Was tun, wenn Nerven im Arm einschlafen: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Ein unangenehmes Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Arm, oft als "eingeschlafener Arm" bezeichnet, ist ein weitverbreitetes Phänomen. Meistens ist es harmlos und verschwindet schnell, aber wiederholte oder anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, wenn Nerven im Arm betroffen sind, insbesondere im Zusammenhang mit dem Schlafen.

Ursachen für eingeschlafene Arme und Hände

Ein "eingeschlafener" Arm entsteht, wenn ein Nerv abgeklemmt wird. Dies geschieht häufig nachts, wenn man im Schlaf auf dem Arm liegt und so die Reizweiterleitung im Nerv gestört wird. Medizinisch wird diese Sensibilitätsstörung als "Parästhesie" bezeichnet. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für dieses Phänomen:

  • Druckschäden an Nerven: Medizinisch gesehen ist ein "eingeklemmter Nerv" fast nie der Fall. Eher zutreffend ist der Begriff bei Druckschäden an Nerven.
  • Karpaltunnelsyndrom: Hierbei wird der Mittelarmnerv (Nervus medianus) im Handgelenk durch eine Verengung des Karpaltunnels eingeengt.
  • Kubitaltunnelsyndrom (Sulcus-ulnaris-Syndrom): Hierbei wird der Ellennerv (Nervus ulnaris) im Bereich des Ellenbogens eingeengt.
  • HWS-Syndrom (C6-Syndrom): Nervenkompression am Austritt des Armnervengeflechts im Halswirbelbereich.
  • Bandscheibenvorfall: Eine verschobene Bandscheibe drückt auf einen Nerv.
  • Polyneuropathie: Eine Erkrankung, bei der die Reizweiterleitung der Nerven gestört ist, oft Folge von Diabetes oder chronischem Alkoholmissbrauch.
  • Schlaganfall: Plötzliche Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen.
  • Muskelverspannungen: Chronische Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich.
  • Stoffwechselstörungen: Stoffwechselstörungen können mit einem Taubheitsgefühl in der Hand oder im Arm einhergehen.
  • Hereditäre Neuropathie mit Neigung zu Druckläsionen (HNPP): Hier reagieren die Nerven besonders empfindlich auf Druckreize.

T-Rex-Arme und Schlafpositionen

Das Phänomen der "T-Rex-Arme" oder "Dinosaurier-Hände" beschreibt eine ungünstige Schlafhaltung, bei der die Arme unbewusst angewinkelt und unter das Kinn gezogen werden. Diese Position kann dazu führen, dass die Finger steif und taub werden.

  • Ursachen: Stress, Karpaltunnelsyndrom, Autismus oder Asperger-Syndrom können zu dieser verkrampften Schlafposition führen.
  • Auswirkungen: Verkrampfte Muskeln stören den Schlaf und führen zu Erschöpfung.
  • Empfehlungen: Stressabbau, Entspannung vor dem Schlafen und eine gute Schlafhygiene sind wichtig.

Die meisten Menschen wählen intuitiv die bequemste Einschlafposition. Studien zeigen, dass das Schlafen auf der Seite besonders beliebt ist, dicht gefolgt von der Rückenlage. Seltener wird auf dem Bauch geschlafen. Jeder Mensch wechselt etwa 35 Mal pro Nacht die Schlafposition. In welcher Position man einschläft, hat keine Auswirkungen auf die T-Rex-Arme. Sie werden unbewusst in jeder Schlafposition eingenommen.

Symptome eines eingeklemmten Nervs

Ein eingeklemmter Nerv kann sich auf unterschiedliche Weise äußern:

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  • Schmerzen: Von einem dumpfen Druckgefühl bis zu plötzlich einschießenden, brennenden oder stechenden Schmerzen.
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien): Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das Gefühl, dass Gliedmaßen "einschlafen".
  • Funktionsausfälle: Muskelschwäche oder vorübergehende Lähmungserscheinungen.
  • Weitere Symptome: Schwindel oder Erbrechen bei eingeklemmten Nerven im Bereich der Halswirbelsäule.

Diagnose

Die Diagnose eines eingeklemmten Nervs erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Anamnese (Erstgespräch): Der Arzt erfragt die Art und Dauer der Beschwerden sowie mögliche Auslöser.
  2. Körperliche Untersuchung: Der Arzt prüft die Beweglichkeit, Empfindlichkeit und das Vorhandensein von Gefühlsstörungen. Provokationstests wie das Hoffmann-Tinel-Zeichen oder der Phalen-Test können durchgeführt werden.
  3. Elektroneurografie: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um die Funktion des Nervs zu überprüfen.
  4. Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können Röntgenaufnahmen, MRT oder CT erforderlich sein, um andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle auszuschließen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines eingeklemmten Nervs richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Konservative Maßnahmen stehen oft im Vordergrund:

  • Schonung und Ruhigstellung: Vermeidung von Belastungen, die die Beschwerden verstärken. Eine Schiene kann helfen, das Handgelenk ruhig zu stellen.
  • Schmerztherapie: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen, Diclofenac). Kortisonspritzen können vorübergehend helfen.
  • Wärmebehandlung: Lockert verspannte Muskulatur.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Muskulatur.
  • Ergonomie: Anpassung des Arbeitsplatzes, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
  • Stressmanagement: Entspannungstechniken zur Reduzierung von Muskelverspannungen.
  • Alternative Therapien: Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT), Akupunktur, Ultraschalltherapie, Lasertherapie oder Magnetfeldtherapie. Die Wirksamkeit dieser Methoden ist jedoch nicht ausreichend belegt.

Operative Behandlung

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden:

  • Karpaltunnelsyndrom: Durchtrennung des Karpalbands, um den Druck auf den Mittelnerv zu verringern.
  • Kubitaltunnelsyndrom: Verlagerung des Ellennervs, um ihn aus der knöchernen Rinne zu befreien.
  • Bandscheibenvorfall: Minimalinvasiver Eingriff zur Entlastung des betroffenen Nervs.

Vorbeugung

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um einem eingeklemmten Nerv vorzubeugen:

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische, Handauflagen.
  • Regelmäßige Bewegung: Stärkung der Muskulatur und Vorbeugung von Verspannungen.
  • Stressmanagement: Entspannungstechniken zur Reduzierung von Muskelverspannungen.
  • Gesundes Körpergewicht: Entlastung der Wirbelsäule.
  • Vermeidung von Überlastung: Ausreichend Pausen bei Tätigkeiten, die das Handgelenk stark belasten.
  • Neutrale Handposition: Beim Schlafen, Arbeiten und Sport eine neutrale Handposition beibehalten.

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