Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte der Verbindung zwischen Bernstein und Epilepsie, von traditionellen Anwendungen bis hin zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Einführung in Epilepsie
Epileptische Anfälle sind neurologische Ereignisse, die durch plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladungen im Gehirn verursacht werden. Diese Entladungen können sich über weite Bereiche des Gehirns ausbreiten und zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Krampfanfälle, Bewusstseinsverlust und Verhaltensänderungen. Nach Schlaganfällen sind Anfallserkrankungen die zweithäufigsten neurologischen Störungen. In Deutschland sind etwa 500.000 bis 650.000 Menschen betroffen, wobei jährlich rund 40.000 Neuerkrankungen hinzukommen. Diese Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten und erfordern eine spezialisierte medizinische Betreuung.
Das Bernburger Epilepsie-Symposium
Ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung für Fachkräfte in der Region ist das Bernburger Epilepsie-Symposium, das maßgeblich zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beiträgt. Das 21. Epilepsie-Symposium des AMEOS Klinikums Bernburg fand am 4. Juni 2025 im Bernstein Acamed Resort Neugattersleben statt. Die Veranstaltung, die sich mittlerweile zu einer festen Institution in der Region entwickelt hat, zog über 40 Teilnehmende an, darunter Neurologen, Hausärzte und Fachärzte des Klinikums. Auch in diesem Jahr widmete sich das Symposium aktuellen Aspekten zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Anfallserkrankungen.
Die Eröffnung erfolgte durch Stefan Fiedler, stellvertretender Regionalgeschäftsführer AMEOS Ost und Krankenhausdirektor des AMEOS Klinikums Bernburg, der in seinen Grußworten die besten Wünsche für eine erfolgreiche Veranstaltung vermittelte und die Wichtigkeit eines solchen fachlichen Austausches betonte. Dr. med. Alexander Knörnschild, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie am AMEOS Klinikum Bernburg, führte durch den Abend.
Vorträge und Schwerpunkte des Symposiums
- Paroxysmale Ereignisse bei Menschen mit Behinderung: Dr. med. Thomas Mayer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Sächsischen Epilepsie-Zentrum Radeberg, referierte über dieses Thema.
- SUDEP (Sudden Unexpected Death in Epilepsy): Dr. med. Georg Leonhardt, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Dresden, sprach über den unerwarteten Tod bei Personen mit Epilepsie.
- Altersepilepsie: PD Dr. med. Albrecht Kunze, Chefarzt der Neurologischen Klinik an der Zentralklinik Bad Berka, stellte Altersepilepsie in den Fokus seines Vortrages.
- Erwerbsunfähigkeit und Kfz-Fahrtauglichkeit: Bianka Harloff, Epilepsieberaterin am AMEOS Klinikum Bernburg, ging auf diese wichtigen Themen ein.
Das Symposium bot nicht nur eine Plattform für den fachlichen Austausch, sondern unterstrich auch die Bedeutung der kontinuierlichen Weiterbildung in der Neurologie. Die angeregten Diskussionen nach den Vorträgen zeigten das hohe Interesse der Teilnehmenden an den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Epilepsiebehandlung.
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Spezialisierte Versorgung bei Anfallserkrankungen
Das AMEOS Klinikum Bernburg bietet mit seiner Epilepsieambulanz eine spezialisierte Versorgung an und gewährleistet die Diagnostik, Therapie und Nachbetreuung der Betroffenen.
Bernstein in der traditionellen Medizin
Bernstein, das fossile Harz von Nadelbäumen, fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden in seinen unzähligen Formen und Farben. Er wurde nicht nur für Schmuck und Kunstgegenstände verwendet, sondern auch in der traditionellen Medizin eingesetzt.
Bernstein bei Entzündungen
In der Volksmedizin wird Bernstein eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Er soll bei Allergien helfen, indem er auf der Haut getragen wird und Ekzeme, Warzen und Flechten bekämpft. Bei Sehnen- und Nervenentzündungen wird Bernstein-Wasser empfohlen, das durch Einlegen von Bernsteinsteinen in Wasser über Nacht hergestellt wird.
Bernstein als Räucherwerk
Schon in der Antike wurde Bernstein als Räucherwerk zur Unterstützung von Atemwegserkrankungen verwendet. Die alten Griechen verräucherten ihn in ihren Tempeln, um mit ihrem Sonnengott in Kontakt zu treten. Die alten Germanen verwendeten Bernstein bei Schutz- und Reinigungsritualen. Im Mittelalter räucherte man mit Bernstein gegen Pest und Epilepsie.
Beim Räuchern entwickelt Bernstein eine aromatische, aber auch leicht strenge Note und sollte deshalb nur vorsichtig dosiert werden. Er hat eine lange Brenndauer und der Duft wirkt klärend auf unseren Geist sowie reinigend in Räumen. Er wird nicht nur verwendet, um negative Energien aus Räumen zu vertreiben, sondern er wirkt auch reinigend auf Amulette sowie Heilgegenstände und wird zu deren Segnung verwendet. Auch für Heilungsrituale, Opfergaben oder andere Räucherrituale ist Bernstein eine besonders gute Wahl. Eine Räucherung mit Bernstein wirkt anregend und aufbauend, vertreibt die Einsamkeit, bringt unser Gleichgewicht wieder in die Balance, entspannt, gibt Schutz und Segen, wirkt gegen Angst und Stress, fördert das Selbstvertrauen und die innere Harmonie und spendet Trost in Zeiten, wo es an Mut mangelt.
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Durch die Räucherung mit Bernstein wird die Ionenstruktur der Luft positiv verändert, was sich u.a. auch stärkend und aufbauend auf unser Nervensystem auswirkt. Er öffnet unseren Geist für die höheren Sphären. Er hilft bei Erschöpfungs- und Ermüdungserscheinungen, wirkt aber auch positiv bei Schlafstörungen. Bernstein wird ebenso verräuchert, um sich von Fremdenergien anderer Menschen besser abgrenzen zu können. Bei der Verarbeitung von Ängsten zeigt er neue Wege und hilft zu verstehen, dass wir unserem Schicksal nicht einfach ausgeliefert sind, sondern dass wir selbst es sind, die es selbst bestimmen.
Bernstein kann allein als Räucherung verwendet werden, wobei man ihm aber sparsam einsetzen sollte aufgrund seines doch ein wenig strengen Duftes. Verwendet werden kleine Stückchen, besser aber noch das Pulver oder sogenannter Bernsteinsand. Er lässt sich auch gut mit anderen Harzen wie Copal, Styrax, Myrrhe und verschiedenen Weihrauchsorten mischen. Auch Harze von Tannen, Fichten, Pinien oder Kiefern und sowie deren Nadeln bieten sich für eine Räucherung mit Bernstein an, auch Wacholder eignet sich zum Mischen hervorragend. Eisenkraut, Lavendel, Rosmarin, Zeder, Zypresse und viele andere Räucherkräuter bieten sich zum Räuchern gemeinsam mit Bernstein an.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und moderne Behandlungsansätze
Obwohl die traditionelle Verwendung von Bernstein bei Epilepsie weit verbreitet ist, gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien, die seine Wirksamkeit belegen. Die moderne Epilepsiebehandlung konzentriert sich auf Medikamente, chirurgische Eingriffe und andere Therapien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Innovative Forschung in Freiburg
Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg haben einen wichtigen Schritt hin zu einer neuen Behandlungsart von Menschen mit mesialer Temporallappenepilepsie (MTLE) erzielt. MTLE ist eine häufige Epilepsieform bei Erwachsenen. Die Studie, die am 17. Januar 2024 im Fachmagazin Brain erschien, zeigt im Tiermodell vielversprechende Ergebnisse einer neuartigen Methode, die als „on-demand niedrigfrequente Stimulation“ (LFS) bezeichnet wird. Die Hirnstimulation war ebenso wirksam wie früher eingesetzte Verfahren, hatte aber deutlich weniger Nebenwirkungen.
Die Forschergruppe um Prof. Dr. Carola Haas, Sektionsleiterin der experimentellen Epilepsieforschung der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, entwickelte zusammen mit Prof. Dr. Ulrich Egert vom Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg eine Methode, bei der die niederfrequente Stimulation erst dann aktiviert wird, wenn bestimmte Aktivitätsmuster im Gehirn erkannt werden. Dies reduziert die Belastung durch ständige Stimulation. Die Forscher:innen setzten das Verfahren an einem Mausmodell ein, das die Schlüsselmerkmale der MTLE nachbildet. „Wir konnten die Stimulationszeit halbieren und trotzdem genauso effektiv Anfälle verhindern. Ein wesentlicher Teil der Studie widmete sich der Untersuchung von Verhaltens- und Gedächtnisleistungen. Mäuse mit epileptischen Anfällen zeigten ein erhöhtes Angstniveau und eine beeinträchtigte räumliche Gedächtnisleistung. Diese Forschungsergebnisse bieten neue Einblicke in die Behandlungsmöglichkeiten von MTLE und könnten den Weg für weniger invasive und effizientere Behandlungsmethoden ebnen.
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Die Rolle von Gliazellen
Epileptische Anfälle sind wie große Gewitterstürme im Gehirn: Nervenzellen schaukeln sich plötzlich in ihrer Aktivität gegenseitig auf und rhythmische elektrische Entladungen breiten sich über weite Gehirngebiete aus. Nach einem solchen Anfall sind die Nervenzellen stark angegriffen, es kann zu dauerhaften Schäden kommen. Den im Gehirn vorkommenden Gliazellen unterstellte man lange, sie würden zu den schädlichen Folgen der Epilepsie beitragen. Das Gegenteil ist der Fall, wie ein Team um die Neurobiologen Prof. Dr. Carola Haas vom Bernstein Center und Dr. Matthias Kirsch vom Anatomischen Institut der Universität Freiburg erstmals zeigen konnte.
In der Fachzeitschrift Experimental Neurology berichten die Forscherinnen und Forscher von den positiven Effekten so genannter Astrozyten, einer bestimmten Form von Gliazellen. Das griechische Wort „glia“ bedeutet „Leim“ - man ging lange davon aus, die Gliazellen würden die Nervenzellen im Gehirn lediglich zusammenhalten und mit Nährstoffen versorgen. Bei Epilepsie, so die vorherrschende Meinung, würden sie mit ihrer Reaktion auf einen Anfall dem Gehirn sogar schaden. Dem widersprechen die Freiburger: Tatsächlich helfen Astrozyten sogar, Langzeitschäden durch epileptische Anfälle zu verringern.
Das Freiburger Team entdeckte die positiven Effekte mithilfe von Mäusen, bei denen epileptische Anfälle gezielt hervorgerufen werden können. Regten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Astrozyten vor einem epileptischen Anfall an, indem sie den Tieren ein bestimmtes Eiweiß spritzten, starben weniger Zellen nach dem Anfall ab. Auch andere krankhafte Veränderungen im Gehirn waren deutlich geringer. Diese schützende Wirkung der angeregten Astrozyten hielt über viele Tage an. Auch die Gehirnaktivität der Nager zeigte weniger Anzeichen, die für Epilepsie typisch sind. Wie die Forscher berichten, mussten die Astrozyten aber zum Zeitpunkt des Anfalls bereits angeregt gewesen sein - im Nachhinein konnten die Zellen keine schützende Wirkung mehr aufbauen.
Ob Astrozyten überall im Gehirn diesen positiven Effekt haben, müssen weitere Studien zeigen. Die jetzigen Erkenntnisse, so Haas, die auch im neu gegründeten Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools an Epilepsie forschen wird, legen aber nahe, dass eine rechtzeitige Aktivierung der Astrozyten einen wirksamen Schutz gegen Langzeitschäden darstellen könnte.
Interneurone und ihre Bedeutung
Bei manchen Formen der Epilepsie ist vermutlich die Funktion bestimmter „Brems-Zellen“ im Gehirn gestört. Möglicherweise ist das ein Grund, warum sich die elektrische Fehlfunktion vom Ort ihrer Entstehung über weite Teile des Gehirns ausbreiten kann. Eine wichtige Rolle bei der Erregungs-Weiterleitung im Hippokampus übernehmen die Pyramidalzellen. Auf einen elektrischen Reiz hin erzeugen sie ihrerseits Spannungspulse. Diese stimulieren unter anderem Interneuronen, die dann wiederum die Pyramidalzellen hemmen. Diese Rückkopplungsschleife fungiert gewissermaßen als Bremse: Sie verhindert, dass sich die Spannungspulse ungehindert ausbreiten. „Bei den Ratten funktionierte diese Bremse im Vergleich zu gesunden Tieren aber nicht richtig“, sagt Pothmanns Kollege Dr. Oliver Braganza.
Um herauszufinden, woran das liegen könnte und was die Auswirkungen sind, simulierten die Wissenschaftler das Zusammenspiel aus Pyramidalzelle und Interneuron am Computer. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf zwei mögliche Störungen zu: So scheinen die Interneuronen auf einen Reiz hin die in ihrem Zellinnern gespeicherten Signalmoleküle (Neurotransmitter) nur zu einem geringen Teil zu entlassen. Außerdem funktioniert ihre Membran nicht korrekt: Sie kann nicht so gut ein Spannungsgefälle aufrechterhalten - fast so, als hätte sie einen leichten Kurzschluss. Beide Faktoren tragen dazu bei, dass die Interneurone nur vergleichsweise schwach aktiviert werden.
Heilsteine als unterstützende Maßnahme?
Die Verwendung von Heilsteinen, einschließlich Bernstein, als unterstützende Maßnahme bei Epilepsie ist ein kontroverses Thema. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Heilsteine eine direkte Wirkung auf epileptische Anfälle haben. Einige Menschen berichten jedoch von positiven Erfahrungen mit Heilsteinen, wie z.B. einerReduktion der Schmerzen nach einem Anfall.
Empfohlene Heilsteine
Einige Edelsteintherapeuten empfehlen folgende Steine zur Unterstützung bei Epilepsie:
- Feuer-Achat
- Angelit
- Chrysopras
- Coelestin
- Dumortierit
- Smaragd
- Sugilith
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Heilsteinen subjektiv ist und von Person zu Person unterschiedlich sein kann. Die Verwendung von Heilsteinen sollte niemals eine medizinische Behandlung ersetzen.