Trigeminusneuralgien sind bekannt für ihre extremen Schmerzattacken im Gesicht, die durch eine Reizung oder Schädigung des Trigeminusnervs verursacht werden. Während schwere Fälle eine ärztliche Behandlung erfordern, können leichtere Symptome mit verschiedenen Mitteln gelindert werden. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Belladonna Globuli bei Trigeminusneuralgie, wobei die homöopathischen Prinzipien und die spezifischen Symptome, die auf eine Indikation für Belladonna hinweisen, detailliert betrachtet werden.
Was ist Trigeminusneuralgie?
Trigeminusneuralgien zählen zu den schmerzhaftesten neuralgischen Erkrankungen. Sie äußern sich durch heftige, blitzartige Schmerzattacken im Gesicht. Die genauen Ursachen sind vielfältig und können von Druck auf den Nerv durch ein Blutgefäß bis hin zu neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose reichen. Typische Symptome sind plötzliche, heftige Schmerzen, die meist nur wenige Sekunden andauern, aber mehrfach täglich auftreten können.
Nicht verschreibungspflichtige Behandlungsoptionen
Bei leichten bis mittelschweren Schmerzen können folgende nicht verschreibungspflichtige Medikamente aus der Apotheke Linderung verschaffen:
- Ibuprofen: Ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID), das bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen kann.
- Paracetamol: Ein gängiges Schmerzmittel, das vor allem schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt.
- Capsaicin-Creme: Capsaicin, der Wirkstoff in Chilischoten, kann helfen, die Schmerzsignale zu blockieren, wenn es auf die Haut aufgetragen wird.
- Magnesium: Magnesiumpräparate können bei der Entspannung der Muskeln helfen und somit indirekt die Schmerzen lindern.
- Vitamin B-Komplex: Besonders die Vitamine B1, B6 und B12 spielen eine wichtige Rolle bei der Nervenfunktion.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Medikamente in der Regel nur zur Linderung leichterer Symptome geeignet sind. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Homöopathische Behandlung von Nervenschmerzen
Auch homöopathische Arzneimittel können eine hilfreiche Unterstützung bei der Behandlung von Nervenschmerzen sein. Dabei kommen verschiedene Mittel, je nach Auslöser, Ursache, Schmerzart und vielen weiteren Kriterien, in Betracht. Homöopathische Komplexmittel bieten einen leichteren Einstieg in die Homöopathie. Beispielsweise bietet die Firma Pflüger mit Pflügerplex Neuralgie L 189 H ein homöopathisches Komplexmittel an, welches zur Besserung von Nervenschmerzen infrage kommen kann. Auch Einreibungen mit Zusätzen von ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl oder Johanniskrautöl können einen positiven Effekt bei Nervenschmerzen haben.
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Belladonna in der Homöopathie
Belladonna ist ein bekanntes homöopathisches Arzneimittel, das aus der Tollkirsche (Atropa belladonna) gewonnen wird. In der Homöopathie wird es vor allem bei Krankheiten mit heftigem Verlauf eingesetzt. Hitze, Brennen, Blutandrang und plötzliches, heftiges und anfallsartiges Auftreten der Beschwerden sind wichtige Kennzeichen. Belladonna zeigt Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Gerüche und Licht.
Leitsymptome von Belladonna
- Plötzlich einsetzende heftige Beschwerden
- Klopfende, scharf schneidende, schießende Schmerzen
- So plötzlich, wie die Schmerzen kommen, gehen sie auch wieder
- Erweiterte Pupillen
- Lebhafte Halluzinationen, heftiges Delirium
- Extreme Überempfindlichkeit gegen Lärm, Erschütterungen und Licht
- Brennende, glühende Hitze vor allem am Körper, kalte Hände und Füße
- Blutandrang
- Ruhelosigkeit
Modalitäten von Belladonna
Die Beschwerden sind besser durch:
- Ruhe
- Warmes Zimmer
- Stehen
Die Beschwerden sind schlimmer durch:
- Nachmittags und nachts
- Berührung der befallenen Körperteile
- Schlucken
- Bewegung
- Lärm
- Licht
- Sonnenlicht
Anwendungsgebiete von Belladonna
Belladonna wird in der Homöopathie bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, darunter:
- Mandelentzündungen (Angina tonsillaris)
- Fieber
- Harnblasenentzündungen
- Brustentzündungen
- Gelenkentzündungen
- Grippale Infekte
- Nasen-Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
- Ohrenschmerzen, Mittelohrentzündungen (Otitis media)
- Kopfschmerzen
- Krampfhafte Magen-Darm-Beschwerden
- Rückenschmerzen
- Sonnenstich
- Sonnenbrand
- Verbrennungen
- Hautinfektionen
- Zahnschmerzen
- Bluthochdruck
Belladonna Globuli bei Trigeminusneuralgie
Bei der Behandlung von Trigeminusneuralgie mit Belladonna Globuli ist es entscheidend, die spezifischen Symptome des Patienten zu berücksichtigen. Belladonna kann besonders hilfreich sein, wenn die Schmerzen plötzlich auftreten, heftig sind und von einer Überempfindlichkeit gegen Licht und Geräusche begleitet werden. Auch das Gefühl von Hitze im Gesicht und ein rotes Gesicht können auf eine Indikation für Belladonna hinweisen.
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Fallbeispiel
Ein Patient mit Trigeminusneuralgie erlebt plötzliche, stechende Schmerzen auf der rechten Seite des Gesichts. Die Schmerzen sind so stark, dass er sich am liebsten in einen dunklen Raum zurückziehen würde. Er ist sehr geräuschempfindlich und jede Berührung im Gesicht verschlimmert die Schmerzen. In diesem Fall könnte Belladonna ein geeignetes Mittel sein.
Dosierung und Anwendung
Da Belladonna hauptsächlich zur Behandlung akuter Krankheiten zum Einsatz kommt, empfiehlt es sich, eine Selbstbehandlung mit Belladonna D6 oder Belladonna D12 zu beginnen. Um schnell einen Erfolg zu sehen, wiederholen Sie die Gabe mehrmals täglich.
- Belladonna D6: 3 Globuli, kann zweistündlich eingenommen werden.
- Belladonna D12: 3 Globuli, maximal alle 6 Stunden.
- Belladonna C30: Bei ausgeprägteren Beschwerden, jedoch nicht so häufig einnehmen und zwischen den Gaben beobachten, ob eine Besserung eingesetzt hat.
Höhere Potenzen, wie beispielsweise Belladonna C200, sollten nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingesetzt werden.
Wann einen Arzt aufsuchen?
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht verschreibungspflichtige Medikamente und homöopathische Mittel in der Regel nur zur Linderung leichterer Symptome geeignet sind. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um eine adäquate Diagnose und Behandlung zu gewährleisten. Dies gilt besonders, wenn:
- Die Schmerzen sehr stark sind und den Alltag beeinträchtigen.
- Die Schmerzen länger als ein paar Tage anhalten.
- Begleitsymptome wie Fieber, Schwindel oder Übelkeit auftreten.
- Die Schmerzen nach einer Verletzung oder Operation auftreten.
Die Rolle der Psyche und Ernährung
Auch die Psyche sollte nicht vergessen werden und bestmöglichst unterstützt werden. Eine gesunde Ernährung spielt auch bei der Behandlung einer Neuralgie eine nicht unbedeutende Rolle. PHYLAK Spagyrik ist ein ganzheitliches Heilsystem, welches neben den körperlichen auch die geistigen und seelischen Aspekte berücksichtigt. Das Grundprinzip ist stets, den aus dem Gleichgewicht geratenen Körper mit Hilfe der Heilkraft von individuellen pflanzlichen Mischungen in den gesunden Zustand zurückzuführen.
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Giftpflanzen in der Homöopathie
Schon in der Antike wusste man um die oftmals tödliche Wirkung gewisser Pflanzen. Inzwischen sind die Inhaltsstoffe und Wirkweisen vieler solcher Giftpflanzen so gut erforscht, dass man sie - in der richtigen Dosierung - zum Heilen einsetzen kann. Auch viele in der Schulmedizin eingesetzten Medikamente entstammen ursprünglich hochgiftigen Pflanzen.
Einige bekannte Giftpflanzen, die in der Homöopathie verwendet werden, sind:
- Tollkirsche (Atropa belladonna): Wie bereits erwähnt, wird Belladonna bei hochfieberhaften Zuständen, Migräne-Attacken und akuten Koliken empfohlen.
- Stechapfel (Datura stramonium): Stramonium gilt in der Homöopathie als passend zu Menschen, insbesondere zu Kindern, die urplötzlich mit Wutausbrüchen agieren.
- Bilsenkraut (Hyoscyamus niger): Hyoscyamus wird in der Homöopathie für Menschen eingesetzt, die sich schamlos benehmen und exhibitionistisch veranlagt sind.
- Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): Colchicum hat sich in der Homöopathie als passend für Menschen erwiesen, die an einer starken Geruchsempfindlichkeit gegen Küchen- und Essensgerüche leiden.
- Weisse Nieswurz (Veratrum album): Veratrum Album ist bei Kreislaufschwäche mit kalter, blasser Haut, blauen Lippen und kaltem Schweiss das Mittel der Wahl.
- Eisenhut (Aconitum napellus): In der Homöopathie wird Aconitum zu Beginn hochakuter, entzündlicher Zustände und fiebriger Erkältungskrankheiten eingesetzt.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Anwendung von Giftpflanzen nur nach Rücksprache mit einem Homöopathen erfolgen sollte, damit auch tatsächlich das individuell richtige Mittel gewählt wird.
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