Migräne-Auslöser: Eine umfassende Betrachtung der Triggerfaktoren

Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) rund 28 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer betroffen. Die Forschung in diesem Bereich hat entscheidende Fortschritte gemacht und hilft uns, Migräne besser zu verstehen.

Was sind Migräne-Trigger?

Etwa drei Viertel aller Migräne-Patienten beschreiben einen Zusammenhang zwischen bestimmten Trigger-Faktoren wie Stress, Halswirbelsäule-Blockaden oder dem Genuss von Lebensmitteln und ihren Kopfschmerzattacken. Aber Vorsicht: Bei diesen Auslösern handelt es sich nicht um die Ursache für Migräne, sondern um Faktoren, die eine Attacke „anstoßen“ können. Die Migräne-Auslöser (Trigger) sind individuell sehr verschieden. Was bei einem Patienten im Verdacht steht, die Migräne hervorzurufen, muss nicht zwangsläufig auch auf andere Betroffene zutreffen.

Die Trigger für Migräne sind vielfältig. Um die eigenen Auslöser zu erfassen, sollte man den Alltag über einen konstanten Zeitraum beobachten. Hierfür ist ein sogenanntes Migränetagebuch oder ein Migränekalender zu empfehlen. Darin können Sie nicht nur Ihren Schlaf- Wachrhythmus festhalten, sondern auch beispielsweise den eigenen Alkohol- oder Koffeinkonsum sowie Ihre Mahlzeiten dokumentieren.

Häufige Migräne-Auslöser im Überblick

Wodurch wird Migräne ausgelöst? Viele Migräne-Patienten bekommen im Laufe der Zeit ein Gespür für ihre persönlichen Migräne-Auslöser. Können sie diese dann einfach meiden? Leider ist das oft schwierig. Migräne-Trigger wie Stress lassen sich nicht so leicht ändern, und auch auf äußere Reize wie eine laute Geräuschkulisse kann nur bedingt Einfluss genommen werden.

Häufig berichten Betroffene von folgenden Triggern:

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  • Stress: Migräne durch Stress kommt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen infrage. Perfiderweise ist häufig nicht der Stress an sich der entscheidende Faktor einer Migräne, sondern die Veränderung des Stressniveaus.

  • Wetterumschwünge: Ebenso kann das Wetter bei Migräne eine Rolle spielen. Wetterfühlige Migräne-Patienten bemerken Veränderungen der Temperatur oder des Luftdrucks manchmal daran, dass sich eine Kopfschmerzattacke ankündigt. Die Wissenschaft ist sich bei dieser Art von Trigger jedoch uneinig, inwiefern das Wetter tatsächlich den Auslöser darstellt.

  • Hormonschwankungen: Viele Patientinnen leiden während ihrer Periode an Kopfschmerzen. Auch eine Migräne in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren aufgrund von einschneidenden Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau ist denkbar. Gerade Patientinnen nennen während der Menstruation ihren Zyklus als einen Auslöser für Migräne. Ebenfalls immer wieder benannt, ist die Migräne in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, da es hier ebenfalls zu hormonellen Veränderungen im Körper der Frau kommt.

  • Veränderung des gewohnten Tagesrhythmus: Am Wochenende spät ins Bett? Und am nächsten Morgen Kopfschmerzen? Dann handelt es sich womöglich um Migräne wegen Schlafmangel. Wird der gewohnte Schlafrhythmus und Tagesablauf nicht beibehalten, reagieren manche Patienten mit starken Schmerzen. Dieser Faktor kann oftmals auch mit Stress in enger Verbindung stehen. Beispielsweise wenn die Arbeit den Aufsteh- und zu-Bett-geh-Rhythmus unter der Woche bestimmt, am Wochenende aber deutlich später ins Bett gegangen wird.

  • Ernährung: Doch nicht nur der veränderte Rhythmus kann ein ausschlaggebender Trigger sein, sondern auch die Ernährung. Von der medizinischen Seite aus gibt es hier jedoch keine klare Bestätigung. Betont wird allerdings immer wieder, dass bei einer möglicherweise durch Lebensmittel ausgelösten Migräne die Tageszeit entscheidend sein kann.

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  • Körperliche Aktivität: Bei leichten Kopfschmerzen wirkt Bewegung manchmal wahre Wunder. Doch manche Patienten leiden infolge von körperlicher Aktivität unter einer Migräne nach Sport. Nach der Joggingrunde oder dem Krafttraining im Fitnessstudio setzen die quälenden Kopfschmerzen ein. Für Betroffene ist es deshalb wichtig zu wissen, was ihnen gut tut und auf welche Sportarten sie besser verzichten sollten. Geeignet ist etwa leichter Ausdauersport wie Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen. Körperliche Aktivität kann bei Kopfschmerzen ein zweischneidiges Schwert sein. Manchmal wirkt Bewegung einer Migräne entgegen, doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Daher ist es beim Sport besonders wichtig, die Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen und nicht zu ignorieren. Nur dann kann individuell festgestellt werden, welche Sportart guttut und welche nicht. Empfehlenswert sind meist Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic-Walking, wenn auf moderate Ausführung geachtet wird.

  • Reizüberflutung: Bei Migräne-Patienten ist die Verarbeitung mancher Sinnesreize im Gehirn verändert. Diese Reize sind deshalb nicht nur während einer Attacke unangenehm. Vielmehr ist auch eine Migräne durch Reizüberflutung möglich. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass das Migränehirn gegenüber äußeren Einflüssen und Stressfaktoren besonders empfindlich ist. Viele Migränepatient*innen haben dadurch ein Problem mit dem Abschalten und Entspannen. Das Gehirn steht ständig unter Hochspannung und kommt schlechter zur Ruhe. Grundsätzlich ist das Gehirn von Migräniker*innen sehr leistungsfähig. Die Betroffenen sind häufig in der Lage, viele Anforderungen und Aufgaben im Multitasking zu erfüllen. Da bei vielen Migränepatient*innen die Verarbeitung mancher Sinnesreize als ungewöhnlich anstrengend vernommen wird, kann man dies ebenfalls als Trigger einordnen.

  • Medikamente: Eventuell können auch Medikamente ein Trigger-Faktor sein.

Migräne und Ernährung: Ein Leben ohne Schokolade?

Kaffee, Rotwein oder Käse: Vieles steht im Verdacht, Migräne auszulösen. Verschwindet also die Migräne, wenn man diese Lebensmittel vermeidet? Hier erfährst du, ob bestimmte Lebensmittel tatsächlich für Migräne verantwortlich sind. Vermutlich hast du dir schon oft überlegt, was die Migräneattacke diesmal ausgelöst haben könnte. War es Stress, der Wetterumschwung, Kaffee oder Alkohol? Gerade im Bereich der Nahrungsmittel gibt es lange Listen von Triggern, die im Verdacht stehen, Migräne auszulösen. Häufig sind es Kaffee, Rotwein, Alkohol, reifer Käse, Tomaten oder Schokolade. In einer wissenschaftlichen Studie werden über 400 verschiedene Auslöser identifiziert, die von Betroffenen als Auslöser ihrer Migräne genannt werden. Vor allem Schokolade und Alkohol stehen ganz oben auf der Liste.

Es gibt keinen eindeutigen Nachweis, dass Schokolade Migräne auslösen kann. Die Forschenden nehmen an, dass der Heißhunger auf Süßes, von dem viele Betroffene erzählen, ein Ankündigungssymptom für eine Migräneattacke ist. Ob man Schokolade isst oder nicht, spielt dabei keine Rolle - man bekommt Migräne, weil sie schon unterwegs ist. Ähnlich sieht es auch bei Alkohol aus: Wein, insbesondere Rotwein, wird in Studien häufig als Auslöser unter den alkoholischen Getränken genannt. Allerdings führt Rotwein nur bei einem kleinen Teil der Migräne-Betroffenen zwangsläufig, also immer, zu einer Migräneattacke. Das bedeutet, dass bei dir das Getränk vielleicht als alleiniger Auslöser nicht ausreicht. Für einen Großteil der Betroffenen führt es zu keiner wesentlichen Verbesserung, wenn sie auf allgemeine Trigger wie Schokolade oder Rotwein verzichten. Wichtiger ist: Kenne deine individuellen Trigger!

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Persönliche Migräneauslöser finden

Pauschal auf Lebensmittel zu verzichten, weil sie als allgemeine Auslöser für Migräne gelten, bringt selten Verbesserung für deine individuelle Migräne. Für die Prävention und Behandlung von Migräne ist ein individueller und ganzheitlicher Ansatz entscheidend.

Was bringen also diese Listen mit Nahrungsmitteln, die Migräne auslösen können? Soll man das alles nicht mehr essen? Nie mehr Schokolade? Denn eines ist klar: Solange man Migräne hat, müsste man diesen Verzicht aufrechterhalten. Doch die Auslöser einer Migräneattacke sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich: Um deine individuellen Trigger herauszufinden, solltest du Nahrungsmittel ausprobieren und dich selbst beobachten. Lasse es dir gut gehen! Pauschal bestimmte Lebensmittel zu meiden, die möglicherweise Migräne auslösen könnten, schränkt dein Leben unnötig ein. Wichtig zu wissen: Zwischen dem Verzehr eines Lebensmittels und dem Auftreten einer Migräneattacke können mehrere Stunden liegen. Außerdem sind Lebensmittel oft dann ein Auslöser, wenn sie in Kombination mit anderen Triggern auftreten. Daher kannst du alles essen und trinken, was nicht eindeutig durch dein Kopfschmerztagebuch als Auslöser identifiziert wurde. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit vielen frischen Zutaten ist jedenfalls eine gute Wahl - und macht mehr Spaß!

Dazu gehören:

  • Aufmerksamkeit für deine persönlichen Auslöser, die du mithilfe eines Migränetagebuches herausfinden kannst.
  • Eine vollwertige Ernährung ohne Nährstoffmangel. Hierzu gehören frisches Obst, Gemüse und möglichst frisch zubereitete Gerichte. Fertigprodukte meiden und möglichst Produkte ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker bevorzugen.
  • Regelmäßig und in Ruhe essen. Circa 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen solltest du das letzte Mal etwas essen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Das bedeutet mindestens 1,5 Liter pro Tag, am besten eignen sich Wasser, Kräuter- oder Ingwertee.
  • Ein ausgewogener Lebensstil. Ein geregelter Tagesablauf, Ausdauersportarten, wie beispielsweise Joggen, gezielte Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung und vollwertige Ernährung können sich günstig auf Migräne auswirken. Finde deine persönlichen Trigger! Es ist ganz einfach: Führe ein Migränetagebuch und beobachte, was bei dir Migräne auslösen könnte.

Ursachen: Wie kann eine Migräne entstehen?

Vor allem in den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Migräne-Forschung weiterentwickelt. In Bezug auf die genauen körperlichen Migräne-Ursache sind sich Wissenschaftler immer noch uneinig darüber, ob Veränderungen von Blutgefäßen oder Nervenzellen verantwortlich für die Kopfschmerzerkrankung sind. Wissenschaftler gehen zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, dass bei der Entstehung von Migräne mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann eine Migräne-Ursache eine genetische Veranlagung sein: Verwandte ersten Grades von Patienten einer Migräne mit Aura haben ein 3,8-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Dennoch lässt sich Migräne nur in Ausnahmefällen auf ein einzelnes Gen zurückführen, etwa bei der familiären hemiplegischen Migräne. Vielmehr sind wahrscheinlich mehrere genetische Bedingungen (polygenetisch) die Ursache für eine Migräne. Laut Forschern spiegelt sich die Vielschichtigkeit einer Migräne in der Komplexität der beteiligten genetischen Komponenten wider. Auch nach intensiver Forschung zu genetischen Ursachen gibt es noch immer viele offene Fragen. Dennoch haben Wissenschaftler schon zahlreiche wichtige Erkenntnisse gewonnen. Für die Entschlüsselung wichtiger Gene haben die Wissenschaftler das Genom von mehreren tausend Migräne-Patienten mit ebenso vielen gesunden Personen verglichen. Traten bestimmte genetische Varianten in einer Gruppe häufiger oder seltener auf, könnten diese das Risiko für Migräne erhöhen beziehungsweise senken. Solche groß angelegten Studien zu genetischen Migräne-Ursache entstehen in Kooperation von mehreren Forschungszentren. Die Wissenschaftler sehen darin eine große Chance: Sind die Mechanismen einer Erkrankung erst einmal bekannt, lassen sich gezielte Therapien entwickeln.

Woher kommt der Migräne-Schmerz? Mechanismus der Migräne

Wie entsteht eine Migräne? Der Mechanismus stellt sich wahrscheinlich folgendermaßen dar: Zunächst erfolgt eine Aktivierung von schmerzverarbeitenden Zentren im Gehirn, sodass schmerzvermittelnde Botenstoffe (Neurotransmitter oder Hormone) ausgeschüttet werden. Diese Aktivierung kann aufgrund ganz unterschiedlicher äußerer und innerer Einflüsse (Trigger-Faktoren) in Gang gesetzt werden, die auf das Nervensystem und den Körper einwirken. Die übermäßig ausgeschütteten Botenstoffe wirken sich auf unterschiedliche Strukturen im Gehirn aus. Die möglichen Ursachen für Migräne, die in den folgenden Absätzen genauer erklärt werden, sind alle Teil des hier grob skizzierten Mechanismus.

Was die Ursache für Migräne angeht, steht seit einiger Zeit der Botenstoff Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) im Verdacht, eine wichtige Rolle zu spielen. CGRP befindet sich im gesamten Nervensystem, also auch in Gehirn und Rückenmark. Es gibt bestimmte anatomische Strukturen im Gehirn, die mit der Migräne-Entstehung in Verbindung stehen und in denen sich auch CGRP und CGRP-Rezeptoren befinden. In mehreren Studien kristallisierte sich heraus, dass CGRP für die Weiterleitung von Schmerzsignalen während einer Migräne-Attacke verantwortlich zu sein scheint. Wissenschaftler konnten bei Migräne-Patienten einen erhöhten CGRP-Spiegel beobachten, sobald sich eine Schmerzattacke anbahnte. Was genau die Migräne fördert, ist aber noch ungeklärt. Möglicherweise liegt dem Beginn der Migräne auch eine Überaktivität der Nervenzellen im Migränezentrum des Hirnstamms als Ursache zugrunde: Das Nervensystem und die Reizverarbeitung stehen bei Migräne-Patienten unter Hochspannung. Die Überaktivität der Nerven veranlasst Fasern des Trigeminusnervs (fünfter von insgesamt zwölf Hirnnerven) dazu, Schmerzsignale an das Gehirn auszusenden.

Noch gibt es keine allumfassende Erklärung, was die Ursachen der Migräne betrifft, die auch die Vielzahl an Ausprägungen und Migräne-Symptomen einschließt.

Können Kopfschmerzen und Migräne von der Halswirbelsäule kommen?

Immer mehr Menschen sitzen arbeitsbedingt länger vor dem Computer und leiden an Nackenverspannungen. Und diese werden häufig für Migräne und andere Kopfschmerzarten verantwortlich gemacht, vor allem, wenn sie sich vom Nacken in Richtung der Augen ausbreiten. Aber können Störungen der Halswirbelsäule tatsächlich Kopfschmerzen oder Migräne hervorrufen?

Diese Frage wird in der Medizin kontrovers diskutiert. Orthopäden vertreten oft die Meinung, dass Blockaden in der Halswirbelsäule zervikogene Kopfschmerzen - also Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen - auslösen können. Dafür spricht beispielsweise auch, dass eine Physiotherapie bei einigen Patienten eine vorübergehende Besserung der Beschwerden erzielen kann. Was die Migräne anbelangt, so konnte eine Studie mittlerweile nachweisen, dass Menschen mit Veränderungen der Halswirbelsäule häufiger an Migräne leiden. Jedoch spielen Nackenschmerzen als Migräne-Trigger eher eine untergeordnete Rolle. Trotzdem sind viele Menschen davon überzeugt, dass Halswirbelsäulen-Blockaden Migräne auslösen.

Fazit: Beim Thema Halswirbelsäule und Migräne besteht noch viel Forschungs- und Diskussionsbedarf.

Migräne-Symptome

Anders als beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen tut bei einer Migräne nicht nur der Kopf weh. Die Symptome der Migräne sind vielfältig, betreffen den ganzen Körper und schränken Betroffene oft stark ein.

Die häufigsten Begleitsymptome sind Übelkeit und Erbrechen. Fast alle Migränikerinnen und Migräniker berichten, dass ihnen während und oft schon vor Migräneattacken übel ist. Viele Betroffene übergeben sich auch aufgrund der Migräne. Hinzu kommt oft auch völlige Appetitlosigkeit. Auch verschiedene Formen von Hypersensibilität sind nicht selten. Ob Licht, laute Geräusche oder sogar Gerüche - im Zusammenhang mit Migräne sind Erkrankte oft besonders empfindlich gegenüber solchen Reizen. Daraus resultiert meist das Bedürfnis, sich in einen dunklen, stillen Raum zurückzuziehen.

Die Kopfschmerzen selbst sind bei der Migräne ebenfalls sehr charakteristisch. In den meisten Fällen beginnt der Schmerz im Nacken und wandert von dort über die Schläfen bis zu den Augen. Häufig ist dieses Areal nur auf einer Seite betroffen, aber auch bilaterale Migräne kann auftreten. Dabei fühlen sich die Schmerzen pulsierend, hämmernd oder pochend an. Ebenfalls typisch ist, dass schon geringe körperliche Aktivität die Schmerzen verschlimmert.

Anzeichen auf Migräne: die Aura

Nicht immer tritt Migräne ganz aus dem Nichts auf. Etwa 10 bis 15 % der Betroffenen merken durch eine sogenannte Aura bereits im Voraus, dass sich eine Migräneattacke ankündigt. Auch hier gibt es eine Reihe von Symptomen, die klassisch für eine solche Migräneaura sind. Obwohl es Migränekranken nicht immer klar ist, läuft eine Migräne mit Aura meist in fünf Phasen ab:

  • Stunden oder sogar Tage vor der Attacke tritt Müdigkeit und manchmal Blässe ein. Gepaart sind diese Symptome teils mit Heißhunger, Übelkeit und Konzentrationsstörungen.
  • Kurz vor Beginn der Kopfschmerzen kommen die bewusst wahrgenommenen Aura-Symptome hinzu: Sehstörungen (meist in Form eines Flimmerns, verschwommenen Sehens, Lichtblitzen, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldeinschränkungen), Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen, seltener Sprachstörungen.
  • Die Kopfschmerzphase ist der Teil der Migräneattacke, die auch Betroffene ohne Aura durchleiden.
  • Nach den Kopfschmerzen folgt die Auflösungsphase, in der sich oft Symptome zeigen, die der Anfangsphase konträr gegenüberstehen. Während die Kopfschmerzen abnehmen, setzt beispielsweise völlige Appetitlosigkeit ein.
  • Zuletzt kommt die Erholungsphase, in der keine Symptome mehr vorhanden sind, die Betroffenen aber brauchen, um sich von der Erschöpfung der Attacke zu regenerieren.

Die Symptome der Migräne-Aura entstehen vermutlich durch eine Erregungswelle, die über die Hirnrinde läuft und zu einer vorübergehenden Störung führt.

Dauer und Häufigkeit von Migräne

Die Einteilung in verschiedene Phasen gibt auch Aufschluss darüber, wie lange Migräne anhält. Während die ersten Vorbotensymptome bereits Tage vor der Attacke auftreten können, dauert die bewusste Aura der Migräne mit Symptomen an den Augen etwa fünf bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde.

Die Migräne-Dauer, also die alles entscheidende Schmerzphase, kann deutlich länger sein und variiert stark. Ohne Behandlung halten die heftigen Kopfschmerzen für mindestens vier Stunden an und können sogar für bis zu drei Tage andauern. Da Migränikerinnen und Migräniker in dieser Zeit meist nicht am Alltag teilnehmen können, stellt die Erkrankung eine große Einschränkung für das Leben Betroffener dar. Auch die folgenden zwei Tage können noch an die Migräne „verloren gehen“ - denn so lange dauert mitunter die Erholungsphase der Erkrankten. Die Dauer eines Migräneanfalls liegt also insgesamt bei maximal einer Woche - wobei nur drei Tage davon mit Schmerzen einhergehen.

In den allermeisten Fällen haben Betroffene mehr schmerzfreie Tage als Tage mit Migräne. Wie oft im Monat Migräne auftritt, ist von Person zu Person verschieden, eine tatsächliche Dauer-Migräne gibt es aber nicht. In vereinzelten Fällen kann die Erkrankung allerdings chronisch werden - die Erkrankten haben dann für mindestens zwei Wochen pro Monat Schmerzen, und zwar über mehrere Monate hinweg.

Was hilft bei Migräne?

Auch wenn Migränekopfschmerzen nur sporadisch auftreten, sind die heftigen Schmerzen, die Begleitsymptome und die lange Ausfalldauer für Betroffene extrem belastend. Leider ist eine Migräne - auch aufgrund der unklaren Entstehungsmechanismen - aktuell nicht heilbar. Zum Glück lassen sich aber immerhin die Symptome gut behandeln.

Bei Verdacht auf eine Migräne, beziehungsweise auch nach Sicherung der Diagnose, sollten Sie sich zunächst in einer ärztlichen Praxis beraten lassen. Die Therapiemethoden sind vielfältig und für verschiedene Menschen eignen sich oft unterschiedliche Ansätze - von Medikation über Prävention bis hin zu Hausmitteln hilft bei Migräne vieles.

Medikamentöse Hilfe bei Migräne

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung der Kopfschmerzen als Hauptsymptom der Migräne nicht unbedingt von anderen Kopfschmerzarten wie Cluster-Kopfschmerzen. Auch hier eignen sich daher Schmerzmittel wie die Aspirin®-Produkte mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Als passende Dosis gelten 900 bis 1000 mg, also zwei Tabletten à 500 mg. Ebenso ratsam sind Präparate, in denen neben schmerzstillenden Wirkstoffen auch Koffein enthalten ist. Die Substanz hat selbst eine schmerzlindernde Wirkung und sorgt dafür, dass der Wirkstoff ASS schneller wirken kann. Aspirin® Coffein kombiniert beide Wirkstoffe und sorgt bei Migräne für akute Hilfe. Da Migränikerinnen und Migräniker oft nicht nur unter den Kopfschmerzen selbst leiden, sondern vor allem auch die Übelkeit schwer erträglich ist, können auch Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen zum Einsatz kommen.

Bei besonders heftigen Migräneattacken sind einfache Schmerzmittel nicht immer ausreichend wirksam. Dann können sogenannte Triptane Abhilfe schaffen. Auch diese Medikamente wirken als Akutbehandlung der Kopfschmerzen bei Migräneanfällen schmerzlindernd und können, wenn nötig, mit anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Notwendig ist eine Behandlung mit Triptanen vor allem dann, wenn andere Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie an höchstens zehn Tagen im Monat eingenommen werden dürfen, da sie sonst Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch verursachen können. Wichtig bei einer Migräne mit Aura ist, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura-Symptome eingenommen werden sollten.

Migräne vorbeugen

Ähnlich wie bei vielen anderen Schmerzerkrankungen ist auch bei der Migräne Prävention möglich. Mit den richtigen Gewohnheiten oder der Einnahme von Medikamenten können Sie also aktiv dazu beitragen, seltener Migräneattacken zu bekommen.

Welche Maßnahmen helfen können, hängt vor allem von den Migräne-Ursachen ab, die - wie beschrieben - sehr individuell sein können. So können Sie schwere Attacken reduzieren:

  • Auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten
  • Stress, Alkohol und Flüssigkeitsmangel möglichst vermeiden
  • Regelmäßig essen
  • Auf schnelle Wechsel von An- zu Entspannung verzichten
  • Bewusste Pausen einplanen

Insbesondere bei chronischen Beschwerden mit mehr als drei Migräneanfällen pro Monat ist es auch möglich, präventive Medikamente einzunehmen. Häufig angewendete Mittel sind hierbei Betablocker oder bestimmte Antidepressiva. Eine solche medikamentöse Vorbeugung müssen Sie unbedingt bei einem Besuch in einer ärztlichen Praxis besprechen und begleiten lassen. Ebenfalls gut zu wissen: Die Prophylaxe wirkt nur bei regelmäßiger Einnahme und braucht etwa zwei Monate, bis sie anschlägt.

Auch psychologische, zum Beispiel so genannte verhaltenstherapeutische Verfahren können helfen, insbesondere wenn auch eine Depression oder eine Angststörung bestehen. Wenn man solche nicht-medikamentösen Maßnahmen regelmäßig anwendet, merkt man dann, dass die Migräne weniger häufig auftritt und Attacken weniger schwer verlaufen.

Wenn diese Maßnahmen nicht reichen, können verschiedene Medikamente zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden. Dazu gehören Blutdruckmittel wie Betablocker, Antidepressiva, die auch in der Behandlung von Schmerzen gut wirksam sind, und bestimmte Mittel, die eigentlich gegen Epilepsie wirken, die aber auch in der Behandlung einer Migräne wirksam sind.

Seit einigen Jahren gibt es eine neue Behandlung mit so genannten Antikörpern gegen einen bestimmten Botenstoff, das so genannte CGRP, das während des Migräne-Anfalls ausgeschüttet wird. Antiköper sind Proteine, die diesen Botenstoff abfangen bzw. dessen Wirkung an den Nervenzellen und Hirngefäßen vermindern können.

Akute Migräne - was tun?

Manchmal ist es trotz gesundem Lebensstil und vorbeugenden Maßnahmen zu spät und der Anfall ist da. Was hilft bei akuter Migräne? Diese Tipps sind häufig eine Hilfe bei Migräne:

  • Ruhe und Dunkelheit: Migränebetroffene leiden während eines Anfalls oft unter Überempfindlichkeit. Vielen hilft es, sich dann in einen abgedunkelten, stillen Raum zurückzuziehen.
  • Kühlung: Wie auch bei anderen Kopfschmerzarten ist ein feuchtes Tuch oder eine kühle Auflage häufig eine akute Hilfe bei Migräne.
  • Stimulation des Nervus trigeminus: Mithilfe eines speziellen Geräts, das auf die Stirn geklebt wird, kann der für Schmerz verantwortliche Nerv des Gesichts stimuliert werden, was die Schmerzen lindert.

Die schnellste Linderung von Migränekopfschmerzen ist allerdings durch die gezielte Einnahme von Schmerzmedikamenten zu erreichen. Die oben genannten Tipps können zusätzlich für Besserung sorgen.

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