Berühmte iranische Neurologen: Pioniere und Brückenbauer

Einführung

Die iranische Neurologie hat im Laufe der Geschichte bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht, die sowohl im Iran als auch international Anerkennung gefunden haben. Diese Neurologen haben durch ihre Forschung, klinische Praxis und ihr Engagement zur Weiterentwicklung des Fachgebiets beigetragen und Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und wissenschaftlichen Traditionen gebaut.

Nossrat Peseschkian: Begründer der Positiven Psychotherapie

Prof. Dr. med. Nossrat Peseschkian, ein Psychiater und Psychotherapeut, der am 27. April im Alter von 76 Jahren verstarb, war ein bedeutender Förderer der psychosomatischen Medizin im Iran. Er wurde im Iran geboren und wuchs dort auf. Im Jahr 1954 kam er nach Deutschland, um Medizin in Freiburg, Frankfurt am Main und Mainz zu studieren. Im Jahr 1968 erhielt er seine Facharztanerkennung für Neurologie und Psychiatrie. Es folgte eine psychotherapeutische Weiterbildung in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Vereinigten Staaten.

Peseschkian eröffnete schließlich eine psychotherapeutisch-psychosomatische Praxis und Tagesklinik in Wiesbaden. Gleichzeitig entwickelte er eine ausgedehnte wissenschaftliche und Seminartätigkeit auf dem Gebiet der Tiefenpsychologie. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die transkulturelle Psychotherapie und die Familientherapie.

Im Jahr 1971 gründete er den Wiesbadener Weiterbildungskreis für Psychotherapie und Familientherapie, später die Wiesbadener Akademie für Psychotherapie. Er war unter anderem Dozent an der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen. Für seine Verdienste um die ärztliche Fortbildung wurde er mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer ausgezeichnet. Geehrt wurde er außerdem mit dem Richard-Merten-Preis und dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

Madjid Samii: Der "Herr der Hirne"

Professor Madjid Samii, ein weltberühmter Neurochirurg, feierte seinen 80. Geburtstag. Er forschte, operierte und lehrte 40 Jahre lang in Hannover. Zu Ehren dieses Jubiläums fand in Hannover ein hochkarätiger internationaler Kongress mit Forschern aus der ganzen Welt statt.

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Samiis Patienten umfassten viele Prominente, darunter Stardirigent Herbert von Karajan, Milliardär Karl-Friedrich Flick, Ex-Kanzler Bruno Kreisky und Welfenchef Prinz Ernst August. Seine Klinik INI (International Neuroscience Institute) in Hannover wird im Volksmund als "Hirn von Hannover" bezeichnet, da sie die Form eines Gehirns hat. Baugleiche Kliniken, die nach ihm benannt sind und die er ebenfalls leitet, sind inzwischen in Teheran (Iran) und Peking (China) entstanden. Zur Eröffnung in Teheran begleitete ihn Altkanzler Gerhard Schröder.

Samii ist Ehrenpräsident des Neurochirurgen-Weltverbandes auf Lebenszeit. Er hat die Initiative "100 Ärzte für Afrika" gegründet und gibt sein Wissen auf Kongressen oder per Telekommunikation weiter: "Solange meine Kraft reicht, ist es eine moralische Verpflichtung für mich, meine Zeit im Operationssaal und nur ganz gelegentlich auf dem Golfplatz zu verbringen."

Samii fasziniert das Gehirn wegen der unglaublichen parallelen Vernetzung der Sinnesorgane. Er operierte im Jahr 1966 als erster Neurochirurg in Deutschland durch ein Mikroskop und leistete Pionierarbeit. Inzwischen können die Regionen des Gehirns immer besser und schärfer dargestellt und so viel präziser und schonender operiert werden.

Im Jahr 1990 gründete er die Stiftung Neurobionik. Dabei werden winzige Elektroden in geschädigte Hirnregionen eingepflanzt. Bei Parkinson-Patienten hört dann die Schüttellähmung schlagartig auf, Taube hören wieder, und bei Depressionen und schwersten Schmerzen gibt es erstaunliche Erfolge.

Samiis Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit

Samii ist ein weltweit wirkender Brückenbauer, der Feindbilder abbauen und Vorurteile überwinden möchte. Er möchte das Verbindende im Verschiedenen entdecken und so Gräben zwischen den Völkern überbrücken. Dabei ist die Medizin seine "Waffe", mit der er die Welt zu einem besseren Ort machen will.

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Mohammad Ebrahim Ardjomandi: Psychoanalytiker und Experte für Psychosomatik

Mohammad Ebrahim Ardjomandi ist ein iranisch-deutscher Psychoanalytiker und Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapeutische Medizin. Er wurde am 1. April 1932 in Lar, Iran, geboren. Ardjomandi hat sich intensiv mit der Verbindung von Psychoanalyse und Neurowissenschaften auseinandergesetzt und zur Entwicklung eines integrativen Verständnisses von psychischen Erkrankungen beigetragen.

Deutsch-iranische Kooperationen in der Neurowissenschaft

Die Neurowissenschaftler der Universität Münster pflegen seit 1996 eine gut gepflegte Kooperation mit der iranischen Universität in Mashhad. Hieraus ist die Idee für eine Ausstellung entstanden, die die "Deutsch-iranische Geschichte der wissenschaftlichen Kooperationen" beleuchtet.

Die Forscher zeigen beispielsweise eine Bilderstrecke zu ihren bisherigen Aufenthalten in Mashhad und den gemeinsamen Projekten. Neben dem Fachlichen ist ihnen auch der kulturelle Austausch sehr wichtig.

Die Ausstellung ist Teil eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts. Für die Zukunft wünschen sie sich, dass deutschlandweit noch weitere Projekte und Kooperationen dieser Art entstehen. Die Bildungsministerien beider Länder sagen darin zu, Kooperationen in der Gesundheitsforschung und medizinischen Ausbildung auszubauen.

Weitere iranische Persönlichkeiten mit Bezug zur Medizin

Der Vorname Ebrahim ist im Iran verbreitet und findet sich auch bei Persönlichkeiten aus anderen Bereichen, die indirekt mit der Medizin in Verbindung stehen könnten:

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  • Ebrahim Alkazi: Indischer Theaterdirektor, Dramalehrer, Galerist und Kunstsammler. Seine Arbeit könnte im weiteren Sinne einen Einfluss auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden gehabt haben.
  • Ebrahim Rasool: Südafrikanischer Politiker, der sich möglicherweise für die Gesundheitsversorgung in seinem Land eingesetzt hat.

Herausforderungen und Perspektiven der Psychoanalyse in der Neurowissenschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Neurowissenschaft und Psychoanalyse ist ein vielversprechendes Feld, das jedoch auch Herausforderungen birgt. Lange Zeit scheiterte die Zusammenarbeit am Absolutheitsanspruch der eigenen Forschung, mangelnder Kenntnis der anderen Methode oder an der noch zu wenig entwickelten Hirnforschung.

Solms und Turnbull wollen zeigen, wie sich beide Forschungen gegenseitig befruchten und wie das subjektive emotionale Erleben auch mit den Mitteln der Neurobiologie erfasst werden kann. Sie nennen ihre Neuro-Psychoanalyse auch eine Wissenschaft des subjektiven Erlebens.

Die Deutung des psychischen Geschehens als exakte Wissenschaft - das ist der Traum, den auch Freud schon geträumt hatte. Aber auch diese Einheiten haben immer Modellcharakter und beschreiben nicht, wie es wirklich ist.

Die Psychoanalyse hat von Anfang an Normen und Normalität von Grund auf in Frage gestellt, Abweichungen von der Regel ernst genommen und sich ihnen mit Empathie zugewandt. Die individuelle langwierige Aufarbeitung des jeweiligen Lebensdramas, der sich die Psychoanalyse in der Praxis stellt, kann ihr keine Neurowissenschaft abnehmen.

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