildungen kann über den Care-Manager ein passender Ausbildungsplatz gefunden und damit eine berufliche Veränderung ermöglicht werden.

Rechtliche Aspekte

Ist das tägliche Leben durch eine spastische Lähmung (auch als Spastik oder Spastizität bezeichnet) dauerhaft eingeschränkt, kann diese als Schwerbehinderung gelten. Dafür muss der Grad der Behinderung (GDB) auf einer Skala von 20 bis 100, bei mindestens 50 liegen. Mit dem Erhalt eines Schwerbehindertenausweises stehen den Betroffenen auch Nachteilsausgleiche zu. Dazu gehören beispielsweise Vergünstigungen bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Eintrittspreisen, sowie die Bevorzugung bei Bewerbungsgesprächen.

Sollte der Beruf nicht wieder aufgenommen werden können, steht Betroffenen eine Rente zu. Dabei wird je nach Grad der Arbeitsunfähigkeit entschieden, ob eine Zeitrente oder eine lebenslange Rente ausgezahlt wird. Die Entscheidung wird allein von der Agentur für Arbeit getroffen.

Das Bobath-Konzept in der Pflege

Das Bobath-Konzept, benannt nach seinem "Erfinder", berücksichtigt die individuellen Möglichkeiten eines Patienten und bezieht diese unter Anwendung einiger Prinzipien in die Pflege und Therapie ein. Das Anliegen des Bobath-Konzeptes ist es, das bei einer Hemiplegie (Halbseitenlähmung) verlorengegangene Zusammenspiel beider Körperhälften durch Förderung der Sensibilität, Hemmung der Spastizität (Vermehrung des Muskeltonus) und Bahnung von selektiven Bewegungen neu zu organisieren.

Die wichtigste Regel lautet: Fördern durch Fordern und Hilfe zur Selbsthilfe. Unbedingt zu vermeiden ist Überversorgung durch falsch verstandene Hilfsbereitschaft. Kann ein Betroffener etwas selbst erledigen, so muß er auch Gelegenheit dazu bekommen. Setzt ein Mensch die noch vorhandenen Fähigkeiten nicht ein, so sollte nach den Gründen dafür gesucht werden. Schlußfolgerungen wie die, der Patient wäre unmotiviert oder bequem, sind hier fehl am Platz und fachlich und menschlich fragwürdig. Vielmehr sollte bedacht werden, daß dieses Verhalten Ausdruck depressiver Verstimmungen, eines veränderten, herabgesetzten Selbstwertgefühls oder Ängstlichkeit sein kann. Genau hier hilft Selbstbestätigung durch wiedererlernte, beziehungsweise erhaltene Selbständigkeit.

Pflegende, professionelle wie auch pflegende Angehörige neigen dazu, den Betroffenen aus falsch verstandener Hilfsbereitschaft oder einfach weil es schneller geht, vieles abzunehmen. Die Konsequenz ist dann aber, daß der Patient abhängig bleibt, nicht motiviert ist, nicht mobilisiert wird. Damit werden seine vorhandenen Ressourcen nicht gefördert und sie verkümmern. Das Gegenteil wäre eine Selbständigkeit um jeden Preis, die dem Patienten oft mehr schadet als hilft. Oft läßt sich beobachten, daß ein Patient, bei dem Fortschritte in einzelnen Handlungen bereits zu verzeichnen sind, einzelne Strategien selbst entwickelt. Diese können unter anderem aber zu einer Vermehrung der Spastizität führen.

Wichtig ist, daß alle Personen und Berufsgruppen zusammen arbeiten Pflegeziele, wie Training des Gedächtnisses im Alter und die Orientierung oder Bewältigung von Handlungsabläufen im Alltag können nur durch multiprofessionelle Teamarbeit von Angehörigen, Pflegenden, Logopäden, Ergotherapeuten, Sozialstationen und Ärzten erreicht werden. Der dann erzielte Lern- und Entwicklungsprozeß ist meßbar. Nicht meßbar sind Engagement, Einfühlungsvermögen, menschliche Wärme und Nähe, die vor allem den Patienten entgegengebracht werden muß, bei denen Erfolge ausbleiben.

Die allgemeine Zielsetzung einer Rehabilitation ist die maximale Wiederherstellung der Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Bereich der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL). Voraussetzung ist, daß der Patient von allen Teammitgliedern in seiner Individualität angenommen wird. Da Erfolg die stärkste Motivation darstellt, muß das gesamte Rehabilitationsprogramm darauf abgestellt werden, Erfolge zu sichern. Der Betroffene sollte bis knapp unter seine maximale Leistungsfähigkeit gefordert werden. Das verbessert sein Leistungsniveau und erhöht damit den Übungserfolg. Dies wiederum wirkt motivierend auf weitere Aktivitäten. Überforderung dagegen äußert sich in ablenkendem, ausweichendem oder sogar aggressivem Verhalten und muß unbedingt vermieden werden. Denn nichts wirkt demotivierender als ständiger Mißerfolg.

Gestaltung der Umgebung

Die Betreuung von Patienten mit Hemiplegie erfordert eine spezielle Gestaltung der Umgebung. Steht das Patientenbett mit einer Seite an der Wand, ist zu beachten, daß sich dort die bewegliche Seite des Patienten befindet. Bei Betroffenen, die in einem Ehebett liegen, sollte die gelähmte Körperseite an der Außenseite des Bettes liegen. Der Nachttisch steht demzufolge auf der behinderten Körperseite. So kann der Patient mit der gesunden Hand über seine Körpermittellinie benötigte Gegenstände selbst ergreifen. Besucher und Angehörige sitzen immer auf der gesunden Seite. So ist es dem Kranken möglich, ihnen den Kopf zuzuwenden und Blickkontakt herzustellen. Fernseher, Radio und Telefon stehen auf der betroffenen Seite. Motivation zu richtigen Bewegungen und zur Stimulation der gelähmten Seite erfordert, daß alle Pflegetätigkeiten, Handlungen und jede Gesprächsführung von dort aus erfolgen. Das Essen kann anfangs vor dem Spiegel erfolgen. So kann der Betroffene sich selbst beobachten und somit das Geschehen besser koordinieren.

Hemiplegiker neigen zu stärkeren Schweißabsonderungen und sollten deshalb luftdurchlässige Kleidung aus Naturmaterialien tragen. Die Kleidung sollte sich leicht öffnen, schließen und somit ohne Umstände an- und ausziehen lassen. Das ermöglicht ihm eine weitgehend selbständige Ausführung dieser Handlung. Hilfsmittel ermöglichen das selbständige Knöpfen. Bewegungsübungen nach Bobath sollten zur Standardpflege gehören. Regelmäßige rhythmische Gymnastik regt nach kurzer passiver Bewegungsübung aktivierend dazu an, im Sitzen das Gleichgewicht zu halten, sich an den Bettrand zu setzen, aufzustehen und mit Unterstützung auf der gelähmten Seite und später mit Gehhilfen ganz allein zu gehen. Feinmotorische Übungen erhalten die Geschicklichkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens. Der Patient setzt das Maß, nicht die Pflegenden! Für die Umgebung sind Sicherheitsvorkehrungen wie Haltegriffe oder rutschfeste Teppiche (Teppiche sind besser zu vermeiden), sichere Lifter usw. wichtig, um das Selbstvertrauen im Stehen und Gehen wiederherzustellen.

Gewohnheiten des Patienten sollten, solange sie nicht als gesundheitsschädigend einzustufen sind, beibehalten werden. Verständnis für die veränderte Situation ist besonders nötig. Der Betroffene möchte sprechen, vermag es aber nicht. Er versteht kaum oder gar nicht, was man ihm sagt und kann Antworten nicht oder nur unklar ausdrücken. Hier ist es angebracht, Fragen und Sätze so knapp wie möglich zu formulieren, so daß der Patient mit Ja oder Nein antworten kann. Bei falschen Antworten sollten Sie nicht lächeln oder auf das Unkorrekte der Antwort hinweisen, sondern das Gesagte nochmals einfacher formulieren. Nach Möglichkeit sollten alte oder neue Interessen geweckt beziehungsweise erhalten werden. Das beugt einer Resignation vor. Hierbei sind Angehörige besonders gefordert. Das Konzept von Bobath beinhaltet spezielle Techniken zur Lagerung und zum Transfer eines Hemiplegikers. Diese können Angehörige von Pflegepersonen oder einer Krankengymnastin erlernen.

Das Pflegetagebuch

Wenn Sie einen Angehörigen pflegen, ist es von Bedeutung, diese Leistungen zu dokumentieren. Der Umfang der Pflegebedürftigkeit wird bei einem Hausbesuch von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung festgestellt. Dazu ist es notwendig, daß der Umfang der erbrachten Pflegeleistungen aufgezeigt werden kann. Pflege ist eine sehr vielfältige umfangreiche Tätigkeit, deren Einzelleistungen im Nachhinein nur schwer wiederzugeben sind. Jede Krankenkasse hält dazu vorgefertigte Pflegetagebücher bereit, die den für die Dokumentation relevanten strukturellen Rahmen vorgeben, so daß nichts vergessen werden kann.

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