Radiologische Innovationen und Fortschritte in Freiburg: Ein Überblick

Die Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg hat sich in den letzten Jahren als eine zentrale Einrichtung für diagnostische Versorgung auf höchstem Niveau etabliert. Durch kontinuierliche Innovationen und die Einführung modernster Technologien werden sowohl ambulante als auch stationäre Patient*innen optimal versorgt. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen und Errungenschaften der Radiologie in Freiburg.

Förderung innovativer Forschungsprojekte

Das Projekt VORTEX, unter Beteiligung von Dr. Martin Pichotka und PD Dr. Ali Özen (Medizin Physik), wird in den nächsten zwei Jahren durch das Programm CZS Wildcard gefördert. Ziel ist die Entwicklung eines neuartigen, mobilen und quelloffenen tomographischen Bildgebungssystems. Diese vielseitige, autonome Bildgebungsplattform soll neue Möglichkeiten für multi-modale Diagnostik und intraoperative Führung eröffnen, insbesondere in Situationen, in denen Großsysteme nicht einsetzbar sind. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt mit dem Programm CSZ Wildcard Forschungsvorhaben, die ein großes Innovationspotential und Risikobereitschaft aufweisen, um den Weg in neue Forschungs- und Anwendungsfelder zu ebnen.

Einführung des Lungenkrebsscreenings

Die Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg bietet als erste Einrichtung in Baden-Württemberg ein strukturiertes Lungenkrebsscreening an. Dieses Vorsorgeprogramm richtet sich an Personen mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs und basiert auf modernsten, strahlungsarmen CT-Untersuchungen. Ziel ist es, bösartige Veränderungen in einem frühen, noch heilbaren Stadium zu erkennen und so die Behandlungsmöglichkeiten sowie die Prognose der Betroffenen deutlich zu verbessern.

Professor Dr. Christopher L. Schlett, Leiter der Sektion Kardiothorakale Bildgebung, betont: „Lungenkrebs gehört nach wie vor zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen. Mit dem strukturierten Screeningprogramm möchten wir vor allem diejenigen erreichen, die durch eine langjährige Raucheranamnese besonders gefährdet sind. Unser Ziel ist es, Krebs frühzeitig zu erkennen - in einem Stadium, in dem er noch gut behandelbar ist.“ Teilnahmeberechtigt sind Frauen und Männer zwischen 50 und 75 Jahren mit einer langjährigen Raucheranamnese. Weitere Informationen sind unter www.lungenkrebsscreening-freiburg.de zu finden.

Auszeichnungen und Ehrungen für herausragende Leistungen

PD Dr. Katharina Müller-Peltzer wurde mit dem Eugenie und Felix Wachsmann-Preis ausgezeichnet, während Dr. Matthias Jung der Young Investigator Award auf dem Deutschen Röntgenkongress 2025 verliehen wurde. Beide wurden für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und ihren bedeutenden Beitrag zur radiologischen Forschung geehrt.

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Professor Dr. Jürgen Hennig, ein renommierter Wissenschaftler im Bereich der medizinischen Bildgebung, wurde mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg geehrt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte die Auszeichnung für Hennigs herausragende wissenschaftliche Leistungen und sein jahrzehntelanges Engagement in Forschung und Lehre. Als international anerkannter Pionier der Magnetresonanztomographie hat er maßgeblich zur Weiterentwicklung bildgebender Verfahren beigetragen und damit bedeutende Fortschritte in der medizinischen Diagnostik ermöglicht.

Erfolgreicher "Radiology Research Day"

Am Universitätsklinikum Freiburg fand erstmalig der „Radiology Research Day“ statt, bei dem interne Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Gruppen zusammenkamen, um den Austausch von Ideen und die Initiierung gemeinsamer Projekte zu fördern. Inspirierende Vorträge und lebhafte Diskussionen ermöglichten es den Teilnehmerinnen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und Synergien zu schaffen, die die Zukunft der radiologischen Forschung maßgeblich beeinflussen werden. Die positive Resonanz und das Engagement der Teilnehmer*innen zeigen, dass der „Radiology Research Day“ eine wichtige Plattform für den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Radiologie darstellt.

Eröffnung des neuen Photon-Counting CT Scanners

Das Universitätsklinikum Freiburg setzt erneut Maßstäbe in der medizinischen Bildgebung: Am Campus Bad Krozingen der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie wurde ein hochmodernes Photon-Counting CT der Firma Siemens Healthineers in Betrieb genommen. Diese innovative Technologie ermöglicht eine deutlich verbesserte Bildauflösung bei gleichzeitig reduzierter Strahlenexposition - ein entscheidender Fortschritt für die präzise und schonende Patientenversorgung. Professor Schlett betont: „Wir sind besonders stolz, am Universitätsklinikum Freiburg nun zwei dieser modernsten CT-Scanner für eine hochmoderne Spitzenmedizin einsetzen zu können.“

Neue Röntgenanlage für die Kinderklinik Freiburg

Das Universitätsklinikum Freiburg hat gemeinsam mit Philips Healthcare eine neue, hochmoderne Röntgenanlage in der kürzlich eröffneten Kinderklinik in Betrieb genommen. Diese Anlage bietet modernste Technik für eine angstfreie Untersuchung von Kindern.

Auszeichnung für Dr. Matthias Jung in Chicago

Dr. Matthias Jung wurde auf dem 110th Scientific Assembly and Annual Meeting of the Radiological Society of North America in Chicago, Illinois, für seine Arbeit zum "Deep Learning-based Biological Age Estimation from MRI Predicts Major Adverse CV Events in the General Population" mit dem Magna Cum Laude Award ausgezeichnet.

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Eröffnung der neuen Kinderradiologie

Die Kinderradiologie hat ihren neuen Standort bezogen und betreibt nun zwei dedizierte MRT Systeme (1,5 und 3T) für die pädiatrische Radiologie. Der Bereich wurde offiziell durch Professor Wenz, Frau Dr. Goller-Bruchmann und Herrn Dr. Oerther (Kinderradiologie) sowie Andreas Schneck (Leiter von MRT Global bei Siemens) und Prof. Feuchtinger (Sprecher Department Kinderheilkunde) eröffnet.

Förderung für Dr. Stephan Rau

Das Projekt von Herrn Dr. Stephan Rau zur verbesserten Diagnosestellung von Lebererkrankungen mittels Photon-counting Detektor CT wurde von der Volker-Homann-Stiftung gefördert.

Auszeichnung für Dr. Matthias Jung durch die US National Academy of Medicine

Dr. Matthias Jung erhielt den Healthy Longevity Catalyst Award der US National Academy of Medicine.

Ergebnisse der NAKO Gesundheitsstudie

Die NAKO Gesundheitsstudie, die größte Bevölkerungsstudie in Deutschland, hat gezeigt, dass Freiburg und Umgebung die schlankeste Gesamtbevölkerung im bundesdeutschen Vergleich aufweist. Zudem sammelten die Wissenschaftler*innen wichtige Daten zu Herzkrankheiten, Depressionen, Typ1-Diabetes und vielen weiteren Erkrankungen.

Auszeichnung von Prof. Wibke Uller

Prof. Wibke Uller wurde im Stern Sonderheft als ausgezeichnete Ärztin im Bereich Interventionelle Radiologie geehrt.

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Digitale Terminvergabe in der Radiologie am Campus Bad Krozingen

Die Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Freiburg hat eine Zusammenarbeit mit Doctolib gestartet, um Patient*innen durch digitale Lösungen einen zeitgemäßen Zugang zu universitärer Spitzenmedizin und fortschrittlicher Bildgebung zu ermöglichen. Der Startschuss fiel am Campus Herzzentrum Bad Krozingen, wo ambulante Untersuchungen des Herzens und der Gefäße mittels modernster CT- und MRT-Technologien angeboten werden.

Einweihung des modernsten 3-Tesla-Ganzkörper-Magnetresonanztomographen

Am Universitätsklinikum Freiburg wurde ein europaweit modernster 3-Tesla-Ganzkörper-Magnetresonanztomograph (MRT) mit Patient*innenzulassung eingeweiht. Der Tomograph zeichnet sich durch eine sehr hohe räumliche Auflösung aus und ermöglicht Einblicke in die Mikrostruktur des Gewebes. Die integrierte Unterstützung mittels Künstlicher Intelligenz erlaubt wesentlich schnellere und schärfere Bildaufnahmen als bislang. Professor Dr. Maxim Zaitsev, Leiter der Abteilung Medizinphysik, betont: „Mit dem neuen MRT-Scanner in Freiburg können wir so tief ins Gewebe eintauchen wie nie zuvor.“

Richtfest für das Radiologische Interventionszentrum (RIZ)

Das Universitätsklinikum Freiburg feierte das Richtfest für das Radiologische Interventionszentrum (RIZ). Voraussichtlich im Frühjahr 2024 soll das RIZ seine Türen öffnen und die Versorgung von Patient*innen weiter ausbauen.

Schwerpunktprogramm „Radiomics“ wird fortgesetzt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Schwerpunktprogramm „Radiomics: Nächste Generation der medizinischen Bildgebung“ für weitere drei Jahre mit mehr als sieben Millionen Euro. Die Gesamtkoordination des Programms liegt weiterhin bei Prof. Dr. Fabian Bamberg.

Förderung für innovative Tumorbildgebung

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert ein innovatives Projekt zur besseren Darstellung von Tumoren mit 15,8 Millionen Euro für vier Jahre. Davon gehen 3,1 Millionen Euro an das Universitätsklinikum Freiburg als klinischer Partner. Durch das Hyperpolarisations-Verfahren soll der Tumorstoffwechsel sichtbar gemacht werden. Professor Dr. Michael Bock betont: „Wir hoffen, dass Krebspatient*innen schon möglichst bald von der Bildgebung des Tumorstoffwechsels durch Hyperpolarisations-MRT profitieren.“

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