Arteriosklerose im Gehirn: Ernährung und was Sie beachten sollten

Arteriosklerose, auch bekannt als Arterienverkalkung, ist eine Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße verengen und verhärten. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn die Arterien betroffen sind, die das Gehirn mit Blut versorgen. Eine gesunde Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Arteriosklerose.

Die Bedeutung gesunder Blutgefäße

Jeden Tag pumpt das Herz rund 10.000 Liter Blut durch die Blutgefäße und versorgt den Körper so mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen. Gesunde Blutgefäße sind die Grundlage für einen funktionierenden Kreislauf. Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte können die Blutgefäße von innen angreifen. Bei einer Hypercholesterinämie, einer Fettstoffwechselstörung, bei der das Blut zu viel LDL-Cholesterin enthält, bleiben Blutfette in den Gefäßen zurück. LDL steht dabei für Low Density Lipoprotein. Lagert es sich in den Blutgefäßen ab, kann es auf Dauer zu Verhärtungen sowie Verkalkungen kommen und so zu einer Arteriosklerose führen.

Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen

Die Gesundheit der Blutgefäße hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Eine Belastung von innen stellen unter anderem erhöhte Blutfett- und Zuckerwerte dar. Alles, was die Zusammensetzung des Blutes verändert, wirkt sich unmittelbar auch auf die Gefäße aus. Zu den weiteren Risikofaktoren, die Gefäßkrankheiten verursachen können, zählen zudem:

  • Falsche Ernährung, beispielsweise sehr fettreiche Speisen
  • Übergewicht
  • Nicht genügend Bewegung
  • Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Zigaretten
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Erbliche Vorbelastung

Wer die Blutgefäße stärken möchte, sollte daher den Fokus auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung richten.

Ernährungstipps zur Stärkung der Blutgefäße

Die Ernährung stellt einen wichtigen Baustein für die Gesundheit dar. Wer selbst aktiv werden möchte, um die Blutgefäße zu stärken, sollte zunächst seine täglichen (Ess-)Gewohnheiten hinterfragen. Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten wird generell von fettreichen Speisen abgeraten.

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Die Mittelmeerküche als Vorbild

Für eine cholesterinarme Ernährung eignet sich vor allem die Mittelmeerküche. Mediterrane Speisen beinhalten häufig viel Gemüse, Fisch, Salate und zudem pflanzliche Fette. Tierische Produkte wie Wurst, Käse und Butter enthalten dagegen überwiegend gesättigte Fettsäuren. Sie heben den LDL-Cholesterinspiegel im Blut an und sind für eine cholesterinarme und gefäßfreundliche Ernährung nur in Maßen geeignet. Reichlich auf den Speiseplan dürfen dagegen Ballaststoffe kommen. Pektin, das zu den löslichen Ballaststoffen gehört, ist in Birnen, Äpfeln und Beeren enthalten.

Praktische Tipps für die Ernährungsumstellung

Ist der Entschluss für eine cholesterinärmere Ernährung gefasst, stehen viele Betroffene vor der Frage: Wie kann die Umsetzung aussehen? Mit diesen drei Ernährungstipps gelingt die Ernährungsumstellung garantiert:

  1. Alternativen finden: Experten und Expertinnen empfehlen, zunächst mit kleinen Schritten zu beginnen und alternative Lebensmittel in den Speiseplan aufzunehmen. Konkret bedeutet das: Tauschen Sie Nahrungsmittel mit gesättigten Fettsäuren gegen solche mit ungesättigten aus. Wie wäre es mit Fisch anstelle von Fleisch? Ersetzen Sie tierisches Bratfett durch Rapsöl.
  2. Dünsten statt Braten: Eine weitere Möglichkeit, wie sich schlechte Fette einsparen lassen, stellt die Zubereitungsart dar. Es muss nicht immer das klassische Anbraten sein. Dünsten ist gerade bei Gemüse eine schonende Möglichkeit, die Speisen zuzubereiten.
  3. Schritt für Schritt zum Ziel: Gerade bei einer Ernährungsumstellung lautet die Devise: Dranbleiben.

Konkrete Ernährungsempfehlungen

Wichtig ist: Sie müssen nicht von heute auf morgen Ihre gesamte Ernährung umstellen. Das würde in den meisten Fällen auch gar nicht funktionieren. Vielmehr sind es die kleinen, aber nachhaltigen Veränderungen, die letztlich den Unterschied machen. Hier ein paar nützliche Tipps:

  • Tipp #1: Wenn Sie Ihren Fleischkonsum reduzieren möchten, beginnen Sie bei der Wurst. Belegen Sie Ihr morgendliches Brötchen gerne einmal mit einem vegetarischen Aufstrich.
  • Tipp #2: Verwenden Sie ein qualitativ hochwertiges Olivenöl. Wenn die Flasche zu schnell leer wird, können Sie fettsparend kochen. Benutzen Sie beispielsweise beschichtete Pfannen, mit denen Sie nur wenig Fett zum Anbraten benötigen.
  • Tipp #3: Da Vollkornprodukte schneller sättigen, benötigen Sie weniger Vollkornnudeln als herkömmliche Nudeln. Auch bei Toast, Brot oder Brötchen kann sich ein Wechsel lohnen. Vollkornprodukte enthalten längerkettige Kohlenhydrate und unterschiedliche Ballaststoffe. Diese halten Sie nicht nur länger satt, sondern fördern auch die Gesundheit Ihres Darms.
  • Tipp #4: Kochsalz in hohen Mengen erhöht nachgewiesenermaßen das Schlaganfall-Risiko. Verzichten Sie möglichst auf Fertigprodukte und Fast Food, denn in diesen Lebensmitteln steckt oft mehr Salz, als Sie denken.

Bewegung als wichtiger Baustein

Körperliche Aktivität wirkt sich auf verschiedene Weise positiv auf den Cholesteringehalt im Blut aus und somit auch auf die Gefäß- und Herzgesundheit aus. Regelmäßiger Sport kann nachweislich die Konzentration der günstigen Blutfette anheben - und die der schlechten um bis zu fünf Prozent nach unten regulieren. Zudem hält Bewegung fit: Jede körperliche Aktivität trainiert das Herz-Kreislauf-System und verringert die Risikofaktoren für (arteriosklerotische) Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem bleiben durch Sport die Gefäße elastisch. Überraschend ist, dass auch sanfte Bewegungen beim Yoga einen nachgewiesen positiven Effekt auf den Cholesteringehalt im Blut und somit auf die Herzgesundheit haben.

Gefäßtraining für gesunde Arterien und Venen

Gefäßerkrankungen lassen sich ganzheitlich behandeln, denn neben wirksamen Medikamenten und innovativen medizinischen Therapien kann sich auch ein gesunder Lebensstil positiv auf das Gefäßsystem auswirken. Ziel ist es, durch spezielle Übungen eine Verbesserung der Durchblutung zu erreichen. Durch regelmäßiges Training werden Umgehungskreisläufe gebildet, wodurch die Sauerstoffversorgung in den Gefäßen und Muskeln verbessert wird. Ein Umgehungskreislauf, auch Kollateralkreislauf genannt, entsteht physiologisch oder bei akuter/chronischer Störung der Durchblutung durch Nutzung von Nebengefäßen (Kollateralen/Umgehungen). In der Folge kann die Muskulatur besser arbeiten und die Beschwerdesymptomatik wird weniger.

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Um das Auftreten von Durchblutungsstörungen zu vermeiden und Gefäßerkrankungen wie Thrombosen in den Beinen oder aber auch Krampfadern vorzubeugen, gilt es Folgendes zu beachten: Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen wirken sich positiv auf die Gefäße aus. Sportarten mit schnellen und abrupten Bewegungen sowie Rauchen, Übergewicht und ungesunde Ernährung schaden hingegen den Blutgefäßen.

Da Venen und Arterien unterschiedlich aufgebaut sind und auch unterschiedlich arbeiten, benötigen sie unterschiedliche Übungen, die ihnen jeweils guttun. Mit gezielten Übungen können Gefäßverengungen verhindert werden und lymphatischen Stauungen und schweren und geschwollenen Beinen kann entgegengewirkt werden. Planen Sie drei Trainingseinheiten à 20 Minuten in Ihren Alltag ein. Gehtraining ist für alle noch bewegungsfähigen Patienten eine wichtige Grundlage in der Therapie. Es sollte unbedingt auch nach Gefäßeingriffen, wie z. B. einem Stent in den Beingefäßen, lebenslang fortgeführt werden. Sollten Sie unter Ruheschmerzen in den Beinen leiden, kommt ein Gehtraining im klassischen Sinne eher nicht in Frage, Sie sollten dann mit einem Training bzw. Gymnastik der Arme beginnen, um so mit dem Training der Gefäße zu beginnen.

Vorsicht bei pAVK

Wenn Sie an Diabetes oder der peripheren Verschlusskrankheit erkrankt sind oder unter Sensibilitätsstörungen leiden, hier noch ein paar Hinweise für Ihr Training:

  • Kontrollieren Sie täglich Ihre Füße auf Verletzungen.
  • Tragen Sie passendes Schuhwerk, keine neuen und noch nicht "eingetragenen" Schuhe.
  • Tragen Sie Strümpfe aus Wolle/Baumwolle und achten Sie darauf, dass Schweißfüße verhindert werden (Wechselsocken einpacken).
  • Gehen Sie nicht barfuß (wenn Sie an pAVK und/oder Diabetes leiden, ist das Schmerzempfinden gestört und Sie können Verletzungen nicht immer wahrnehmen).
  • Lassen Sie Hühneraugen bitte von der medizinischen Fußpflege behandeln.

Medikamentöse Therapie

Auch wenn ein gesunder Lebensstil dazu beiträgt, die Blutgefäße zu stärken: Es reicht nicht immer aus, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren und die Ernährung umzustellen. Mitunter ist bei hohen Cholesterinwerten eine medikamentöse Therapie notwendig. Zur Anwendung kommen dann Cholesterinsenker wie Statine. Statine tragen dazu bei, die körpereigene Produktion von Cholesterin zu hemmen. So entwickelt sich ein Automatismus: Die Leber entnimmt das benötigte Cholesterin aus dem Blut, wodurch auch der LDL-Spiegel sinkt und die Gefäße weniger belastet werden. In schwerwiegenden Fällen, wenn zum Beispiel eine familiäre Hypercholesterinämie vorliegt, reicht die Behandlung mit Statinen womöglich nicht aus.

Top 10 Lebensmittel für gesunde Gefäße

  1. Ananas: Enthält den Wirkstoff Bromelain - ein eiweißspaltendes Enzym, das entzündungshemmend sowie durchblutungsfördernd wirkt.
  2. Brokkoli und verwandte Kohlsorten: Enthalten viele Antioxidantien, die freie Radikale einfangen und so vor Entzündungen schützen.
  3. Grüner Tee: Die enthaltenen Polyphenole binden freie Sauerstoffradikale und beugen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen vor.
  4. Fisch (Lachs, Hering, Makrele): Reich an Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken, den Blutdruck senken und Gefäßverkalkungen vorbeugen.
  5. Ingwer: Beschleunigt den Stoffwechsel, wirkt entzündungshemmend, erweitert die Gefäße und senkt den Blutdruck.
  6. Knoblauch: Wirkt wie ein natürliches Antibiotikum, senkt die Blutfettwerte, schützt vor Arterienverkalkung und beugt Bluthochdruck vor.
  7. Tomaten: Enthalten Lycopin, das antioxidativ wirkt und den Gehalt an LDL-Cholesterin senken kann.
  8. Vollkornprodukte: Fördern die Verdauung, machen langanhaltend satt und können Fett binden, wodurch die Blutfette gesenkt werden.
  9. Walnüsse: Reich an Omega-3-Fettsäuren und weiteren ungesättigten Fettsäuren, enthalten Antioxidantien und senken den LDL-Cholesterinspiegel.
  10. Zimt: Senkt den Blutzuckerspiegel, wodurch der Körper weniger Insulin ausschüttet und Fett abbauen kann.

Rezeptideen für eine gefäßgesunde Ernährung

  • Hirse-Müsli mit Beeren: Ein gesundes Frühstück mit Hirse, Mandeln, Mohn, Himbeeren, Heidelbeeren und Naturjoghurt.
  • Gefüllte Avocado mit Tomatensalsa: Eine leckere Vorspeise oder Beilage mit Tomaten, Zwiebeln, Avocados, Balsamico, Olivenöl und Kräutern.
  • Gefüllte Paprika mit Amaranth: Ein vegetarisches Gericht mit Amaranth, Gemüsebrühe, Paprika, Räuchertofu, Cranberries und Gewürzen.

Die Rolle der mediterranen Ernährung

Die mediterrane Ernährung wird von vielen Experten als besonders geeignet zur Vorbeugung von Arteriosklerose und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen angesehen. Diese Ernährungsweise zeichnet sich durch einen hohen Konsum von frischem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, pflanzlichen Ölen, Nüssen, Fisch, Salaten und Kräutern aus. Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, die helfen, Gefäßverkalkung vorzubeugen.

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Merkmale der mediterranen Ernährung

  • Hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren: Olivenöl ist die Hauptfettquelle und liefert wertvolle einfach ungesättigte Fettsäuren, die das Blutfettprofil verbessern.
  • Hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren: Fisch ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Ernährung und liefert Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken.
  • Viele sekundäre Pflanzenstoffe: Obst und Gemüse sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, die die Gefäße schützen und vor Arterienverkalkung schützen.
  • Hoher Anteil an löslichen Faserstoffen: Ballaststoffe wirken sich positiv auf den Kohlenhydratstoffwechsel aus und tragen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten bei.

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