Migräne Hausmittel: Natürliche Linderung und Vorbeugung

Migräne kann eine erhebliche Belastung darstellen und den Alltag stark beeinträchtigen. Viele Betroffene suchen nach Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und Anfällen vorzubeugen, ohne gleich auf Medikamente zurückgreifen zu müssen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die bei Migräne helfen können. Es ist jedoch wichtig, vor der Anwendung von Hausmitteln einen Arzt zu konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Tipps bei akuten Migräne-Anfällen

Sobald Sie die ersten Anzeichen einer Migräne bemerken, können Sie mithilfe verschiedener Migräne-Hausmittel Ihre Symptome abmildern. Hier sind einige Tipps, die bei einem akuten Migräneanfall helfen können:

  • Rückzugsort: Ziehen Sie sich an einen dunklen und ruhigen Ort zurück.
  • Kälteanwendung: Eisbeutel können zusätzlich Linderung verschaffen. Eine kühle Kompresse auf der Stirn oder im Nacken während eines akuten Anfalls finden viele Patientinnen und Patienten sehr angenehm. Manche schwören auch auf ein kaltes Arm- oder Fußtauchbad. Beim Armtauchbad werden die Arme für etwa zehn Sekunden in ungefähr 15 Grad kaltes Wasser getaucht und anschließend durch Abrubbeln oder Bewegung wieder erwärmt. Beim Fußtauchbad hält man die Füße für etwa 15 bis 30 Sekunden in ungefähr 15 Grad kaltes Wasser. Danach trocknet man die Füße nicht ab, schlüpft in dicke Socken und macht einen Spaziergang. Durch das kurze Tauchbad in kaltem Wasser verengen sich reflexartig die Blutgefäße im Arm oder Fuß und auch die Arterien im Kopf, die bei einem Migräne-Anfall schmerzhaft gedehnt sind. Bei Blasen-, Nieren- und Unterleibsentzündungen sind kalte Tauchbäder nicht erlaubt!
  • Pfefferminzöl: Äußerlich aufgetragenes Pfefferminzöl ist nicht nur bei Migräne, sondern auch bei Spannungskopfschmerzen wirksam. Das Öl wirkt erfrischend kühl auf der Haut, was Betroffene oft als sehr angenehm empfinden. Achten Sie bei der Anwendung darauf, dass kein ätherisches Öl in die Augen gelangt. (Schleimhautreizung!)

Vorbeugende Maßnahmen und Hausmittel bei Migräne

Die medikamentöse Behandlung eines akuten Migräneanfalls, z.B. mit DOLORMIN® Migräne oder DOLORTRIPTAN® , die Ibuprofen bzw. Almotriptan enthalten, kann auch durch prophylaktische Maßnahmen, die dem Schmerz vorbeugen, ergänzt werden.

Entspannungstechniken

Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder auch Meditation können Ihnen dabei helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Neben einer entspannenden Wirkung wird die Informationsverarbeitung während der Kopfschmerzphase heruntergefahren, was Schmerzen verringern kann.

Verhaltenstherapie

Durch die starken Schmerzen bei einer Migräneattacke leidet vor allem auch die Psyche. Allein die Angst vor der nächsten Schmerzepisode kann innerlichen Stress auslösen, der ein neuerliches Auftreten von Migräne wahrscheinlicher macht. Viele Migräne-Betroffene berichten von solchen Ängsten, depressiven Verstimmungen und einem Gefühl der Machtlosigkeit, wenn die Schmerzen erneut auftreten. Auch, wenn sie in diesem Sinne kein Hausmittel ist, können Sie mit einer kognitiven Verhaltenstherapie Techniken erlernen , die Ihnen in diesen Situationen helfen nicht in Panik zu verfallen und einen besseren Umgang mit den Schmerzen zu erlernen.

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Migräne-Tagebuch

Ein Migräne-Tagebuch hilft dabei, Ihre persönlichen Triggerfaktoren besser kennenzulernen. Durch das regelmäßige Beobachten und Festhalten Ihrer Migräne-Verläufe erhalten Sie wichtige Erkenntnisse , um Migräne-Anfälle zu reduzieren. Wir raten Ihnen dazu Migräne-Trigger ausgewogen zu steuern , anstatt diese strikt zu vermeiden, denn sonst erzeugen Sie nur unnötigen Stress und damit womöglich die nächste Migräneattacke.

Ernährung

Die Ernährung bei Migräne ist ein komplexes Thema und kann Diäten, Fasten, Entgiftungen und Darmreinigungen umfassen. Generell ist es vorteilhaft, den Körper nicht allzu großen Schwankungen auszusetzen. Versuchen Sie deshalb Blutzuckerschwankungen zu minimieren, regelmäßige Tagesabläufe und Schlafzyklen einzuhalten und Suchtstoffe wie Koffein, Alkohol und Nikotin zu meiden. Ein Verzicht auf Fertigprodukte, Gluten und tierische Lebensmittel hat bei einigen Migräne-Leidenden zu Verbesserungen geführt. Die Auslöser für Migräne sind immer individuell. Ihr Körper reagiert anders auf bestimmte Nahrungsmittel oder Umweltreize als der einer anderen Person. Oft heißt es einfach auszuprobieren welche Inhaltsstoffe ihre Migräne-Beschwerden verstärken. Achten Sie auf jeden Fall auch immer darauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Einzelne Lebensmittel bei Migräne zu meiden, kann sich bei manchen Patienten jedoch positiv auswirken auf die Symptome.

Bewegung

Lauftraining ist geeignet, um den Symptomen von Migräne vorzubeugen. Die erhöhte Sauerstoffversorgung regt Stoffwechselvorgänge und die Durchblutung an und hilft darüber hinaus bei der allgemeinen Entspannung. Insbesondere Menschen, die häufig Kopfschmerzen haben oder an Migräne leiden, sollten den lästigen Schmerzen schon vorbeugend etwas entgegensetzen. Mit regelmäßiger Bewegung und sportlicher Betätigung, möglichst an der frischen Luft, können Sie Kopfschmerzattacken verringern. Dafür reicht es aus, wenn Sie sich dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten aufs Rad schwingen, walken, joggen oder schwimmen. Damit beugen Sie übrigens nicht nur Kopfschmerzen vor, vielmehr profitiert der gesamte Organismus, insbesondere das Herz-Kreislaufsystem, von regelmäßiger Körperaktivität. Gesunde Menschen können langsam mit dem Training beginnen und Zeit sowie zurückgelegte Strecke stetig steigern. Bei Vorerkrankungen wie beispielsweise Herzschwäche, Diabetes, Adipositas, Osteoporose oder Bluthochdruck sollte vor Trainingsbeginn ein Arzt befragt werden. Mitunter müssen Medikamente angepasst oder umgestellt werden. Ebenso können Sie besprechen, welche Sportart für Sie am geeignetsten ist.

Weitere Hausmittel und Anwendungen

Neben den bereits genannten Maßnahmen gibt es eine Vielzahl weiterer Hausmittel und Anwendungen, die bei Migräne hilfreich sein können:

Tee gegen Migräne

Manche Betroffenen haben auch mit Heilpflanzentees gute Erfahrungen gemacht bei Migräne:

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  • Schlüsselblumentee (Primel): Beispielsweise spricht die Volksmedizin Schlüsselblumentee (Primel) eine gute Wirkung bei Migräne zu. So bereiten Sie ihn zu: Übergießen Sie einen Teelöffel Schlüsselblumenblüten (aus der Apotheke) mit einer Tasse heißem Wasser. Lassen Sie den Tee für fünf Minuten ziehen und seihen sie ihn dann ab. Sie können drei- bis viermal täglich Schlüsselblumenblütentee gegen Migräne trinken.
  • Ingwertee: Ingwertee kann Übelkeit und Erbrechen, die oft einen Migräne-Anfall begleiten, lindern. Dazu übergießen Sie einen Teelöffel grob gepulverte Ingwerwurzel mit einer Tasse heißem Wasser. Den Tee fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Ingwertee hilft gegen Übelkeit bei Migräne, wenn Sie ihn vor den Mahlzeiten trinken.
  • Weidenrindentee: Weidenrindentee hilft bei Kopfschmerzen und Migräne wegen der enthaltenen Salicylate. Diese werden im Körper in Salicylsäuren umgewandelt - natürliche schmerzlindernde Stoffe, die der künstlich hergestellten Acetylsalicylsäure (ASS) ähneln. Überbrühen Sie einen Teelöffel klein geschnittene Weidenrinde (aus der Apotheke) mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 20 Minuten ziehen, bevor sie ihn abseihen. Eine Alternative zum Tee sind Fertigpräparate mit Weidenrinde aus der Apotheke.
  • Weitere Teesorten: Viele andere Teesorten - vor allem jene mit Heilkräutern - lindern in vielen Fällen sogar bereits vorhandenes leichtes bis mittleres Kopfschmerz. Medizin-Experten empfehlen insbesondere die folgenden Varianten: Mädesüß, Wacholderblüten, Hibiskusblüten, Rosenblüten, Kamillenblüten, Waldmeister und Frauenmantel, Mutterkraut (auch Fieberkraut genannt), Ginko, Gewürznelke.

Wasseranwendungen

Schon Pfarrer Kneipp wusste um die heilsame Wirkung des Wassers. Wasseranwendungen haben sich in der Naturheilkunde bei Kopfschmerzen schon lange bewährt. Je nach individueller Vorliebe und Ursache des Kopfschmerzes helfen warme Vollbäder, kalt-warme Teilbäder von Armen und Füßen oder auch ein kühler Guss in den Nacken.

  • Vollbad gegen stressbedingte Kopfschmerzen: Alleine der Gedanke an eine Badewanne mit schaumgekröntem Wasser löst bei den meisten Menschen angenehme Gefühle aus. Gibt man noch entspannende Badezusätze wie Lavendel oder Melisse hinzu, lassen insbesondere stressbedingte Kopfschmerzen rasch nach. Auch Rosmarin im Badewasser kann helfen, die Schmerzen zu lindern. Das Küchenkraut fördert die Durchblutung und löst Muskelverspannungen. Das Badewasser sollte dabei etwa 38 Grad Celsius haben und die Badezeit etwa 15, maximal 20 Minuten, betragen.
  • Wechselwarme Teilbäder: Wechselwarme Teilbäder helfen unter anderem gut gegen Kopfschmerzen, die durch Verspannungen oder mangelnde Durchblutung verursacht sind. Für Teilbäder benötigen Sie zwei Gefäße, die groß genug für Arme oder Füße sind. Füllen Sie ein Behältnis mit 38 Grad warmem und das andere mit 18 Grad kaltem Wasser. Für Fußbäder sollte das Wasser bis knapp unter die Kniescheibe reichen, für Armbäder bis kurz über die Ellenbogen. Halten Sie zunächst die Arme oder Füße für 3 bis 5 Minuten in das Gefäß mit warmem Wasser, anschließend geht es für 5 bis 10 Sekunden ins kalte Nass. Wiederholen Sie das dreimal hintereinander. Anschließend Hände und Füße nicht trockenrubbeln. Streifen Sie das Wasser leicht mit den Händen oder einem Tuch ab. Dann ab in warme Socken und einmal durch die Wohnung laufen - jetzt ist die Durchblutung optimal angeregt. Für die Hände eignen sich Wollhandschuhe.
  • Nackenguss gegen Kopfschmerzen im Hinterkopf: Ein kalter Guss in den Nacken erhöht die Durchblutung des Gehirns und lindert insbesondere Schmerzen im Hinterkopf. Zunächst einmal verengen sich die Blutgefäße durch den Kältereiz. Reflexartig stellt der Körper die Gefäße jedoch in Sekundenschnelle weit, um die Durchblutung des Gehirns zu erhöhen. Selbst kleinste Nerven in Gehirn und Rückenmark werden nun wieder mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt. Häufig verschwinden dadurch Nacken- und Kopfschmerzen.

Wärme- und Kälteanwendungen

Beginnt die Migräne mit einem Wärmegefühl im Kopf und kalten Füßen und/oder Händen, kann ein ansteigendes Arm- beziehungsweise Fußbad helfen, also ein Teilbad mit langsamer Temperaturerhöhung. Manchen Betroffenen helfen Wechselduschen bei der Linderung ihrer Beschwerden, aber auch eine heiße Dusche kann bei Migräne sinnvoll sein - oder ein Vollbad in 36 bis 38 Grad warmem Wasser. Ein Badezusatz aus Fichtennadeln und Rosmarin regt zusätzlich die Durchblutung an. Ebenfalls hilfreich sind Badezusätze aus Baldrian und Hopfen (zur Beruhigung) oder Arnika und Heublumen (zur Schmerzlinderung).

  • Wohlige Wärme im Nacken gegen Kopfschmerzen: Wärme im Nackenbereich wird bei Kopfschmerzen üblicherweise als angenehm empfunden. Geeignete Wärmespender sind Körner-, Heu- oder Kräuterkissen zum Erwärmen sowie warme bzw. heiße Kompressen aus der Apotheke. Auch ein Haartrockner kann helfen, Kopfschmerzen zu verringern. Durch die Nackenwärme weiten sich die gehirnversorgenden Blutgefäße und die Kopfdurchblutung verbessert sich, die Blutversorgung steigt und Kopfschmerzen lassen nach.
  • Kältereize gegen Migräne und Clusterkopfschmerzen: Bei einigen Kopfschmerzformen kann Wärme die Beschwerden jedoch verschlimmern. Da sind eher Kälteanwendungen von Nutzen. Insbesondere bei Migräne und dem sogenannten Clusterkopfschmerz wird Kälte oftmals hilfreicher als Wärme empfunden. Legen Sie einfach eine spezielle Kältekompresse aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus in den Nacken oder versuchen Sie es mit einem Eistuch. Das Eistuch präparieren Sie einfach selbst: Setzen Sie zunächst eine Salzlösung aus 1 Liter kaltem Wasser, einem Schuss einfachen Haushalts-Essig (keine Essigessenz) und einem guten Esslöffel Kochsalz an. Legen Sie zwei Tücher aus Baumwolle oder Frottee bereit. Tauchen Sie nun ein Tuch in die Lösung und wringen Sie es anschließend aus. Danach legen Sie es für etwa 20 Minuten ins Gefrierfach. Kurz bevor die 20 Minuten um sind, wiederholen Sie den Vorgang mit dem 2. Tuch. Im Austausch mit dem kalten Tuch kommt das andere in die Kühlung. Legen Sie das kalte Tuch in den Nacken. Sobald es Körperwärme annimmt (etwa nach 20 Minuten) nehmen Sie das 2. Tuch aus der Kühlung und legen sich dieses in den Nacken. Oft sind die Kopfschmerzen verschwunden, wenn beide Tücher einmal verwendet sind.

Gewürze gegen Kopfschmerzen

  • Ingwer: Ingwer findet sich heute in fast jeder Küche. Auch in der Medizin, insbesondere bei Übelkeit und in der Reisemedizin, hat sich die Wurzel fest etabliert. Weniger bekannt ist, dass die scharfe Knolle auch bei Kopfschmerzen hilft. Diese Wirkung verdankt der Ingwer entzündungshemmenden, entspannenden und schmerzstillenden Inhaltsstoffen. Bei akutem Kopfweh können Sie einfach eine Scheibe geschälten Ingwers kauen. Wenn Ihnen das zu scharf ist, helfen auch geriebener Ingwer mit Orangensaft oder Ingwertee mit Honig. Für den Tee zerkleinern Sie ein kleinfingerkuppen-großes Stück Ingwer grob und übergießen es mit 150 ml kochendem Wasser, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Belieben mit etwas Honig gesüßt trinken. Ingwer können Sie auch als Ingwerpaste auf die Stirn auftragen. Das hilft insbesondere, wenn Kopfschmerzen bei einem Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten. Zur Herstellung der Ingwerpaste reiben Sie einen Teelöffel frischen Ingwer und vermischen ihn mit 1 bis 2 gemahlenen Nelken (oder einer Messerspitze Nelkenpulver). Diese Paste tragen Sie auf die Stirn auf und lassen sie etwa 15 Minuten einwirken. Mit lauwarmen Wasser abwaschen und anschließend noch einmal 10 bis 15 Minuten ruhen. Eine gerötete Stirn ist danach ganz normal und kein Grund zur Besorgnis. Vielmehr sehen Sie so das Ergebnis der gesteigerten Durchblutung, die den Kopfschmerz lindern sollte.
  • Vanille: Schon die alten Ägypter erkannten, dass Vanille Kopfschmerzen lindern kann - und zwar dreimal stärker als die üblicherweise verwendete Heilpflanze Kurkuma (Gelbwurz). Was damals nicht erklärt werden konnte, wissen wir heute. Natürliche Vanille enthält Eugenol, ein ätherisches Öl, dem tatsächlich eine schmerzlindernde und blutgefäßerweiternde Wirkung nachgesagt wird. Gegen Kopfschmerzen können Sie natürliches Vanilleöl ohne Zusatzstoffe in Duftlampen erwärmen und mit der Raumluft einatmen (nicht in der Nähe von Babys oder Kleinkindern). Oder aber Sie mischen 1 Teelöffel natürliches Vanilleextrakt mit einem Glas (200 ml) Wasser und trinken diese Mischung langsam und in kleinen Schlucken.
  • Zimt: Eine Zimtbrei-Auflage auf der Stirn wird von vielen Kopfschmerzpatienten als angenehm empfunden. Vermischen Sie dafür 1 Teelöffel naturreinen gemahlenen Zimt ohne Zusatzstoffe mit etwas Wasser so, dass eine breiige, weiche Masse entsteht. Diese streichen Sie im Liegen auf die Stirn. 15 Minuten einwirken lassen, danach abwaschen. Bei den meisten Menschen lassen die Kopfschmerzen durch die entspannende und kühlende Wirkung der Zimtbrei-Auflage deutlich nach.

Ätherische Öle

Bei mittleren bis starken Kopfschmerzen raten erfahrene Mediziner zum Einsatz von ätherischen Ölen. Die Betroffenen können sie als Badezusatz verwenden, über einen Verdampfer inhalieren oder vorsichtig auf die Haut auftragen. Diese Aroma-Therapien gelten als besonders erfolgversprechend: Pfefferminzöl, Lavendel, Ingwer, Zimt, Vanille.

  • Pfefferminzöl: Natürliches Pfefferminzöl hilft vor allem bei Spannungskopfschmerzen. Massieren Sie dafür naturreines Öl über beide Schläfen und auf der Stirn in kreisenden Bewegungen etwa 2 bis 3 Minuten leicht ein (keinesfalls für Babys und Kleinkinder geeignet). So werden weniger Schmerzsignale in das Gehirn weitergeleitet. Und Kopfschmerzen weniger stark wahrgenommen. Diese pflanzliche Arznei auf Basis natürlicher Pfefferminzblätter enthält ätherische Öle (insbesondere Menthol und Menthon). Pfefferminzöl ist damit eine effektive aber dennoch gut verträgliche Möglichkeit für alle, die medizinische Schmerzmittel vermeiden wollen. Die Nutzer massieren das Öl einige Minuten lang auf Stirn und Schläfen sanft ein, genießen die kühlende Wirkung und spüren, wie ihre Schmerzfasern unempfindlicher werden. Vorsicht: Pfefferminzöl darf nicht unverdünnt eingesetzt werden, sondern nur als zehnprozentige Lösung (in Apotheken erhältlich). Außerdem sollten Eltern es nicht bei Babys oder Kleinkindern anwenden, um Reizungen der empfindlichen Haut zu vermeiden.
  • Lavendelöl: Auch Lavendelöl erzielt eine entspannende und schmerzdämpfende Wirkung. Hier sollten die Betroffenen einige Tropfen des Öls auf ihre Oberlippe träufeln und ca. 15 Minuten lang durch die Nase einatmen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, ein Tuch mit zwei, drei Tropfen Lavendelöl zu benetzen und es sich anschließend auf die Stirn zu legen.

Akupressur

Akupressur ist eine Art Druckmassage, die mit den Fingerspitzen ausgeführt wird. Über Akupunkturpunkte soll ein etwaiger negativer Energiefluss ausgeglichen werden. Bei Kopfschmerzen im Stirnbereich beispielsweise kann der Punkt Hsi-san helfen. Er liegt jeweils links und rechts der Schläfe etwa einen Fingerbreit neben der Augenbraue. Lassen Sie gleichzeitig Ihre Finger mit leichtem Druck um beide Punkte etwa 1 bis 3 Minuten kreisen. Die Augen bitte zuvor schließen. Weitere typische Akupressurpunkte gegen Kopfschmerzen befinden sich in der Mitte des Nasenrückens und am höchsten Punkt der rechten und linken Augenbraue. Bei akuten Kopfschmerzen pressen Sie mit Ihrem Daumen und Zeigefinger für etwa 30 Sekunden die Mitte des Nasenrückens. Die beiden Schmerzpunkte über den Brauen massieren Sie bitte 1 bis 3 Minuten mit sanftem Druck in leicht kreisenden Bewegungen. Bei seitlichen und einseitigen Kopfschmerzen kann eine Ohrläppchen-Akupressur helfen, die Schmerzen zu vertreiben. Massieren Sie dafür ein oder beide Ohrläppchen (je nach einseitigem oder beidseitigem Kopfschmerz) mittelkräftig zwischen Daumen und Zeigefinger. Unterstützend können Sie auch leicht in die Vertiefung hinter dem Ohr drücken.

Entspannungsmethoden

Nicht selten haben Kopfschmerzen spannungsbedingte Ursachen. Dabei ist es egal, ob wir emotional angespannt sind oder sich die Muskulatur durch eine Körperfehlhaltung verspannt hat. Mit bewussten Entspannungsverfahren lösen sich Verspannungen und Kopfschmerzen verschwinden. Geeignete Methoden sind Autogenes Training, Biofeedback, Fantasiereisen, Pilates, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Qigong oder Yoga. Entsprechende Kurse werden unter anderem von Krankenkassen, Volkshochschulen oder Sportvereinen bzw. Fitnesscentern angeboten.

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Gesichtsgymnastik

Diese Form der Selbsthilfe sollten Sie vielleicht eher anwenden, wenn Sie alleine sind. Im Büro beispielsweise könnte Grimassieren leicht befremdlich wirken. Ansonsten aber ist Gesichtsgymnastik eine wirksame Hilfe, wenn sich Kopfweh ankündigt. Dafür zerknautschen Sie Ihr Gesicht in jede mögliche Richtung: Falten provozieren, Augen zukneifen oder aufreißen, Stirnrollen, Lippen gegeneinander pressen - alle Bewegungen sind erlaubt. Je vielfältiger und kreativer Sie sind, umso effektiver begegnen Sie der Schmerz-Anflutung. Welche Grimassen auch immer Sie schneiden: jeweils eine Gesichtspartie für etwa 5 bis 8 Sekunden anspannen und anschließend 5 Sekunden lockerlassen - das jeweils zehnmal wiederholen. Beginnen Sie oben an der Stirn, machen Sie mit den Augen weiter, dann Wangen, Ohren, Nase, Mund und Kinn sowie Hals und Nacken. Abschließend ziehen Sie noch die Schultern fest nach oben und lassen diese wieder fallen. Oft können Sie mit dieser Gesichtsakrobatik bewirken, dass sich Kopfschmerzen gar nicht erst festsetzen.

Medikamentöse Migräneprophylaxe

Eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe kommt in Betracht, wenn die Betroffenen sehr unter der Migräne leiden, in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind und wenn die Gefahr eines übermäßigen Medikamentengebrauchs (ASS, Triptane etc.) besteht. Arzt und Patient entscheiden in einem gemeinsamen Gespräch im Vorfeld, welches Medikament zur Migräne-Vorbeugung am sinnvollsten ist. Kriterien sind dabei unter anderem die Wirksamkeit verschiedener Arzneistoffe, die Nebenwirkungen sowie individuelle Faktoren wie Häufigkeit der Migräne-Anfälle, Begleiterkrankungen und persönliche Lebensumstände (z. B. Arbeit im Schichtdienst).

Medikamente zur Vorbeugung

Zur Vorbeugung stehen verschiedene Wirkstoffe zur Auswahl. Sie wurden ursprünglich für andere Anwendungsgebiete entwickelt, später zum Teil aber auch für die Migräne-Prophylaxe zugelassen. Bei den folgenden Medikamenten ist die Wirksamkeit sehr gut belegt:

  • Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol: Sie zählen zur Gruppe der Betablocker und senken den Blutdruck.
  • Flunarizin: Dieser sogenannte Kalzium-Antagonist (Kalziumkanal-Antagonist) wird nicht nur als vorbeugendes Mittel gegen Migräne, sondern auch gegen Schwindel eingesetzt.
  • Valproinsäure, Topiramat: Beides sind Mittel gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva). Topiramat ist zudem für die Vorbeugung von Migräne-Anfällen zugelassen, während Valproinsäure „off-label“ (also ohne Zulassung für die Indikation der Migräne-Prophylaxe) verwendet wird. (Frauen im gebärfähigen Alter müssen bei der Anwendung sicher verhüten, weil das Mittel Fehlbildungen beim Ungeborenen verursachen kann.)
  • Amitriptylin: Dabei handelt es sich um ein trizyklisches Antidepressivum. Neben Depressionen und Nervenschmerzen zählt auch Migräne zu seinen Anwendungsgebieten.
  • Onabotulinumtoxin A: Manche Menschen leiden nahezu ständig unter Migränebeschwerden. Injektionen mit Onabotulinumtoxin A (OnaBTX-A) helfen in diesen Fällen oft. Diese Form von Botox kann bei chronischer Migräne vorbeugend wirken.

Die vorbeugende Wirksamkeit von Propranolol, Metoprolol, Flunarizin, Valproinsäure, Topiramat und Amitriptylin gegen Migräne ist am besten durch kontrollierte Studien belegt.

Monoklonale Antikörper

Wenn die normalerweise gut wirksamen Mittel zur Vorbeugung nicht helfen, nicht vertragen werden oder aus bestimmten Gründen nicht angewendet werden dürfen, kann man seit einiger Zeit auf monoklonale Antikörper zur Vorbeugung von Migräne zurückgreifen. Weil sie nur als Injektionslösung zur Verfügung stehen, spricht man auch von „Anti-Migräne-Spritzen“.

Pflanzliche Präparate

Im Zusammenhang mit einer Migräne-Prophylaxe werden oft auch pflanzliche Präparate genannt, beispielsweise mit Pestwurz oder Mutterkraut:

  • Ein bestimmter Extrakt aus der Pestwurz (Petasites hybridus) hat sich in zwei Studien tatsächlich als vorbeugend gegen Migräne-Attacken erwiesen. In außergewöhnlich seltenen Fällen verursacht er aber schwere Störungen der Leberfunktion. Präparate mit Pestwurzextrakt zur Migräne-Prophylaxe sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr als Arzneimittel erhältlich (teilweise aber als Nahrungsergänzungsmittel).
  • Ebenfalls in zwei Studien konnte ein CO2-Extrakt aus Mutterkraut (Tanacetum parthenium) seine vorbeugende Wirkung gegen Migräne zeigen. In dieser Form wird Mutterkraut aber nicht vertrieben. Andere Zubereitungen von Mutterkraut wurden nicht auf ihre Wirksamkeit bei Migräne untersucht, weshalb sie auch nicht empfohlen werden können.

Ablauf und Dauer der medikamentösen Migräne-Prophylaxe

Die meisten Migräneprophylaktika wie Propranolol oder Flunarizin werden einschleichend dosiert. Das heißt: Der Patient oder die Patientin beginnt mit einer niedrigen Dosis und steigert diese dann langsam nach ärztlicher Anweisung. Ist die gewünschte Enddosis erreicht, wird die Einnahme in den Folgewochen kontinuierlich fortgesetzt. Bessert sich innerhalb von zwei Monaten die Migräne aber nicht ausreichend, können Arzt und Patient über einen Abbruch der Prophylaxe oder einen Wechsel des Medikaments entscheiden. Ist die medikamentöse Prophylaxe wirksam, sollte nach sechs bis zwölf Monaten überprüft werden, ob eine Weiterführung notwendig ist.

Die vorbeugende Anwendung von Botox bei chronischer Migräne erfolgt in Form von Injektionen: Das Mittel muss für eine anhaltende und zunehmende Wirkung wiederholt in Abständen von ungefähr drei Monaten gespritzt werden. Hat sich die chronische Migräne nach dem dritten Zyklus noch nicht gebessert, wird die Therapie abgebrochen. Bei etwa der Hälfte aller Betroffenen wirkt Botox gegen Migräne aber so gut, dass auf weitere Injektionszyklen verzichtet werden kann.

Die monoklonalen Antikörper zur Migräne-Prophylaxe werden in mehrwöchigen Abständen als Spritze unter die Haut oder als Infusion verabreicht. Die Anwendung sollte sich zunächst über drei Monate erstrecken. Zeigt sich keine ausreichende Wirkung, wird die Therapie abgebrochen.

Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten sollte immer mit nicht-medikamentösen Maßnahmen zur Migräne-Prophylaxe kombiniert werden.

Grenzen der Hausmittel

Hausmittel gegen Migräne haben den Vorteil, dass sie den Organismus in der Regel nicht durch ausgeprägte Nebenwirkungen belasten. Andererseits ist die Wirkung der Hausmittel meist nicht wissenschaftlich bestätigt. Mediziner und Psychologen vermuten, dass in vielen Fällen auch der Placebo-Effekt - also der Glaube an die Wirksamkeit eines bestimmten Hausmittels - bei Betroffenen zu einer tatsächlichen Besserung führt.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen.

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