Aurasin bei Migräne: Erfahrungen, Anwendung und was Sie wissen sollten

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Viele Menschen, die unter Migräne leiden, suchen nach wirksamen Behandlungsmethoden, um ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Aurasin, ein Medikament mit dem Wirkstoff Zolmitriptan, gehört zur Gruppe der Triptane und wird zur akuten Behandlung von Migräneanfällen eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Aurasin bei Migräne, die Wirkungsweise, Anwendungshinweise und wichtige Aspekte, die bei der Einnahme zu beachten sind.

Was ist Migräne und wie wirkt Aurasin?

Migränebeschwerden können durch eine vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße im Kopf hervorgerufen werden. Aurasin akut enthält Zolmitriptan. Es gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die man Triptane nennt. Es wird angenommen, dass Zolmitriptan diese Erweiterung reduziert. Dies trägt dazu bei, dass der Kopfschmerz und andere Beschwerden bei einem Migräneanfall, wie Übelkeit oder Erbrechen und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, vergehen.

Die Erfahrungen von Migränepatienten mit Triptanen

Petra Scheurer aus Hamm in Westfalen leidet seit ihrem Ende 20. Lebensjahr unter Migräne. Ihre Erfahrungen zeigen, wie belastend Migräne sein kann: "Ich kann nie sagen, wann ein Anfall kommt. Bei schweren Anfällen wird ihr auch übel, dann sackt der Kreislauf zusammen, sie muss sich übergeben, bekommt Durchfall. Früher war ich manchmal zwei, drei oder vier Tage außer Gefecht. Die Kinder sind damit aufgewachsen."

Erst nach Jahren fand sie einen Anästhesisten, der auf Schmerztherapie spezialisiert war, und der ihr ein Triptan verschrieb. Auch Petra Scheurer verschaffte das Triptan endlich Linderung. "Sobald ich merkte: 'Aha, da kommt was', habe ich eine Tablette genommen und mich vielleicht eine halbe Stunde lang hingelegt", erzählt sie. "Danach war der Schmerz weg."

Triptane wirken vergleichsweise gezielt auf jene Mechanismen ein, die bei der Entstehung der Migräne eine wesentliche Rolle spielen. So können die Mittel nicht nur gegen die Schmerzen, sondern oft auch gegen die begleitende Übelkeit helfen. Laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) sind Triptane das Mittel der ersten Wahl, wenn es um die Akutbehandlung mittelschwerer oder schwerer Migräneanfälle geht.

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Wann und wie sollte Aurasin eingenommen werden?

Aurasin akut wird nach der Erstdiagnose einer Migräne durch einen Arzt zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit oder ohne Aura angewendet. Zolmitriptan wirkt nur, wenn ein Migräneanfall bereits begonnen hat. Es kann keinen Migräneanfall verhindern und darf nicht zur Vorbeugung einer Migräne eingenommen werden.

Die übliche Dosis ist 1 Tablette. Nehmen Sie die Tablette mit einem Glas Wasser ein. Falls die Migränebeschwerden innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Ansprechen auf das Arzneimittel wieder auftreten, können Sie eine weitere Tablette einnehmen. Allerdings müssen zwischen Ihrer ersten und Ihrer zweiten Tablette mindestens 2 Stunden vergangen sein. Nehmen Sie nicht mehr als zwei Dosen pro Tag. Wenn Sie 2,5 mg - Tabletten anwenden, ist die tägliche Maximaldosis 5 mg. Wenn Ihnen 5 mg - Tabletten verschrieben wurden, ist die tägliche Maximaldosis 10 mg.

Es ist wichtig, Aurasin so früh wie möglich nach Beginn der Kopfschmerzphase einzunehmen. Während einer Migräne-Attacke kann es zu Aufnahmestörungen in Magen und Darm kommen, sodass die Medikamente oftmals ihre volle Wirkung nicht entfalten.

Aurasin: Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Aurasin akut darf NICHT eingenommen werden, wenn:

  • Sie allergisch gegen Zolmitriptan, Menthol oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Sie hohen Blutdruck haben, der schwierig zu behandeln ist, oder Ihr Blutdruck schlecht eingestellt ist.
  • Sie jemals Herzprobleme hatten, einschließlich Herzinfarkt, Angina pectoris (Brustschmerz, der durch körperliche Belastung oder Anstrengung ausgelöst wird) und Prinzmetal-Angina (Brustschmerz, der im Ruhezustand auftritt) oder an anderen herzbedingten Beschwerden gelitten haben, wie z.B. Atemnot oder Druckgefühl im Brustkorb.
  • Sie einen Schlaganfall erlitten haben oder an vorübergehenden Symptomen litten, die ähnlich einem Schlaganfall sind (transitorische ischämische Attacken).
  • Sie schwerwiegende Nierenprobleme haben.
  • Sie gleichzeitig andere Arzneimittel zur Behandlung oder Vorbeugung Ihrer Migräne einnehmen (z. B. Ergotamin oder Arzneimittel vom Ergotamintyp wie Dihydroergotamin und Methysergid) oder andere Migränemittel vom Triptantyp.

Aurasin akut soll nicht angewendet werden, wenn Sie jünger als 18 Jahre oder älter als 65 Jahre sind. Wie bei anderen Migränebehandlungen kann eine übermäßige Einnahme von Aurasin akut tägliche Kopfschmerzen hervorrufen oder Ihre Migränekopfschmerzen verschlimmern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass dies bei Ihnen der Fall ist. Möglicherweise müssen Sie die Anwendung von Aurasin akut beenden, um dieses Problem zu beheben.

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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung von Aurasin akut kann beeinflusst werden oder es können Nebenwirkungen auftreten, wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen. Dazu gehören unter anderem:

  • Andere Triptane
  • Ergotamin-haltige Arzneimittel oder Arzneimittel vom Ergotamintyp
  • SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
  • SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)
  • Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen oder Magengeschwüren)
  • Antibiotika vom Typ der Chinolone, wie z.B. Ciprofloxacin
  • Pflanzliche Präparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten

Aurasin während Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Die Sicherheit einer Anwendung von Aurasin akut in der Schwangerschaft ist nicht belegt. Sagen Sie Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten, bevor Sie Aurasin akut einnehmen. Sie dürfen bis zu 24 Stunden nach der Einnahme von Aurasin akut nicht stillen.

Mögliche Nebenwirkungen von Aurasin

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Falls eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, beenden Sie sofort die Einnahme von Aurasin akut und benachrichtigen Sie umgehend Ihren Arzt:

  • Allergien/Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Ausschlag mit Blasenbildung (Nesselsucht), Anschwellen von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge und Rachen.
  • Angina pectoris (Schmerzen in der Brust, oft ausgelöst durch körperliche Belastung), Herzinfarkt oder krampfartige Verengungen (Spasmen) der Herzkranzgefäße mit Symptomen wie Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit
  • Krampfartige Verengungen (Spasmen) der Blutgefäße des Darms, die den Darm schädigen können.

Typische Nebenwirkungen der Triptane sind ein leichtes, allgemeines Schwächegefühl und ein ungerichteter Schwindel, Missempfindungen, Kribbeln, Wärme- oder Hitzegefühl und leichte Übelkeit. Sehr selten können auch ein Engegefühl im Bereich der Brust sowie im Halsbereich auftreten.

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Aurasin und Alkohol: Eine ungünstige Kombination

Generell sollte man Triptane und Alkohol nicht gleichzeitig konsumieren, da das Risiko für ein Eintreten von Nebenwirkungen des Triptans erhöht ist. Während der Einnahme eines Triptanes sollte kein Alkohol getrunken werden. Wie bei anderen Medikamenten auch, kann es durch die gleichzeitige Aufnahme von Alkohol zu einem veränderten Stoffwechsel des Medikamentes mit anderen Wirkungen (schwächere und auch stärkere Wirkung) kommen. Nach der Medikamenteneinnahme sollte eine Alkoholkarenz von mindestens 48 Stunden erfolgen, auch im Hinblick auf den verursachenden Kopfschmerz.

Alternative Schmerzmittel bei Migräne

Neben Triptanen gibt es auch andere Schmerzmittel, die bei Migräne eingesetzt werden können. Bei einer leichten bis mittelschweren Migräne-Attacke können freiverkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen verwendet werden.

  • Acetylsalicylsäure (ASS): Unter den rezeptfreien Medikamenten besitzt ASS den stärksten schmerzlindernden Effekt bei Kopfschmerzen. ASS sollte möglichst als Brauselösung eingenommen werden, da dadurch eine besonders schnelle und sichere Aufnahme im Magen-Darmtrakt erfolgt.
  • Ibuprofen: Es wird angenommen, dass Ibuprofen der Acetylsalicylsäure und dem Paracetamol in seinem schmerzlindernden Effekt ähnlich ist.

Es ist wichtig, die Dosierungsempfehlungen zu beachten und Schmerzmittel nicht übermäßig einzunehmen, um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden.

Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden bei Migräne

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch verschiedene nicht-medikamentöse Methoden, die bei Migräne helfen können. Dazu gehören:

  • Regelmäßiger Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann dazu beitragen, die Zahl der Migräneattacken zu verringern.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Migräneanfällen zu reduzieren.
  • Reizabschirmung: Eine Reizabschirmung, insbesondere bei Lärm- und Lichtempfindlichkeit, kann während einer Migräneattacke hilfreich sein.

Die Schmerzklinik Kiel als Anlaufstelle für Kopfschmerzpatienten

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel ist eine spezialisierte Einrichtung für die Therapie von Migräne und anderen Kopfschmerzerkrankungen. Unter der Leitung von Prof. Dr.med. Dipl.Psych. Hartmut Göbel bietet die Klinik eine umfassende Diagnostik und Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, chronischen Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz und anderen Schmerzerkrankungen.

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