Bewusstlosigkeit bei Parkinson: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Ohnmacht, medizinisch als Synkope bezeichnet, ist ein plötzlicher, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust. Obwohl sie oft harmlos ist, kann sie beängstigend sein und sollte, insbesondere beim ersten Auftreten, ärztlich abgeklärt werden. Bei Menschen mit Parkinson kann Bewusstlosigkeit verschiedene Ursachen haben, die im Folgenden näher beleuchtet werden.

Was ist eine Ohnmacht (Synkope)?

Eine Ohnmacht oder Synkope tritt auf, wenn das Gehirn vorübergehend nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Dies führt zu einem Verlust der Muskelspannung und einer vorübergehenden Ausschaltung der Sinne. Obwohl es dramatisch aussehen kann, erholen sich die Betroffenen meist schnell wieder.

Jeder dritte Mensch erlebt mindestens einmal im Leben eine Ohnmacht. Sie kann in jedem Alter auftreten und verschiedene Ursachen haben.

Arten von Ohnmacht

Es gibt verschiedene Arten von Ohnmacht, darunter:

  • Reflexsynkopen: Diese treten häufig bei jungen, gesunden Menschen auf, oft in bestimmten Situationen wie langem Stehen. Die genauen Ursachen sind unklar, aber es wird vermutet, dass Reflexe gestört sind, die normalerweise Kreislaufprobleme bei Positionswechseln verhindern.
  • Orthostatische Hypotonie: Hierbei kommt es nach dem Aufstehen zu einem Blutdruckabfall. Dies kann durch Flüssigkeitsmangel, bestimmte Medikamente (z. B. Harntreiber, Blutdrucksenker) oder chronische Erkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson begünstigt werden.
  • Kardiale Synkopen: Diese werden durch Herzerkrankungen verursacht, z. B. zu langsamer oder zu schneller Herzschlag. Sie sind gefährlich, da sie mit einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod verbunden sind.

Ursachen von Bewusstlosigkeit bei Parkinson

Bei Parkinson-Patienten kann Bewusstlosigkeit verschiedene Ursachen haben:

Lesen Sie auch: Symptome erkennen: Bewusstlosigkeit und Demenz

  • Orthostatische Hypotonie: Dies ist eine häufige Ursache für Ohnmacht bei Parkinson. Sie tritt auf, wenn der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen plötzlich abfällt. Parkinson selbst kann das vegetative Nervensystem beeinträchtigen, das den Blutdruck reguliert. Zusätzlich können bestimmte Medikamente gegen Parkinson die orthostatische Hypotonie verstärken. Symptome eines Blutdruckabfalls sind Schwindel, Schwächegefühl und Sehstörungen.
  • Medikamente: Einige Parkinson-Medikamente können als Nebenwirkung zu niedrigem Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen führen, was wiederum Ohnmachtsanfälle auslösen kann.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Parkinson-Patienten können auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, die das Risiko für Ohnmacht erhöhen, wie z. B. Herzrhythmusstörungen oder eine Verengung der Herzklappen.
  • Vasovagale Synkope: Wie bei der Allgemeinbevölkerung können auch Parkinson-Patienten von vasovagalen Synkopen betroffen sein, die durch Stress, Angst oder andere Auslöser verursacht werden.
  • Akinetische Krise: In seltenen Fällen kann ein plötzliches Absetzen von Medikamenten oder eine schwere Erkrankung bei Parkinson-Patienten zu einer akinetischen Krise führen, die durch Unbeweglichkeit, Sprach- und Schluckunfähigkeit sowie hohes Fieber gekennzeichnet ist. Dies ist eine lebensbedrohliche Komplikation.

Weitere Symptome bei Parkinson

Neben Bewusstlosigkeit können bei Parkinson eine Reihe weiterer Symptome auftreten, die in motorische und nicht-motorische Symptome unterteilt werden können:

Motorische Symptome:

  • Akinese/Bradykinesie: Fehlende oder verlangsamte und kleine Bewegungen. Dies ist eines der Hauptmerkmale von Parkinson. Betroffene haben Schwierigkeiten, Bewegungen zu starten und auszuführen.
  • Rigor: Steifigkeit der Muskulatur. Die Muskeln fühlen sich steif und unbeweglich an.
  • Tremor: Zittern, meist in Ruhe. Das Zittern tritt typischerweise in Ruhe auf und kann bei Bewegung nachlassen.
  • Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen und erhöhte Sturzgefahr.

Nicht-motorische Symptome:

  • Schlafstörungen: Verschiedene Schlafprobleme, wie z. B. Albträume, Depressionen oder häufiger Harndrang. Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Träume mit Schreien und Um-sich-Schlagen ausgelebt werden, kann ein frühes Symptom sein.
  • Verlust des Geruchssinns: Viele Parkinson-Patienten leiden unter einem Verlust des Geruchssinns.
  • Kognitive Probleme: Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten mit Multitasking oder Konzentrationsprobleme.
  • Depressionen und Angstzustände: Stimmungsveränderungen sind häufige Begleiterscheinungen von Parkinson.
  • Verdauungsprobleme: Verstopfung ist ein häufiges Problem bei Parkinson.
  • Blasenstörungen: Häufiger Harndrang oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen.
  • Schmerzen: Schmerzen und Missempfindungen können auftreten.
  • Apathie: Teilnahmslosigkeit und Interessenverlust.
  • Sprach- und Schluckstörungen: Leise und monotone Sprache, Schwierigkeiten beim Schlucken.
  • ** vegetative Dysfunktion:** Störung der automatischen Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz, Schwitzen und Verdauung.

Diagnose

Die Diagnose von Bewusstlosigkeit bei Parkinson erfordert eine sorgfältige Untersuchung, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln. Dazu gehören:

  • Anamnese: Der Arzt wird nach der Krankengeschichte fragen, einschließlich der Häufigkeit und Art der Ohnmachtsanfälle, der eingenommenen Medikamente und anderer bestehender Erkrankungen.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird den Blutdruck im Liegen und Stehen messen, das Herz und die Lunge abhören und neurologische Tests durchführen.
  • EKG: Ein Elektrokardiogramm kann Herzrhythmusstörungen erkennen.
  • Weitere Tests: Je nach Verdacht können weitere Tests erforderlich sein, wie z. B. ein Kipptischtest, um die Reaktion des Blutdrucks auf Positionswechsel zu untersuchen, oder ein Herzultraschall, um die Herzstruktur zu beurteilen.
  • Neurologische Untersuchung: Um Parkinson und andere neurologische Ursachen auszuschließen oder zu bestätigen.

Behandlung

Die Behandlung von Bewusstlosigkeit bei Parkinson hängt von der Ursache ab:

  • Orthostatische Hypotonie: Maßnahmen zur Erhöhung des Blutdrucks, wie z. B. ausreichend Flüssigkeitszufuhr, erhöhte Salzzufuhr, Tragen von Kompressionsstrümpfen und langsame Positionswechsel. In einigen Fällen können Medikamente zur Erhöhung des Blutdrucks erforderlich sein.
  • Medikamente: Überprüfung und Anpassung der Parkinson-Medikation, um Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Behandlung der zugrunde liegenden Herzerkrankung. Dies kann Medikamente, einen Herzschrittmacher oder andere Eingriffe umfassen.
  • Vasovagale Synkope: Vermeidung von Auslösern wie Stress und Angst. Techniken zur Erhöhung des Blutdrucks bei beginnender Ohnmacht, wie z. B. Anspannen der Muskeln oder Hinlegen mit erhöhten Beinen.
  • Akinetische Krise: Sofortige medizinische Behandlung mit Amantadin-Infusionen oder Apomorphin-Spritzen.

Vorbeugung

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Parkinson-Patienten ergreifen können, um Ohnmachtsanfällen vorzubeugen:

  • Langsame Positionswechsel: Stehen Sie langsam auf, um einen plötzlichen Blutdruckabfall zu vermeiden.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Blutdruck stabil zu halten.
  • Kompressionsstrümpfe: Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, um das Blut in den Beinen zu halten und den Blutdruck zu erhöhen.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann das Herz-Kreislauf-System stärken und den Blutdruck regulieren.
  • Vermeidung von Auslösern: Vermeiden Sie Situationen, die bekanntermaßen Ohnmacht auslösen, wie z. B. langes Stehen, Hitze oder Stress.
  • Medikamentenmanagement: Arbeiten Sie eng mit Ihrem Arzt zusammen, um Ihre Parkinson-Medikation zu optimieren und Nebenwirkungen zu minimieren.

Erste Hilfe bei Ohnmacht

Wenn jemand in Ihrer Nähe ohnmächtig wird, gehen Sie wie folgt vor:

Lesen Sie auch: Epilepsie und Bewusstlosigkeit: Ein Überblick

  1. Bleiben Sie ruhig: Prüfen Sie, ob die Person atmet und ansprechbar ist.
  2. Notruf: Rufen Sie den Rettungsdienst (112).
  3. Bei regelmäßiger Atmung: Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.
  4. Bei Atemstillstand: Beginnen Sie mit der Herzmassage. Drücken Sie 30-mal senkrecht in der Mitte der Brust.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Synkope, insbesondere wenn sie erstmals auftritt oder wenn chronische Erkrankungen vorliegen, sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere für Parkinson-Patienten, da Ohnmachtsanfälle auf Komplikationen im Zusammenhang mit der Krankheit oder ihren Medikamenten hinweisen können.

Lesen Sie auch: Mehr über Epilepsie ohne Bewusstseinsverlust

tags: #bewusstlosigkeit #bei #parkinson