Migräne mit Aura: Ursachen, Symptome, Behandlung und Gefahren

Die Migräne mit Aura ist eine spezielle Form der Migräne, die durch neurologische Symptome gekennzeichnet ist, die vor dem eigentlichen Kopfschmerz auftreten. Diese Symptome, die als Aura bezeichnet werden, dauern in der Regel nicht länger als eine Stunde und können verschiedene Formen annehmen. Es ist wichtig, die Migräne mit Aura von anderen Kopfschmerzarten zu unterscheiden und die potenziellen Risiken zu erkennen, um eine angemessene Behandlung und Vorbeugung zu gewährleisten.

Was ist Migräne mit Aura?

Die Migräne mit Aura ist eine von mehreren Migräneformen. Die Aura tritt meist vor der eigentlichen Migräne auf und kündigt verschiedene Symptome an. Die Aura tritt auf unterschiedliche Weise auf und wird von den Betroffenen individuell wahrgenommen. Sie dauert in der Regel höchstens eine Stunde. Insgesamt kommt bei etwa einem Drittel der Migräne-Betroffenen eine Aura vor. Es handelt sich also nicht um eine Seltenheit.

Auf die Aura folgen nicht immer migränetypische Kopfschmerzen. Manchmal ist die Aura das einzige Symptom. Eine Aura ohne nachfolgenden Kopfschmerz heißt in Medizinerkreisen „Migraine sans migraine“. Dabei handelt es sich aber um eine Ausnahme. Meistens folgt auf eine Aura auch ein Migräne-Anfall.

Symptome der Migräne mit Aura

Die Migräne mit Aura weist die gleichen Symptome auf wie eine Migräne ohne Aura. Der Unterschied besteht also nur in der Aura selbst. Die „Aura“ entsteht vor der eigentlichen Migräne. Dabei kommt es mitunter zu weiteren Symptomen als Vorboten der Migräne. Zu den Symptomen einer Migräne mit Aura zählen auch die Aura-Symptome selbst. Selbst wenn es nicht nach jeder Aura zu Migräne-Symptomen kommt, handelt es sich dennoch per Definition um eine Migräne mit Aura. Das ist die sogenannte „Migräne ohne Kopfschmerzen“ (Migraine sans migraine).

Die Symptome, die bei der Aura im Rahmen einer Migräne auftreten, lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

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  • Kortikale Symptome: Diese betreffen vor allem den Kortex des Gehirns, also die Hirnrinde.
  • Hirnstammsymptome: Hier ist besonders der hintere Anteil des Kopfes betroffen. Früher bezeichnete man die Migräne mit Hirnstammaura als „Migräne vom Basilaristyp“ oder „Basilarismigräne“, weil im hinteren Teil des Kopfes die Arteria basilaris verläuft.

Für alle Symptome gilt, dass mehrere Beschwerden zwar gleichzeitig auftreten können, aber nicht müssen. Manchmal zeigt sich auch nur ein einzelnes Symptom. Außerdem bilden sich alle Symptome nach einer gewissen Zeit wieder zurück, sie sind reversibel. Halten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, handelt es sich per Definition nicht um eine Aura, sondern um eine andere Erkrankung. In dem Fall sollte man sich unbedingt umgehend an einen Arzt wenden!

Kortikale Symptome

Die kortikalen Symptome betreffen vor allem den Kortex des Gehirns. „Kortex“ bedeutet Rinde, hier ist also besonders die Hirnrinde betroffen. Zu den Symptomen der kortikalen Aura gehören:

  • Flimmerskotom: Die Aura beansprucht besonders häufig die Sehrinde. Betroffene sehen ein Flimmern, das von der Mitte des Gesichtsfeldes nach außen wandert. Dadurch beeinträchtigt die Migräne mit Aura das Sehen.
  • Negatives Skotom: Ein negatives Skotom ist ein Gesichtsfeldausfall. Manchmal kann man in bestimmten Bereichen des Blickfeldes gar nichts mehr sehen. In anderen Fällen ist nur eine Seite des Gesichtsfeldes betroffen, also rechts oder links, die verschwommen gesehen wird. Die Grenze zwischen dem verschwommenen und dem klaren Bereich ist deutlich erkennbar für die Patientinnen und Patienten. Die Ausprägung des negativen Skotoms ist sehr individuell.
  • Positives Skotom: Bei einem positiven Skotom nehmen die Betroffenen gezackte Linien wahr, die das Flimmerskotom umgeben oder ausfüllen. Das kann für den Patienten oder die Patientin sehr schwierig zu beschreiben sein. Besser greifbar wird die Wahrnehmung, wenn man Betroffene fragt, ob die Abgrenzung des Flimmerns vielleicht gezackt erscheint.
  • Lichtblitze: Lichtblitze (Photopsien) sind unterschiedlich stark ausgeprägt und finden sich im Gesichtsfeld an allen Stellen. Sie erscheinen sehr kurz, verschwinden wieder und tauchen an anderer Stelle erneut auf. Betroffene beschreiben eine Art Blitzregen, da die Lichtblitze während der Aura immer wieder und plötzlich im Gesichtsfeld auftreten.
  • Grelle Farbwahrnehmung: Betroffene sehen Farben plötzlich intensiver und stechender. Die verschiedenen Farben wirken oft so grell, dass diese Farbwahrnehmung als sehr störend empfunden wird.
  • Sensibilitätsstörungen: Sensibilitätsstörungen äußern sich unter anderem als Kribbeln und Taubheit (Parästhesien). Viele Betroffene können die Symptome besonders am Anfang der Erkrankung nicht richtig einordnen. Bei einer Migräne mit Aura treten Sensibilitätsstörungen fast immer auf.
  • Aphasie: Aphasie bedeutet, dass die Patienten und Patientinnen während der Aura nicht richtig sprechen können. Entweder fallen ihnen die Worte nicht ein, sodass ihre Äußerungen keinen Sinn ergeben. Oder die Betroffen wissen zwar, was sie sagen möchten, können die Wort aber nicht aussprechen (artikulieren).

Hirnstammaura

Eine besondere Auraform ist die Hirnstammaura. Hier ist besonders der hintere Anteil des Kopfes betroffen. Früher bezeichnete man die Migräne mit Hirnstammaura als „Migräne vom Basilaristyp“ oder „Basilarismigräne“, weil im hinteren Teil des Kopfes die Arteria basilaris verläuft. Bei der Migräne mit Hirnstammaura kommt es zu folgenden Symptomen während der Aura-Phase:

  • Beidseitige Gesichtsfeldausfälle oder Doppelbilder: Dieses Symptom betrifft als einziges Symptom der Hirnstammaura das Sehen. Flimmern oder Lichtblitze kommen bei der Hirnstammaura allerdings seltener vor.
  • Sprachstörungen (Dysarthrie): Diese Artikulationsstörung betrifft die Sprechwerkzeuge. Die Betroffenen wissen und verstehen zwar, was sie ausdrücken möchten, wegen einer Koordinationsstörung von Zunge, Lippen oder Kehlkopf kommt aber keine Lautbildung zustande.
  • Bewegungsstörungen (Ataxie): Bei einer Ataxie sind die Bewegungsabläufe und Koordinationsfähigkeiten gestört. Den Betroffenen gelingt es dann nicht, sich fortzubewegen oder alltägliche Aufgaben zu erledigen, weil der Körper nicht „gehorcht“.
  • Hörminderung: Einige Betroffene hören während der Aura-Phase schlechter als sonst. Tinnitus, also das Dauerpfeifen im Ohr, und Schwindel können begleitend auftreten. Weil das Vestibularorgan im Innenohr an diesen Symptomen beteiligt ist, gehen sie oft Hand in Hand.
  • Bewusstseinsstörungen: Bei einer Hirnstammaura treten manchmal Bewusstseinsstörungen auf. Das bedeutet nicht immer Ohnmacht: Auch eine verminderte Ansprechbarkeit ist eine Bewusstseinsstörung.
  • Keine motorischen Defekte: Die Ursache dieser Störungen ist nicht in der Motorik zu finden. Vielmehr betrifft das Problem die Koordination der einzelnen Körperteile, die normalerweise im Gehirn stattfindet.

Hemiplegische und retinale Migräne mit Aura

Zwei seltenere Formen der Migräne mit Aura sind die hemiplegische und die retinale Migräne.

  • Hemiplegische Migräne: Bei der hemiplegischen Migräne zeigt sich die Aura vor allem durch eine vorübergehende Muskelschwäche. Die Betroffenen sind während der Aura-Phase in ihren Bewegungen und im Alltag eingeschränkt.
  • Retinale Migräne: Das Kennzeichen der retinalen Migräne sind Sehstörungen, weil die Netzhaut (Retina) betroffen ist. Diese Sehstörungen betreffen allerdings immer nur ein Auge, nicht beide. Während der Aura-Phase sehen die Betroffenen dann einseitig verschwommen, vermindert oder gar nicht.

Ursachen der Migräne mit Aura

Die Ursachen der Migräne mit Aura sind komplex und noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

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  • Genetische Faktoren: Eine Ursache von Migräne ist die genetische Komponente. Auch wenn bei den meisten erblichen Migräneformen mehrere Gene beteiligt sind und die Erforschung komplex ist, weiß man heute ziemlich sicher, dass es eine sogenannte familiäre Veranlagung (Disposition) gibt. Drei Typen dieser seltenen Migräneform werden seit kurzem unterschieden: FHM-1, FHM-2 und FHM-3. Von der FHM betroffene Patienten erleiden während der Migräneattacke eine u. U. komplette Halbseitenlähmung (daher der Name - hemi - halb, Plegie = Lähmung), die für 30-60 Minuten, in einigen Fällen sogar mehrere Stunden andauern kann.
  • Triggerfaktoren: Zusätzlich gibt es bestimmte Trigger, die eine Migräne mit Aura auslösen können:
    • Stress
    • Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
    • Reizüberflutung
    • Wetter bzw. Wetterwechsel
    • Bestimmte Lebens- und Genussmittel
    • Unterzuckerung durch unregelmäßige Mahlzeiten
    • Hormonelle Veränderungen

Warum diese Faktoren einen Migräne-Anfall - mit oder ohne Aura - „triggern“ können und was genau dabei im Körper geschieht, wird medizinisch als Pathophysiologie bezeichnet.

Foramen ovale

Die Migräne mit Aura kann in seltenen Fällen auch auf einen genetischen Defekt des sogenannten Foramen ovale zurückzuführen sein. Das Foramen ovale ist ein kleines Loch im kindlichen Herz, das während der Schwangerschaft für die Blutversorgung des Ungeborenen sorgt. Normalerweise verschließt sich dieses Loch von alleine nach der Geburt, aber nicht bei allen Menschen. In den meisten Fällen bleibt ein unverschlossenes Foramen ovale im Laufe des Lebens unentdeckt und macht keine Probleme. Trotzdem lohnt es sich, Nachforschungen in diese Richtung anzustellen, wenn keine andere Ursache für die Migräne mit Aura gefunden wird.

Nervenaktivität

An der Nervenaktivität im Gehirn kann man erkennen, wie die Aura entsteht: Wenn eine Nervenzelle „übererregt“ wird, entsteht eine sogenannte Streudepolarisation. Diese Erregung findet zuerst in nur einem Hirnbereich statt. Von dort aus breitet sich diese Depolarisation wie eine Welle auch in andere Areale des Gehirns aus. Dort nimmt die Nervenaktivität dann ab.

Ist Migräne mit Aura gefährlich?

In den meisten Fällen ist Migräne mit Aura nicht gefährlich. Die Erkrankung schränkt allerdings das Leben mitunter sehr ein. Das ist für die Betroffenen oft belastend. Hier lohnt sich ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt über sinnvolle Therapieoptionen. Sind die Bewusstseinsstörungen, die während der Aura-Phase auftreten können, stark ausgeprägt, müssen Sie das ernst nehmen. Lassen Sie sich unbedingt ärztlich beraten.

Mehrmals tägliche Aura-Symptome als Warnsignal

In Ausnahmefällen ist es möglich, dass mehrmals täglich Aura-Phasen auftreten. Das ist allerdings ungewöhnlich, da Betroffene sich bei einer Migräne-Attacke schonen und Medikamente einnehmen, sodass ein weiterer Anfall am gleichen Tag sehr unwahrscheinlich ist. Sollten sich die Aura-Symptome derart häufen, muss auch an andere Krankheiten gedacht werden.

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Migränöser Infarkt

Ein migränöser Infarkt kann als Komplikation bei einer Migräne mit Aura auftreten und gefährlich sein. Dabei kommt es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn, die schließlich in einen Schlaganfall münden. Menschen, die regelmäßig unter einer Migräne mit Aura leiden, wissen meist schon genau, wie sich ihre Beschwerden ankündigen und äußern. Wenn die Aura-Symptome jedoch länger als sonst dauern oder abrupt eintreten, kann das ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein.

Personen, die unter Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Hingegen stellt Migräne ohne Aura kein oder nur ein geringes Risiko dar. Insbesondere bei Frauen unter 45 Jahren mit Migräne mit Aura konnte, im Vergleich zur restlichen Bevölkerung, ein doppelt so hohes Risiko für einen Schlaganfall festgestellt werden.

Weitere Faktoren, die einen migränösen Infarkt wahrscheinlicher machen, sind:

  • Rauchen
  • Einnahme östrogenhaltiger Empfängnisverhütungsmittel (Anti-Baby-Pille)
  • Mindestens eine Migräneattacke mit Aura im Monat
  • Persistierendes Foramen ovale (angeborene Fehlbildung des Herzens, bei der eine Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof besteht)

Besonders, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, erhöht sich die Gefahr eines gefährlichen Hirninfarktes. Daher sollten Frauen mit Migräne mit Aura auf Rauchen und eine Verhütung durch die Pille mit Östrogenen verzichten.

Behandlung der Migräne mit Aura

Das Ziel ist, die Anfälle in ihrer Intensität zu mindern und die Häufigkeit einzudämmen. Das lässt sich vor allem erreichen, indem man die Auslöser meidet. Trotz aller Maßnahmen kann die Migräne dennoch immer wieder auftreten. Doch jeder Anfall bildet sich wieder zurück. Das betrifft sowohl die Aura selbst als auch die Migräne.

Folgende Maßnahmen können den Krankheitszustand der Betroffenen verbessern:

  • Auslöser der Migräne und/oder der Aura meiden
  • Frühzeitig schmerzlindernde Medikamente einnehmen
  • Medikamentöse Behandlung: Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit, Triptane, Steroide

Medikamentöse Behandlung

  • Schmerzmittel: Leichte bis mittelschwere Migräneattacken können mit peripher wirksamen Analgetika (schmerzstillende und -lindernde Medikamente) und NSAID’s (=Nichtsteroidale Antiphlogistika, entzündungshemmende Schmerzmittel ohne Kortison) behandelt werden. Die Wirksamkeit der Analgetika kann durch die Gabe von Prokinetika (Mittel zur Förderung der Magen-Darm-Bewegung) und Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) wie Metoclopramid oder Domperidon verbessert werden, da somit die Aufnahme der Medikamente insgesamt verbessert wird. Wichtig ist eine ausreichend hohe Dosierung der eingesetzten Präparate sowie die Auswahl gut und schnell aufnehmbarer Darreichungsform (Brausetabletten oder Granulate).
  • Triptane: In der Therapie der akuten Migräneattacke sind die Triptane (5-HT1B/D-Agonisten) die Mittel der ersten Wahl. Die vielfältigen Darreichungsformen und Dosierungen der Triptane ermöglichen ein hohes Maß an individueller Therapie. Wichtig ist, dass die Migräne-Aura durch Triptane nicht beeinflusst werden kann. Der Einsatz der Triptane sollte daher erst nach abgelaufener Aura erfolgen. Ein Triptan-spezifisches Problem ist das Wiederauftreten des Kopfschmerzes im Zeitfenster von 2-24 Stunden nach einer anfänglich erfolgreichen Behandlung (=sekundäres Therapieversagen). Da Patienten eine schnelle Hilfe erwarten und schnell wirksame Triptane in aller Regel bevorzugt werden, kann dem sekundären Therapieversagen mittels gleichzeitiger Einnahme von Analgetika in ausreichender Dosierung, wie z. B. Ibuprofen entgegen gewirkt werden. Sumatriptan (und alle anderen Triptane) ist bei Patienten mit Gefäßerkrankungen (KHK oder PAVK) kontraindiziert (Kontraindikation = Gegenanzeige) und nur für Patienten bis 65 Jahre zugelassen.

Vorbeugung der Migräne mit Aura

Die beste Strategie bei Migräne - egal ob mit oder ohne Aura - ist, die Auslöser zu meiden. Wenn Sie einem Migränefall vorbeugen möchten, sollten Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren kennen und sich mit verschiedenen, auch nicht-medikamentösen Maßnahmen auseinandersetzen.

Allgemeine vorbeugende Maßnahmen:

  • Vermeidung von persönlichen Triggerfaktoren (z. B. Stress)
  • Ausdauersport
  • Entspannungsverfahren
  • Biofeedback
  • Psychologische Schmerztherapie (z. B. Schmerzbewältigung, Stressmanagement)
  • Ggf. kognitive Verhaltenstherapie

Medikamentöse Prophylaxe

In der Prophylaxe von Migräne mit Aura helfen haben sich vor allem die Medikamente Lamotrigin, Flunarizin und Topiramat bewährt.

  • Lamotrigin: Lamotrigin ist eigentlich ein Antiepileptikum. Normalerweise wird es Patienten mit Epilepsie oder bipolaren Störungen verordnet. Wird Lamotrigin in der Migräne-Prophylaxe eingesetzt, spricht man von einer sogenannten „off-label“-Anwendung. Das heißt, dass das Mittel zwar ursprünglich nicht für dieses Krankheitsbild vorgesehen war, aber aufgrund seiner Wirksamkeit trotzdem eingesetzt wird. Lamotrigin sorgt dafür, dass die Natrium- und Calciumkanäle von Nervenzellen inaktiviert werden. Diese Inaktivierung führt dazu, dass die Nervenzelle weniger gut erregbar ist. Weil die Aura-Symptome durch übermäßige Erregung der Nerven entstehen, kann Lamotrigin durch die Hemmung der Erregbarkeit diesen Prozess schwächen. Das lindert die Aura-Symptome.
  • Flunarizin: Flunarizin ist ein Calciumantagonist, also ein Gegenspieler von Calcium. Wie genau Flunarizin wirkt, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Experten sind sich aber einig, dass Flunarizin die Wirkung von Calcium schwächt. Das wiederum verhindert die Übererregbarkeit der Nervenzellen, die zur Aura-Symptomatik führt.
  • Topiramat: Topiramat ist ebenfalls ein Antiepileptikum. Zusätzlich wird es vielfach zur Migräne-Prophylaxe eingesetzt. Topiramat wirkt im Wesentlichen über drei Mechanismen: Es hemmt die Natriumkanäle und senkt so die Erregung der Nervenzellen. Außerdem hemmt Topiramat die AMPA-Typen von Glutamatrezeptoren, was ebenfalls zu einer geringeren Erregbarkeit der Nervenzellen führt. Der dritte Mechanismus besteht in der Stärkung von GABA, einem körpereigenen Hemmstoff, der die Erregbarkeit der Nervenzellen zusätzlich einschränkt. Weil die Aura-Symptomatik auf der übermäßigen Erregung der Nervenzellen beruht, lindert Topiramat die Beschwerden wirksam.

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