Aurasin bei Migräne: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Viele Menschen, die an Migräne leiden, erleben auch eine Aura, eine Phase vor dem Kopfschmerz, die visuelle, sensorische oder motorische Störungen umfassen kann. Die Behandlung von Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, erfordert einen umfassenden Ansatz, der sowohl die akute Behandlung von Anfällen als auch die vorbeugende Maßnahmen umfasst. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Aurasin, einem Medikament mit dem Wirkstoff Zolmitriptan, bei der Behandlung von Migräne mit und ohne Aura.

Was ist Migräne mit Aura?

Migräne mit Aura ist eine Form der Migräne, bei der neurologische Symptome, die als Aura bezeichnet werden, dem Kopfschmerz vorausgehen oder ihn begleiten. Diese Symptome können visuelle Störungen wie das Sehen von Blitzen oder Zickzacklinien, sensorische Veränderungen wie Kribbeln oder Taubheit in den Gliedmaßen oder im Gesicht sowie Sprachstörungen umfassen. Die Auraphase dauert in der Regel zwischen 5 und 60 Minuten.

Aurasin akut: Ein Triptan zur Behandlung von Migräne

Aurasin akut enthält den Wirkstoff Zolmitriptan und gehört zur Gruppe der Triptane. Triptane sind Medikamente, die speziell zur Behandlung von Migräne und Clusterkopfschmerzen entwickelt wurden. Sie wirken, indem sie an Serotoninrezeptoren im Gehirn binden und die erweiterten Blutgefäße, die während eines Migräneanfalls entstehen, verengen. Darüber hinaus blockieren Triptane die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, die eine lokale neurogene Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns auslösen können.

Aurasin akut wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit oder ohne Aura angewendet. Es ist wichtig zu beachten, dass Aurasin akut nur wirkt, wenn ein Migräneanfall bereits begonnen hat und nicht zur Vorbeugung einer Migräne eingenommen werden darf.

Wirkmechanismus von Zolmitriptan

Zolmitriptan ist ein selektiver Serotoninagonist mit erhöhter Spezifität für die 5-HT1B- und 5-HT1D-Rezeptorsubtypen. Durch die Aktivierung von 5-HT1B-Rezeptoren veranlasst Zolmitriptan eine Verengung der erweiterten Blutgefäße in der Hirnhaut. Dies trägt dazu bei, den Kopfschmerz und andere Beschwerden bei einem Migräneanfall, wie Übelkeit oder Erbrechen und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, zu lindern.

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Anwendung und Dosierung von Aurasin akut

Die empfohlene Dosis von Zolmitriptan (Aurasin akut) beträgt 2,5 mg. Es ist ratsam, Aurasin akut so früh wie möglich nach Beginn des Migränekopfschmerzes einzunehmen, es wirkt jedoch auch noch, wenn es später eingenommen wird. Treten die Migränesymptome innerhalb von 24 Stunden nach anfänglichem Ansprechen auf Zolmitriptan wieder auf, kann eine zweite Dosis eingenommen werden. Diese sollte jedoch frühestens 2 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden. Wenn ein Patient auf 2,5 mg Dosen keine ausreichende Linderung der Beschwerden erfährt, kann bei Folgeanfällen die Dosis auf 5 mg Zolmitriptan gesteigert werden. Die tägliche Maximaldosis beträgt 10 mg.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion dürfen nicht mehr als eine Tablette zu 2,5 mg innerhalb von 24 Stunden einnehmen.

Wann sollte man Aurasin akut einnehmen?

Aurasin akut sollte eingenommen werden, sobald die Kopfschmerzphase der Migräne beginnt. Während der Auraphase sollten Triptane nicht verabreicht werden, da sie nicht in der Lage sind, die Symptome der Aura direkt zu beeinflussen. Auch können sie die Symptome der Migräne nicht effektiv verbessern, wenn sie zu früh vor der Kopfschmerzphase gegeben werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Aurasin akut

Wie alle Arzneimittel kann auch Aurasin akut Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Missempfindungen
  • Kribbeln
  • Wärme- oder Hitzegefühl
  • Leichte Übelkeit
  • Ein leichtes, allgemeines Schwächegefühl
  • Ungerichteter Schwindel

Sehr selten können auch ein Engegefühl im Bereich der Brust sowie im Halsbereich auftreten. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen/Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Ausschlag mit Blasenbildung (Nesselsucht), Anschwellen von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge und Rachen kommen. In sehr seltenen Fällen kann es zu Angina pectoris (Schmerzen in der Brust, oft ausgelöst durch körperliche Belastung), Herzinfarkt oder krampfartige Verengungen (Spasmen) der Herzkranzgefäße mit Symptomen wie Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit sowie zu krampfartigen Verengungen (Spasmen) der Blutgefäße des Darms, die den Darm schädigen können, kommen.

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Gegenanzeigen und Warnhinweise

Aurasin akut darf nicht eingenommen werden, wenn:

  • Sie allergisch gegen Zolmitriptan, Menthol oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • Sie hohen Blutdruck haben, der schwierig zu behandeln ist, oder Ihr Blutdruck schlecht eingestellt ist.
  • Sie jemals Herzprobleme hatten, einschließlich Herzinfarkt, Angina pectoris oder Prinzmetal-Angina.
  • Sie einen Schlaganfall erlitten haben oder an vorübergehenden Symptomen litten, die ähnlich einem Schlaganfall sind (transitorische ischämische Attacken).
  • Sie schwerwiegende Nierenprobleme haben.
  • Sie gleichzeitig andere Arzneimittel zur Behandlung oder Vorbeugung Ihrer Migräne einnehmen (z. B. Ergotamin oder Arzneimittel vom Ergotamintyp wie Dihydroergotamin und Methysergid) oder andere Migränemittel vom Triptantyp.

Aurasin akut soll nicht angewendet werden, wenn Sie jünger als 18 Jahre oder älter als 65 Jahre sind.

Vor der ersten Einnahme von Aurasin akut ist eine sorgfältige Beratung und Voruntersuchung seitens des Arztes ein Muss.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die Wirkung von Aurasin akut kann beeinflusst werden oder es können Nebenwirkungen auftreten, wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Besondere Vorsicht ist geboten bei der Einnahme von:

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  • anderen Triptanen
  • Ergotamin-haltigen Arzneimitteln oder Arzneimitteln vom Ergotamintyp
  • SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
  • SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)
  • Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen oder Magengeschwüren)
  • Antibiotika vom Typ der Chinolone

Wenn Sie pflanzliche Präparate einnehmen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können Nebenwirkungen von Aurasin akut möglicherweise häufiger auftreten.

Aurasin akut in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit einer Anwendung von Aurasin akut in der Schwangerschaft ist nicht belegt. Sagen Sie Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten, bevor Sie Aurasin akut einnehmen.

Sie dürfen bis zu 24 Stunden nach der Einnahme von Aurasin akut nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Während eines Migräneanfalls können Ihre Reaktionen langsamer als üblich sein. Bedenken Sie dies, wenn Sie ein Fahrzeug lenken oder irgendwelche Geräte oder Maschinen bedienen. Es ist unwahrscheinlich, dass Aurasin akut die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Geräten oder Maschinen beeinträchtigt. Sie sollten trotzdem abwarten, wie Sie auf die Einnahme von Aurasin akut reagieren, bevor Sie eine dieser Tätigkeiten ausüben.

Weitere Aspekte der Migränebehandlung

Neben der akuten Behandlung mit Medikamenten wie Aurasin akut gibt es auch andere wichtige Aspekte bei der Behandlung von Migräne:

  • Identifizierung und Vermeidung von Auslösern: Viele Faktoren können Migräneanfälle auslösen, wie z. B. Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Schlafmangel oder Wetterveränderungen. Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann helfen, individuelle Auslöser zu identifizieren und diese möglichst zu vermeiden.
  • Regelmäßiger Lebensstil: Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Bewegung können dazu beitragen, Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Migräneanfällen zu verringern.
  • Vorbeugende Medikamente: Bei häufigen oder schweren Migräneanfällen kann der Arzt vorbeugende Medikamente verschreiben. Diese Medikamente können die Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräneanfällen reduzieren. Zu den häufig verwendeten vorbeugenden Medikamenten gehören Betablocker, Antidepressiva und Antiepileptika.
  • CGRP-Antikörper: Eine relativ neue Klasse von Medikamenten zur Migräneprophylaxe sind die CGRP-Antikörper. Diese Antikörper blockieren das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP), ein Molekül, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt.

Die Rolle der Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und anderen Kopfschmerzarten an. Die Klinik bietet sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen an und hat integrierte Versorgungsverträge mit zahlreichen Krankenkassen.

Für die Planung eines Aufnahmetermins in der Schmerzklinik Kiel sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Ihr behandelnder Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Ihr Arzt füllt die Aufnahme-Checkliste aus.
  3. Sie füllen den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
  4. Sie senden alle Unterlagen und zusätzlich Kopien aller relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift.

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