Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind eine der größten diakonischen Einrichtungen Europas. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1867 zurück, als am Rande von Bielefeld ein erstes Pflegehaus für Kinder mit Epilepsie eröffnet wurde. Seitdem haben sich die Stiftungen bundesweit zu einem vielseitigen Anbieter von Dienstleistungen für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen entwickelt. Im Mittelpunkt steht die menschliche und fachliche Hilfe für kranke, behinderte und sozial benachteiligte Menschen.
Vielfältige Angebote für Menschen mit Epilepsie
Bethel hat eine lange Tradition in der Betreuung und Behandlung von Menschen mit Epilepsie. Die beiden Epilepsie-Zentren der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg und das Epilepsie-Zentrum Bethel, haben im Januar 2017 die Epilepsie-Akademie Berlin-Bethel gegründet. Ziel der Akademie ist die Bündelung vielfältiger Forschungs- und Fortbildungsaktivitäten auf dem Gebiet der Epileptologie.
Die Angebote für Menschen mit Epilepsie sind vielfältig und umfassen:
- Diagnostik und Therapie: Die Epilepsiezentren bieten umfassende diagnostische Möglichkeiten und moderne Therapieansätze für Menschen mit Epilepsie jeden Alters.
- Schulungsprogramme: Spezielle Epilepsie-Schulungsprogramme für betroffene Kinder/Jugendliche und deren Familien werden bundesweit angeboten. Diese Programme vermitteln Wissen und Informationen, regen zur Reflexion von Einstellungen und Meinungen an und erarbeiten Strategien und Verhaltensweisen, um im Alltag besser mit der Erkrankung zurechtzukommen.
- Wohnangebote: Bethel bietet verschiedene Wohnangebote für Menschen mit Epilepsie, die ein selbstständiges Leben führen möchten, aber dennoch Unterstützung benötigen.
- Berufliche Förderung: Das Berufsbildungswerk Bethel bietet 120 Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Epilepsie und hirnorganischen Störungen.
- Freizeitangebote: Bethel bietet vielfältige Freizeitangebote für Menschen mit Epilepsie, die ihnen die Möglichkeit geben, ihre Interessen zu verfolgen und soziale Kontakte zu knüpfen.
Ferienangebote für Kinder von Mitarbeitenden
Neben den spezialisierten Angeboten für Menschen mit Epilepsie engagiert sich Bethel auch in anderen Bereichen der sozialen Arbeit. Ein Beispiel dafür sind die "Ferien in Bethel" (FiB), ein inklusives Tagesangebot für Kinder von Mitarbeitenden der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel im Alter von 6 bis 12 Jahren.
Die Ferienspiele in Bethel bieten ein buntes Programm aus Spiel und Spaß, Tanz und Gesang, Entspannung und Action. Über vier Wochen in den Sommerferien gibt es dieses inklusive Angebot für Kinder von Mitarbeitenden. Die Ferienspiele arbeiten mit dem Verein Eigensinn zusammen, um für die Themen Smartphone-Nutzung, Cybermobbing und Soziale Medien zu sensibilisieren. Zum Programm gehören auch Ausflüge, wie zum Beispiel in die Kunsthalle, zur Rallye und zum Puddingschlecken in die Oetkerwelt oder ins Heinz-Nixdorf-Museum.
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Engagement für Menschen in besonderen Lebenslagen
Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel engagieren sich für Menschen in verschiedenen Notlagen. Dazu gehören:
- Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen: Das Kinder- und Jugendhospiz Bethel bietet Kindern und Jugendlichen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung einen geschützten Rahmen, in dem sie gemeinsam mit ihren Familien Zeit verbringen können.
- Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen: Bethel bietet ein differenziertes Netzwerk an psychiatrischen und psychotherapeutischen Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen.
- Wohnungslose Menschen: Bethel bietet Hilfen für wohnungslose Menschen, wie z.B. die Arbeiterkolonie Hoffnungstal bei Berlin.
- Menschen mit Behinderungen: Bethel bietet Menschen mit Behinderungen vielfältige Möglichkeiten, einer Beschäftigung nachzugehen. In Bielefeld wurde eine neue Kantine mit professioneller Kücheneinrichtung errichtet, die zwölf Menschen mit psychischen Einschränkungen eine Arbeitsmöglichkeit bietet.
- Sozial benachteiligte Menschen: Der Sozialdienst Bethel bietet Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten eine Vielzahl an Hilfen an, darunter auch die Sozialarbeit auf der Straße.
Spenden ermöglichen wichtige Projekte
Bethel ist auf Spenden angewiesen, um seine vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können. Jedes Jahr fördert Bethel eine Vielzahl an Projekten für Menschen, die eine Behinderung haben, erkrankt oder sozial benachteiligt sind. Mehr als 60 Mio. Euro wurden im letzten Jahr für Bethel gespendet.
Einige Beispiele für Projekte, die durch Spenden ermöglicht wurden, sind:
- Die Anschaffung einer Vibrationsplatte für Kinder mit Lähmungen im Epilepsie-Zentrum Bethel, die ihnen dabei hilft, laufen zu lernen.
- Der Bau einer neuen Sporthalle für die inklusive Ostschule in Lemgo mit einer großen Kletterwand.
- Die Errichtung eines Therapiezentrums im Grünen für das trauma- und intensivpädagogische Angebot „Trau Dich!“ in Lobetal.
- Der Erwerb von Wohnungen im Integrativen Mehrgenerationen-Quartier in Bad Ahrweiler, um sie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und erworbenen Hirnschädigungen zur Verfügung zu stellen.
- Die Einrichtung von Wintertreffpunkten für Menschen, die während der Flutkatastrophe im Ahrtal ihren letzten Halt verloren haben.
- Die Ermöglichung eines Gruppenurlaubs für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Bethel: Eine Institution mit langer Tradition und Zukunftsorientierung
Bethel hat sich von einer kleinen Anstalt für epileptische Knaben zu einem großen diakonischen Unternehmen entwickelt, das sich in vielfältigen Bereichen für Menschen in Not engagiert. Dabei ist Bethel stets seinen christlichen Wurzeln treu geblieben und orientiert sich am Leitbild der Nächstenliebe. Gleichzeitig ist Bethel offen für neue Entwicklungen und passt seine Angebote kontinuierlich an die Bedürfnisse der Menschen an.
Geschichte im Überblick
- 1867: Gründung einer Anstalt für epileptische Knaben in Bielefeld
- 1872: Friedrich von Bodelschwingh übernimmt die Anstaltsleitung
- 1873: Die Anstalt erhält den Namen "Bethel"
- 1882: Gründung der Diakonenschaft Nazareth
- 1886: Beginn der Arbeit im Bereich der Psychiatrie
- 1900: Die zentralen Arbeitsfelder Bethels sind geschaffen: Epilepsie, Hilfe für Wohnungslose, psychisch kranke Menschen, Suchtkranke und Fürsorge für männliche Jugendliche
- 1910: Friedrich von Bodelschwingh stirbt, sein Sohn Friedrich übernimmt die Anstaltsleitung
- 1922: Eröffnung des Allgemeinkrankenhauses Gilead
- 1934: Bethel ist eine moderne diakonische Anstalt im medizinischen, psychiatrischen und pädagogischen Bereich
- 1946: Friedrich von Bodelschwingh d.J. stirbt
- 1954: Einführung des Bethel-Logos
- 1956: Beginn der Altenhilfe in Bethel
- 1968: Gründung des Epilepsiebereichs für Frauen und Männer
- 1977: Friedrich von Bodelschwingh stirbt
- 1982: Einführung von Zivildienstleistenden in Bethel
- 1983: Beginn der Ausbildung von Frauen zur Diakonin
- 1984: Eröffnung der Gemeinschaftswerkstätten am Quellenhofweg
- 1986: Aufnahme des Berufsbildungswerks
- 1990: Bethel ist für die psychiatrische Versorgung des gesamten Gebiets der Stadt Bielefeld zuständig
- 1993: Gründung des Vereins "Hospiz e.V., Bethel"
- 1995: Sendestart von Radio Antenne Bethel
- 2002: Start des Betheljahrs für junge Frauen und Männer
- 2004: Zusammenschluss der Diakonissenschaft Sarepta und der Ravensberger Schwesternschaft zur Sarepta Schwesternschaft
- 2005: Gründung des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld (EvKB)
- 2007: Gründung der Fachhochschule der Diakonie mit Sitz in Bethel
- 2010: Übernahme von Einrichtungen der Altenhilfe, Berufsfachschulen und Schulen sowie einem ambulanten Pflegedienst von der diakonischen Einrichtung Birkenhof in Hannover
- 2010: Ulrich Pohl wird Vorstandsvorsitzender Bethels
- 2010: Umbenennung der Anstalten in v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
- 2017: Die Stiftung Eben-Ezer tritt dem Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel bei
- Heute: Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel engagieren sich in acht Bundesländern für behinderte, kranke, alte oder benachteiligte Menschen und sind mit über 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größten diakonischen Einrichtungen Europas.
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