Die menschliche Hand und der Arm sind Meisterwerke der Natur, die Kraft, Präzision und Vielseitigkeit in einzigartiger Weise vereinen. Um die komplexen Funktionen und Strukturen dieser Körperteile zu verstehen, ist ein detailliertes Wissen über die Anatomie von Knochen, Muskeln, Sehnen, Bändern und Nervenbahnen unerlässlich. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anatomie des Arms, des Handgelenks und der Hand, von den einzelnen Knochen bis hin zu den feinsten Nervenverästelungen.
Einführung in die Anatomie des Arms und der Hand
Die obere Extremität des Menschen, bestehend aus Arm, Unterarm, Handgelenk und Hand, ermöglicht eine Vielzahl von Bewegungen und Funktionen. Von grobmotorischen Tätigkeiten wie Heben und Tragen bis hin zu hochpräzisen Aufgaben wie Schreiben und Musizieren, die Anatomie des Arms und der Hand ist perfekt auf diese vielfältigen Anforderungen abgestimmt.
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Das Handgelenk: Eine komplexe Verbindung
Das Handgelenk stellt die Verbindung zwischen Hand und Unterarm dar und ermöglicht durch seine komplexe Struktur eine Vielzahl von Bewegungen. Es besteht aus zwei Gelenkbereichen, einem zwischen Speiche (Radius) und Handwurzelknochen und einem zwischen den Handwurzelknochen und den Mittelhandknochen. Zusammen bilden sie eine funktionale Einheit, die umfangreiche Bewegungen ermöglicht.
Anatomischer Aufbau des Handgelenks
Das Handgelenk ist ein zweiteiliges Gelenk:
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- Oberer Anteil: Eine gelenkige Verbindung zwischen der Speiche (Radius) und den drei Handwurzelknochen Kahnbein, Mondbein und Dreiecksbein. Eine Zwischengelenkscheibe (Discus triangularis) zwischen Speiche und Elle (Ulna) ist ebenfalls beteiligt. Die Elle (Ulna) selbst steht nicht in direkter Verbindung mit den Handwurzelknochen, ebenso wenig das Erbsenbein, das zusammen mit Kahn-, Mond- und Dreiecksbein die obere Reihe der Handwurzelknochen bildet.
- Unterer Anteil: Ein s-förmiger Gelenkspalt zwischen den beiden Reihen der Handwurzelknochen. Jeweils zwei Knochen der unteren Reihe (Großes und Kleines Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein) sind gelenkig miteinander verbunden. Sie sind aber nicht nur untereinander, sondern auch mit den Mittelhandknochen II-V fest verbunden.
Bänder, Sehnen und Nerven des Handgelenks
Zahlreiche Bänder stabilisieren das Gelenk und viele Sehnen machen die Bewegungen möglich. Einige der Sehnen ziehen vom Unterarm bis zum Handgelenk, andere bis zu den Fingern. Durch das starke Handgelenksband ziehen auch die wichtigen Nerven, die die Handfläche und die Finger versorgen: der Ellennerv (Nervus ulnaris), der Speichennerv (Nervus radialis) und der Mittelnerv (Nervus medianus).
Funktion des Handgelenks
Die Bewegungen im Handgelenk sind sehr vielseitig:
- Flächenbewegung: Die Hand kann nach oben um etwa 70 Grad und nach unten um etwa 80 bis 90 Grad abgewinkelt werden.
- Rand- oder Abduktionsbewegungen: Die Hand kann seitlich in Richtung Unterarm bewegt werden - zur radialen Seite (Daumenseite) um etwa 15 bis 20 Grad, zur ulnaren Seite (auf der Seite des kleinen Fingers) um etwa 45 Grad.
- Kreisbewegung (Circumduktion): Eine Kombination aus Flächen- und Abduktionsbewegungen.
- Kreiselbewegung: Eine Drehung der Hand, die zu einer Kreiselbewegung führt.
Mit all diesen Varianten der Bewegung ergeben sich zahllose Möglichkeiten für einen umfangreichen Einsatz der Hand beim Greifen, Halten, Drehen, Tragen und Bewegen.
Häufige Probleme des Handgelenks
- Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur): Eine sehr häufige Form von Knochenbruch, meist verursacht durch einen Sturz auf die Hand.
- Sehnenscheidenentzündung: Entwickelt sich durch chronische Überlastung der Sehnen, etwa bei Computerarbeit, Sport oder Gartenarbeit.
- Karpaltunnelsyndrom: Der mittlere Armnerv (Medianus-Nerv) wird im engen Durchgang am Handgelenk eingeengt.
Die Hand: Ein Meisterwerk der Feinmotorik
Die Hand ist ein hochkomplexes Gebilde aus 27 Einzelknochen, die durch Gelenke und Bänder miteinander verbunden sind. Sie besteht aus:
- 8 Handwurzelknochen (Carpalia)
- 5 Mittelhandknochen (Metacarpalia)
- 14 Fingerknochen (Phalangen)
In den Händen befinden sich damit etwa ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers.
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Aufbau der Handwurzel
Die 8 Handwurzelknochen sind durch Bänder fest miteinander verbunden und kaum gegeneinander beweglich. Sie sind in 2 Reihen aus je 4 Handwurzelknochen angeordnet. Dazu gehören das Kahnbein und das Mondbein, die gemeinsam mit der Speiche das unterarmnahe Handgelenk bilden, welches für die Handbewegung sehr wichtig ist. Die Elle ist von den Handwurzelknochen durch eine Knorpelscheibe getrennt.
Aufbau der Mittelhand
An die zweite Reihe der Handwurzelknochen schließt sich die Mittelhand an. Sie besteht aus fünf langgestreckten Mittelhandknochen, die sich auf dem Handrücken gut ertasten lassen.
Aufbau der Finger
Die 5 Finger bilden den frei beweglichen Teil der Hand. Sie bestehen jeweils aus 3 Einzelknochen (Fingergliedern) - mit Ausnahme des Daumens, der nur 2 Glieder hat. In jedem Finger befinden sich 3 Gelenke, das Grund-, Mittel- und Endgelenk. Sie sind nur in einer Bewegungsrichtung (Streckung und Beugung) beweglich.
Muskulatur der Hand
Die Muskulatur der Hand ist sehr komplex und besteht aus über 30 Muskeln. Dabei werden die Handbewegungen zum Großteil von Muskeln im Unterarm ausgelöst. Nur die schlanken Sehnen dieser Muskeln befinden sich direkt in der Hand. Die kurzen Handmuskeln liegen zwischen den Mittelhandknochen. Durch sie lassen sich die Finger spreizen (Abduktion) und wieder zusammenführen (Adduktion). Zwei Gruppen von kräftigeren Muskeln der Mittelhand bilden den Daumenballen (Thenar) und den Kleinfingerballen (Hypothenar). Die Daumenballenmuskeln ermöglichen unter anderem, dass sich der Daumen und die Spitzen der anderen vier Finger berühren können (Gegenüberstellung). Durch einen separaten Muskel zum Heranziehen (Adduktor) lässt sich der Daumen auch in Richtung Handfläche bewegen.
Die langen Beuge- und Streckmuskelsehnen der Unterarmmuskeln sind teilweise von schützenden Hüllen umgeben, den Sehnenscheiden. Sie enthalten Flüssigkeit, die als Gelenkschmiere dient und dafür sorgt, dass sich die Sehnen reibungsarm bewegen können.
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Nerven der Hand
Drei Nerven versorgen die Hand:
- Ellennerv (Nervus ulnaris): Bewegt die Muskeln des Kleinfingerballens, die Zwischenknochenmuskeln der Mittelhand, den Muskel, der den Daumen heranführt (Adduktor) und zwei der Zwischenfingermuskeln. Außerdem leitet der Nerv die Hautempfindungen aus dem Bereich über dem kleinen Finger und der angrenzenden Seite des Ringfingers.
- Mittelnerv (Nervus medianus): Ist für die Bewegung der Daumenballenmuskeln und der restlichen Zwischenfingermuskeln zuständig. Er ist zudem verantwortlich für die Wahrnehmung von Hautreizen an der Handinnenfläche, an Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie an der Haut des Ringfingers, die an den Mittelfinger grenzt.
- Speichennerv (Nervus radialis): Aktiviert die Fingerstrecker und die Muskeln, die die Hand im Handgelenk strecken.
Greiffunktionen der Hand
Um Gegenstände greifen und bewegen zu können, kann die Hand Kraft- oder Präzisionsgriffe ausführen. Welche der beiden Greiftechniken eingesetzt wird, richtet sich nach Größe, Gewicht, Form und Handlichkeit des Gegenstands.
- Kraftgriff: Wird beispielsweise zum Tragen schwerer Taschen oder zum Festhalten an einem Griff gebraucht. Beim Kraftgriff wird der Gegenstand in die Handfläche genommen, die langen Beugesehnen führen dabei Finger und Daumen so, dass sie den Gegenstand eng umschließen können.
- Präzisionsgriff: Ist für das Bewegen feiner, leichter Gegenstände wichtig, zum Beispiel beim Schreiben, Nähen oder Malen.
Wichtig für die Greiffunktion ist neben der Beugung der Finger vor allem die Fähigkeit des Daumens, sich den anderen Fingern gegenüberzustellen. In dieser Position lassen sich auch größere Gegenstände wie etwa ein Stein oder eine schwere Flasche halten und kontrolliert bewegen.
Blutversorgung der Hand
Die Hand wird durch zwei Hauptschlagadern jeweils an der Daumen- und Kleinfingerseite mit Blut versorgt. Diese beiden Arterien bilden je einen Bogen auf Höhe der Handfläche. Die Hand wird also über eine doppelte Schleife mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Aus diesen Bögen entspringen die Gefäßäste für die einzelnen Finger.
Der Oberarm: Verbindung zur Schulter
Der Oberarm bildet das Verbindungsstück zwischen Schulter und Unterarm. Zentrales Element ist der Humerus (Oberarmknochen).
Muskulatur des Oberarms
Zu den Muskeln des Oberarms wird auch die Rotatorenmanschette der Schulter gezählt, da alle Muskeln dieser Gruppe auch am Oberarm inserieren. Andere Muskeln des Oberarms können anhand ihrer Funktion in Beuger (Flexoren) und Strecker (Extensoren) unterteilt werden.
- Beuger (Flexoren):
- Musculus biceps brachii (zweiköpfiger Muskel)
- Musculus brachialis
- Musculus coracobrachialis
- Strecker (Extensoren):
- Musculus triceps brachii
- Musculus anconeus
- Musculus deltoideus: Entspringt an verschiedenen Stellen der Schulter und setzt etwa in der Mitte des Oberarms an der Tuberositas deltoidea des Humerus an. Seine Funktion sind eine Abduktion und Adduktion des Armes, sowie Innen-und Außenrotation, als auch Ante- und Retroversion des Schultergelenks.
Blutversorgung des Oberarms
Die Arterien des Oberarms erhalten ihr Blut aus der Arteria subclavia, da dort die Arteria axillaris entspringt und in die Arteria brachialis übergeht, deren Äste überwiegend den Oberarm mit Blut versorgen. Ihr größter Ast ist die Arteria profunda brachii, welche die Tiefe des Arms und den Humerus erreicht. Weitere Äste sind die Kollateralarterien des Oberarms (Aa.
Im Oberarm verlaufen tiefe und oberflächliche Venensysteme. Die Vena cephalica ist eine lateral verlaufende und die Vena basilica eine medial laufende oberflächliche Vene. Beide münden an unterschiedlichen Stellen in tiefere Venen. Die große tief laufende Vene ist die Vena brachialis.
Nerven des Oberarms
Die drei großen Nerven des Oberarms sind die Nervi ulnaris, radialis und medianus. Sie verlaufen bis in die Hand und innervieren auf ihrem Weg Muskeln und Hautareale des Oberarms, des Unterarms und der Hand. Die sensible Innervation der Hautareale des Oberarms werden von Ästen des Plexus brachialis sichergestellt. Die oberen zwei Drittel der Schulter werden von den Nervi supraclaviculares versorgt, wohingegen das untere Drittel vom Nervus axillaris übernommen wird. Der Nervus radialis versorgt im Bereich des Oberarms die laterale Seite, sowie die Rückseite.
Häufige Probleme des Oberarms
- Humerusfrakturen: Zählen zu den typischen Frakturen des Alters. Dabei tritt der proximale, also rumpfnahe Bruch am häufigsten auf. Distale Brüche des Oberarmknochens treten eher im Kindesalter auf.
- Bizepssehnen-Rupturen: Bei den meisten Bizepssehnen-Rupturen reißt die lange Bizepssehne (Sehne des Caput longum). Es kann aber auch zur Ruptur der distalen Sehne kommen.
- Nervenverletzungen: Da der Nervus radialis und der Nervus axillaris relativ nah des Humerus verlaufen, sind sie auch gefährdet bei Frakturen mit beschädigt zu werden. Auch der Nervus medianus und der Nervus ulnaris können im Oberarm verletzt werden und dabei typische Symptome hervorrufen. Dabei verursacht eine Schädigung des Nervus medianus die sogenannte Schwurhand. Läsionen des Nervus radialis können zur Fallhand führen.
Der Unterarm: Dreh- und Angelpunkt
Der Unterarm setzt sich im Wesentlichen aus Elle und Speiche, sowie den Muskelgruppen für die Streckung und Beugung der Hand und der Finger zusammen. Die Muskeln für Hand und Finger sind in mehreren Schichten angeordnet und gruppieren sich im Wesentlichen in Strecker (Extensoren) auf der Außenseite und Beuger (Flexoren) auf der Innenseite. Das Ellenbogengelenk wird im ersten Moment als reines Scharniergelenk für die Streckung und Beugung wahrgenommen, besitzt aber zusätzliche Gelenkanteile mit Elle und Speiche, welche die Umwendbewegung des Unterarmes erlauben.
Knöcherne Strukturen des Unterarms
- Ulna (Elle): Vorderansicht der Ulna mit seinen knöchernen Orientierungspunkten und Gelenkflächen.
- Radius (Speiche): Vorderansicht des Radius mit seinen knöchernen Orientierungspunkten und Gelenkflächen.
- Distales Radioulnargelenk: Unterstützt vom Ulnokarpalen Komplex (triangulärer fibrokartilaginärer Komplex), einem wichtigen ligamentären Stabilisator des distalen Radioulnargelenks und der ulnaren Handwurzel, der die durch die ulnare Seite des Handgelenks übertragenen Kräfte abfedert.
- Proximales Radioulnargelenk: Mit seinem wichtigsten Stützband, dem Ringband des Radius.
- Interossäre Membran: Interossäre Membran der Radius- und Ulnaknochen.
Muskulatur des Unterarms
Die Muskeln des Unterarms lassen sich in Flexoren (Beuger) und Extensoren (Strecker) unterteilen. Die Flexoren befinden sich hauptsächlich an der Innenseite des Unterarms, die Extensoren an der Außenseite.
- Extensoren: Nahaufnahme des Ansatzes der Extensoren des Unterarms und der Finger, auch Dorsalaponeurose genannt. Posterior-Ansicht des rechten Unterarms mit der Muskulatur der tiefen Schicht des posterioren Kompartiments. Seitenansicht des rechten Unterarms mit der Muskulatur der tiefen Schicht des posterioren Kompartiments.
- Flexoren: (Beschreibung der einzelnen Muskeln und ihrer Funktion)
Blutversorgung des Unterarms
Die beiden Hauptarterien des Unterarms, die A. radialis und die A. ulnaris, sind Äste der A. Arm. A. A. Arteria interossea communis: mit A. Arterien des Unterarms. Vorderansicht des rechten Unterarms mit Darstellung der Unterarmarterien in der tiefen Muskelschicht. Vorderansicht des rechten Unterarms mit Darstellung der Unterarmarterien in der oberflächlichen Muskelschicht.
Venen des Unterarms
- Oberflächliche Venen: Vena cephalica: lateraler Unterarm, über die V. mediana cubiti mit der V. Vena basilica: medialer Unterarm, verbindet sich mit der V. mediana cubiti und der V. V. mediana antebrachii: im Subkutangewebe, endet am häufigsten in der V. Venen über Vv. Oberflächliche Venen des Unterarms.
- Tiefe Venen: Tiefe Venen des Unterarms.
Nerven des Unterarms
- Nervus medianus: Medianus: alle Muskeln des anterioren Kompartiments oder Flexoren des Unterarms (außer den 2 vom N. Ulnaris: M. flexor carpi ulnaris und mediale Hälfte des M. N. cutaneus antebrachii lateralis (vom N. N. N. cutaneus antebrachii posterior(vom N. N. medianus in seinem Verlauf durch den anterioren Unterarm.
- Nervus radialis: Nervus radialis bei seinem Verlauf durch den Unterarm, mit den Muskeln, die er innerviert.
- Nervus ulnaris: Nervus ulnaris, in seinem Verlauf durch den medialen Aspekt des Unterarms.
- Kutane Innervation: Kutane Innervation der rechten oberen Extremität in der anterioren (links) und posterioren (rechts) Ansicht.
Häufige Probleme des Unterarms
- Distale Radiusfrakturen: Häufige Frakturen des Arms mit bimodaler Altersverteilung. Kann bei jüngeren Personen durch Stürze oder Hochrasanztraumata ausgelöst werden.
- Verletzungen des ulnokarpalen Komplexes: Der ulnokarpale Komplex ist die primäre ligamentäre Stabilisierung des distalen Radioulnargelenks.
- Karpaltunnelsyndrom:
- Axilla und Plexus brachialis: Der N. radialis kann im Unterarm durch seinen Ast, den N. interosseus posterior, verletzt werden, was zum Supinator- und Radialtunnelsyndrom führt.
- Kubitaltunnelsyndrom: Kompressionsneuropathie des N. ulnaris am Ellenbogen; die zweithäufigste kompressive Neuropathie. Das Kubitaltunnelsyndrom kann sich mit einer interossären Muskelatrophie und einer „Klauenhand“ präsentieren.
- Loge-de-Guyon-Syndrom: Kompression des N. Handgelenk am Guyon-Kanal.
Die Schulter: Das beweglichste Gelenk
Das Schultergelenk ist das mobilste menschliche Gelenk. Es besitzt ein hohes Bewegungsausmaß, was durch eine überwiegend muskuläre und bandhafte Führung mit einem geringen knöchernen Anteil erreicht wird. Ein Teil der Bewegung findet zusätzlich durch Gleitbewegungen des Schulterblatts und Bewegungen der Schlüsselbeingelenke statt. Die den Arm versorgenden Nerven treten im Bereich der Halswirbelsäule zwischen dem fünften Hals- und dem ersten Brustwirbel aus.
Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Nerven
Im Zusammenspiel mit den Knochen, die als stabile Hebel dienen, ermöglicht die Muskulatur die Bewegung des Körpers. Durch Zusammenziehen bei Anspannung und Verlängerung bei Entspannung werden die jeweiligen Bewegungssegmente in Bewegung versetzt. Die Ansteuerung findet dabei ausgehend vom Gehirn mit dem Weg über die Nerven statt. Sobald der Entschluss zur Bewegung in der Großhirnrinde gefasst wurde, wird dieser an das Kleinhirn geleitet, welches die Koordination vorbereitet. Über das erste und zweite Motoneuron gelangt der Bewegungsreiz in das Rückenmark. Von dort aus führen Nervenbahnen zwischen den Wirbelkörpern heraus in Richtung Muskel. Am Muskel kommt es zu einer Erregung durch die Ausschüttung von Ionen, also elektrisch geladenen Teilchen. Die veränderte Ladungskonzentration führt zu geänderten Polaritäten innerhalb der Muskelfasern, welche auf molekularer Ebene zum Zusammenziehen der Fasern führen. Die Ionenausschüttung geschieht in Längsrichtung der Muskelfasern, was zu messbaren Spannungsunterschieden entlang des Muskelverlaufs führt.
Die Bedeutung der Hand im Alltag
Die Hand ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Menschen. Sie ermöglicht uns, zu greifen, zu fühlen, zu arbeiten und zu kommunizieren. Die Gesundheit und Funktion unserer Hände sind daher essenziell für unsere Lebensqualität. Eine häufige Ursache für Handschmerzen ist die Rhizarthrose, der Gelenkverschleiß im Daumensattelgelenk. Funktionell stellt die Hand ein höchst komplexes Zusammenspiel von Einzelknochen, Sehnen, Bändern, Muskeln, Nerven und Gelenken dar.
Muskeln der Hand im Detail
Die menschliche Hand besteht aus einem beeindruckenden System von 39 Muskeln, die entweder direkt in der Hand oder im Unterarm liegen. Diese Muskeln bewegen 27 Knochen und 36 Gelenke, gesteuert von drei Hauptnerven. Dieses ausgeklügelte System ermöglicht es uns allen, alltägliche Dinge mit erstaunlicher Präzision zu erledigen - vom Tippen auf einer Tastatur bis hin zur Bedienung komplexer Maschinen.
Intrinsische Muskeln: Die Feinmechaniker
Direkt in der Handfläche und zwischen den Fingern verstecken sich die intrinsischen Muskeln. Man kann sie sich wie ein Team hochspezialisierter Feinmechaniker vorstellen. Während die kräftigen Muskeln im Unterarm das schwere Heben übernehmen, ermöglichen diese kleinen, aber entscheidenden Muskeln das Einfädeln eines Fadens, das Schreiben oder das Spielen eines Instruments.
Thenarmuskulatur: Der Daumenballen
Die erste und wohl bekannteste Gruppe ist die Thenarmuskulatur, besser bekannt als der Daumenballen. Diese Gruppe aus drei kurzen Muskeln ist sozusagen der persönliche Assistent des Daumens. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Opposition des Daumens. Das heißt, sie ermöglichen es, die Daumenspitze den anderen Fingerspitzen gegenüberzustellen.
Hypothenarmuskulatur: Der Kleinfingerballen
Auf der gegenüberliegenden Seite der Handfläche, direkt unter dem kleinen Finger, finden wir den Kleinfingerballen - die Hypothenarmuskulatur. Während der Daumen für die Präzision zuständig ist, übernimmt der kleine Finger, gesteuert von den Hypothenarmuskeln, eine entscheidende Rolle für die Stabilität und Kraft des Griffs.
Mm. lumbricales und Mm. interossei: Die Feinmotoriker
Versteckt zwischen den Mittelhandknochen und entlang der Sehnen liegen die feinsten und komplexesten intrinsischen Muskeln: die Mm. lumbricales und die Mm. interossei. Ihre Funktionen sind zwar subtil, aber für die Feinmotorik absolut unverzichtbar. Sie sind für das Spreizen (Abduktion) und das Zusammenführen (Adduktion) der Finger verantwortlich.
- Mm. lumbricales (vier an der Zahl): Sie haben die besondere Fähigkeit, die Fingergrundgelenke zu beugen und gleichzeitig die Mittel- und Endgelenke zu strecken.
- Mm. interossei:
Extrinsische Muskeln: Die Kraftsportler
Schon mal eine schwere Einkaufstasche getragen oder jemandem fest die Hand geschüttelt? Wo spürt man da eigentlich die Anstrengung? Die meisten würden sofort auf ihre Hand zeigen, aber die eigentliche Power kommt von weiter oben - direkt aus dem Unterarm. Diese Muskeln sind quasi die „großen Geschwister“ der feinen, intrinsischen Handmuskeln. Sie sind deutlich größer, kräftiger und springen immer dann ein, wenn richtig Kraft gefragt ist.
Flexoren: Die Beuger
Auf der Vorderseite deines Unterarms - also auf der Seite deiner Handfläche - sitzt das Team der Flexoren (Beuger). Ihre Mission ist klar: Finger und Handgelenk beugen. Man kann sie noch weiter in eine oberflächliche und eine tiefe Schicht unterteilen.
- Musculus flexor digitorum profundus: Als tiefer Fingerbeuger ist er der einzige Muskel, der bis zu den Fingerspitzen reicht.
- M. flexor pollicis longus: Eine Sonderrolle hat der M. flexor pollicis longus.
Extensoren: Die Strecker
Auf der Rückseite deines Unterarms, also auf der Seite des Handrückens, finden wir das gegnerische Team: die Extensoren (Strecker). Ihre Aufgabe ist es, die Bewegungen der Flexoren auszubalancieren.
Sehnenscheiden: Schutz und reibungslose Funktion
Damit die langen Sehnen auf ihrem Weg vom Unterarm zur Hand nicht an Knochen und Bändern scheuern, sind sie von Sehnenscheiden umhüllt. Diese Hüllen enthalten eine Flüssigkeit, die die Reibung auf ein Minimum reduziert, gerade an Engstellen wie dem Handgelenk.
Nerven der Hand im Detail
Muskeln sind zwar die kraftvollen Motoren unserer Hand, aber ohne eine präzise Ansteuerung bleiben sie stumm. Die eigentliche Genialität hinter jeder noch so kleinen Handbewegung - vom festen Zupacken bis zur feinfühligen Berührung - liegt in der perfekten Regie durch unser Nervensystem.
Die gesamte, unglaublich komplexe Steuerung der Handmuskulatur wird von gerade einmal drei Hauptnerven übernommen. Jeder von ihnen hat dabei ganz klar abgesteckte Aufgabenbereiche.
- Nervus medianus (Mittelnerv): Man könnte ihn den „Nerv der Greifhand“ nennen.
- Nervus radialis (Speichennerv): Er ist der „Nerv des Streckens“.
- Nervus ulnaris (Ellennerv):
Wird eine dieser Hauptleitungen beschädigt, etwa durch eine Verletzung oder weil sie eingeklemmt wird, treten sofort charakteristische Probleme auf. Die Muskeln, die an diesem Nerv hängen, bekommen keine Signale mehr und können ihre Arbeit nicht mehr verrichten. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die „Schwurhand“, die bei einer Schädigung des Nervus medianus auftritt. Bei einer Schädigung des Nervus ulnaris entsteht die sogenannte „Krallenhand“. Eine Läsion des Nervus radialis wiederum führt zur „Fallhand“.
Häufige Erkrankungen der Hand
Die faszinierende Komplexität unserer Hände, die wir uns bisher angesehen haben, ist leider auch ihre Achillesferse. Dieses unglaublich feine Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Nerven auf engstem Raum macht die Hand anfällig für eine ganze Reihe von Problemen.
- Karpaltunnelsyndrom: Kommt es in diesem Tunnel zu einer Schwellung, zum Beispiel durch eine Entzündung oder ständige Überlastung, wird der Platz knapp. Der Druck steigt und quetscht vor allem den empfindlichen Nervus medianus.
- Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis): Stumpfe, sich ständig wiederholende Bewegungen - stundenlanges Tippen am Computer oder die ungewohnte Gartenarbeit am Wochenende - können diese Gleitschicht massiv reizen.
- Morbus Dupuytren: Aus bisher nicht vollständig geklärten Gründen fängt dieses Bindegewebe bei manchen Menschen an zu wuchern. Es bilden sich harte Knoten und Stränge, die mit der Zeit schrumpfen und sich zusammenziehen.
Griffkraft: Ein Indikator für die Gesundheit
Die Griffkraft ist weit mehr als nur ein soziales Signal oder ein Maß für pure Muskelkraft. Diese funktionale Kraft ist das Ergebnis eines perfekten Zusammenspiels: Die extrinsischen Muskeln im Unterarm liefern die Power, während die intrinsischen Muskeln in der Hand selbst für die feine Steuerung und Stabilisierung sorgen.
Wusstest du, dass die Wissenschaft deine Griffkraft als zuverlässigen Marker für deine allgemeine Muskelmasse, Knochendichte und sogar die Herz-Kreislauf-Gesundheit ansieht?
Übungen zur Stärkung der Hand
Du kannst deine Griffkraft ganz gezielt trainieren:
- Stressball kneten: Schnapp dir einen weichen Ball und drücke ihn für 3-5 Sekunden so fest du kannst. Wiederhole das 10-15 Mal pro Hand.
- Finger spreizen mit Gummiband: Wickle ein starkes Gummiband um deine Fingerspitzen. Spreize nun die Finger langsam und kontrolliert gegen den Widerstand.
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