Augentränen und neurologische Erkrankungen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Augentränen, auch Epiphora genannt, können ein lästiges und beeinträchtigendes Problem darstellen. Während gelegentliches Augentränen normal ist, kann übermäßiges oder anhaltendes Augentränen auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. In einigen Fällen können neurologische Erkrankungen eine Rolle bei der Entstehung von Augentränen spielen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Augentränen im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, die verschiedenen Arten von Augentränen, die Symptome und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.

Einführung in Augentränen und neurologische Erkrankungen

Augentränen sind ein natürlicher Prozess, der dazu dient, die Augen feucht zu halten und vor Reizungen zu schützen. Tränen werden von den Tränendrüsen produziert und über die Augenoberfläche verteilt. Anschließend fließen sie durch die Tränenwege in die Nase ab. Wenn dieser Abfluss gestört ist oder die Tränenproduktion übermäßig ist, kann es zu Augentränen kommen.

Neurologische Erkrankungen können Augentränen verursachen, indem sie die Nervenbahnen beeinflussen, die die Tränenproduktion und den Tränenabfluss steuern. Schädigungen des Gehirns, des Nervensystems oder der Augenmuskeln können zu einer Fehlfunktion dieser Nervenbahnen führen, was zu Augentränen führen kann.

Ursachen von Augentränen im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen

Verschiedene neurologische Erkrankungen können Augentränen verursachen. Zu den häufigsten gehören:

  • Nystagmus: Nystagmus ist eine Augenbewegungsstörung, die sich durch schnelle, rhythmische Bewegungen der Augen äußert. Das Augenzittern kann in allen Richtungen, sowohl horizontal als auch vertikal auftreten und kann scharfes Sehen beeinträchtigen. Einige Menschen mit Nystagmus haben Schwierigkeiten, ihren Blick auf ein Objekt zu richten, während andere übermäßig schnelle Augenbewegungen aufweisen. Es können sowohl Kinder als auch bei Erwachsene betroffen sein. Das Augenzittern kann sowohl angeboren sein als auch erworben werden und kann sich im Laufe des Lebens verschlechtern.
  • Schlaganfall: Nystagmus kann eine Folge eines Schlaganfalls sein. In einigen Fällen tritt der Nystagmus direkt nach einem Schlaganfall auf, in anderen Fällen kann er erst Wochen oder Monate später auftreten. Augenzittern, das durch einen Schlaganfall verursacht wird, kann in jede Richtung auftreten und sich auf ein oder beide Augen auswirken.
  • Kopfverletzungen: Kopfverletzungen können zu Schädigungen des Gehirns oder des Nervensystems führen, was zu Nystagmus führen kann. Es kann auch ein Ergebnis von Schäden an den Augenmuskeln oder dem Innenohr sein, die durch eine Kopfverletzung verursacht werden.
  • Multiple Sklerose: Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die die Nervenbahnen im Gehirn und Rückenmark schädigen kann. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, einschließlich Augentränen.
  • Morbus Parkinson: Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die die Bewegungskoordination beeinträchtigt. Sie kann auch die Nervenbahnen beeinflussen, die die Tränenproduktion steuern, was zu Augentränen führen kann.
  • Zerebralparese: Zerebralparese ist eine Gruppe von Bewegungsstörungen, die durch Schädigungen des Gehirns während der Entwicklung verursacht werden. Sie kann die Muskeln beeinflussen, die die Augenbewegungen steuern, was zu Augentränen führen kann.
  • Enzephalitis: Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die durch Infektionen oder Autoimmunerkrankungen verursacht werden kann. Sie kann die Nervenbahnen im Gehirn schädigen, was zu Augentränen führen kann.
  • Hirntumore: Tumoren im Gehirn können auf die Nervenbahnen drücken, die die Tränenproduktion und den Tränenabfluss steuern, was zu Augentränen führen kann.
  • Fazialisparese: Die Fazialisparese ist eine Lähmung des Gesichtsnervs, die zu einer Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskeln führt. Dies kann den Lidschluss beeinträchtigen, was zu Augentränen führen kann.
  • HWS: Nystagmus kann auch durch eine Halswirbelsäulenverletzung verursacht werden. Wenn die Halswirbelsäule geschädigt wird, können sich bestimmte Muskeln des Nackens zusammenziehen und Druck auf das visuelle System ausüben. Das zeigt sich häufig durch anhaltende Kopfschmerzen, Schwindel oder Nackensteifigkeit.
  • Gehirnerschütterung: Durch eine Gehirnerschütterung kann es zu einer Schädigung des Gleichgewichtsorganes im Innenohr oder des Gleichgewichtszentrums im Gehirn kommt. Der Nystagmus tritt auf, wenn die Augenmuskeln unkoordiniert und ungleichmäßig arbeiten, was zu einer unkontrollierten Bewegung der Augen führen kann. Es kann auch durch eine Schädigung bestimmter Nervenbahnen im Gehirn verursacht werden.

Weitere mögliche Ursachen für Augentränen

Neben neurologischen Erkrankungen gibt es auch andere mögliche Ursachen für Augentränen, darunter:

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  • Augenprobleme: Entzündungen der Augenoberfläche, Hornhautverletzungen, Bindehautentzündungen oder andere Augenerkrankungen können zu einer extremen Lichtempfindlichkeit führen.
  • Trockene Augen: Trockene Augen sind wie Lichtscheu ein Symptom und können zahlreiche Ursachen haben. Sie brennen und sind meist gerötet. Weitere Anzeichen: Lichtempfindlichkeit, vermehrtes Tränen oder ein deutliches Trockenheits- oder Fremdkörpergefühl.
  • Verstopfte Tränenwege: Angeborene oder erworbene Stenosen der ableitenden Tränenwege führen bei betroffenen Patienten zu stark störender Epiphora und Verschwommensehen, oftmals gepaart mit mukopurulenter Sekretion und rezidivierenden Episoden schmerzhafter Dakryozystitiden. Sämtliche Abschnitte der ableitenden Tränenwege können dabei betroffen sein.
  • Allergien: Allergien können zu einer Entzündung der Augen und Tränenwege führen, was zu Augentränen führen kann.
  • Infektionen: Augeninfektionen, wie Bindehautentzündungen oder Uveitis, können zu Photophobie führen.
  • Reizstoffe: Reizstoffe wie Rauch, Staub oder Chemikalien können die Augen reizen und zu Augentränen führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, besonders solche, die die Pupillen erweitern, können zu erhöhter Lichtempfindlichkeit führen.
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie): Lichtempfindlichkeit, auch bekannt als Photophobie, ist eine Störung, bei der die Augen übermäßig empfindlich auf Licht reagieren. Diese Empfindlichkeit kann das alltägliche Leben beeinträchtigen und von milden Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen reichen. Menschen, die unter Photophobie leiden, reagieren auf Lichtquellen, sei es natürliches Sonnenlicht oder künstliches Licht, mit übermäßigem Unbehagen.
  • Migräne: Lichtscheue Augen sind ein häufiges Symptom bei Migräneanfällen. Es kann vor, während oder nach einer Migräne auftreten.
  • Mangel an Nährstoffen: Bestimmte Nährstoffe wie Vitamin B12, Folsäure und Jod sind für die Funktion des Nervensystems und des Gehirns notwendig. Wenn diese Nährstoffe nicht in ausreichenden Mengen vorhanden sind, kann das zu Funktionsstörungen des Nervensystems führen.
  • Genetische Faktoren: Einige Gene beeinflussen direkt die Struktur und Funktion der Augenmuskeln, andere die Funktion des zentralen Nervensystems, beides kann Nystagmus beeinflussen oder verursachen kann.
  • Albinismus: Albinismus ist eine genetische Erkrankung, die zu einer Fehlfunktion der Melaninproduktion führt, was zu einer Abnahme der Pigmentierung der Haut, der Haare und der Augen führt. Einige Fälle von Albinismus sind mit einem Nystagmus verbunden, da die Fehlfunktion der Melaninproduktion die Sehfähigkeit beeinträchtigt, was wiederum die normalen Augenbewegungen stört.
  • Drogenmissbrauch: Wenn Stimulanz eingenommen wird, kann es zu einer schnellen Augenbewegung kommen, die Nystagmus auslöst.

Arten von Augentränen

Es gibt verschiedene Arten von Augentränen, die sich hinsichtlich der Ursache und der Symptome unterscheiden:

  • Reflektorische Tränen: Reflektorische Tränen werden als Reaktion auf Reizungen oder Verletzungen der Augen produziert. Sie dienen dazu, die Augen zu schützen und Fremdkörper auszuspülen.
  • Emotionale Tränen: Emotionale Tränen werden als Reaktion auf starke Emotionen wie Trauer, Freude oder Wut produziert. Ihre genaue Funktion ist noch nicht vollständig verstanden.
  • Basale Tränen: Basale Tränen werden kontinuierlich produziert, um die Augen feucht zu halten und vor dem Austrocknen zu schützen.

Symptome von Augentränen

Die Symptome von Augentränen können je nach Ursache variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Übermäßiges Tränen der Augen
  • Verschwommenes Sehen
  • Augenreizungen
  • Rötung der Augen
  • Lidkrampf
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Doppelbilder

Diagnose von Augentränen

Um die Ursache von Augentränen zu diagnostizieren, wird ein Arzt eine gründliche Augenuntersuchung durchführen. Dies kann Folgendes umfassen:

  • Anamnese: Der Arzt wird Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte und den eingenommenen Medikamenten stellen.
  • Spaltlampenuntersuchung: Der Arzt wird die Augen mit einer Spaltlampe untersuchen, um die Augenoberfläche, die Hornhaut und die Tränenwege zu beurteilen.
  • Tränenproduktionstest: Der Arzt kann einen Test durchführen, um die Tränenproduktion zu messen.
  • Tränenabflusstest: Der Arzt kann einen Test durchführen, um den Tränenabfluss zu beurteilen.
  • Neurologische Untersuchung: Wenn der Arzt eine neurologische Ursache für die Augentränen vermutet, kann er eine neurologische Untersuchung durchführen.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT erforderlich sein, um die Ursache der Augentränen zu identifizieren.

Behandlung von Augentränen

Die Behandlung von Augentränen hängt von der Ursache ab. Zu den möglichen Behandlungen gehören:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Lichtempfindlichkeit aufgrund einer zugrunde liegenden Augenerkrankung, Entzündung, Infektion oder einer anderen medizinischen Ursache auftritt, ist die Behandlung der Hauptursache der Schlüssel zur Linderung der Lichtempfindlichkeit.
  • Medikamente: Medikamente können zur Behandlung von Entzündungen, Infektionen oder Allergien eingesetzt werden, die Augentränen verursachen.
  • Augentropfen: In einigen Fällen können rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Augentropfen bei Lichtempfindlichkeit verwendet werden, um die lichtscheuen Augen zu befeuchten und die Symptome der Lichtempfindlichkeit zu lindern.
  • Chirurgie: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um verstopfte Tränenwege zu öffnen oder andere strukturelle Probleme zu beheben, die Augentränen verursachen.
  • Änderungen des Lebensstils: Änderungen des Lebensstils, wie z. B. die Vermeidung von Reizstoffen, die Reduzierung von Stress und die Einnahme einer ausgewogenen Ernährung, können helfen, die Symptome von Augentränen zu lindern.
  • Sehhilfen: Eventuell ist in manchen Situationen mit besonders lichtempfindlichen Augen eine Sehhilfe mit Kantenfiltergläsern hilfreich. Die Gläser filtern bestimmte Bereiche des Lichtspektrums wie sichtbares Blau heraus, lassen allerdings auch weniger Licht ins Auge.
  • Photophobie-Brillen: Diese Brillen sind mit Gläsern ausgestattet, die über spezielle Beschichtungen verfügen, um schädliches UV-Licht zu blockieren und gleichzeitig das sichtbare Licht zu filtern. Dies ermöglicht eine Reduzierung der Lichtintensität, ohne die Sichtqualität zu beeinträchtigen. Photophobie-Brillen sind in verschiedenen Stilen und Ausführungen erhältlich, darunter Sonnenbrillen, die für den Outdoor-Gebrauch geeignet sind, sowie spezielle Indoor-Brillen für den Einsatz bei künstlicher Beleuchtung oder Bildschirmarbeit.
  • Bildschirmfilter: Bei Computerarbeit oder langem Bildschirmgebrauch können spezielle Bildschirmfilter verwendet werden, um das blendende Licht zu reduzieren.
  • Dunkelheit: Bei Migräne-assoziierter Photophobie kann es hilfreich sein, sich in einem abgedunkelten Raum auszuruhen, um Lichtreize zu minimieren.
  • Augenentspannung: Übungen zur Augenentspannung können helfen, die Augenmuskulatur zu beruhigen und die Empfindlichkeit zu verringern.

Umgang mit Lichtempfindlichkeit (Photophobie)

Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Symptom bei Augentränen, insbesondere wenn sie durch neurologische Erkrankungen verursacht werden. Hier sind einige Tipps, wie Sie mit Lichtempfindlichkeit umgehen können:

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  • Tragen Sie Sonnenbrillen: Das Tragen von Sonnenbrillen mit UV-Schutz und polarisierten Gläsern im Freien kann die Blendung reduzieren und die Lichtempfindlichkeit minimieren.
  • Reduzieren Sie die Lichtintensität in Innenräumen: Verwenden Sie Vorhänge oder Jalousien, um direktes Sonnenlicht abzuschirmen.
  • Vermeiden Sie grelles Licht: Vermeiden Sie es, direkt in helle Lichtquellen zu schauen.
  • Verwenden Sie Bildschirmfilter: Verwenden Sie Bildschirmfilter für Computer und andere elektronische Geräte, um die Blendung zu reduzieren.
  • Ruhen Sie sich in dunklen Räumen aus: Wenn Sie unter Lichtempfindlichkeit leiden, kann es hilfreich sein, sich in einem dunklen Raum auszuruhen.
  • acunis®-Komfortgläser: Die acunis®-Gläser schützen nicht nur zuverlässig vor schädlicher UV-Strahlung- sie filtern auch das blaugrüne Lichtspektrum, welches von Menschen mit einer hohen Lichtempfindlichkeit oftmals als besonders unangenehm empfunden werden kann. Dadurch kann ebenfalls vermieden werden, dass sich das Auge an die Verdunklung gewöhnt und sich die Blendung dadurch beim Absetzen der Brille verstärkt.

Fazit

Augentränen können ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein, einschließlich neurologischer Erkrankungen. Es ist wichtig, die Ursache der Augentränen zu identifizieren, um die richtige Behandlung zu erhalten. Wenn Sie unter übermäßigem oder anhaltendem Augentränen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu erhalten. Mit der richtigen Behandlung können Sie die Symptome von Augentränen lindern und Ihre Lebensqualität verbessern.

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