Berühmte Parkinson-Patienten: Eine Liste von Persönlichkeiten, die mit der Krankheit leben

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Obwohl es keine Heilung gibt, können Behandlungen helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Viele prominente Persönlichkeiten haben offen über ihre Parkinson-Erkrankung gesprochen, um das Bewusstsein zu schärfen und andere Betroffene zu ermutigen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über einige berühmte Parkinson-Patienten und ihre Erfahrungen mit der Krankheit.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine chronische, fortschreitende neurologische Erkrankung, die in erster Linie das zentrale Nervensystem betrifft. Sie ist durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für die Steuerung von Bewegungen, die Koordination und das Gleichgewicht unerlässlich ist. Der Mangel an Dopamin führt zu einer Vielzahl von Symptomen, die von Person zu Person unterschiedlich sein können.

Die typischen Symptome von Parkinson umfassen:

  • Zittern (Tremor), meist in Ruhe
  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese)
  • Gleichgewichtsstörungen und Haltungsinstabilität
  • Nicht-motorische Symptome wie Depressionen, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen

Prominente Persönlichkeiten mit Parkinson

Viele Menschen kennen jemanden, der von Parkinson betroffen ist, sei es aus den Medien oder aus ihrem persönlichen Umfeld. Die Liste der prominenten Fälle scheint länger zu sein als bei anderen Krankheiten, was möglicherweise auf die hohe Zahl betroffener Führungspersönlichkeiten aus Religion und Politik zurückzuführen ist, wie der Gehirnforscher Reinhard Horowski betont. Hier sind einige bemerkenswerte Persönlichkeiten, die mit Parkinson gelebt haben oder leben:

Muhammad Ali

Der legendäre Boxer Muhammad Ali wurde 1984 mit Parkinson diagnostiziert. Obwohl er bereits vor seiner Diagnose mit zittrigen Händen und Mobilitätsproblemen zu kämpfen hatte, zog er sich erst 1981 aus dem Profisport zurück. Ali gründete das Muhammad Ali Parkinson Center in Phoenix, das bis heute als Ressourcenzentrum für Parkinson und andere Bewegungsstörungen dient. Sein öffentlicher Umgang mit der Krankheit trug dazu bei, das Bewusstsein für Parkinson zu schärfen und Betroffenen Mut zu machen. Er starb im Juni 2016 im Alter von 74 Jahren.

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Michael J. Fox

Der Schauspieler Michael J. Fox, bekannt aus den "Zurück in die Zukunft"-Filmen, erhielt seine Parkinson-Diagnose bereits im Alter von 30 Jahren. Er hielt die Krankheit lange geheim, bevor er sie 1998 öffentlich machte. Im Jahr 2000 gründete er die Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research, die sich der Erforschung von Prävention, Behandlung und Heilung von Parkinson widmet. Fox setzt sich unermüdlich für die Stiftung ein und ist weiterhin als Schauspieler tätig, unter anderem in Fernsehserien wie "The Good Wife" und "Curb Your Enthusiasm".

Frank Elstner

Der deutsche TV-Showmaster Frank Elstner machte seine Parkinson-Erkrankung im Jahr 2019 öffentlich. Er hat sich dazu entschieden, die Krankheit möglichst zu verdrängen und seine Fernsehkarriere fortzusetzen. Im Jahr 2021 veröffentlichte er zusammen mit seinem Arzt, dem Neurologen Jens Volkmann, ein Buch mit dem Titel "'Dann zitter ich halt' - Leben trotz Parkinson: Symptome - Behandlung - Perspektiven". Das Buch bietet Einblicke in den neuesten Stand der Forschung und richtet sich an Betroffene und ihre Angehörigen.

Ozzy Osbourne

Der britische Rockmusiker Ozzy Osbourne gab seine Parkinson-Diagnose im Januar 2020 bekannt. Er und seine Familie informierten seine Fans in der Morgenshow "Good Morning America" über seinen anhaltenden Gesundheitskampf. Trotz seiner Kämpfe mit der Krankheit ist Osbourne entschlossen, wieder auf die Bühne zu gehen.

Markus Maria Profitlich

Der Komiker Markus Maria Profitlich thematisierte seine Parkinson-Erkrankung im Jahr 2012. Er erfuhr von seiner Diagnose ausgerechnet am 19. Hochzeitstag mit seiner Frau. Profitlich hat seine Karriere fortgesetzt und seine Erfahrungen mit Parkinson in seinem Buch "Einmal alles auf den Kopf gestellt" verarbeitet.

Ottfried Fischer

Der Schauspieler Ottfried Fischer, bekannt aus "Der Bulle von Tölz", gab bereits 2008 bekannt, von der Parkinson-Krankheit betroffen zu sein. Er hat sich dazu entschieden, weiterhin für das Fernsehen zu arbeiten und als Kabarettist aufzutreten.

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Alan Alda

Der Schauspieler Alan Alda gab seine Parkinson-Diagnose im Jahr 2018 bekannt, nachdem er sie einige Jahre lang geheim gehalten hatte. Er bleibt optimistisch und hat betont, dass die Diagnose "nicht das Ende der Welt" bedeutet. Alda hat Maßnahmen ergriffen, um seine Symptome einzudämmen, darunter Bewegung, Sport und das Lesen von Forschungsergebnissen.

Weitere bekannte Persönlichkeiten

Neben den oben genannten Personen gibt es noch viele weitere prominente Persönlichkeiten, die mit Parkinson gelebt haben oder leben, darunter:

  • Linda Ronstadt: US-amerikanische Country-Sängerin, beendete ihre Karriere 2013 nach ihrer Parkinson-Diagnose.
  • Ursula Staack: Schauspielerin, bekannt aus der Sendung "Löwenzahn", erhielt 2018 die Diagnose Parkinson.
  • Neil Diamond: US-amerikanischer Sänger und Songwriter, gab im Januar 2018 öffentlich bekannt, dass er an Parkinson leidet.
  • Sir Ian Holm: Britischer Schauspieler und "Herr der Ringe"-Star, starb 2020 an den Folgen von Parkinson.
  • Glenn Tipton: Gitarrist der Band Judas Priest, konnte 2018 wegen seiner Parkinson-Erkrankung nicht mehr an der "Firepower"-Tournee teilnehmen.
  • Robin Williams: Schauspieler, litt in einem frühen Stadium an der Parkinson-Krankheit, wie seine Witwe Susan Schneider später enthüllte.
  • Papst Johannes Paul II.: Bei dem einstigen Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche traten erste Symptome einige Jahre vor seinem Tod 2005 auf.
  • Udo Lattek: Fußballlegende, starb 2015, zwei Jahre nach der Parkinson-Diagnose.
  • Salvador Dalí: Maler, erkrankte nach dem Tod seiner Frau an Parkinson.
  • Katharine Hepburn: Schauspielerin

Forschung und Behandlung von Parkinson

Die Parkinson-Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Es gibt verschiedene Behandlungen, die helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören Medikamente, die den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen, sowie Physiotherapie, Ergotherapie und Sprachtherapie. In einigen Fällen kann auch eine tiefe Hirnstimulation (DBS) in Betracht gezogen werden.

Aktuelle Forschungsansätze zielen darauf ab, Eiweißablagerungen in Gehirnzellen zu verhindern oder aufzulösen, die möglicherweise schädliche Wirkungen haben. Ein weiterer Forschungsbereich ist die Klärung eines möglichen Transports schädlicher Eiweiße von Zelle zu Zelle und damit von Gehirnregion zu Gehirnregion im Rahmen des Fortschreitens der Parkinson-Erkrankung.

Die Beobachtung, dass einem kleinen Teil der Parkinson-Erkrankungen erbliche Veränderungen zugrunde liegen, könnte möglicherweise auch dem Gros der Parkinson-Erkrankten helfen. Erste Studien testen nun Hemmer der überaktiven Eiweißstoffe auch bei Parkinson-Kranken ohne genetische Veränderungen.

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