Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige Kopfschmerzen von großer Schmerzintensität gekennzeichnet ist. Sie wird durch verschiedene Schlüsselreize ausgelöst, darunter Stress, Umweltfaktoren, Ernährungsgewohnheiten, Wetterlagen und hormonelle Veränderungen. Insbesondere hormonelle Schwankungen, wie sie im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus oder den Wechseljahren auftreten, können eine Migräne auslösen oder verstärken. Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl die Akuttherapie als auch die Prophylaxe. Neben konventionellen Medikamenten spielen auch pflanzliche Mittel eine Rolle, wobei die Pestwurz hier eine besondere Bedeutung einnimmt.
Einleitung
Die hormonelle Migräne ist eine spezielle Form der Migräne, die bei Frauen im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen auftritt. Diese Veränderungen können während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten. Die Symptome der hormonellen Migräne sind ähnlich wie bei anderen Formen der Migräne, können aber durch die hormonellen Schwankungen verstärkt werden.
Die hormonelle Migräne
Hormonelle Einflüsse können für Attacken empfänglich machen, so dass manche Frauen Zusammenhänge zwischen ihrem Eisprung und dem Auftreten einer Migräne beobachten. Nicht selten leiden auch Pillenanwenderinnen - meist während der Einnahmepause der Antibaby-Pille - an Migräne, und zwar auch dann, wenn sie vor der Pilleneinnahme nie Probleme mit Kopfschmerzen hatten. Selbstverständlich kann nicht nur die Pille die Krankheit auslösen.
Hormonelle Veränderungen als Auslöser
Im Laufe der Wechseljahre kommt es zunächst zu schwankenden und anschließend zu sinkenden Östrogenwerten, was die Entstehung von Migräne begünstigen kann. Bei über der Hälfte aller Frauen, die vor ihren Wechseljahren bereits unter Migräne gelitten haben, verbessern sich die Symptome mit den Wechseljahren zwar. Bei den übrigen 40 Prozent bleiben sie leider unverändert bestehen oder verschlimmern sich sogar. Deine Migräne kam auch erst mit den Wechseljahren? Das ist zwar eher selten, kann aber vorkommen. In so einem Fall solltest du dich unbedingt an deinen Arzt beziehungsweise deine Ärztin wenden.
Symptome der hormonellen Migräne
Die Symptome der hormonellen Migräne können denen anderer Migräneformen ähneln, jedoch durch die hormonellen Schwankungen verstärkt werden. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
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- Einseitige, pulsierende Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Sehstörungen (Aura)
- Schwindel
Behandlung der hormonellen Migräne
Die Behandlung der hormonellen Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Hierzu können sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden.
Pestwurz als pflanzliche Option zur Migräneprophylaxe
Neben konventionellen Medikamenten werden auch pflanzliche Mittel zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Hierbei hat sich die Pestwurz als besonders wirksam erwiesen.
Was ist Pestwurz?
Pestwurz - das klingt erst einmal gefährlich. Und tatsächlich sind in der Pflanze sogenannte Pyrrolizidinalkaloide nachweisbar, die als potenziell leberschädigend eingestuft werden.
Wirksamkeit von Pestwurz bei Migräne
In der ärztlichen Leitlinie heißt es auch, dass für ein Pestwurz-Extrakt die Wirksamkeit in der Vorbeugung der Migräne in zwei Studien belegt worden ist. Somit steht hier der nachgewiesenen Wirksamkeit von Pestwurz in der Migräneprophylaxe ein mögliches Risiko für Leberentzündungen gegenüber. Ihre Inhaltsstoffe Petasin und Isopetasin wirken gefäßberuhigend und krampflösend. Studien zeigen: Wer regelmäßig Mutterkraut einnimmt, kann die Häufigkeit und Intensität von Attacken reduzieren. Aber: Mutterkraut hilft nicht akut, sondern vorbeugend - über Wochen oder Monate. Ein altes, aber wirkungsvolles Mittel gegen Migräne.
Anwendung und Dosierung von Pestwurz
Die Pestwurz ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, beispielsweise als Kapseln oder Tabletten. Die Dosierung sollte gemäß den Empfehlungen des Herstellers oder des behandelnden Arztes erfolgen.
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Mögliche Nebenwirkungen und Risiken
Aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide kann die Einnahme von Pestwurz-Präparaten mit einem Risiko für Leberschäden verbunden sein. Daher ist es wichtig, auf hochwertige Produkte zu achten, die von diesen Alkaloiden befreit sind. Zudem sollte die Einnahme von Pestwurz-Präparaten immer mit einem Arzt abgesprochen werden.
Weitere pflanzliche Mittel gegen Migräne
Neben der Pestwurz gibt es noch weitere pflanzliche Mittel, die bei Migräne eingesetzt werden können. Hierzu gehören:
- Mutterkraut
- Ingwer
- Curcuma
Mutterkraut
Das Mutterkraut gehört wie die Kamille zur Familie der Korbblütler und ähnelt ihr optisch sehr. Deshalb wird das Mutterkraut auch als „falsche Kamille“ bezeichnet. Dem Ruf des Mutterkrauts als Heilpflanze hat diese Bezeichnung nicht geschadet: Bereits seit vielen Jahrhunderten wird es zur Linderung von Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt - deswegen auch die Alternativbezeichnung Fieberkraut. Bei Beschwerden wie Bauch- und Zahnschmerzen findet Mutterkraut ebenfalls Verwendung. Aber wie steht es um die Bewertung des Mutterkrauts als pflanzliches Mittel zur Migränevorbeugung? Wissenschaftliche Untersuchungen konnten dem Mutterkraut eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung bestätigen, das gilt vor allem für den Inhaltsstoff Parthenolid. Eine 2004 durchgeführte und 2015 aktualisierte Analyse mehrerer Studien deutet zudem darauf hin, dass das Mutterkraut auch in der Migränevorbeugung eine gewisse Wirksamkeit besitzt. Jedoch ist der bislang nachgewiesene Effekt verglichen mit einem wirkungslosen Scheinarzneimittel (Placebo) als gering einzustufen. In der eben genannten Analyse mehrerer Studien wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen bei der Einnahme von Mutterkraut als Migränevorbeugung festgestellt.
Ingwer
In Europa vor allem als scharfes Küchengewürz und als Basis für aromatische Teezubereitungen bekannt, ist der Ingwer in Asien eine seit Jahrtausenden bekannte Heilpflanze. Ob Ingwer allerdings gegen Migräne wirkt, also konkret in der Vorbeugung von Migräne-Attacken und/oder in der Behandlung akuter Migräne-Attacken einem wirkungslosen Scheinmedikament (Placebo) überlegen ist, kann die medizinische Forschung bislang nicht gesichert beantworten. Es gibt eine brasilianische Studie, in der 107 Migränebetroffene in zwei Gruppen aufgeteilt wurden: Eine Gruppe erhielt dreimal täglich ein Ingwer-Extrakt in Kapselform, die andere Gruppe das wirkungslose Scheinpräparat. Vom Ingwer werden die unterirdisch wachsenden knolligen Triebe genutzt, die als Rhizom bezeichnet werden. Die Inhaltsstoffe des Ingwers werden traditionell als krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend beschrieben. Deshalb wenden manche Personen mit Migräne Ingwer-Zubereitungen bei akuten Migräneanfällen als Hausmittel an. Ob Ingwer gegen akute Migräne helfen kann, ist noch nicht ausreichend erforscht und beantwortet. Ingwer lindert Entzündung, stabilisiert Gefäßreaktionen und hilft gegen die Übelkeit, die viele Migränepatient:innen plagt.
Curcuma
Ob Curcuma oder Kurkuma - die optisch dem Ingwer ähnliche, aber im Inneren sehr intensiv gelblich gefärbte Knolle kennt beide Schreibweisen. Für eine mögliche Wirkung von Curcuma gegen Migräne und hier vor allem in der Migränevorbeugung untersuchen Forschende den Inhaltsstoff Curcumin. Eine Analyse experimenteller und klinischer Studien zu bestimmten Curcumin-Formen kam zu dem Zwischenfazit, dass Curcumin ein „vielversprechender Kandidat in der Vorbeugung und Kontrolle der Migräne“ sei - unter anderem wegen seiner antientzündlichen und schmerzlindernden Eigenschaften. Wie beim Ingwer werden bei Curcuma (oder Kurkuma) die Knollen als Gewürz beziehungsweise für die Anwendung als Heilpflanze genutzt.
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Konventionelle Behandlungsmethoden der Migräne
Die Therapieempfehlungen für die Behandlung der akuten Migräneattacke unterscheiden sich international nur wenig. Kontrollierte Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Akuttherapeutika sind verhältnismäßig einfach durchzuführen und die Ergebnisse sind problemlos von Land zu Land übertragbar. Entscheidend für die Uniformität der Empfehlungen ist auch, dass in der Akuttherapie unbestritten hochwirksame Substanzen zur Verfügung stehen. Damit können eindeutige, “harte” Effektivitätsparameter wie z.B.
Akuttherapie
Als wichtigste Grundregel in der Migräneakuttherapie gilt, dass die Einnahme von Kopfschmerzakutmedikation (Triptane wie Schmerzmittel) maximal an zehn Tagen pro Monat erfolgen sollte. Bestehen Migränebeschwerden an einem 11., 12. oder 13. Tag im Monat, gilt die Regel, dass der Patient diese Beschwerden ohne Akutmedikation durchstehen sollte, will er nicht das Risiko der Entstehung eines MÜK (Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerzes) eingehen.
Medikamentöse Prophylaxe
Mit der Einführung der Triptane zur Attackentherapie hat sich der Stellenwert der medikamentösen Migräneprophylaxe verändert. Die große Bedeutung der vorbeugenden medikamentösen Therapie beruhte in der Vergangenheit auf der Tatsache, dass wirksame und gut verträgliche Substanzen zur Attackenkupierung nicht ausreichend vorhanden waren. Die weiterhin auftretenden Migräneattacken mussten mangels effektiver oder verträglicher Akuttherapie dann jedoch meist durchlitten werden. Damit sahen sich die Betroffenen vor die Alternative gestellt, zwischen häufigen und unter Umständen schlecht behandelbaren Migräneattacken ohne medikamentöse Prophylaxe, oder möglicherweise selteneren Migräneattacken mit medikamentöser Prophylaxe zu wählen. Die Entscheidung fiel in der Regel zugunsten der medikamentösen Prophylaxe aus. Heute haben sich die Bedürfnisse der Patienten grundlegend verändert. Steht einem Migränepatienten eine verträgliche und effektive Akutmedikation zur Verfügung, wird er einer vorbeugenden Behandlung - die mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit mit Nebenwirkungen einhergeht und deren Wirkung auch noch unsicher ist - eher ablehnend gegenüber stehen. Dies gilt insbesondere, wenn man sich das übliche Wirksamkeitskriterium für die medikamentöse Vorbeugung vor Augen hält, welches lediglich eine 50 prozentige Abnahme der Attackenzahl fordert. Trotz der heute hocheffektiven medikamentösen Attackentherapie gibt es eine Reihe von Gründen für die medikamentöse Vorbeugung. Zum einen gibt es auch weiterhin Patienten, die vom Fortschritt der Triptane nicht profitieren können, weil bei ihnen entweder Gegenanzeichen für die Einnahme vorliegen (z.B. eine koronare Herzkrankheit) oder sie zu der Minderheit von Patienten gehören, bei denen Triptane nicht wirksam oder nicht verträglich sind. Folglich liegt das primäre Ziel der medikamentösen Migräneprophylaxe heute in der Reduktion der Tage, an denen Migränebeschwerden auftreten und damit die Einnahmehäufigkeit von Akutmedikamenten zu senken. Denn das übergeordnete Ziel muss es sein, die Entstehung eines MÜK zu verhindern.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Migräneprophylaxe
Neben medikamentösen und pflanzlichen Optionen gibt es auch eine Reihe von nicht-medikamentösen Maßnahmen, die zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden können. Hierzu gehören:
- Entspannungsverfahren
- Verhaltenstherapie
- Biofeedback-Therapie
- Akupunktur
Entspannungsverfahren
Anspannung und Stress gelten als mögliche Auslöser von Migräneanfällen. Auch psychische Belastungen, etwa durch eine Trennung der Eltern, Probleme in der Schule oder einen Umzug und damit verbundene Veränderungen können Migräne begünstigen. Bei häufigem Stress kann es sich lohnen, ein Entspannungsverfahren zu erlernen, um besser damit zurechtzukommen. Dies hilft manchen Kindern und Jugendlichen auch, Anfällen vorzubeugen oder sie zumindest abzuschwächen. Für Heranwachsende, die auf Stress mit Kopfweh oder Migräne reagieren, ist es außerdem wichtig, allgemein auf ausreichend Pausen im Tagesablauf zu achten. Auch Bewegung und Sport können helfen, Stress abzubauen - vorausgesetzt, er macht Spaß und es besteht kein Leistungsdruck. Es gibt unterschiedliche Entspannungsverfahren. Am weitesten verbreitet sind die sogenannte progressive Muskelentspannung (Muskelrelaxation) und das autogene Training. Beide Methoden müssen erlernt und geübt werden - entweder in einem Gruppenkurs oder mit einem Programm zum Selbstlernen. Bei der progressiven Muskelentspannung geht es darum, die einzelnen Muskelpartien des Körpers bewusst und wiederholt anzuspannen und wieder zu lösen. Auf diese Weise sollen sich Körper und Geist entspannen und beruhigen. Das autogene Training ist eine Technik, bei dem eine Art Selbst-Hypnose erreicht werden soll. In verschiedenen Übungen im Sitzen oder Liegen konzentriert man sich darauf, einzelne Körperteile zu spüren und sich intensiv in bestimmte Zustände wie Ruhe, Schwere, Wärme oder Kühle hineinzudenken.
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie ist eine psychotherapeutische Behandlungsmethode. Sie vermittelt Methoden und Strategien, die dabei helfen sollen, Migräneanfällen vorzubeugen. Dahinter steht die Theorie, dass bestimmte Verhaltensweisen und Einstellungen zur Entstehung von Migräneanfällen beitragen. Dies können etwa ungünstige Schlafgewohnheiten oder Probleme beim Umgang mit Stress sein. Im Rahmen der Behandlung lernen Kinder zum Beispiel, wie sie sich von den Schmerzen oder der Angst davor ablenken können. Sie erfahren außerdem, wie ihre Gedanken und Gefühle die Migräne beeinflussen können. Dies kann ihnen helfen, die Symptome als weniger quälend zu erleben und besser damit zurechtzukommen.
Biofeedback-Therapie
Die Biofeedback-Therapie soll helfen, bestimmte Vorgänge im eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen. Während einer Sitzung werden Sensoren auf die Haut geklebt, die zum Beispiel die Hirnaktivität oder die Hauttemperatur messen. Die Messung wird auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Durch bewusste Konzentration ist es mit einiger Übung meist möglich, zum Beispiel die Hauttemperatur willentlich zu verändern. Die Messwerte zeigen, ob dies gelingt. Wer lernt, eigene Körperfunktionen zu steuern, soll auf diese Weise auch beginnende Kopfschmerzen besser kontrollieren können.
Akupunktur
Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Behandlungsmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden. Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei manchen Menschen mit Migräne die Häufigkeit und Intensität der Anfälle reduzieren kann.
Migräne-Tagebuch
Das Führen eines Migräne-Tagebuchs kann dir dabei helfen, herauszufinden, welche persönlichen Trigger-Faktoren eine Migräneattacke begünstigen. Schreibe täglich über einige Woche hinweg auf, wie du dich fühlst; ob du gestresst bist, was du isst und trinkst, ob du Sport treibst, wie sich das Wetter verändert etc. Halte außerdem jeden Migräneanfall auf Papier fest und schreibe dazu, wann er aufgetreten ist und wie lange er andauert. So lassen sich nach einiger Zeit leichter Rückschlüsse darauf ziehen, was eine Attacke begünstigt.
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