Fortschritte in der Neurologie am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg: Fokus auf Parkinson-Therapie und innovative Diagnostik

Einführung

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg hat sich als Zentrum für neurologische Erkrankungen etabliert, insbesondere im Bereich der Parkinson-Therapie. Mit einem interdisziplinären Ansatz und der Einführung modernster Technologien verbessert das Krankenhaus kontinuierlich die Lebensqualität seiner Patientinnen und Patienten. Dieser Artikel beleuchtet die Fortschritte in der Parkinson-Therapie, die diagnostischen Möglichkeiten und die Struktur des interdisziplinären Teams am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg.

Parkinson-Therapie mit Hirnschrittmachern

Die Parkinson-Therapie mit Hirnschrittmachern, auch bekannt als tiefe Hirnstimulation, ist ein wichtiger Fortschritt in der Behandlung von Parkinson-Symptomen. Diese Methode basiert auf der gezielten Stimulation bestimmter Hirnbereiche durch elektrische Impulse.

Funktionsweise der tiefen Hirnstimulation

Der Hirnschrittmacher sendet elektrische Impulse an spezifische Bereiche des Gehirns, um überaktive Signale zu stören, die für die typischen Parkinson-Symptome wie Zittern, Steifheit und Bewegungsverlangsamung verantwortlich sind. Durch diese Stimulation können die Symptome reduziert und die motorischen Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten verbessert werden.

Einführung eines neuen, kompakteren Hirnschrittmachers

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg hat frühzeitig die Bedeutung von Innovationen in der Medizintechnik erkannt und setzt diese konsequent um. Nach der Zulassung eines neuen, kompakteren und leistungsfähigeren Hirnschrittmachers in Europa im Januar 2025 handelte das Krankenhaus umgehend. In Kooperation mit der Neurochirurgie der Universitätsklinik Heidelberg wurde das SRH Kurpfalzkrankenhaus als eines der ersten Krankenhäuser in Europa ausgewählt, diese Technologie einzusetzen und die stationäre sowie ambulante Betreuung der Patientinnen und Patienten zu übernehmen.

Vorteile des neuen Hirnschrittmachers

Dr. Georg Messner, ein Patient des SRH Kurpfalzkrankenhauses, hat die Einführung des neuen Hirnschrittmachers bewusst abgewartet. Bereits bei der ersten Kontrolle nach der Implantation des Geräts konnte er deutliche Verbesserungen feststellen. Die feinjustierbaren Stimulationseinstellungen ermöglichen eine individuelle Anpassung der Therapie, wodurch motorische Bewegungen präzise abgestimmt werden können.

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Dr. Andreas Becker, Projektleiter des Parkinsonnetzwerks Rhein-Neckar+, betont die Bedeutung dieser feinen Justierung: „In dieser feinen Justierung liegt die größte Veränderung für die Patient:innen, entsprechend kleinschrittig gehen wir hier vor, bis wir das bestmögliche Ergebnis erreichen. Ziel ist es, nicht nur die Motorik zu verbessern, sondern auch bis zu zwei Dritteln der Ausgangsdosis der Parkinson-Medikation zu reduzieren.“

Patientenerfahrung und Betreuung

Georg Messner fühlte sich im SRH Kurpfalzkrankenhaus von Anfang an professionell betreut. Seine Ärztin, Frau Dr. Leser, eine niedergelassene Neurologin in Heidelberg und Teil des Parkinsonnetzes, machte ihn auf die Möglichkeit und die Erfolge der Hirnstimulation aufmerksam. In mehreren Gesprächen wurde er über fünf Jahre auf die Therapie vorbereitet. Diese umfassende Betreuung und Vorbereitung sind entscheidend für den Erfolg der Behandlung.

Diagnostische Möglichkeiten im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg bietet ein breites Spektrum neurologischer Diagnostik an, um Krankheitsbilder präzise zu bestimmen. Dazu gehören:

  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit
  • Messung der elektrischen Potenziale aus der Muskulatur
  • Messung der Gehirnströme (EEG)
  • Ultraschalldiagnostik mit modernsten Geräten

MobilityLab® zur Analyse von Bewegungsstörungen

Für die detaillierte Analyse neurologischer Bewegungsstörungen, wie sie bei Parkinson-Syndromen auftreten, nutzt das SRH Kurpfalzkrankenhaus das MobilityLab®. Dieses tragbare System ermöglicht die objektive Bestimmung von dynamischen Bewegungsabläufen und deren Aufzeichnung in Echtzeit.

Fiberendoskopische Schluckaktuntersuchung

Neurologische Schluckstörungen, die nach Schlaganfällen oder bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson auftreten können, werden im SRH Kurpfalzkrankenhaus routinemäßig behandelt. Mithilfe eines dünnen Fiberendoskops kann der Schluckakt der Patientinnen und Patienten durch die Nase mit Blick auf den Kehlkopf eingesehen werden. Diese Untersuchung ermöglicht eine detaillierte Analyse des Schluckaktes und die Entwicklung individueller Therapiepläne.

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Nervenwasseruntersuchung

Bei Verdacht auf Erkrankungen mit einer Erweiterung der inneren und mit Nervenwasser gefüllten Hirnkammern (Normaldruckhydrozephalus), die zu parkinson-ähnlichen Gangstörungen, Gedächtnisstörungen und Inkontinenz führen können, wird eine Nervenwasseruntersuchung empfohlen. Diese Routineprozedur wird im SRH Kurpfalzkrankenhaus im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthalts durchgeführt.

Interdisziplinäre Versorgung und Rehabilitation

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg legt großen Wert auf eine interdisziplinäre Versorgung der Patientinnen und Patienten. Nach der akuten Versorgung ernster neurologischer Erkrankungen auf der Intensivstation wird die Behandlung in der Abteilung für Frührehabilitation fortgesetzt.

Intensivstation und Beatmungsentwöhnung

Auf der Intensivstation werden die Patientinnen und Patienten von einem motivierten Team aus Intensivmediziner:innen und Intensivpflegekräften, speziell geschulten Therapeut:innen aus Physiotherapie, Logopädie und Psychologie begleitet. Ein eigenes Entwöhnungsprotokoll auf Basis medizinischer Leitlinien dokumentiert den Fortschritt der Beatmungsentwöhnung.

Neurologische Frührehabilitation

Die neurologische Frührehabilitation im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg basiert auf einer komplexen Strategie, die den Patienten mit seiner Erkrankung in seinem sozialen Umfeld in den Mittelpunkt stellt. Dieses bio-psycho-soziale Modell wurde in den letzten Jahren durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Frührehabilitation integriert. Die therapeutischen Erfolge werden transparent verbessert.

Internationale Klassifikation für Funktionsstörung, Behinderung und Gesundheit (ICF)

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg nutzt die Internationale Klassifikation für Funktionsstörung, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation. Dieses Modell bietet eine international verstandene Sprache, in der sich alle Therapeutinnen und Therapeuten in den Reha-Einrichtungen verständlich ausdrücken können.

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Das Parkinsonnetzwerk Rhein-Neckar+ (PNRN+)

Das Parkinsonnetzwerk Rhein-Neckar+ ist ein medizinisches Versorgungsnetz für Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Syndromen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Es wird durch das biopharmazeutische Unternehmen AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG unterstützt.

Ziele des PNRN+

Das erklärte Ziel des PNRN+ ist die nachhaltige Verbesserung der Versorgungsstrukturen der anvertrauten Patientinnen und Patienten und deren Familien. Dies soll die Teilhabe von Menschen sichern, die durch ein Parkinson-Syndrom in ihrem privaten, beruflichen und sozialen Umfeld beeinträchtigt sind.

Struktur und Arbeitsweise des PNRN+

Das PNRN+ besteht aus einem Netzwerk von Teilnehmern aus Medizin, Pharmazie, Therapie, Pflege und Sozialmedizin sowie universitären Einrichtungen. Gemeinsam mit den Betroffenen und deren Angehörigen werden Hindernisse erkannt und therapeutische Strategien in den beteiligten Parkinson-Assessment-Centern formuliert.

Dr. Andreas Becker, Projektleiter des PNRN+, erklärt: „Unser Parkinson-Assessment hilft uns, den individuellen Bedarf der betroffenen Patient*innen zur Sicherung der Teilhabe zu ermitteln.“

Die Informationen aus dem Assessment werden genutzt, um wichtige Diagnose- und Therapieschritte über eine gezielte Steuerung der Netzwerkpartner aufeinander abzustimmen. Die Kommunikation ist transparent, und Redundanzen werden vermieden.

Werteorientiertes Handeln im PNRN+

Das Handeln der Netzwerkpartner im PNRN+ ist stets transparent und eindeutig werteorientiert. Die Selbstständigkeit der Kompetenz-Teams im Netzwerk wird gefördert, um Innovationen und eine bedarfsgerechte Versorgung umzusetzen.

Teilhabe als zentraler Aspekt

Die Teilhabe eines Menschen wird durch ein intaktes Verhältnis aus Körperfunktion und -struktur, Aktivität, den Umwelt- und den persönlichen Faktoren beschrieben. Beeinträchtigungen in einer dieser Komponenten bedingen Teilhabestörungen. Das PNRN+ orientiert sich an der ICF, um den Gesundheitszustand und die mit der Gesundheit zusammenhängenden Zustände umfassend zu beschreiben.

Führungskräfte und Mitarbeiter

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg verfügt über ein engagiertes Team von Führungskräften und Mitarbeitern, die sich für die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten einsetzen.

Dr. Stefanie Höger

Frau Dr. Stefanie Höger ist seit Mai 2025 Geschäftsführerin des SRH Kurpfalzkrankenhauses. Zuvor war sie in verschiedenen Positionen im Wissenschaftsmanagement tätig und wechselte Anfang 2021 in den Vorstandsbereich der SRH Holding.

Dr. Andreas Becker

Dr. Andreas Becker ist seit Oktober 2014 Chefarzt der Neurologie am SRH Kurpfalzkrankenhaus. Er studierte Medizin in Hamburg und war zuvor am Universitätsklinikum Marburg tätig, wo er die Stroke Unit und die Dopplerambulanz leitete.

Thorsten Käfer-Holecek

Thorsten Käfer-Holecek ist eine engagierte Führungspersönlichkeit im Gesundheitswesen mit langjähriger Erfahrung in der strategischen Pflegeleitung und Organisationsentwicklung. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Mitarbeitenden, Teams und Führungskräften sowie der Umsetzung moderner, zukunftsfähiger Pflegekonzepte.

Judith Blum

Judith Blum ist seit 2017 in verschiedenen Positionen am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in Organisation, Qualitätsmanagement und Compliance.

Weiterbildung und Zusammenarbeit

Das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg legt großen Wert auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Abteilungen Innere Medizin und Neurologie bilden Studenten im Praktischen Jahr aus. Das Krankenhaus arbeitet eng mit der SRH Hochschule Heidelberg und anderen Universitäten zusammen und beteiligt sich an Phase III- und Phase IV- Studien.

Liste der Netzwerkpartner

Das Parkinsonnetzwerk Rhein-Neckar+ umfasst eine Vielzahl von Netzwerkpartnern, darunter:

  • Brüderklinikum Julia Lanz, Abteilung für Neurologie, Mannheim
  • Klinikum der Stadt Ludwigshafen
  • Praxis Neuro-Heidelberg
  • SRH Hochschule Heidelberg, Fakultät für Therapiewissenschaften
  • SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, Projektleitung PNRN+
  • Praxis Neuroplus Mannheim
  • Uniklinikum Heidelberg, Klinik für Neurochirurgie
  • Universität Heidelberg, Institut für Sportwissenschaften
  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

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