Die Asiatische Pestwurz (Petasites japonicus) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die in der traditionellen Medizin verschiedener Kulturen eine lange Geschichte hat. Insbesondere in der Migräneprophylaxe hat sich die Pestwurz als vielversprechendes pflanzliches Mittel etabliert, wobei ihre Wirksamkeit und Sicherheit im Fokus aktueller Forschung stehen.
Was ist die Asiatische Pestwurz?
Die Pestwurz (Petasites) ist eine mehrjährige Pflanze, die sich durch ihre großen, stumpfen Blätter auszeichnet, die nach der Blüte aus dem Rhizom wachsen. Der lateinische Name "Petasites" leitet sich vom griechischen Wort "petasos" ab, was so viel wie ein Kopfschmuck mit breiter Krempe bedeutet und sich auf die beachtliche Größe der Blätter bezieht. Die Pflanze ist in fast ganz Europa, Teilen Asiens und Nordamerika verbreitet. Sie bevorzugt Feuchtgebiete und feuchte Wälder und bildet oft großflächige Bestände mit ihren charakteristischen, großen, grünen Blättern.
Es gibt etwa 18 verschiedene Pestwurzarten, die sich in ihrem Aussehen und Vorkommen unterscheiden. In Europa sind 9 Arten heimisch, in Polen 4. Die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) ist in Mitteleuropa weit verbreitet und wird auch als Rote Pestwurz oder Bach-Pestwurz bezeichnet.
Inhaltsstoffe und Wirkungsweise
Die Pestwurz enthält eine Vielzahl von bioaktiven Substanzen, die für ihre potenziellen gesundheitsfördernden Eigenschaften verantwortlich sind. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:
- Petasin und Isopetasin: Diese Sesquiterpene sind die Hauptwirkstoffe der Pestwurz und haben entzündungshemmende, schmerzlindernde und spasmolytische Eigenschaften. Sie können die Produktion von Entzündungsmediatoren reduzieren, indem sie die Aktivität von Cycooxygenasen, Lipoxygenasen und Phospholipase A2 hemmen.
- Flavonoide: Diese Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können zum Schutz der Zellen vor Schäden durch freie Radikale beitragen.
- Ätherische Öle: Sie tragen zum charakteristischen Geruch der Pestwurz bei und könnenAdditional Information: ebenfalls entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften haben.
Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung von Pestwurz ist das Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Diese Stoffe können lebertoxisch und krebserregend sein. Daher sollten nur PA-freie oder PA-arme Zubereitungen verwendet werden. Moderne Pestwurzzüchtungen enthalten keine oder nur noch geringe Mengen an PA.
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Die Pestwurz wirkt spasmolytisch auf die glatte Muskulatur der Bronchien und des Magen-Darm-Trakts, aber auch analgetisch und beruhigend. Die arzneiliche Verwendung wird vor allem auf die Sesquiterpene Petasin und Isopetasin sowie mehrere ähnliche Substanzen zurückgeführt.
Traditionelle und moderne Anwendungen
Die Pestwurz hat eine lange Geschichte als Heilpflanze. Bereits in der Antike wurde sie zur Behandlung von Geschwüren und Wunden eingesetzt. Im Mittelalter diente sie vor allem wegen ihrer schweißtreibenden Wirkung als Mittel gegen die Pest. Später wurde sie bei Atemwegserkrankungen wie Husten, Bronchitis und Asthma sowie bei Entzündungen der Harnwege und Magenbeschwerden eingesetzt. Auch bei Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit fand die Pestwurz Anwendung.
Heute wird die Pestwurz vor allem bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Migräne: Studien haben gezeigt, dass Pestwurz die Häufigkeit und Dauer von Migräneattacken verringern kann.
- Heuschnupfen: Pestwurz kann die Symptome von Heuschnupfen wie Schnupfen, Niesen und Juckreiz lindern.
- Asthma: Erste Studien deuten darauf hin, dass Pestwurz auch bei Asthma helfen kann, aber weitere Forschung ist erforderlich.
- Krampfartige Schmerzen: Pestwurz kann bei krampfartigen Schmerzen des Kopfes, des Verdauungs- und Harntrakts sowie bei Bronchialkrämpfen eingesetzt werden.
Pestwurz bei Migräne
Die Pestwurz hat sich als vielversprechendes pflanzliches Mittel zur Migräneprophylaxe etabliert. Studien haben gezeigt, dass Pestwurzextrakt die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken reduzieren kann. Eine Analyse mehrerer Studien deutet darauf hin, dass Pestwurz in der Migräneprophylaxe eine gewisse Wirksamkeit besitzt.
Die Wirkungsweise der Pestwurz bei Migräne ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe Petasin und Isopetasin entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften haben. Sie können die Freisetzung von Entzündungsmediatoren reduzieren und die Aktivität von Ionenkanälen beeinflussen, die bei der Schmerzwahrnehmung eine Rolle spielen. Zudem soll Pestwurz die Freisetzung des Botenstoffs CGRP (Calcitonin-Gene-Related Peptide) hemmen, der mit dem Entstehen von Migräneattacken assoziiert wird.
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In Placebo-kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass eine Dosis von 75 mg Pestwurzextrakt zweimal täglich eingenommen die stärkste Wirkung erzielte. Nach viermonatiger Einnahme konnten Migräneattacken fast um die Hälfte (48%) reduziert werden. Eine Dosierung von zweimal täglich 50 mg Pestwurzextrakt bewirkte eine Reduktion von ca. ein Drittel (36%).
Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) stufen Pestwurz als "Nahrungsergänzungsmittel mit Wirksamkeit in der Migräneprophylaxe" ein.
Anwendung und Dosierung
Pestwurz ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter:
- Kapseln: Sie enthalten Pestwurzextrakt in einer bestimmten Dosierung und sind einfach einzunehmen.
- Tabletten: Ähnlich wie Kapseln, aber oft etwas kleiner und leichter zu schlucken.
- Tropfen: Sie ermöglichen eine individuelle Dosierung, erfordern aber eine genaue Messung.
- Pulver: Kann in Joghurt oder andere Speisen eingerührt werden.
- Salben: Zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen.
Die Dosierung von Pestwurz bei Migräne sollte mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden. In Studien wurden gute Ergebnisse mit einer Dosierung von 3 x 50 mg pro Tag erzielt, aber auch geringere Dosen können ausreichend sein.
Bei Heuschnupfen werden in der Regel zwei Kapseln Pestwurz pro Tag empfohlen, die bei Bedarf auf drei Kapseln erhöht werden können.
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Sicherheitshinweise und Nebenwirkungen
Pestwurzextrakt wird im Allgemeinen gut vertragen, aber es können Nebenwirkungen auftreten, darunter:
- Magenbeschwerden
- Verdauungsprobleme
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Allergische Reaktionen (vor allem bei Menschen, die allergisch auf Gänseblümchen, Chrysanthemen oder Ringelblumen reagieren)
In seltenen Fällen kann es bei hochdosierten Formen (z.B. Pestwurzextrakt als Arzneimittel) zu schwerwiegenden Leberfunktionsstörungen kommen. Daher sollten bei längerer Einnahme von Pestwurz regelmäßig die Leberwerte kontrolliert werden.
Pestwurz sollte nicht von folgenden Personengruppen eingenommen werden:
- Überempfindliche Personen
- Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen
- Schwangere und Stillende
Beim Kauf von Pestwurz-Präparaten sollte auf die Aufschrift "PA-frei" geachtet werden, um sicherzustellen, dass die giftigen Pyrrolizidinalkaloide entfernt wurden.
Weitere pflanzliche Mittel bei Migräne
Neben der Pestwurz gibt es auch andere pflanzliche Mittel, die bei Migräne eingesetzt werden können:
- Mutterkraut: Es wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend und kann die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
- Ingwer: Er wirkt krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend und kann bei akuten Migräneanfällen eingesetzt werden.
- Curcuma: Der Inhaltsstoff Curcumin hat antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften und könnte in der Migräneprophylaxe wirksam sein.
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