Bei einer Parese, insbesondere einer Halbseitenlähmung (Hemiparese), können alltägliche Aufgaben wie das Aufstehen aus der Badewanne zu einer großen Herausforderung werden. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die den Alltag erleichtern und die Selbstständigkeit fördern können. Dieser Artikel gibt einen Überblick über verschiedene Hilfsmittel, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Parese zugeschnitten sind.
Mobilitätshilfen
Mobilität ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität. Verschiedene Hilfsmittel können Menschen mit Parese dabei unterstützen, mobil zu bleiben:
- Gehhilfen: Rollatoren, Gehstützen und Gehstöcke bieten Unterstützung und Sicherheit beim Gehen.
- Rollstühle: Adaptiv-, Elektro- und Pflegerollstühle ermöglichen Fortbewegung und Mobilität. Adaptivrollstühle lassen sich gut an verschiedene Aktivitäten anpassen, während Elektrorollstühle bei geringer Muskelkraft oder eingeschränkter Beweglichkeit eingesetzt werden. Für Rollstuhlfahrer mit wenig Kraft gibt es kraftverstärkende Zusatzantriebe.
Trainings- und Therapiegeräte
Um Bewegungseinschränkungen entgegenzuwirken, können Trainings- und Therapiegeräte für zu Hause eingesetzt werden. Diese Geräte sind oft für das Training im Sitzen oder Liegen geeignet und berücksichtigen die Halbseitenlähmung.
Hand- und Armversorgungen
Bei einer Lähmung der Hände und Arme können Hand- und Armversorgungen die Bewegungsausführung unterstützen oder den Arm bzw. die Hand stabilisieren. EazyHold® Universal-Manschetten erleichtern das Greifen und Halten von Gegenständen für Kinder und Erwachsene. Sie sind anpassungsfähig, hygienisch und in verschiedenen Größen erhältlich.
Hilfsmittel bei Fußheberlähmung
Eine Fußheberlähmung kann die Gangsicherheit beeinträchtigen. Hilfsmittel wie Fußheberorthesen heben den hängenden Fuß im Gehen an und erhöhen so die Sicherheit.
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Positionierungshilfen
Positionierungshilfen gewährleisten eine ergonomisch optimale Körperposition und können Beschwerden reduzieren.
Patientenlifter und Personenlifter
Patientenlifter oder Personenlifter minimieren den körperlichen Aufwand beim Heben und Umsetzen von pflegebedürftigen Menschen. Sie eignen sich besonders für den Transfer von Personen, die nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können.
Arten von Patientenliftern
- Mobile Lifter: Diese Lifter haben ein fahrbares Gestell und können überall eingesetzt werden. Es gibt auch transportable mobile Lifter für unterwegs.
- Stationäre Lifter: Diese Lifter sind fest an der Wand oder Decke installiert und halten den Boden frei. Deckenlifter sind besonders effektiv für den Transfer vom Bett ins Bad. Es gibt auch Umhänge-Deckenlifter, die weniger Platz benötigen.
- Stehlifter: Diese Lifter setzen ein gewisses Maß an Restmobilität voraus und transportieren Pflegebedürftige sicher und bequem.
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Patientenliftern
- Die richtige Anwendung ist entscheidend. Pflegende sollten einen Pflegekurs besuchen, um die richtige Technik zu erlernen.
- Vor der Anschaffung sollte man sich von einem ambulanten Pflegedienst oder einem Pflegeberater beraten lassen.
- Der Haus- oder Facharzt kann das Hilfsmittel verordnen.
- Die Kosten werden in der Regel von der Kranken- und Pflegeversicherung übernommen oder bezuschusst.
- Es gibt auch die Möglichkeit, einen Patientenlifter als Pflegehilfsmittel zu beantragen. Hierfür ist kein ärztliches Rezept, aber ein Pflegegrad erforderlich.
- Der Hersteller liefert einen Wartungsplan mit. Reparaturkosten werden in der Regel von der Kranken- und Pflegekasse übernommen.
- Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Kasse auch die Stromkosten.
Hilfsmittel für den Sanitärbereich
- Bad-Haltegriffe: Der Bad-Haltegriff Liberty Mobilgrip lässt sich ohne Bohren an glatten Oberflächen anbringen und bietet Sicherheit beim Ein- und Aussteigen aus der Badewanne oder Dusche. Eine Sicherheitsanzeige zeigt an, ob der Griff korrekt angebracht ist.
- Fußbürste mit Saugnäpfen: Diese Bürste erleichtert die tägliche Fußpflege ohne Bücken.
- Duschstühle und Duschhocker: Sie bieten eine Sitzgelegenheit in der Dusche und erhöhen die Sicherheit.
- Badewanneneinstiegshilfen: Sie erleichtern den Einstieg in die Badewanne.
- WC-Sitzerhöhungen: Erleichtern das Hinsetzen und Aufstehen von der Toilette.
- Haltegriffe für die Toilette: Bieten zusätzliche Sicherheit beim Aufstehen.
Alltagshilfen für einseitig Gelähmte
Einhand Hilfsmittel sind kleine Helfer, mit denen der Alltag ein Stück leichter zu bewältigen ist:
- Einhänderbretter: Zum Bestreichen von Broten oder Schneiden von Lebensmitteln.
- Spezialteller: Zum einhändigen Essen.
- Besteck mit Messer- und Gabelfunktion in einem.
- Vorratsbehälter: Die sich mit einer Hand leicht öffnen lassen.
- Flaschenhalter: Erleichtert das Einschenken aus PET-Flaschen.
- Deckelöffner: Für Schraubdeckel und Konserven-/Getränkedosen mit Zugring.
- Griffverdicker: Für Stifte, Werkzeuge oder Bestecke.
- Elastische Schnürsenkel: Erleichtern das An- und Ausziehen von Schuhen.
- Knöpfhilfe: Erleichtert das Öffnen und Schließen von Knöpfen und Reißverschlüssen.
- Küchen-Arbeitsstation: Bietet Unterstützung bei der Essenszubereitung.
- Einhand-Funktions Vorratsdosen: Lassen sich mit einer Hand öffnen und schließen.
VELA-Stühle als Hilfsmittel
VELA-Stühle sind speziell für Menschen mit Beeinträchtigungen entwickelt und können den Alltag erleichtern:
- Mehr Mobilität: Trotz einseitiger Beinkraft kommt man im Haus voran.
- Selbstständige Bewegungsfreiheit: Man kann sich selbstständig auf andere Möbel oder Hilfsmittel umlagern. Eine elektrische Aufstehhilfe sorgt für einfaches Umlagern ohne Hilfe von Angehörigen.
- Eine stabile Sitzposition mit gutem Halt: Sitz und Rückenlehne können individuell eingestellt werden.
- Sicheres und unabhängiges Bewegen: Eine Bremse sorgt für Stabilität und Sicherheit beim Umsetzen.
- Armlehnen: Bieten zusätzliche Unterstützung beim An- und Auskleiden oder beim Aufstehen.
- Bessere Haltung: Eine hohe Rückenlehne und optionale Körperstützen halten den Körper in einer gesunden Sitzposition.
Hebehilfen für Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS)
Für Menschen mit ALS gibt es spezielle Hebehilfen, die die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten:
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- Hebelifter von Handi-Move: Diese Lifter erleichtern das Aufstehen, Hinlegen, Umsetzen in den Rollstuhl und die Fortbewegung im Haus.
- Deckenlifter: Ermöglichen den Transfer von Raum zu Raum, auch durch Türen und um Ecken.
- Mobile Lifter: Können die gleichen Aufgaben übernehmen, sind aber nur in Verbindung mit einer betreuenden Person zu bedienen.
- Hebetücher und Hebebügel: Dienen als Aufnahmesystem für den Menschen.
Schlaganfall Hilfsmittelkatalog
Ein Schlaganfall Hilfsmittelkatalog ist in Bereiche des Alltags unterteilt, inklusive Erklärungen zum besten Einsatz. Vorübergehende oder dauerhaft verlorene Fähigkeiten lassen sich mit Hilfsmitteln nach einem Schlaganfall ausgleichen.
Hilfsmittel für die Dusche oder Badewanne
- Rutschsichere Umgebung: Haltegriffe (rostfrei und geriffelt), Anti-Rutschmatte.
- Begehbare Dusche: Mit Anti-Rutschmatte, Haltegriff und Duschstuhl.
- Badewanneneinstiegshilfen: Für mehr Sicherheit beim Ein- und Ausstieg.
- Badewannensitzbrett: Verhindert den tiefen Einstieg in die Badewanne.
- Transferstuhl: Ermöglicht das Hineinschieben in die Badewanne.
- Elektrische Badewannenausstieghilfe: Hilft beim Aussteigen aus der Badewanne.
Hilfsmittel für den Klogang
- Toilettensitzerhöhung: Erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen.
- Haltegriff an der Wand: Gibt zusätzliche Sicherheit.
- Klostuhl: Für den Klogang in der Nacht.
- Inkontinenzprodukte: Einlagen, Urinalkondome.
Hilfsmittel für die Nahrungsaufnahme
- Rutschfeste Teller mit Schiebekante: Erleichtern das einhändige Essen.
- Bestecke mit verdicktem Griff: Lassen sich bei Feinmotorikstörungen einfacher greifen.
- Schneidebretter mit integriertem Messer: Für Einhänder.
- Teller mit Zylinder: Verhindern das Verrutschen der Lebensmittel.
- Suppenteller mit Neigung im Boden: Erleichtern das Löffeln von flüssigen Speisen.
- Griffverdickungen für Besteck: Ermöglichen die Wiederverwendung von altem Besteck.
- Lerntrinkbecher oder Schnabelbecher: Erleichtern das Trinken.
- Metall Strohalme: Wiederverwendbar und leicht zu reinigen.
- Verdickungsmittel für Flüssigkeiten: Bei Schluckstörungen (Dysphagie).
Hilfsmittel für das Anziehen
- Gleitschienen mit Zugband: Erleichtern das Anziehen von Socken oder Hosen.
- Schnellverschluss Schnallen für Gürtel: Ermöglichen das einhändige Öffnen und Schließen.
- Kleidung mit Reißverschlüssen und Reißverschlussverlängerungen.
Hilfsmittel für das Gehen
- Gehstöcke: Einpunktstöcke, Vierpunktstöcke oder Walkingstöcke.
- Rollatoren: Entlasten die Beine vom ganzen Körpergewicht und geben Sicherheit.
- Rollstühle: Bringen Mobilität zurück, ohne dass man gehen muss.
- Fußheberorthese: Verbessert das Gangbild und die Sicherheit bei einer Vorfußheberlähmung.
Hilfsmittel für das Schlafen
- Langes Rückenkeilkissen: Ermöglicht das Schlafen in aufrechter Position.
- Ergonomische Beinkissen: Lassen die Beine hochlagern.
- Knie- und Kopfkissen für Seitenschläfer.
Hebehilfen und Umsetzhilfen
- Transfergurte: Helfen beim Aufstehen, Hinsetzen und Umsetzen.
- Drehscheiben: Ermöglichen das Umsetzen von Personen, die noch aus eigener Kraft stehen können.
- Rutschbretter: Schließen die Lücke zwischen Rollstuhl und Bett, Auto, Sessel oder ähnlichem.
- Gleitmatten: Erleichtern Positionswechsel im Bett.
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