Epilepsie kann sich auf viele Lebensbereiche auswirken, wie z. B. auf soziale Beziehungen, Arbeitsleben, Freizeit und alltägliche Verrichtungen. Daher sind eine umfassende Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Epilepsien notwendig - verbunden mit einer spezifischen Beratung für die Betroffenen und ihre Familien. Um Fachkräfte bestmöglich auf diese Aufgaben vorzubereiten, bieten die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Epilepsie an. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der "Bethel Ausbildung Epilepsie", die sich an Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen richtet.
Zielgruppe und Tätigkeitsbereiche
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen aus den Tätigkeitsbereichen Pflege, Funktionsdienst, therapeutischer Dienst, ärztliche Fachpraxen, Pädagogik, Sozialarbeit und Psychologie. Diese breit gefächerte Zielgruppe unterstreicht die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Betreuung von Menschen mit Epilepsie.
Methodisches Konzept: Blended Learning
Die Bethel Ausbildung Epilepsie ist methodisch nach einem Blended-Learning-Konzept aufgebaut. Dies bedeutet, dass Präsenzveranstaltungen mit digitalen Lerneinheiten kombiniert werden, um einen optimalen Lernerfolg zu erzielen. Konkret beinhaltet die Weiterbildung ein Vorbereitungsseminar (2,5 Kurstage digital über Webex), gefolgt von einer begleiteten praxisbezogenen Phase (ca. 10 Kurstage). Beide Wahlmöglichkeiten beinhalten die Erstellung einer schriftlichen Abschlussarbeit und schliessen mit einem mündlichen Abschlusskolloquium (1,5 Kurstage) ab. Die Verlagerung des Vorbereitungsseminars auf Webex ermöglicht eine flexible und ortsunabhängige Teilnahme.
Lernergebnisse und Kompetenzen
Die Teilnehmenden sind befähigt, Betroffene mit Epilepsie und ihre Eltern bzw. Angehörigen über die Erkrankung Epilepsie zu informieren, auf ihre Fragen einzugehen und sie bei epilepsiespezifischen Problemen und Anforderungen zu beraten. Sie erwerben fundierte Kenntnisse über die verschiedenen Aspekte der Epilepsie und lernen, wie sie diese im beruflichen Alltag anwenden können.
Epilepsie-Akademie Berlin-Bethel
Die beiden Epilepsie-Zentren der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg und das Epilepsie-Zentrum Bethel, haben im Januar 2017 die Epilepsie-Akademie Berlin-Bethel gegründet. Ziel der Akademie ist die Bündelung unserer vielfältigen Forschungs- und Fortbildungsaktivitäten auf dem Gebiet der Epileptologie. Geschäftsführende Direktoren der Akademie sind die beiden Leiter der beteiligten Zentren, Prof. Dr. med. Christian G. Bien (Epilepsie-Zentrum Bethel) und Prof. Dr. med. Die Akademie bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen und fördert die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden.
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Weitere Angebote von Bildung & Beratung Bethel
Neben der Ausbildung zur Epilepsie-Fachassistenz/Fachberatung bietet Bildung & Beratung Bethel weitere epilepsiespezifische Fort- und Weiterbildungen an. Diese Angebote ermöglichen es Fachkräften, ihr Wissen kontinuierlich zu erweitern und sich auf spezielle Bereiche der Epileptologie zu spezialisieren.
Ausbildung zur Epilepsie-Fachassistenz/Fachberatung
Bildung & Beratung Bethel bietet regelmässig eine Ausbildung zur Epilepsie-Fachassistenz/Fachberatung an. Es handelt sich um eine Weiterbildung für Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen aus den Tätigkeitsbereichen Pflege, Funktionsdienste, therapeutische Dienste, Facharztpraxis, Pädagogik, Sozialarbeit und Epilepsie. Die Weiterbildung gliedert sich in einen Grundkurs (Epilepsie-Fachassistenz), der u.a. vier mehrtägige Blöcke umfasst, und einen Aufbaukurs (Epilepsie-Fachberatung).
Das PEPE-Programm
Eine Epilepsie zu haben kann sich in vielerlei Hinsicht auf den Lebensalltag auswirken, vor allem, wenn Anfälle dauerhaft auftreten. Deshalb muss die professionelle Betreuung und Begleitung von Epilepsiekranken weitaus mehr umfassen als nur Diagnostik und die Verordnung von Therapien. Am besten geht es den Betroffenen, wenn sie selbst einen aktiven Anteil an ihrer Behandlung nehmen. Auch Menschen mit leichteren geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen sind dazu in der Lage. Dafür wurde in Bethel das audio-visuelle Programm PEPE entwickelt. Hauptakteure darin sind die Zeichentrickfiguren Pepe und Pepa. Themen des Programms sind u. Was ist eigentlich Epilepsie? Was gibt es für Anfälle? Wie wirken die Medikamente? Gibt es auch noch andere Behandlungsmöglichkeiten? Was kann ich selbst tun, um weniger Anfälle zu bekommen?
Möchten Sie das PEPE-Programm mit den von Ihnen betreuten Menschen durchführen? Dort lernen Sie die theoretischen Hintergründe von PEPE kennen. Sie werden durch die acht Kurseinheiten geführt und üben sich in der praktischen Anwendung. Sie werden mit der speziellen Methodik und Didaktik des Kurses vertraut gemacht und erhalten praktische Hinweise zur Moderation. Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, eigenständig PEPE-Kurse durchzuführen. Kenntnisse über Epilepsie sind erforderlich, z. B. aus der Zusatzausbildung Epilepsie oder vergleichbare Kenntnisse.
Schulungsprogramme MOSES und FAMOSES
Am Epilepsie-Zentrum Bethel wurden in Zusammenarbeit mit anderen Zentren Schulungsprogramme für Menschen mit Epilepsie (MOSES) und Familien mit einem anfallskranken Kind (FAMOSES) entwickelt. Die Gesellschaft für Epilepsieforschung war an den Evaluationsstudien zu diesen Programmen beteiligt. Diese Programme zielen darauf ab, Betroffene und ihre Angehörigen zu informieren und zu unterstützen, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu ermöglichen.
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Jährliche Tagung der epileptologischen Fachgesellschaften
Die Tagung der „Deutschen Gesellschaft für Epileptologie“ findet im jährlichen Wechsel mit der „Dreiländertagung der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epilepsie und der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie“ statt. Neben dem Tagungsprogramm gibt es in jedem Jahr eine Fortbildungsakademie, die auch unabhängig vom Tagungsprogramm gebucht werden kann. Die nächste „Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie“ findet vom 10. - 13. Juni 2026 in Würzburg statt. Diese Tagungen bieten eine hervorragende Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen in der Epileptologie zu informieren und mit anderen Fachkräften auszutauschen.
Gemeinnützigkeit der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel
Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind wegen Förderung mildtätiger, kirchlicher und als besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke nach dem Freistellungsbescheid bzw. nach der Anlage zum Körperschaftsteuerbescheid des Finanzamtes Bielefeld-Aussenstadt, St. Nr. 349/5995/0015, vom 14.03.2025 für den letzten Veranlagungszeitraum nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit. Diese Gemeinnützigkeit unterstreicht das Engagement der Stiftungen für das Wohl von Menschen mit Epilepsie und anderen Erkrankungen.
Informationen und Kontakt
Informationen zu unseren vielfältigen Fort- und Weiterbildungsangeboten finden sich auf dieser Webseite, auf der Webseite des Epilepsie-Zentrums Bethel und auf der Webseite von Bildung und Beratung Bethel. Letztere bieten ein- und mehrtägige Weiterbildungen zu speziellen epileptologischen Themen an, unter anderem auch die von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie zertifizierte Ausbildung zur Epilepsie-Fachassistenz bzw.
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