Betreuung für Senioren mit Demenz: Formen, Kosten und Angebote

Die Betreuung von Menschen mit Demenz stellt eine immense Herausforderung für Angehörige dar. Sie erfordert nicht nur Geduld und Einfühlungsvermögen, sondern oft auch erhebliche körperliche und seelische Kraft. Es ist daher verständlich und legitim, Unterstützung für die Pflege zu Hause in Anspruch nehmen zu wollen. Glücklicherweise gibt es vielfältige Betreuungsmöglichkeiten, von stundenweiser Hilfe bis hin zur vollstationären Pflege. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die richtige Betreuungsform für Ihren Angehörigen zu finden und die verfügbaren finanziellen Hilfen zu verstehen.

Die Herausforderung Demenz

Demenz ist eine der häufigsten Erkrankungen im Alter und stellt sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Familien eine große Belastung dar. Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Demenz betroffen. Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Während bei den 70- bis 74-Jährigen nur etwa 4 % betroffen sind, liegt der Anteil bei den 80- bis 84-Jährigen bereits bei 15 %. Bei den über 90-Jährigen ist sogar jeder Zweite oder Dritte betroffen.

Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste Form der Demenz und für etwa 60 % der Demenzerkrankungen weltweit verantwortlich. Sie ist nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, der 1907 erstmals ihre Symptome beschrieb. Obwohl die Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind, weiß man, dass die Kommunikation zwischen Nervenzellen gestört ist und Nervenzellen ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Alzheimer ist eine chronische, nicht ansteckende und nicht heilbare Erkrankung des Gehirns.

Symptome und Verlauf

Die Alzheimer-Krankheit verläuft üblicherweise in drei Stadien. Zu den ersten Symptomen gehört die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. Im fortgeschrittenen Stadium kommen weitere Symptome hinzu: Das Langzeitgedächtnis baut ab, sodass die Erkrankten ihre Familienmitglieder nicht mehr erkennen. Erinnerungen an die eigene Vergangenheit verschwinden. Im dritten Stadium verschlechtert sich auch die körperliche Verfassung.

Neben dem Gedächtnisverlust können auch emotionale und soziale Fähigkeiten abgebaut werden. Sinnestäuschungen und ein starker Bewegungsdrang gehören ebenfalls zu den typischen Symptomen. Aufgrund von Desorientierung und anderen geistigen Einschränkungen können sich Demenzkranke und andere Menschen unbeabsichtigt in Gefahr bringen. Daher ist im Alltag Hilfe bei alltäglichen Dingen wie Essen, Trinken oder Ankleiden notwendig.

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Prävention

Studien haben gezeigt, dass eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung mit frischen Zutaten einer Demenz vorbeugen kann. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Fisch sind empfehlenswerte Zutaten für den Speiseplan, während auf Schweinefleisch, Milchprodukte und besonders fetthaltige Lebensmittel verzichtet werden sollte. Die sogenannte Mittelmeerdiät gilt als besonders geeignet, da italienische, griechische und andere mediterrane Gerichte reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen sind.

Regelmäßige Bewegung bringt nicht nur den Kreislauf und den Stoffwechsel, sondern auch das Gehirn in Schwung. Sport kann das Risiko einer Demenzerkrankung um bis zu 60 % senken. Bewegung regt die Durchblutung an, versorgt das Gehirn besser mit Sauerstoff, senkt den Blutdruck und Cholesterinspiegel und verhindert Übergewicht.

Geistige Aktivitäten regen den Stoffwechsel im Gehirn an und bilden neue Synapsen, welche die Nervenzellen miteinander verbinden. Es ist ratsam, schon in jungen Jahren mit dem Gehirntraining zu beginnen, um im Alter Konzentrations- und Gedächtnisschwächen auszugleichen. Kreative Hobbies wie Stricken oder Sportarten, welche die Koordination fordern, sind empfehlenswert.

Der Austausch mit anderen Menschen trägt dazu bei, das Gehirn fit zu halten. Gespräche tauschen Informationen aus und lösen durch die Wahrnehmung von Mimik, Gestik und Tonfall vielfältige Reize aus. Dies schult das Sprachvermögen, Denken, die Wahrnehmung, Gefühlsempfindung und das Kurzzeitgedächtnis.

Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz

Es gibt verschiedene Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz, die je nach Bedarf und Stadium der Erkrankung in Anspruch genommen werden können.

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Häusliche Betreuung

Viele Menschen mit Demenz wünschen sich, so lange wie möglich in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben. Dies ist oft möglich, wenn Angehörige die Betreuung übernehmen und Unterstützung durch ambulante Dienste erhalten.

Ambulante Pflegedienste

Ambulante Pflegedienste bieten wertvolle Unterstützung bei der Betreuung zu Hause und entlasten pflegende Angehörige im Alltag. Besonders hilfreich sind Pflegedienste, deren Mitarbeitende eine Zusatzqualifikation für Demenz besitzen. Zu den Aufgaben eines ambulanten Pflegedienstes gehören neben der Grundpflege - wie der Unterstützung bei der Körperpflege oder der Medikamentengabe - auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Sie helfen dabei, den Alltag zu strukturieren und die Sicherheit im Haushalt zu gewährleisten.

Stundenweise Betreuung

Eine stundenweise Betreuung bei Demenz kann dabei helfen, eine Struktur aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Solche Angebote bieten flexible Unterstützung, ohne dass Sie Ihren Angehörigen komplett in die Hände Dritter geben müssen. Die stundenweise Betreuung eignet sich ideal, um gezielte Entlastung zu schaffen, während Sie eigene Erledigungen machen, sich ausruhen oder einfach Zeit für sich selbst gewinnen. Seniorenbetreuer sorgen für Entlastung, sei es durch Hilfestellungen im Haushalt, als Seniorenbegleitung zum Einkaufen oder als Unterhaltung im Alltag.

Die Betreuungskräfte helfen bei alltäglichen Aufgaben und bieten Gesellschaft, was besonders für Menschen mit Demenz von unschätzbarem Wert ist. Gemeinsame Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Aufräumen oder Wäsche machen werden gemeinsam erledigt. Ein gemeinsamer Spaziergang an der frischen Luft tut gut und sorgt für Bewegung, die sowohl die körperliche Fitness als auch das Wohlbefinden fördert.

Ein großer Vorteil der stundenweisen Betreuung liegt in ihrer Flexibilität. Sie können die Betreuung ganz nach den Bedürfnissen Ihres Angehörigen und Ihren eigenen Zeitfenstern gestalten. Ab Pflegegrad 1 steht Ihnen der Entlastungsbetrag zur Verfügung, den Sie für Betreuungsleistungen oder Unterstützung im Alltag verwenden können. Ab Pflegegrad 2 besteht zudem die Möglichkeit, Pflegesachleistungen ganz oder teilweise in Unterstützung im Alltag umzuwandeln.

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24-Stunden-Betreuung

Eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung durch Pflegehilfskräfte ermöglicht es Demenzerkrankten, weiterhin in den eigenen vier Wänden zu leben. In den meisten Fällen zieht eine Betreuungskraft aus dem Ausland bei der zu betreuenden Person ein und übernimmt alltägliche Aufgaben wie Hilfe bei der Körperpflege, Kochen und Hausarbeit. Allerdings sind diese Pflegekräfte in den meisten Fällen nicht ausgebildet, weshalb sie keine medizinische Pflege leisten können.

Diese Betreuungsform ist nur sinnvoll, wenn sich die Demenz noch im Anfangsstadium befindet und Angehörige in der Nähe sind, die im Notfall einspringen und die Betreuung unterstützen können. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Betreuungskraft alles alleine schafft - Ihre Unterstützung ist hier unverzichtbar!

Teilstationäre Betreuung

Teilstationäre Betreuung bedeutet, dass die betroffene Person tagsüber in einer spezialisierten Einrichtung betreut wird, während sie weiterhin überwiegend zu Hause lebt. Diese Betreuungsform bietet pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, zeitweise Entlastung zu erfahren, ohne die Verantwortung für die Pflege vollständig abzugeben. Die Möglichkeit der Nachtpflege besteht theoretisch, ist jedoch in der Praxis kaum verfügbar.

Betreuungsgruppen

In Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz steht das Miteinander im Mittelpunkt. Hier können sich Demenzkranke in einem geschützten Rahmen wohlfühlen und an vielfältigen Aktivitäten teilnehmen, die an ihre noch vorhandenen Fähigkeiten anknüpfen. Gedächtnistraining, kreative Projekte und Bewegungsangebote fördern die geistige und körperliche Aktivität und schaffen positive Erlebnisse, die das Selbstwertgefühl stärken. Viele Einrichtungen bieten die Möglichkeit, einen Schnuppertag zu vereinbaren. Nutzen Sie dieses Angebot, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. So können Sie sehen, ob die Gruppenzusammensetzung, die Atmosphäre und die Aktivitäten für Ihren Angehörigen geeignet sind.

Die Aktivitäten - vom gemeinsamen Singen und Spielen bis hin zu alltäglichen Dingen wie dem gemeinsamen Zubereiten und Essen einer Mahlzeit - sprechen die Sinne an und fördern das Gemeinschaftsgefühl. Die Betroffenen haben so die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und sich in einem auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Umfeld aktiv einzubringen. Meist werden die Gruppenbetreuung einmal oder mehrmals pro Woche angeboten.

Tagespflege

Die Tagespflege ist eine teilstationäre Betreuungsform, die der Aktivierung und Rehabilitation durch therapeutische und pflegerische Angebote sowie durch soziale Einbindung und einen strukturierten Tagesablauf dient. Der Besuch einer Tagesstätte wirkt sich meist positiv auf das Wohlbefinden der Kranken aus und entlastet gleichzeitig die pflegenden Angehörigen. In der Regel verfügen die Einrichtungen über einen Fahrdienst, sodass der Hin- und Rücktransport der Gäste problemlos erfolgen kann. Die Anzahl der Tage, an denen der Pflegebedürftige die Tagespflege besucht, bestimmen er und seine Familie. Empfehlenswert sind mindestens zwei Tage wöchentlich, ansonsten können sich die Gäste kaum eingewöhnen. Vor der Aufnahme wird in der Regel ein „Schnuppertag“ vereinbart.

Stationäre Betreuung

Wenn der Zustand eines demenzerkrankten Menschen sich verschlechtert oder herausfordernde Verhaltensweisen wie Aggressionen häufiger auftreten, kann eine speziell auf Demenz ausgerichtete stationäre Pflegeeinrichtung die beste Lösung sein - sowohl für Sie als Angehöriger als auch für die betroffene Person. Diese Demenzpflegeheime oder spezielle Demenzstationen in Pflegeheimen sind so gestaltet, dass sie den Bewohnern sowohl Schutz als auch Orientierung bieten.

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen für Menschen mit Demenz in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft bietet eine ideale Alternative zum klassischen Pflegeheim. In einer solchen Wohngemeinschaft leben etwa sechs bis zwölf Menschen mit Demenz zusammen. Die Betreuung erfolgt ambulant durch einen Pflegedienst, der die medizinische Versorgung sicherstellt und den Alltag der Bewohner koordiniert. Für die Angehörigen bietet diese Wohnform den Vorteil, dass ihr Familienmitglied in einer betreuten Umgebung lebt, ohne in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung umziehen zu müssen. Auch wenn sich Demenzkranke manchmal weniger Unterstützung wünschen, bietet ihnen diese Wohnform dennoch die nötige Sicherheit.

Pflegeheim

Wenn die häusliche Pflege und Betreuung nicht mehr möglich ist, kann ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig werden. Viele Pflegeheime haben spezielle Betreuungsangebote oder auch besondere Wohn- und Pflegebereiche für Menschen mit Demenz geschaffen, damit diese bestmöglich versorgt werden können. Jedes Pflegeheim ist verpflichtet, zusätzliche Betreuungs- und Aktivierungsangebote anzubieten und durchzuführen.

Eine demenzfreundliche Versorgung ist am besten umsetzbar, wenn die Bewohner und Bewohnerinnen in kleinen Gruppen mit festen Pflegekräften leben. Sie sind also in ein soziales Gefüge eingebunden. Innerhalb der Gemeinschaft packen die Heimbewohner entsprechend ihren Möglichkeiten beispielsweise beim Kochen oder Waschen mit an, sofern sie das wünschen. Auch die Raumgestaltung ist besonders: Um einen zentralen Wohn-, Ess- und Kochbereich für alle gruppieren sich meist die Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner. Wohnlichkeit wird großgeschrieben.

Alternative Wohnformen

Neben den klassischen Betreuungsformen gibt es auch alternative Wohnformen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind.

Demenz-Wohngemeinschaften (Demenz-WG)

In Demenz-Wohngemeinschaften (Demenz-WG) teilen sich meist sechs bis zwölf Menschen mit Demenz eine Wohnung. Jedes WG-Mitglied bewohnt darin ein eigenes Zimmer mit eigenen Möbeln. Küche, Wohnzimmer und Bäder nutzen die Mieter gemeinsam. Professionelles Pflegepersonal kümmert sich um die Mieter.

Das Konzept der Demenz-WG bietet die Chance, dass Menschen mit Demenz länger selbstbestimmt leben. Für die Bewohnerinnen und Bewohner kann die Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit zu einer vertrauten Umgebung werden. Die Gruppe ist überschaubar und es kommen stets die gleichen Pflegekräfte und Helfer ins Haus. Außerdem können sich die Angehörigen der Menschen mit Demenz rege am WG-Leben beteiligen. In vielen Wohngemeinschaften ist es sogar ausdrücklich erwünscht, dass sie den Alltag organisieren helfen.

Wohnen auf dem Bauernhof

Ein Bauernhof ist ein idealer Ort für Begegnung. Die ruhige Umgebung und die Begegnung mit Natur und Tier sind optimal, damit Menschen mit Demenz schöne Augenblicke erleben können. In Schleswig-Holstein gibt es bisher 14 Höfe, die unterschiedliche Angebote vorhalten. Ziel ist langfristig, ein flächendeckendes Angebot für Menschen mit Demenz auf Bauernhöfen zu installieren, innovative Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige zu schaffen und Beschäftigung und Betreuung für Menschen mit Demenz zu ermöglichen.

Finanzielle Hilfen

Die Kosten für die Betreuung eines demenzerkrankten Menschen können stark variieren, abhängig von der Betreuungsform und dem individuellen Pflegebedarf. Die Höhe der Kosten wird einerseits durch die Anzahl der Betreuungsstunden und den Pflegebedarf bestimmt, andererseits durch den Pflegegrad, der festlegt, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Generell gilt: Je höher der Pflegegrad, desto mehr finanzielle Unterstützung steht zur Verfügung. Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die je nach Pflegegrad in Anspruch genommen werden können. Dazu gehören Pflegesachleistungen, Pflegegeld, der Entlastungsbetrag und Leistungen für Kurzzeit- oder Verhinderungspflege. Diese Mittel sollen dazu beitragen, die Betreuungskosten zu decken und pflegende Angehörige zu entlasten.

Pflegegrad

Um finanzielle Hilfen der Pflegeversicherung beanspruchen zu können, benötigt die demenzerkrankte Person einen Pflegegrad. Mit dem kostenlosen Pflegegradrechner finden Sie heraus, welcher Pflegegrad Ihrem Angehörigen voraussichtlich zusteht. Oder aber Sie haben die Vermutung, dass sich der Pflegebedarf erhöht hat?

Leistungen der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, die je nach Pflegegrad in Anspruch genommen werden können.

  • Pflegesachleistungen: Wenn die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgt, rechnet dieser die Kosten direkt mit der Pflegeversicherung ab.
  • Pflegegeld: Wenn die Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen erfolgt, erhalten Sie Pflegegeld, das Sie zur Bezahlung der Pflegeperson verwenden können.
  • Entlastungsbetrag: Ab Pflegegrad 1 steht Ihnen ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro zur Verfügung, den Sie für Betreuungsleistungen oder Unterstützung im Alltag verwenden können.
  • Verhinderungspflege: Wenn die pflegende Person verhindert ist, z. B. durch Krankheit oder Urlaub, können Sie Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für eine Ersatzpflegekraft für bis zu 28 Tage im Jahr.
  • Kurzzeitpflege: Wenn eine vorübergehende stationäre Pflege notwendig ist, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt, können Sie Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für bis zu 28 Tage im Jahr.

Weitere finanzielle Hilfen

Reichen die Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, um die Kosten für die Betreuung zu decken, können Sie weitere finanzielle Hilfen beantragen.

  • Sozialhilfe: Wenn Ihr Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, um die Kosten für die Pflege zu decken, können Sie Sozialhilfe beantragen.
  • Wohngeld: Menschen mit Demenz mit niedriger Rente und geringen Ersparnissen können beim Wohnungsamt einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen. Außerdem haben sie eventuell Anspruch auf Wohngeld.

Tipps für den Alltag mit Demenz

Eine gut strukturierte Tagesroutine und ein sicherer Haushalt können den Alltag für Ihren demenzerkrankten Angehörigen und für Sie selbst spürbar erleichtern.

Tagesstruktur schaffen

Eine feste Tagesstruktur gibt Menschen mit Demenz Halt und Orientierung. Wiederkehrende Abläufe - vom gemeinsamen Frühstück bis zum abendlichen Spaziergang - helfen Ihrem Angehörigen, sich besser zurechtzufinden und das Gefühl der Sicherheit zu bewahren. Planen Sie den Tag so, dass es feste Zeiten für Mahlzeiten, Pflege und Aktivitäten gibt. Auch einfache Beschäftigungen wie Basteln, Kochen oder Musikhören können dazu beitragen, den Tag zu gliedern und Ihrem Angehörigen kleine Erfolgserlebnisse zu schenken. Dabei sind Routine und Regelmäßigkeit das A und O.

Sicherheit im Haushalt

Die eigene Wohnung sollte ein sicherer Ort sein - besonders für Menschen mit Demenz, die sich leicht orientierungslos oder verwirrt fühlen können. Überprüfen Sie Ihren Haushalt auf mögliche Gefahrenquellen und treffen Sie präventive Maßnahmen, um Unfälle zu vermeiden. Rutschfeste Teppiche, klare Wege ohne Stolperfallen und gut erreichbare Lichtschalter tragen dazu bei, Stürze zu verhindern. Auch technische Hilfsmittel wie Herdabschaltsicherungen oder Türalarme können helfen, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen.

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