Überempfindlichkeit des Gehirns: Wenn die Welt zu laut wird

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhalten hat. Betroffene nehmen ihre Umwelt intensiver wahr und reagieren stärker auf Reize. Dies kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Einerseits können hochsensible Menschen die Welt detailreicher und facettenreicher erleben, andererseits kann es schnell zu Reizüberflutung und Überforderung kommen.

Was bedeutet Hochsensibilität?

Der Begriff "hochsensibel" beschreibt Menschen mit einer überdurchschnittlich hohen Empfindsamkeit für Sinnesreize und emotionale Reize. Sie erfassen in einer Situation deutlich mehr Reize als "normal" sensible Menschen und verarbeiten Informationen auf eine tiefgründige Art und Weise. Elaine und Arthur Aron beschreiben Hochsensibilität als eine angeborene Eigenschaft, durch die Individuen Reize intensiver wahrnehmen und verarbeiten als andere. Im Englischen wird von "Sensory Processing Sensitivity" (SPS) gesprochen. Im Deutschen sprechen manche jedoch lieber von Hypersensibilität oder Hypersensitivität. Bei dieser habe das Gehirn eine andere Strategie, mit Sinneseindrücken umzugehen, erklärt Nguyen.

Anzeichen von Hochsensibilität

Hochsensible Menschen zeichnen sich oft durch große Empathie, Kreativität und eine tiefe innere Reflexion aus. Gleichzeitig können sie jedoch auch anfälliger für Reizüberflutung, Überstimulation und emotionalen Stress sein. Weitere Anzeichen können sein:

  • Empfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen: Starke Reaktionen auf Geräusche, Gerüche, helles Licht oder grobe Texturen.
  • Tiefe emotionale Reaktionen: Intensives Erleben von Emotionen und starke Empathie.
  • Überstimulation und Erschöpfung: Anfälligkeit für Reizüberflutung und Bedarf an regelmäßigen Ruhepausen.
  • Tiefe Reflexion und Überdenken: Intensives Nachdenken über das Leben und die eigenen Gedanken und Gefühle.
  • Feine Wahrnehmung von Details: Bemerkung subtiler Veränderungen und Nuancen in der Umgebung.
  • Intensive Kreativität: Ausgeprägte künstlerische Ader und tiefe Verbindung zur Kunst, Musik oder Literatur.

Ursachen der Hochsensibilität

Bis heute gibt es keine wissenschaftlich belegten Theorien, um die Ursachen von Hochsensibilität zu erklären. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren zu diesem Persönlichkeitsmerkmal beitragen können, darunter genetische, neurologische und Umweltfaktoren.

  • Genetische Faktoren: Studien haben gezeigt, dass hochsensible Eigenschaften in einigen Familien gehäuft auftreten können.
  • Neurologische Faktoren: Hochsensibilität kann mit Unterschieden in der Gehirnstruktur und -funktion verbunden sein. Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren haben gezeigt, dass bei hochsensiblen Menschen bestimmte Gehirnbereiche, die mit der Verarbeitung von Sinnesreizen und Emotionen in Verbindung stehen, intensiver aktiviert werden. Auch ein Teil des Zwischenhirns (Thalamus) scheint eine Rolle zu spielen. Dieser hat die Funktion als Filter eingehender Informationen, darüber zu entscheiden, welche äußeren und inneren Reize ins Bewusstsein dringen und welche nicht. Bei hochsensiblen Personen könnte er mehr Reize als relevant durchlassen, als bei „normal“ Sensiblen.
  • Umweltfaktoren: Traumatische Erfahrungen oder ein sensibles familiäres Umfeld können die Empfindsamkeit und Sensibilität einer Person verstärken. Gleichzeitig kann auch eine unterstützende und wertschätzende Umgebung dazu beitragen, dass sich die hochsensiblen Eigenschaften positiv entfalten können.

Die Rolle des Gehirns bei Hochsensibilität

Die Gehirne von Hochsensiblen zeigten viel mehr Aktivität als die Gehirne von Menschen ohne dieses Merkmal, sagt die Journalistin und Podcasterin Sarah Tekath. Reize könnten nicht einfach ausgeblendet werden. Das sei bei ungefähr jedem fünften Menschen in Deutschland so, sagt Philipp Yorck Herzberg, Professor für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik. Das Persönlichkeitsmerkmal ist eher wie ein Kontinuum.

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In einigen Studien der High-Sensitivity-Forschung wurde beobachtet, dass HSPs eine höhere Aktivität in den neuronalen Regionen im Gehirn aufweisen, vor allem in einem Teil der Großhirnrinde (Neokortex), der an der Steuerung der Aufmerksamkeit und Sinnesverarbeitung beteiligt ist.

Es ist wichtig zu wissen, dass neben unserem Gehirn („Kopfhirn“), welches Teil des zentralen Nervensystems ist und aus unzähligen Nervenzellen (Neuronen) besteht, unser Darm-Mikrobiom ein ähnlich funktionelles Netz aus Nervenzellen aufweist. Dieses enterische Nervensystem („Bauch-hirn“) ist zwar für sich autonom und unabhängig und doch steht es in ständiger Kommunikation mit dem Kopfhirn. Dieser Austausch erfolgt über die Darm-Hirn-Achse, von der über 90% der Informationen vom Darm zum Gehirn über Nervenbahnen, vor allem dem Vagusnerv, weitergegeben werden. Auch wenn diese Steuerung nicht bewusst von uns beeinflusst werden kann, gibt es eine Unterstützung die wesentlich dafür ist, ob die Kommunikation zwischen Bauchhirn und Kopfhirn negativ oder positiv ausfällt - unsere Darmbakterien.

Diagnose von Hochsensibilität

Es gibt keine offizielle medizinische Diagnose für Hochsensibilität. Hochsensibilität wird nicht als psychische Störung oder Krankheit angesehen. Bislang fehlt es deshalb an einheitlichen Diagnoseverfahren. Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen „normaler“ Sensibilität und Hochsensibilität. Da die Charaktereigenschaft keine Krankheit ist, gibt es nur wenige Studien und Behandlungsansätze.

Betroffene können die Möglichkeit verschiedener Selbsttests in Büchern oder im Internet nutzen, um eine Neigung zu stark ausgeprägten sensiblen Verhalten festzustellen. Diese Tests richten sich nach der HSP-SKALA. Dahinter verbirgt sich die englischsprachige Bezeichnung „Highly Sensitive Person Scale“ und ist ein ausführlicher Fragebogen zur Feststellung von Reaktionen auf Umwelt und deren Reize. Die Fragen wurden von Elaine Aron vorgestellt. Ziel war es, die Hochsensibilität leichter festzustellen. Treffen 14 der gestellten Fragen zu, so kann von einer Hochsensibilität ausgegangen werden. Allerdings handelt es sich beim Ergebnis des Fragebogens nur um ein Indiz und sollte nicht als Diagnose gesehen werden.

Umgang mit Hochsensibilität

Zunächst ist es wichtig, dass hochsensible Menschen einen guten Umgang mit der eigenen Charaktereigenschaft finden. Es tut gut, sich selbst damit bewusst anzunehmen, die eigenen Bedürfnisse und Herausforderungen zu kennen und wahrzunehmen und sich verstehen zu lernen. So ist es möglich, sein Leben entsprechend auszurichten.

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Tipps für hochsensible Menschen:

  • Zeigen Sie Ihre Gefühle offen und schämen Sie sich nicht dafür.
  • Versuchen Sie öfter mal „Nein“ zu sagen oder sprechen Sie aus, wenn Sie etwas stört.
  • Nehmen Sie Kritik nicht allzu persönlich.
  • Schaffen Sie sich Rückzugs- und Ruhephasen.
  • Achten Sie auf eine angenehme ruhige Umgebung.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig oder treiben Sie Sport.
  • Entspannen Sie sich um Stress abzubauen. Yoga, Pilates oder progressive Muskelentspannung kann Ihnen dabei helfen.

Tipps für den Umgang mit hochsensiblen Menschen:

  • Akzeptieren und respektieren Sie die Empfindsamkeit und die individuellen Bedürfnisse hochsensibler Menschen.
  • Achten Sie auf Wortwahl und Tonfall, da hochsensible Menschen subtile Nuancen wahrnehmen können.
  • Vermeiden Sie Überstimulation, indem Sie eine ruhige und angenehme Umgebung schaffen.
  • Respektieren Sie die Grenzen hochsensibler Menschen, wenn sie Zeit für sich alleine benötigen.
  • Zeigen Sie Mitgefühl und unterstützen Sie in emotional herausfordernden Situationen.

Hochsensibilität als Chance

Hochsensibilität hat in der Regel zwei Seiten: Sie kann eine Belastung sein - und ein Potenzial. „Hochsensible Menschen sind häufig besonders empathisch, kreativ, intuitiv und detailgenau“, so Junge. Reizüberflutung kann aber auch zu rascher Überforderung oder erhöhter Stressanfälligkeit führen. Während manche Forscher davon ausgehen, dass hochsensible Menschen eine andere Hirnaktivität zeigen und Reize unter Einbeziehung anderer Hirnregionen tiefer verarbeiten, zweifeln andere Wissenschaftler an dem Konzept.

Wenn Menschen eine Hochsensibilität bei sich erkennen, können sie diese für sich nutzen und zu einer richtigen Superkraft entwickeln. Aufgrund der vertieften Informationsverarbeitung können viele hochsensible Personen z.B. neues Wissen besonders gut abspeichern. Sie gelten deshalb auch als gute Zuhörer, da sie sich viele Einzelheiten eines Gesprächsverlauf merken können. Hinzu kommt, dass sie sich in ihr Gegenüber einfühlen und mitdenken können. Zudem erleben Menschen mit Hochsensibilität ihre Umwelt oft als detail- und facettenreicher als nicht-hochsensible Menschen. Das kann z.B. in kreativen Bereichen genutzt werden. Und auch die verstärkte Emotionalität kann von Vorteil sein, wenn angenehme Emotionen vertieft erlebt und ausgekostet werden.

Reizüberflutung und ihre Folgen

Viele Alltagsgeräusche nehmen wir deshalb nicht mehr bewusst wahr, weil unser Gehirn sie einfach herausfiltert. Bei einer Reizüberflutung befindet sich der Körper im Dauerstress. Für die Betroffenen wird es in manchen Fällen beinahe unmöglich, ein normales Leben zu führen. Was für andere Menschen selbstverständlich ist, wird für hochsensible Personen zu einer Herausforderung. Die dauerhafte Einschränkung kann dabei insbesondere auch zu einer ernstzunehmenden psychischen Belastung führen - zumal dem Umfeld oft das nötige Verständnis fehlt.

Grundsätzlich gilt für alle Menschen: Wenn zu viele Reize und Eindrücke gleichzeitig verarbeitet werden müssen, löst das im Körper Stress aus. Stress ist jedoch eine der häufigsten Ursachen für viele psychische und physische Erkrankungen und sollte nach Möglichkeit vermieden werden, zumindest wenn es sich um negativen Stress handelt. Im Falle einer Hochsensibilität ist die Grenze zu einer überforderten Wahrnehmung besonders niedrig und schnell erreicht und teils auch überschritten. Dann ist eine richtige Reaktion gefragt, um unangenehme Symptome zu verhindern bzw. Oft treten die Symptome zu Beginn einer solchen Überempfindlichkeit nur sehr vereinzelt und nahezu unmerklich auf, was eine rechtzeitige korrekte Diagnose erschwert. Das Phänomen ist noch nicht gänzlich erforscht und die Psychologie sucht noch immer nach Antworten auf diese besondere Herausforderung.

Hochsensible Menschen weisen häufig Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Ängste und Aggressionen auf. Im Extremfall kann es zu Depressionen, chronischen Schmerzzuständen, Migräne und sogar dem Burnout-Syndrom kommen. Wichtig: Je länger eine Reizüberflutung unerkannt bleibt, desto größer ist ihre Auswirkung auf die Gesundheit. Unbeachtet kann sie auch langfristige Beeinträchtigungen im Alltag begünstigen, die möglicherweise sogar über einen längeren Zeitraum eine Medikation notwendig machen.

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Umgang mit Reizüberflutung

Da sich die Auslöser also nicht vermeiden lassen, ist der richtige Umgang mit ihnen umso wichtiger. Die innere Alarmanlage des Körpers lässt sich nämlich überlisten - zumindest teilweise. Wichtig: Wenn Sie feststellen, dass Sie oder Ihr Kind übermäßig stark auf Reize reagieren und Ihnen die genannten Tipps keine Erleichterung verschaffen, sollten Sie möglichst bald professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine simple Methode, das Gehirn vor Auslösern zu schützen, ist die innere Stimme. Mit einem inneren Summen lässt der Resonanzkörper im Kopf Geräusche von außen verstummen oder zumindest leiser werden. Ein wichtiger Schlüssel ist auch Ruhe, die in der modernen Welt oftmals schon als purer Luxus gilt. Ruhe entsteht allerdings nicht von selbst, sondern muss gezielt gesucht und geschaffen werden. Gönnen Sie Ihrem Gehirn daher regelmäßig Ruhephasen, in denen jeder mögliche Reiz von außen ausgeschlossen wird. Das heißt: Kein Handy, kein Fernseher, kein Laptop und vor allem kein Multi Tasking. Bei Kindern kommt dem familiären Umfeld außerdem eine besondere Bedeutung zu. Eltern und Familie sollten einen Ausgleich schaffen, um hochsensible Kinder aufzufangen und der Reizüberforderung eigene Akzente entgegenzusetzen - denn in den meisten Fällen sucht ein Kind nicht von sich aus Ruhe und Entspannung und kann sich gegen Reizeinflüsse nur schlecht selbst zur Wehr setzen.

Was können Gesellschaft und Betroffene tun?

  1. Mehr Forschung und Aufklärung: Es ist wichtig, noch mehr zu Hochsensibilität zu forschen und die Ergebnisse breiter bekannt zu machen. Durch mehr Wissen zum Thema kann ein Klima gefördert werden, in dem die Grenzen anderer noch mehr respektiert werden; auch wenn sie nicht so sensibel veranlagten Personen vielleicht nicht direkt nachvollziehbar erscheinen.
  2. Reizarme Umgebungen schaffen: Umgebungen mit reduzierten Reizen sind eine große Erleichterung für viele Personen, die sensibler reagieren als andere. Einkaufen im Supermarkt kann für sie durch Musik, Werbung und grelles Licht belastend sein. Es gibt Supermärkte, die darauf reagiert und eine „stille Stunde“ eingeführt haben, so zum Beispiel in Hannover.
  3. Sensibilität in der Gesellschaft wertschätzen: Auch für eine diverse Gesellschaft ist Sensibilität wichtig, meint die Soziolinguistin Jinan Dib. Über Sensibilität nachzudenken, kann auch für das Aufbrechen von Stereotypen hilfreich sein. Der Psychotherapeut Tom Falkenstein etwa engagiert sich dafür, Männlichkeit und Sensibilität als etwas Positives zusammenzubringen.

Die Bedeutung der Darm-Hirn-Achse

Aktuelle Studien rücken die Bedeutung des Darm-Mikrobioms (Gesamtheit der Mikroorganismen im Verdauungstrakt) in der bidirektionalen Kommunikation zwischen Darm und Gehirn immer mehr in den Vordergrund. Menschen mit ständig hoher Belastung, Überreizung, Überforderung und nur geringen Erholungsphasen im Alltag entwickeln häufig ein auffälliges Stressmuster. Bei hochsensiblen Menschen ist das Risiko für derart chronischen Stress sogar deutlich erhöht, da sie auf Belastungen viel schneller mit Stress reagieren.

Unterstützung für hochsensible Menschen

Für hochsensible Personen eignet sich die Einnahme von OMNi-BiOTiC® STRESS Repair besonders gut. OMNi-BiOTiC® STRESS Repair ist ein Multispezies-Probiotikum, dass neun aktive Bakterienstämme beinhaltet, die nachweislich den Folgen von Stress entgegenwirken und somit eine zentrale Rolle bei stressbedingt verstärkten Verdauungsstörungen spielt. Der gezielte positive Aufbau der Darmbarriere durch die Gabe medizinisch relevanter Probiotika wie OMNi-BiOTiC® STRESS Repair stärkt die Darmbarriere, wirkt den systemischen und den darmassoziierten Entzündungsreaktionen entgegen und kann die Hormonproduktion stabilisieren.

Für unsere Nerven, Stoffwechselvorgänge und Wohlbefinden sind B-Vitamine essenziell. META-CARE® B-Complex enthält alle 8 Vitamine der B Gruppe in ihrer biologisch aktiven Form, die dadurch effizient resorbiert werden und somit für ihre Aufgaben schnellstmöglich zur Verfügung stehen. Ein weiterer Bestandteil in META-CARE® B-Complex ist Phosphatidylserin, das in besonders hohen Mengen im Gehirn vorkommt und dort ein wesentlicher Bestandteil aller Zellmembranen ist. Phosphatidylserin ist von großer Bedeutung bei der Reizübertragung zwischen den Nervenzellen und ist für die Verarbeitung und Übertragung eingehender Informationen verantwortlich.

Magnesium ist DAS „Mineral für Psyche und Nervensystem“ - Es wird nahezu überall in unserem Körper und unseren Zellen benötigt. Magnesium übernimmt wichtige Aufgaben, wie die Muskelfunktion, den Erhalt gesunder Zähne und Knochen, ist essentiell für den Energiestoffwechsel und das Elektrolytgleichgewicht. Ein erhöhter Bedarf an Magnesium entsteht meist durch Sport, Stress und regelmäßige Medikamenteneinnahme. META-CARE® Magnesium Plus liefert Magnesium in der organischen Verbindung Magnesiumbisglycinat, die eine sehr gute Bioverfügbarkeit aufweist und daher vom Körper optimal aufgenommen werden kann. Die Formel wird mit Vitamin D3 in einem idealen Verhältnis ergänzt und liefert so eine zusätzliche Unterstützung für Muskeln, Knochen und Zähne.

Hyperakusis: Eine extreme Form der Geräuschempfindlichkeit

Hektik im Alltag, Stress in der Arbeit, ständiger Verkehrslärm - jeden Tag wirken die unterschiedlichsten Einflüsse auf unseren Organismus ein. Die zunehmende Geschwindigkeit in unserem Leben führt zu einer Mehrbelastung, die auch unsere Sinne unter Druck setzt. Oft kommt es zu einer Überreizung des Hörsystems und einer starken Geräuschempfindlichkeit, der Hyperakusis. Mit der passenden Therapie gibt es jedoch gute Heilungschancen.

Die Hyperakusis hat, ähnlich wie der Tinnitus, unterschiedliche Ursachen. Zu den organischen Ursachen gehören vor allem Innenohr-Schwerhörigkeiten. Auch bestimmte Epilepsie-Formen, Vorzeichen einer Migräne oder Medikamenten-Nebenwirkungen kommen in seltenen Fällen als Auslöser in Betracht.

Zu einer funktionierenden Hörverarbeitung gehört die Trennung von störendem und nützlichem Schall. Unser Gehör hat dazu bestimmte Filtermechanismen, die die jeweiligen akustischen Informationen entsprechend weiterleiten oder, falls nötig, hemmen. Bei der Hyperakusis kann sich die Aufmerksamkeit auch auf bestimmte Geräusche richten. Dabei werden spezielle, emotional negativ besetzte Geräusche als unangenehm empfunden - obwohl die Lautstärke nicht sehr hoch ist (Beispiel: quietschende Tür). Stress und psychische Belastungen können diese Empfindlichkeit noch verstärken. So wird ein Kreislauf aus Angst vor Geräuschen und negativer Verstärkung in Gang gesetzt.

Die Geräuschempfindlichkeit führt mehr und mehr zum Rückzug aus sozialen Aktivitäten, da auch normale Lautstärken zunehmend als unerträglich empfunden werden. Die Stressbelastung für das Nervensystem nimmt zu. Die Betroffenen geraten in einen Teufelskreis, in dem sich die Empfindlichkeit quasi selbst verstärkt.

Sensibilitätsstörungen und Polyneuropathie

Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, also der Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark verlaufen. Diese Nerven sind dafür verantwortlich, Berührungen, Temperatur oder Schmerzempfindungen wahrzunehmen und Bewegungen der Muskeln zu steuern. Bei einer Polyneuropathie sind mehrere periphere Nerven geschädigt. Dadurch ist die Weiterleitung von Signalen zwischen Gehirn, Rückenmark und den übrigen Körperregionen beeinträchtigt - sowohl in Richtung der Gliedmaßen als auch zurück zum zentralen Nervensystem. In der Folge kann es zu Symptomen wie Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen kommen, die typischerweise in den Füßen beginnen und sich allmählich ausbreiten.

Brain Fog: Wenn der Nebel im Kopf die Klarheit raubt

Brain Fog, auch Gehirnnebel genannt, ist ein weitverbreitetes Phänomen, das dir jegliche Konzentration raubt und deinen Blick aufs Wesentliche „vernebelt". Du kannst nicht mehr klar denken, vergisst die einfachsten Sachen und fühlst dich wie in Watte gepackt. Meist liegen harmlose Ursachen hinter dem seltsamen Gefühl, die du leicht beheben kannst, um deinen Verstand wieder zu schärfen.

Häufige Ursachen für Brain Fog:

  1. Ernährung: Eine unausgewogene oder falsche Ernährung kann zu einem schnellen Leistungsabfall im Gehirn führen.
  2. Unverträglichkeiten und Allergien: Bestimmte Nahrungsmittel wie Gluten, Nüsse oder Milchprodukte können Brain Fog auslösen.
  3. Flüssigkeitsmangel: Wassermangel verursacht Konzentrationsprobleme und kann die kognitiven Fähigkeiten drastisch reduzieren.
  4. Nährstoffmangel: Ein Mangel an Vitamin B12, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Rosenwurz oder Magnesium kann Brain Fog verursachen.
  5. Schlafmangel: Wenn das Gehirn nachts nicht abschalten und sich erholen kann, ist es am nächsten Tag nicht voll leistungsfähig.
  6. Stress: Zu viel negativer Stress kann die Gehirnzellen schädigen und Brain Fog verursachen.
  7. Kaffee-Entzug: Der Entzug von Kaffee oder Schwarztee kann zu Entzugserscheinungen wie Brain Fog und Kopfschmerzen führen.
  8. Bewegungsmangel: Zu wenig körperliche Bewegung kann die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und Brain Fog verursachen.
  9. Umweltgifte: Toxine wie Formaldehyd oder Polychlorierte Biphenyle können Brain Fog auslösen.

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