Einführung
Unser Gehirn ist ein komplexes und leistungsstarkes Organ, das Denken, Fühlen, Erinnern und Lernen steuert. Trotz seiner Bedeutung schenken wir ihm oft weniger Aufmerksamkeit als unserem Körper. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Leistung unseres Gehirns entscheidend für ein gesundes und langes Leben ist. Das Buch "Beweg dich und dein Gehirn sagt Danke" von Dr. Manuela Macedonia beleuchtet die positiven Auswirkungen von Bewegung auf unser Gehirn und gibt praktische Tipps, wie wir unser Denkorgan fit halten können.
Die Autorin: Dr. Manuela Macedonia
Dr. Manuela Macedonia ist Neurowissenschaftlerin und promovierte an der Universität Salzburg über die Auswirkungen von Bewegung auf das Gedächtnis. Sie arbeitete am Max-Planck-Institut für Neurowissenschaften in Leipzig zu den Vorteilen des sensomotorischen Lernens und ist derzeit an der Universität Linz tätig. Ihre persönlichen Erfahrungen und Forschungsergebnisse machen das Buch zu einem fundierten und zugleich unterhaltsamen Ratgeber.
Warum Bewegung so wichtig für unser Gehirn ist
Sportliche Kinder sind oft besser in der Schule, und sportliche Menschen haben oft ein besseres Gedächtnis. Dies liegt daran, dass Bewegung zahlreiche positive Auswirkungen auf unser Gehirn hat.
Fördert die Durchblutung und Nährstoffversorgung
Bewegung kurbelt die Durchblutung des Gehirns an, wodurch es besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dies ist wichtig für die Leistungsfähigkeit der Neuronen und die Bildung neuer Synapsen, den Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen.
Regt die Bildung neuer Neuronen an
Sport lässt nicht nur neue Blutgefäße entstehen, sondern regt auch die Bildung neuer Neuronen an, insbesondere im Hippocampus, einer Hirnregion, die für das Gedächtnis und das räumliche Denken wichtig ist.
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Verbessert die Gedächtnisleistung
Regelmäßige Bewegung kann die Gedächtnisleistung verbessern, sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis. Studien haben gezeigt, dass bereits Spaziergänge das Gehirn älterer Menschen positiv beeinflussen können.
Schützt vor Demenz
Bewegung kann das Risiko von Demenzerkrankungen verringern. Sie hilft, das Gehirn vor Schrumpfung und Alterung zu bewahren und die kognitiven Fähigkeiten bis ins hohe Alter zu erhalten.
Wirkt Stress entgegen
Bewegung ist ein effektiver Stresskiller. Sie hilft, Stresshormone abzubauen und die Ausschüttung von Glückshormonen zu fördern. Dies wirkt sich positiv auf die Stimmung und die Konzentrationsfähigkeit aus.
Fördert die Kreativität
Bewegung beflügelt die Kreativität. Beim Spazierengehen, Wandern oder Joggen kommen einem oft die besten Ideen. Dies liegt daran, dass man dabei Hirnregionen entlastet, die Multitasking betreiben, und stattdessen das Ruhezustandsnetzwerk aktiviert.
Die Bedeutung des Hippocampus
Der Hippocampus, eine Struktur im Gehirn, die wie ein Seepferdchen aussieht, spielt eine zentrale Rolle für das Gedächtnis und das räumliche Denken. Er ist unter anderem für das Kurzzeitgedächtnis und das räumliche Gedächtnis zuständig.
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Kurzzeitgedächtnis
Der Hippocampus speichert Informationen kurzfristig, von der ersten Sekunde an bis zu etwa zwei Jahren. Im Laufe dieser Zeit werden die Gedächtnisinhalte an die Gehirnrinde übertragen, wo sie dann ein Leben lang abrufbar bleiben.
Räumliches Gedächtnis
Im Hippocampus befindet sich ein System der Ortskartierung mit sogenannten Platzzellen. Diese Zellen sind für gewisse Punkte im Raum zuständig und helfen uns, uns in neuen Umgebungen zurechtzufinden.
Bewegung in den Alltag integrieren
Um von den positiven Auswirkungen der Bewegung auf das Gehirn zu profitieren, ist es wichtig, regelmäßige Bewegung in den Alltag zu integrieren.
Moderate, tägliche Bewegung
Der beste Einfluss auf ein gesundes Gehirn, das dann auch nicht so schnell altert, ist moderate, möglichst tägliche Bewegung bis ins Alter. Gut sind dabei Ausdauersportarten wie Walken, Joggen oder Radfahren.
Bewegung als Teil des Lebensstils
Manuela Macedonia entdeckte eines Nachmittags einen Forschungsartikel, der genau die fehlenden Informationen lieferte, die sie für ihre eigene Publikation benötigte. Euphorisch markierte sie die Stellen und kritzelte Notizen an den Rand, bis sie merkte, dass der gleiche Artikel mit ähnlichen Notizen versehen schon auf ihrem Schreibtisch lag. Ihr Gedächtnis hatte sie im Stich gelassen! An jenem Tag traf Manuela Macedonia die Entscheidung, ihr Gehirn besser zu behandeln - mit Bewegung.
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Tipps für mehr Bewegung im Alltag
- Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs.
- Gehen Sie kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
- Machen Sie in der Mittagspause einen Spaziergang.
- Integrieren Sie Sport in Ihren Arbeitsweg, zum Beispiel mit dem Fahrrad.
- Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht.
- Verabreden Sie sich mit Freunden zum Sport.
Übergewicht und Gehirnleistung
Übergewicht hat negative Auswirkungen auf die Gehirnleistung. Es wird im Buch in einem extra Kapitel kein Zweifel daran gelassen, wie schlecht Übergewicht für gute Gehirnleistungen ist und weshalb die Erreichung eines Normalgewichtes eine so große Bedeutung hat.