Basilikum: Wirkungsvolles Küchenkraut und Heilmittel gegen Migräne und mehr

Basilikum, der Dauerbrenner unter den Küchenkräutern, ist mehr als nur eine schmackhafte Zutat für Pesto, Caprese und Tomatensoße. Es verfeinert viele Gerichte und erinnert an Sommer. Ursprünglich stammt es wohl aus den Subtropen, wo es nicht nur als Küchenkraut galt, sondern auch seiner angeblich heilkräftigen Wirkungen wegen geschätzt wurde. Neben seinem kulinarischen Wert ist Basilikum auch ein anerkanntes Heilkraut, das eine Vielzahl wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und ätherischer Öle enthält. In der Volksheilkunde wird es nach wie vor bei diversen Beschwerden und Krankheiten eingesetzt.

Vielfalt und Nährstoffreichtum des Basilikums

Es existieren etwa 40 verschiedene Basilikumsorten, wobei hierzulande vor allem das Genoveser Basilikum in Küchen, auf Fensterbänken und Balkonen zu finden ist. Basilikum ist von Natur aus reich an Nährstoffen.

Die Würzpflanze enthält viele Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine, wie z. B. Mangan, Kupfer und Vitamin C. Vitamin A, C, D und E sowie K finden sich in der Pflanze. Insbesondere Vitamin A ist hervorzuheben, das eine wichtige Rolle für Augen und Haut spielt. Vitamin K wiederum beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Außerdem enthält das auch als Königskraut bekannte Kraut B-Vitamine sowie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. So stecken z. B. 88 µg Vitamin K in nur 20 g Basilikum. Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel und trägt zu einem gesunden Herz-Kreislauf-System bei. Die Forscher kamen zum Schluss, dass eine Vitamin-K-reiche Ernährung das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um ganze 50 Prozent verringern kann.

Ätherische Öle und ihre gesundheitsfördernden Wirkungen

Basilikum enthält zahlreiche ätherische Öle, die ihm nicht nur sein einzigartiges Aroma verleihen, sondern denen auch gesundheitsfördernde Wirkweisen zugeschrieben werden. Je nach Sorte können die ätherischen Öle variieren. Riecht die Pflanze sehr zitronig? Die heilende Wirkung stammt insbesondere aus dem ätherischen Öl der Gewürzpflanze. Seine Bestandteile (z. B. Cineol, Linalool, Citral, Eugenol etc.) wirken entzündungshemmend, antioxidativ, antibakteriell, schmerzstillend und auch krebsfeindlich.

Cineol wirkt schleimlösend und antibakteriell und kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen und entzündlichen Atemwegserkrankungen sowie bei Asthma und Heuschnupfen Linderung verschaffen. Ein weiterer Stoff im Basilikum ist Estragol. Sein Ruf ist hingegen weniger gut. Denn in Studien schädigte Estragol Fruchtfliegen und andere Versuchstiere - und schon hieß es, Kräuter mit Estragol seien für den Menschen gefährlich, was dazu führte, dass Mütter nicht einmal mehr wagten, ihren Kindern Fencheltee zu geben. In den betreffenden Untersuchungen wurde jedoch das reine Estragol aus der Pflanze isoliert und hochkonzentriert verabreicht. Bei Kleinkindern sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit wird allenfalls von konzentrierten Präparaten aus ätherischem Basilikumöl abgeraten. Der Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Basilikumöls fällt je nach Sorte, Herkunft und Erntezeitpunkt auch sehr unterschiedlich aus.

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Basilikum als natürliches Antibiotikum und Entzündungshemmer

Kommt es zu einer durch Bakterien verursachten Erkrankung, wird diese meist mit Antibiotika behandelt. Da die Entwicklung und Verbreitung der multiresistenten Bakterien stetig zunehmen, sind Alternativen gefragt. So haben bulgarische Forscher an der Bulgarian Drug Agency aufgezeigt, dass mit dem ätherischen Öl die multiresistenten Stämme der Bakterien Staphylococcus, Enterococcus und Pseudomonas bekämpft werden können.

Wo Bakterien sind, treten meist auch Entzündungen auf. Praktischerweise wirkt das Basilikum nicht nur antibakteriell, sondern gleichzeitig entzündungshemmend, was nicht nur bei akuten bakteriell bedingten Entzündungen, sondern auch bei chronischen Entzündungskrankheiten wie z. B. Hierbei kommen oft entzündungshemmende Arzneimittel wie die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) oder COX-2-Hemmer zum Einsatz, die jedoch mit schwerwiegenden Nebenwirkungen wie z. B. Studien haben gezeigt, dass Eugenol aus dem Basilikum ähnlich wie COX-2-Hemmer das entzündungsfördernde Enzym Cylooxygenase (COX) hemmen.

Äußerliche Anwendung von Basilikumöl

Da ätherische Öle hautreizend wirken können, wird bei der äußerlichen Anwendung meist empfohlen, das ätherische Öl mit einem Trägeröl (z. B. mit Jojobaöl) zu vermischen. Das ätherische Basilikumöl kann z. B. bei Insektenstichen, bei rissiger Haut oder bei Hautkrankheiten helfen. Um schmerzende Körperstellen einzureiben, z. B.

Innerliche Anwendung von Basilikumöl und Tee

Bei der innerlichen Anwendung wirkt ätherisches Basilikumöl stark entkrampfend und entzündungshemmend, aber auch entspannend und schmerzlindernd. Zu den Anwendungsgebieten zählen z. B. Werden ätherische Öle innerlich angewandt, wird grundsätzlich empfohlen, einen Heilpraktiker zu Rate zu ziehen. Außerdem bietet sich das ätherische Öl z. B. Wichtig: Achten Sie beim Kauf stets darauf, dass es sich um ein 100 Prozent naturreines, hochwertiges ätherisches Öl handelt.

Basilikum-Tee ist besonders leicht zuzubereiten und anzuwenden. Er hilft z. B. bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenverstimmung, Unruhe und Schlafstörungen. Übergießen Sie 1 EL frisches Basilikumkraut mit 150 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Tee für 10 Minuten ziehen. Für einen Tee zupfen Sie einfach ein paar Blätter des Basilikum-Strauches ab und übergießen sie mit heißem Wasser. Dann ruhig 10-15 Minuten stehen lassen.

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Basilikum bei Kopfschmerzen und Migräne

Auch heute noch sind viele Menschen überzeugt von den heilkräftigen Basilikum-Wirkungen, etwa gegen Migräne und andere Arten von Kopfschmerzen. Andere schwören auf die krampflösende und schmerzlindernde Wirkung von Basilikumöl oder nehmen es zur Darmstärkung ein. In der ayurvedischen Medizin wird es u.a. eingesetzt bei Depressionen und Migräne. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel für den gesamten Kopfbereich und für die Gefühlswelt. In seiner Wirkung auf das Gehirn wird es nur von Rosmarin übertroffen.

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden - sie können durch Stress, Verspannungen, Wetterumschwünge oder Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden. Auch stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm oder eine verspannte Nackenmuskulatur tragen oft dazu bei. Mit einfachen, natürlichen Methoden lässt sich häufig Linderung erzielen, bevor zu Medikamenten gegriffen werden muss.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Basilikum

Basilikum kann als Würzmittel in der Küche zum Einsatz kommen - probieren Sie es aber auch mal auch als Tee, ätherisches Öl oder frisch zur äußeren Anwendung. Für Wickel zupfen Sie einige Blätter ab und legen Sie sie, evtl. etwas zerstoßen, auf die betroffene Hautpartie. Dann legen Sie einen feuchten, warmen Umschlag darum und umwickeln alles nochmal mit einem trockenen Handtuch.

Basilikum kann definitiv mehr als Geschmack und Aroma verleihen. Aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe wird dem Heilkraut bei bestimmten Beschwerden wie Nervosität, Verdauungsproblemen oder Menstruationsbeschwerden eine lindernde Wirkung nachgesagt. Auch äußerlich bei Insektenstichen und Wunden kann Basilikum Abhilfe schaffen.

Basilikum-Tee ist eine etwas andere Zubereitungsart des beliebten Küchenkrautes. Das Getränk schmeckt nicht nur frisch aromatisch, sondern hat auch gesundheitliche Vorteile. Selbst im Garten kannst du ihn anwenden. Die meisten kennen Basilikum aus mediterranen Gerichten und auf Tomate-Mozzarella. Die Naturheilkunde setzt Basilikum als Hausmittel bei verschiedensten Beschwerden ein. Und auch im Graten kann Basilikum-Tee helfen, Schädlinge zu bekämpfen. Die Wirkung von Basilikum-Tee kann hauptsächlich auf die enthaltenen ätherische Öle zurückgeführt werden. Sie sollen entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzlindernd wirken. Allerdings ist die Wirkungskraft deutlich geringer als bei anderen Heilpflanzen. Hinweis: Bislang ist die Wirkung von Basilikum-Tee weitestgehend noch nicht wissenschaftlich belegt. Basilikum-Tee gilt als Heilkraut in der Kräuterkunde. Um Basilikum-Tee zuzubereiten, benötigst du frische Basilikumblätter, heißes Wasser, sowie eine Tasse oder Kanne mit Teesieb. Eine Jauche aus basilikum-Tee kann zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Basilikum-Tee kann nicht nur gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Auch im Garten gilt das Kraut bei Hobbygärtner:innen als Geheimtipp. Denn mit Basilikum kannst du eine Pflanzenjauche herstellen. Pflanzenjauchen funktionieren im Garten sowohl als Dünger als auch zur Schädlingsbekämpfung. Die ätherischen Öle im Basilikum mögen einige Gartenbewohner:innen nämlich gar nicht. Gieße dazu zwei Esslöffel frischen Basilikum mit einem Liter kochenden Wasser auf. Lasse den Tee so lange ziehen, bis er abgekühlt ist.

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Basilikumsamen als heimische Alternative zu Chia-Samen

Chia-Samen liegen zurzeit voll im Trend, doch auch die bläulich-schwarzen Basilikumsamen haben einiges auf dem Kasten. Werden die Samen in Wasser eingeweicht, dehnen sie sich auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens aus. Die Samen sind zwar quasi geschmacklos, eignen sich aber prima, um leckere Desserts wie z. B. Außerdem können Sie die Samen zur Sprossenzucht verwenden. Dabei sollten Sie wissen, dass schleimbildende Samen (z. B. Kurzum: Basilikumsamen sind die heimische Alternative zu Chia-Samen. Letztere werden meist aus Südamerika importiert.

Tipps für den Anbau und die Verwendung von Basilikum

Wenn Sie den ganzen Sommer und bis in den Herbst hinein über frisches Basilikum ernten möchten, sollten Sie die Pflanzen also nicht im Supermarkt, sondern beim Gärtner Ihres Vertrauens kaufen. Oder Sie säen die Pflanze selbst aus. Einmal gekeimt, benötigen die Pflänzchen nicht viel Pflege. Basilikum (lat.: Ocimum basilicum) lebt länger, wenn die Supermarkt-Pflanze in einen größeren Topf umgetopft wird. So kann man sich länger am süßen und aromatischen Duft des Mittelmeer-Krautes erfreuen.

Es gibt viele typische Rezepte mit Basilikum, die zum Sommer einfach dazu gehören. Da Hitze das Aroma schnell zerstört, werden Basilikumblätter selten mitgekocht. Sie werden meistens roh über Salate, Pizza Nudelgerichte gestreut. Wer die Blätter ganz lässt, kann sich über den intensivsten Basiliumgeschmack freuen. Das Hacken setzt die ätherischen Öle frei, so dass die Küche zwar gut duftet, das gehackte Basilikum aber leider fade schmeckt.

Basilikum in der Küche: Rezepte und Anwendungen

Der Duft und Geschmack von Basilikum ist einfach einzigartig! Auf meiner persönlichen Basilikum-Hitliste steht der Insalata Caprese ganz oben. Dieses Rezept gehört wohl in jedem italienischen Restaurant auf die Speisekarte. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Tomatenscheiben werden mit Mozzarella (gerne guter Büffel-Mozzarella) und Basilikum belegt. Drüber kommt etwas Salz und Pfeffer und gutes Olivenöl. Dieses Basilikumgericht schmeckt am besten mit frischem Weißbrot!

Appetit auf einen Salat, der fast nur aus Basilikum und Rucola besteht? Er schmeckt wunderbar intensiv! Auch dieser Salat braucht kein kompliziertes Dressing. Olivenöl, Salz und grober schwarzer Pfeffer reichen völlig aus. Wenn es noch etwas gehaltvoller sein soll, kann man Ziegenfrischkäse und geröstete Pinienkerne hinzugeben.

Es gibt zahllose Pesto-Variationen. Am bekanntesten ist wohl nach wie vor das Pesto aus frischem Basilikum, Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen und Parmesan. Alles miteinander in den Mixer werfen - oder in den Mörser, was natürlich etwas mehr Arbeit bedeutet. Dazu gibt es Spaghetti oder andere Nudeln. Guten Appetit!

Das Basilikum kann als der Inbegriff der italienischen Küche bezeichnet werden. Das Gewürz harmoniert extrem gut mit allen Gerichten, die Knoblauch, Paprika, Tomaten und Olivenöl enthalten. Der Begriff Pesto kommt übrigens vom italienischen Wort "pestare" (zerstampfen). Im Vergleich zu anderen mediterranen Kräutern wie Salbei oder Rosmarin hat das Basilikum den Nachteil, dass es beim Trocknen sein Aroma verliert. Es gibt aber dennoch Wege, um die Gewürzpflanze haltbar zu machen und das Aroma zu konservieren. Zerkleinern Sie hierfür etwa eine Hand voll Basilikumblätter und geben Sie sie in eine dunkle, verschließbare Flasche. Entscheidend ist, dass die Blätter stets vollständig mit Olivenöl bedeckt sind, da sonst Schimmelgefahr besteht! Dann können Sie das Würzöl z. B.

Basilikum-Oxymel: Eine Alternative im Winter

Naturgemäß gibt es bei uns im Winter kaum gutes, frisches Basilikum. Eine Alternative kann ein Oxymel mit Basilikum sein. Diese auch als Sauerhonig bezeichneten Essig-Honig-Mischungen schmecken immer wieder unterschiedlich, je nach Inhaltsstoffen: ein guter Bio-Apfelessig kombiniert mit einem süßen Honig ist die Grundlage. Hinzu kommt zum Beispiel Basilikum, entweder alleine oder in Kombination mit anderen Kräutern wie Ingwer, Kerbel, Kreuzkümmel oder Estragon. Zusammen ergibt sich ein würziges, süß-säuerliches Getränk. Viele Menschen schwören darauf, morgens ein kleines Gläschen von diesem Basilikum-Oxymel auf nüchternen Magen zu trinken, pur oder mit Wasser verdünnt. Es unterstützt die Verdauung, kurbelt den Kreislauf an und steigert den Appetit - jetzt kann das Frühstück kommen!Gerade im Herbst und Winter tun wir gerne etwas für unseren Hals. Wie wäre es mit einem passenden Oxymel? Dazu könnte man die Apfelessig-Honig-Grundlage zum Beispiel mit Kräutern wie Thymian, Basilikum und Spitzwegerich ergänzen. Ein winterlicher Immunbooster entsteht durch die Zugabe von Ingwer, Kurkuma und Zitrone.

Historische und kuriose Fakten über Basilikum

Viele Geschichten, die uns heute als seltsam erscheinen mögen, ranken sich um das Basilikum. Mit Basilikum wurden nicht nur die Stiche von Insekten und Skorpionen behandelt. Die alten Ägypter sollen die Gräber von Pharaonen mit Basilikum bestückt haben, um böse Geister fernzuhalten. Und vom Alten Rom bis ins Mittelalter glaubte man angeblich, dass man aus Basilikum sogar Skorpione züchten könne! Eine Methode war es, einen Topf über eine Handvoll zerriebener Basilikumblätter zu stülpen. Schon nach einer Stunde krabbelt der Geschichte nach ein Skorpion daraus hervor. Ein anderes Anwendungsgebiet der mittelalterlichen Heiler war der Einsatz von Basilikum in Liebesdingen. Angeblich musste man nur einen kleinen Beutel mit Basilikumblättern am Körper tragen, um Gefühle bei dem oder der Angebeteten zu entfachen. Besser nachvollziehbar ist der damalige Einsatz von Basilikumblättern in der Wundbehandlung oder zur Konservierung von Nahrungsmitteln.

Sein Name stammt vom griechischen Wort für König. Es wurde wohl so hoch geschätzt, dass man es 'König unter den Pflanzen' nannte. Man nimmt an, dass es Bestandteil des Öls zur Salbung der Könige war.

Vorsicht bei übermäßigem Verzehr und in der Schwangerschaft

Aber Vorsicht: Verzehren Sie Basilikum nur in Maßen! Bei übermäßigem Verzehr kann das Kraut nämlich in selteneren Fällen Bauchschmerzen verursachen. Dr. das gilt leider auch für manche Kräuter, die viele aromatische Öle enthalten. Was in Maßen sehr gesund ist, kann im Übermaß schädlich sein, besonders in der Schwangerschaft.

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