Schmerzen in der Kniekehle, begleitet von Schwellungen und Bewegungseinschränkungen, können vielfältige Ursachen haben. Eine häufige Diagnose ist die Bakerzyste, oft in Verbindung mit einer möglichen Nervenreizung. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten dieser Beschwerden, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis ihrer Situation zu ermöglichen.
Was ist eine Bakerzyste?
Die Bakerzyste, auch Poplitealzyste genannt (lat. Poples „Kniekehle“), ist eine Aussackung der Gelenkkapsel des Kniegelenks, die mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Sie wurde nach dem englischen Chirurgen William M. Baker (1839-1896) benannt. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern meist um ein Symptom einer anderen Knieerkrankung. Im Grunde ist es eine umschriebene Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Kniekehle.
Entstehung einer Bakerzyste
Das Kniegelenk ist von einer flüssigkeitsgefüllten Gelenkkapsel umgeben. Bei einer degenerativen Schädigung des Gelenks, z. B. durch einen Knorpel- oder Meniskusschaden, kann sich in dieser Gelenkkapsel eine synoviale Zyste bilden, also eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung. Grund dafür ist die erhöhte Produktion von Gelenkflüssigkeit (Synovia) als Antwort des Körpers auf die Reizung durch die Knieschädigung. Die Gelenkkapsel kann die Menge an Gelenkflüssigkeit nicht mehr halten.
Die Bakerzyste bildet sich zwischen dem inneren Kopf des Zwillingswadenmuskels (M. gastrocnemius) und dem Ansatz des halbmembranösen Muskels (M. semimembranosus). An dieser Stelle weist die Gelenkkapsel eine Schwachstelle auf, durch die die Gelenkflüssigkeit bei erhöhtem Druck entweichen kann. Die seitlich am Stiel der Bakerzyste befindlichen Muskeln pressen das Gewebe zusammen und bewirken einen Ventilmechanismus - ein Rückfluss der Gelenkflüssigkeit wird verhindert.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der Bakerzyste sind meist degenerative Erkrankungen wie Kniearthrose. Gemeinsam ist diesen Grunderkrankungen, dass sie Entzündungsvorgänge im Kniegelenk anschieben, die mit einer gesteigerten Produktion von Gelenkflüssigkeit einhergehen. Das Risiko einer Bakerzyste steigt mit dem Alter, da viele Gelenkerkrankungen des Kniegelenks erst mit fortgeschrittenem Lebensalter auftreten. Auch chronische Meniskusschäden oder zurückliegende knöcherne Verletzungen im Bereich des Kniegelenkes können die Ausbildung einer Bakerzyste begünstigen.
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Zu einer vermehrten Produktion von Synovia in der Kniegelenkskapsel kommt es vor allem dann, wenn das Kniegelenk geschädigt ist. Sei es durch Verschleiß, Verletzungen oder Entzündungen. Die häufigsten Ursachen für das Auftreten einer Bakerzyste sind:
- Arthrose: Mit zunehmendem Alter treten bei vielen Menschen an den Gelenken Abnutzungserscheinungen auf. Das Kniegelenk wird bei körperlicher Aktivität besonders stark beansprucht.
- Meniskusschäden: Wenn eine der beiden Knorpelscheiben im Kniegelenk reißt, etwa durch einen Unfall, entsteht durch die Reizung mehr Synovia. Davon sind auch jüngere Menschen betroffen.
- Arthritis: Entzündungen im Kniegelenk haben häufig rheumatoide Erkrankungen als Ursache. In seltenen Fällen sind Bakterien die Auslöser.
Die beiden größten Risikofaktoren für eine Bakerzyste sind ein höheres Lebensalter sowie, vor allem bei jüngeren Menschen, Tätigkeiten und Sportarten, die mit einer hohen Kniebelastung einhergehen. Gelegentlich sind Operationen die Auslöser einer Bakerzyste, beispielsweise Kniegelenkersatz-Operationen oder Kreuzband-Rekonstruktionen.
Symptome einer Bakerzyste
Patienten mit einer Bakerzyste klagen häufig über eine hochgradige, meist nicht entzündliche Anschwellung auf der Innenseite der Kniekehle. Bei einer Bakerzyste entsteht eine typische Schwellung in der Kniekehle, die oft druckschmerzhaft ist. In den meisten Fällen tritt jedoch als typisches Symptom der Bakerzyste eine sichtbare Schwellung der betroffenen Kniekehle auf, die mit Bewegungseinschränkungen und Steifheit des Kniegelenks einhergeht. Die Beschwerden treten vor allem beim Beugen des Kniegelenks und nach starker Belastung auf. Einige Patienten beschreiben die Bakerzyste wie ein Kissen, das in der Kniekehle liegt und diese blockiert. Viele Betroffene leiden zudem unter Schmerzen im Knie oder in der Kniekehle (popliteale Schmerzen), die jedoch nicht zwingend der Bakerzyste zugeschrieben werden müssen, sondern in den meisten Fällen durch die zugrundeliegende Erkrankung verursacht werden.
Je nach Ausprägung der Baker-Zyste haben Patientinnen und Patienten die entstandene Flüssigkeitsansammlung bereits selbst ertastet. Bei schweren Fällen mit starker Flüssigkeitsansammlung kann es durch die Kompression von Hautnerven oder Blutgefäßen zu Taubheitsgefühl oder anderen Sensibilitätsstörungen kommen. Kommt es zudem noch zu einer Kompression der Venen des Unterschenkels, kann sich dort eine Thrombose ausbilden.
Diagnose einer Bakerzyste
Unsere Spezialisten können diese während der ärztlichen Untersuchung meist gut erkennen. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sich der Verdacht auf eine Bakerzyste erhärten. Über die Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich Position und Größe der Bakerzyste sowie der umgebenden Strukturen exakt bestimmen.
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Meistens suchen Patienten erst Rat beim Orthopäden, wenn die Bakerzyste schon größer ist und erste Symptome auftreten. Manchmal ist sie aber auch ein Zufallsbefund, wenn das Knie aus anderen Gründen untersucht wird. Der Arzt erfragt zunächst die Krankengeschichte des Patienten. Dabei interessiert ihn vor allem, ob bereits früher Probleme mit dem Kniegelenk aufgetreten sind. An das Vorgespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an. In den meisten Fällen ertastet der Arzt die Bakerzyste in der Kniekehle als eine rundliche, prall-elastische Schwellung. Der Patient steht dabei in der Regel aufrecht mit ganz durchgestrecktem Knie.
Es gibt auch andere Gründe für derartige Schwellungen wie etwa Tumoren oder Thrombosen. Deshalb werden für die sichere Diagnose Kniekehle und Wadenmuskulatur mit einem Ultraschallgerät untersucht. Damit erkennt der Untersucher die Bakerzyste im Knie gut als flüssigkeitsgefüllte Kapselausstülpung. Zudem lassen sich auf diese Weise in der Wadenmuskulatur etwaige Schwellungen durch ausgetretene Synovia aufspüren.
Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Magnetresonanztomografie (MRT), mit der sich Flüssigkeitsansammlungen im Körper gut nachweisen lassen. Eine MRT ist genauer als die Ultraschalluntersuchung und weniger von der Erfahrung des Untersuchers abhängig. Außerdem liefert sie zusätzliche Informationen zu möglichen Meniskusschäden oder Gelenkverschleiß. Allerdings ist diese Untersuchungsmethode deutlich teurer und wird deshalb nicht standardmäßig eingesetzt. Eine Röntgenuntersuchung gibt durch verdichtetes Gewebe zwar einen Hinweis auf eine Bakerzyste, klar feststellen lässt sie sich durch diese Untersuchungsmethode jedoch nicht.
Wenn die Diagnose „Bakerzyste“ feststeht, schließen sich eventuell zusätzliche Untersuchungen an, um der auslösenden Erkrankung auf die Spur zu kommen.
Komplikationen einer Bakerzyste
Ist die Zyste mit viel Flüssigkeit gefüllt und wird zum Beispiel beim langen Sitzen Druck auf die Kniekehle ausgeübt, kann es passieren, dass die Baker-Zyste platzt. Mediziner bezeichnen dies auch als Ruptur. Die Flüssigkeit, die eigentlich im Schleimbeutel eingeschlossen ist, läuft dann der Schwerkraft folgend im Inneren des Unterschenkel herunter. Zu einer Hautverletzung (Perforation) kommt es sehr selten.
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Komplikationen ergeben sich vor allem, wenn die Bakerzyste rupturiert, also reißt. Das passiert, wenn sie zu groß wird und der Druck im Verhältnis zur Wandstärke ein kritisches Level erreicht hat. Beugt die oder der Betroffene dann das Knie, hält die ausgedünnte Zystenwand dem Druckanstieg nicht mehr stand und reißt schließlich ein.
Sobald die Bakerzyste geplatzt ist, tritt die Synovia in das umliegende Gewebe aus und verursacht eine Entzündung sowie zusätzliche Schmerzen. Der Schwerkraft folgend, gelangt die ausgetretene Gelenkschmiere in die Unterschenkelmuskulatur und in manchen Fällen sogar bis zur Region um den Fußknöchel.
Durch die im Gewebe hervorgerufene Entzündung und Schwellung baut sich dort Druck auf, der nicht entweichen kann. Mediziner sprechen dann von einem Kompartmentsyndrom. Dieses drückt auf Nerven und kleinste Blutgefäße. Wenn nicht rechtzeitig chirurgisch behandelt wird, sind ernsthafte Folgen bis hin zum Verlust des Unterschenkels möglich.
Eine geplatzte Bakerzyste ist ein Notfall und benötigt umgehend medizinsche Versorgung. Um einer geplatzten Bakerzyste vorzubeugen, ist es generell ratsam, bei Beschwerden und Schwellungen am Knie frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.
Behandlung einer Bakerzyste
In den meisten Fällen lässt sich eine Baker-Zyste konservativ, also ohne Operation, behandeln. Allerdings spielt hier auch die Ursache der Baker-Zyste eine Rolle. Sobald Beschwerden auftreten, sollte eine Therapie eingeleitet werden. Ursächliche Erkrankungen, vor allem aus dem rheumatischen Formenkreis, sollten gezielt von Spezialisten behandelt werden. Die Behandlung der ursächlichen Erkrankung führt sehr häufig auch zu einer Verbesserung der Beschwerden der Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig ist es wichtig, das Kniegelenk regelmäßig zu bewegen, aber vor zu hoher mechanischer Beanspruchung und Überlastung zu schützen.
Physiotherapeutische Übungen können eine Rückbildung der Zyste und der Beschwerden begünstigen. Manche Patienten und Patientinnen erhalten eine medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (nicht-steroidale Antirheumatika oder NSAR) gegen die Schmerzen.
Kommt es mit konservativen Mitteln zu keiner Besserung der Symptomatik kann eine Operation angezeigt sein. Hier unterscheidet man die Punktion, also das Aufstechen der Zyste von der Resektion, also der kompletten Entfernung. Bei der Operation (Resektion) wird unter Schonung der Gelenkkapsel die Zyste in ihrer Gesamtheit entfernt, sodass das Risiko eines Wiederauftretens hier deutlich geringer ist. Der entfernte Schleimbeutel wird dann routinemäßig im Labor untersucht, um sicherzugehen, dass es sich um gutartiges Gewebe handelt.
Da jeder Patientenfall einzigartig ist, besprechen sie Ihren individuellen Therapieplan am besten mit dem behandelnden Arzt.
Konservative Maßnahmen
In erster Linie ist es wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln, die zur Entstehung der Bakerzyste geführt hat. Die Symptome der Bakerzyste lassen sich in der Regel durch konservative Maßnahmen wie Schonung, Bandagen sowie Kälte- oder Wärmeanwendungen lindern. Die Therapie sollte sich an der Grunderkrankung orientieren und Maßnahmen bevorzugen, die der Patient als angenehm empfindet. Physiotherapie und spezielle Übungen dehnen und kräftigen die Muskulatur um das Kniegelenk. Dies kann auch die Rückbildung der Zyste unterstützen.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Punktion der Bakerzyste mit einer Kanüle. Dabei saugt der Arzt die Flüssigkeit ab und verringert so den Druck in der Kniekehle.
Um die Beschwerden einer Bakerzyste zu lindern, kommen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen zum Einsatz.
Operative Behandlung
Zeigt die konservative Therapie keinen Erfolg, kommt eine operative Behandlung der Bakerzyste infrage. Die Operation erfolgt in der Regel arthroskopisch, also über minimale Hautschnitte. Dabei führt der Operateur das Arthroskop unterhalb des hinteren Kreuzbandes ins Kniegelenk ein. Nun vergrößert er zunächst das Zystenventil und entfernt dann die innere Wand der Zyste. Wichtig für den Erfolg der Operation ist es, die zugrundeliegende Erkrankung, die zur Bakerzyste geführt hat, mitzubehandeln.
In der Regel operiert ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie die Bakerzyste. Dieser Facharzt sollte sich im Bestfall auf Knieerkrankungen spezialisiert haben und über eine Weiterbildung in Arthroskopie verfügen.
Prognose
Die Bakerzyste verursacht in vielen Fällen keine Probleme, solange sie noch klein ist. Dementsprechend sind therapeutische Maßnahmen erst erforderlich, wenn Beschwerden auftreten oder das Risiko von Komplikationen besteht. Da die Zyste im Knie meist das Symptom einer anderen Erkrankung ist und oft schleichend an Größe zunimmt, ergibt sich früher oder später die Notwendigkeit einer Therapie.
Symptomatische Behandlungsformen lindern zwar die Symptome und zögern eine Operation hinaus, eine spontane Rückbildung der Zyste ist dadurch aber nicht zu erwarten. Viele Patienten werden die Bakerzyste nur mit einer Operation dauerhaft los.
Ist eine Bakerzyste bekannt, ist es wichtig, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Nur so sind ernstzunehmende Komplikationen, wie das Platzen der Bakerzyste, zu verhindern.
Vorbeugung
Um der Entstehung einer Baker-Zyste im Knie vorzubeugen, sollten Überlastungen und stark beanspruchende Bewegungen, wenn möglich vermieden werden. Wichtig ist es dennoch, ein gesundes Maß an Bewegung durchzuführen. Kniegelenkstabilisierende Muskeln können mit Übungen gezielt trainiert werden, was eine Entlastung der knöchernen und sehnigen Anteile des Gelenkes bewirkt. Ist bereits eine Baker-Zyste diagnostiziert worden und lässt sich diese auf eine andere Erkrankung zurückführen (Beispiel: Rheumatoide Arthritis), hilft eine konsequente Therapie des Grundleidens dem Wiederauftreten einer Baker-Zyste vorzubeugen.
Um der Entstehung einer Bakerzyste vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Kniegelenke nicht zu überlasten. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, sie zuverlässig zu verhindern. Ist eine Bakerzyste bekannt, ist es wichtig, bei Beschwerden den Arztbesuch nicht hinauszuzögern.
Nervenreizung in der Kniekehle
Eine Nervenreizung in der Kniekehle ist eine meist mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergehende Erkrankung des Knies. Um eine Nervenreizung optimal behandeln zu können ist es unabdingbar die genaue auslösende Ursache zu kennen. In der Kniekehle verlaufen einige, meist sensible, Nerven, die die Haut versorgen. Besonders können in der Kniekehle der Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) oder seine beiden Hauptäste (Nervus tibialis und Nervus fibularis communis) gereizt werden und Schmerzen im Ischias auslösen. Eine Kompression ist häufig die Ursache.
Ursachen einer Nervenreizung
Eine Nervenreizung in der Kniekehle kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, da in diesem Bereich wichtige Nervenstrukturen verlaufen, insbesondere der Nervus tibialis, der eine der beiden Hauptäste des Ischiasnervs ist.
- Meniskusschäden: Ein gerissener Meniskus kann zu einer mechanischen Reizung der Nerven führen.
- Sehnenentzündung (Tendinitis): Entzündungen der Sehnen, die Nerven in der Kniekehle irritieren können. In diesem Fall muss besonders an eine Reizung der M.
- Fehlbelastungen: Fehlbelastungen können dazu führen, dass das Knie unsymmetrisch belastet wird, und Muskeln dadurch auf die in der Kniekehle vorbei laufenden Nerven drücken. Dies führt dann zu einer Reizung der Nerven, und zu entsprechenden Beschwerden.
- Überlastungen: Überlastungen sind ungewohnte Belastungen die meistens untrainiert ausgeführt werden und die zu einer Kompression der in der Kniekehle laufende Nerven führen können.
- Myogelosen: Als Myogelose bezeichnet man muskuläre Verhärtungen, die dann meistens Kompressionen auf umliegende Gewebe ausüben können. In der Kniekehle befinden sich neben Nerven auch einige Muskeln, die ebenfalls von einer Myogelose betroffen sein können. Diese Verhärtungen der Myogelosen können so stark sein, dass sie Druck auf einen vorbeiführende Nerv in der Kniekehle ausüben können.
Symptome einer Nervenreizung
Begleitende Symptome können neben Kribbeln und Parästhesien auch Schmerzen sein, die ebenfalls von einer Reizung der Nerven in der Kniekehle herrühren. Diese Schmerzen werden als stechend oder ziehend angegeben.
- Lokale Schmerzen in der Kniekehle: Ein dumpfer oder stechender Schmerz, der sich in der Kniekehle oder im hinteren Teil des Knies bemerkbar macht.
- Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen können bis in die Wade oder den Oberschenkel ausstrahlen, insbesondere bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln: In seltenen Fällen kann eine Kniekehlenreizung benachbarte Nerven, wie den Nervus tibialis, reizen.
- Schwellung: Eine sichtbare oder tastbare Schwellung, die durch Flüssigkeitsansammlungen oder eine Entzündung der Sehnen, Muskeln oder Schleimbeutel im Bereich der Kniekehle verursacht wird.
- Bewegungseinschränkung: Es kann auch zu einer Bewegungsbeeinträchtigung in der Kniekehle durch eine Reizung der Nerven kommen. Hier sind vor allem Dingen Nerven betroffen, die Muskeln aus der Kniekehle motorisch versorgen.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Beweglichkeit des Knies kann durch die Reizung oder Schmerzen in der Kniekehle beeinträchtigt werden.
- Druckempfindlichkeit: Die Kniekehle kann bei Berührung oder Druck empfindlich sein.
- Kraftverlust: Aufgrund von Schmerzen und Entzündungen kann es zu einer Schwächung der umliegenden Muskulatur, insbesondere der Waden- und Oberschenkelmuskulatur, kommen.
- Schwellungen der Wade oder des Unterschenkels: Manchmal kann es auch vorkommen, dass es als weiteres Begleitsymptom der Nervenreizung in der Kniekehle zu einer Schwellung in der Kniekehle kommt.
Bei einer entsprechend starken Reizung der Nervenin der Kniekehle kann es auch zu so genannten neuropathischen Schmerzen kommen. Diese werden als sehr unangenehm ziehend und stechend beschrieben und sind meistens in der Kniekehle lokalisiert. Manchmal kann es aber auch sein, dass diese Nervenschmerzen in umliegende Gewebe um das Knie herum weitergeleitet werden. Es sind dann meistens der Oberschenkel oder Unterschenkel davon betroffen.
In aller Regel sind die Schmerzen, die durch eine Nervenreizung in der Kniekehle auftreten, in Ruhe besser, bei bestimmten Bewegungen aber zu verstärken.
Neurologische Symptome einer Nervenreizung der Kniekehle sind vor allem Dingen Kribbeln und Taubheitsgefühl. Der Grund liegt darin, weil zahlreiche Nerven in der Kniekehle sensible Nerven sind, die die Haut versorgen. Bei einer Reizung oder Kompression dieser Nerven, kann es passieren, dass die Betroffenen ein Taubheitsgefühl oder auch Kribbeln in der Kniekehle spüren. Diese Gefühle sind meistens kommend und gehend, und in der Kniekehle direkt lokalisiert.
In der Kniekehle verlaufen auch Nerven, die bestimmte Muskeln motorisch versorgen. Sie sorgen dafür, dass Nervenimpulse diese Muskeln erreichen, und darauf hin sich die Muskeln zusammenziehen. Bei einer Kompression oder Reizung dieser Nerven, kommt es zu einem verminderten Transport der elektrischen Signale in die Nerven, was dazu führt, dass die entsprechenden Muskeln, sich nicht mehr, wie gewohnt, zusammenziehen, im schlimmsten Falle, kann daraus auch eine motorische Lähmung entstehen.
Diagnose einer Nervenreizung
Die Diagnosestellung eine Reizung der Nerven in der Kniekehle beginnt mit der Krankenbefragung, bei der erörtert werden soll, seit wann die Beschwerden bestehen, welche Art die Beschwerden sind, und bei welchen Bewegungen die Beschwerden verstärkt oder vermindert werden können. Weiterhin sollte ein Reflextestdurchgeführt werden, bei dem der Untersucher mit einem Reflexhammer den Patellasehnenreflex untersucht. Auch kann er eine Sensibilitätsprüfung durchführen, um herauszufinden, ob eventuell sensible Nerven im Bereich der Kniekehle gereizt oder verletzt wurden. Hierzu kann er mit einer kleinen Untersuchungsnadel oder einem Untersuchungspinsel über die Haut der Kniekehle streichen und den Patienten fragen, ob er die Reize wahrnimmt.
Zu dem stehen noch einige bildgebende Verfahren zur Verfügung, außerdem kann noch eine so genannte Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchgeführt werden. Hierbei werden Elektroden über und unter das Kniekehle geklebt und ein Strom hindurch gegeben.
Mithilfe der Ultraschall Untersuchung, kann man Strukturen, wie Muskeln oder Sehnen, die dicht unter der Haut liegen, deutlich darstellen und kann im Falle einer Nervenreizung in der Kniekehle herausfinden, ob ein entsprechender Muskel auf einen Nerven drückt. Der Nerv beziehungsweise die Nerven in der Kniekehle kann man mit einem Ultraschall meistens nicht darstellen. Es bietet sich aber an, bei einem Verdacht einer Nervenreizung mit dem Ultraschallkopf über die Kniekehle zu fahren, um so die Muskeln darzustellen.
Ein MRT der Kniekehlewird immer dann benötigt, wenn man eine genaue Beurteilung der entsprechenden Nerven, die in der Kniekehle laufen, durchführen will. Ein MRT des Knies würde sowohl Knochen, als auch Nerven und Blutgefäße aber auch Sehnen und Weichteilgewebe darstellen. Vermutet man eine Nervenverletzung in der Kniekehle, die zu den Beschwerden führen, sollte in jedem Fall ein MRT durchgeführt werden.
Behandlung einer Nervenreizung
Die Behandlung von Nervenreizungen in der Kniekehle richtet sich ganz nach der auslösenden Ursachen. ' So kann bei muskulären Verhärtungen, die zu den Nervenreizungen der Kniekehle führen, eine Massage dazu beitragen, dass es zu einer Lockerung der Muskeln in der Kniekehle und so eine Entlastung der Nerven in der Kniekehle kommt.
Überlastungen und Fehlbelastungen sollten so lange unterbleiben, bis die Beschwerden in der Kniekehle nachlassen. Nachdem eine entsprechende Fehlbelastung in den Knien als Ursache dargestellt werden konnte, sollte mit einer ausgleichenden Behandlung zeitnah begonnen werden. Dies geschieht in der Regel mit der Anpassung von orthopädischen Schuheinlagen. Diese sollten regelmäßig getragen werden.
Es können auch einige Salben oder Gele auf die Kniekehle aufgetragen werden, die dazu beitragen, dass entzündliche Veränderungen, die zu den Nervenreizungen geführt haben, reduziert werden. Zu nennen wären hier entzündungshemmende Salbe an, wie Ibuprofengel oder Diclogel. Auch Kyttasalbe oder Pferdesalbe können in dem Bereich der Kniekehle aufgetragen werden.
Bei einer begleitenden Schwellung der Kniekehle kann überlegt werden eine Eispack- Behandlung 2x am Tag durchzuführen.
Cortison ist ein entzündungshemmendes und auch schmerzlinderndes Medikament, das im Falle einer Nervenreizung der Kniekehle angewandt werden kann. Vor allem bei der unspezifischen Nervenreizung kann man einen Behandlungsversuch mit Cortison unternehmen.Cortison kann man in Form einer Tablette, oder aber auch als Cortisoninjektionapplizieren. Die Behandlungsdauer sollte übersichtlich bleiben, eine Behandlung von über einer Woche muss genau abgewogen werden. Bei unspezifischen Schwellungen in der Kniekehle, kann eine Cortison Applikation einmal täglich als Tablette für maximal eine Woche sehr hilfreich sein. Eine Cortisoninjektion sollte zunächst einmalig erfolgen. Eine Kortisonspritze sollte immer bevorzugt werden, da hier weniger Dosierung bei einem günstigeren Nebenwirkungsrisiko benötigt wird.
Gerade wenn eine Nervenreizung in der Kniekehle zu Schmerzen führt, sollte der Einsatz eines Schmerzmittels in Betracht gezogen werden. Zunächst würde man schmerzlindernde Salben oder Gele auftragen (Ibuprofen oder Diclofenac), diese sollten dreimal am Tag aufgetragen werden. Bei starken Schmerzen, kann auch der Einsatz eines Schmerzmittels in Tablettenform überlegt werden. zweimal am Tag eingenommen werden.
Die Dauer, wie lange eine Nervenreizung in der Kniekehle anhält, hängt ganz davon ab, wie stark die Reizung ist und welche Ursachen zu der Reizung führen.
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