Arto Paasilinnas Roman "Heißes Blut, kalte Nerven" entführt den Leser auf einen Streifzug durch knapp hundert Jahre finnischer Geschichte, erzählt aus der Perspektive eines Mannes, dessen Leben von einer Prophezeiung bestimmt wird.
Inhalt
Im Jänner 1918, kurz vor Beginn des finnischen Bürgerkriegs, wird Antti Kokkoluoto als Sohn eines Kaufmanns geboren. Bereits bei seiner Geburt prophezeit ihm die Hebamme Linnea, dass er erst am 12. Juli 1990 im Alter von 70 Jahren sterben wird, und zwar in festlicher Kleidung, gefeiert und allseits geachtet. Antti glaubt fest an diese Weissagung und richtet sein Leben danach aus.
Tatsächlich scheint sich die Prophezeiung zu bewahrheiten. Antti überlebt den Bürgerkrieg, Krankheit und den Krieg gegen Russland unbeschadet. Mit Intelligenz und Beharrlichkeit baut er den Laden seines Vaters immer weiter aus, erlangt Wohlstand und gründet eine nette Familie. Er besteht alle Prüfungen des Lebens und ist als Unternehmer und Politiker sogar in alle wichtigen Ereignisse des Landes eingebettet.
Als sein prophezeiter Todestag naht, beschließt Antti, es noch einmal richtig krachen zu lassen und ein riesiges Fest zu veranstalten. Er will seinen Tod gebührend feiern, so wie es ihm vorhergesagt wurde.
Analyse und Kritik
"Heißes Blut, kalte Nerven" ist eine Reise durch die Geschichte Finnlands im 20. Jahrhundert. Der Roman zeichnet ein realistisches Bild der finnischen Gesellschaft und Kultur, eingebettet in die Lebensgeschichte einer einzelnen Person.
Lesen Sie auch: "Heißes Blut, kalte Nerven": Eine Analyse
Einige Kritiker bemängeln, dass dem Roman der skurrile Einschlag fehlt, der für Paasilinnas andere Bücher so typisch ist. Es gibt keine Götter, Engel, Elefanten, geniale Erfindungen oder Frauen, die vom Himmel fallen. Gerade der Gegensatz zwischen den skurrilen Einfällen und der trockenen und lapidaren Schilderung derselben war jedoch das Reizvolle an Paasilinnas Geschichten. Eine sehr realistische Biografie im selben Stil zu lesen, funktioniert daher nicht annähernd so gut.
Andere loben gerade die realistische Darstellung und die Einbettung der persönlichen Geschichte in den historischen Kontext. Der Roman zeige auf gelungene Weise, wie ein einzelner Mensch von den großen Ereignissen seiner Zeit beeinflusst wird und wie er diese Ereignisse gleichzeitig mitgestaltet.
Autor
Arto Paasilinna (*1942-2018) wurde im lappländischen Kittilä geboren. Er war Journalist und einer der populärsten zeitgenössischen Schriftsteller Finnlands. Insgesamt hat er 35 Romane veröffentlicht, von denen einige verfilmt wurden. Seine Schilderungen finnischer Männer und deren unverwüstlicher Einstellung zum Leben haben einen festen Platz im Kanon der finnischen Literatur. Paasilinnas schnörkellose Sprache, seine überbordende Fantasie und sein trockener Humor haben auch international viele Anhänger gefunden.
Lesen Sie auch: Anwendung und Wirkung von Fußbädern gegen Migräne
Lesen Sie auch: Parkinson-Symptome bei Hitze lindern