Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von heftigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und anderen Symptomen begleitet wird. Obwohl sie viel Leid verursacht, hat sie sich in der Evolution durchgesetzt. Fachleute rätseln schon lange, warum. Viele Kopfschmerzexperten sind überzeugt, dass das Migränegehirn keineswegs nur Nachteile hat. Eine viel beachtete Veröffentlichung zweier Migräneforscher wirft nun die Frage auf, ob sich dieser Vorteil in der heutigen, hektischen Zeit in einen Nachteil verkehrt und einer natürlichen Selektion unterliegt.
Die Vorteile des Migränegehirns in der Steinzeit
Zu den herausragenden Fähigkeiten des Migränegehirns zählt die sensible Wahrnehmung von Licht, Geräuschen und Gerüchen. Dies könnte für unsere Jäger-und-Sammler-Vorfahren, die in einer gefährlichen Umwelt lebten, von Vorteil gewesen sein. Das empfindlichere Geruchs- und Geschmacksempfinden könnte rechtzeitig auf giftige oder verdorbene Nahrung oder Gefahrstoffe hingewiesen haben. Schließlich konnte in der Steinzeit, ohne Zugang zu Supermärkten, Kühlschränken oder Antibiotika, eine schwere Lebensmittelvergiftung durchaus den Tod bedeuten. Das würde erklären, warum sich das Migränegehirn trotz seiner offensichtlichen Nachteile evolutionär durchgesetzt hat. In Deutschland etwa leiden schätzungsweise bis zu 15 Prozent unter der erblich bedingten Kopfschmerzerkrankung.
Möglicherweise wogen die Nachteile in früher Zeit auch nicht so schwer. Denn was heutzutage Attacken begünstigt, kannten unsere Vorfahren kaum: Reizüberflutung, Dauerstress und grelles Kunstlicht zum Beispiel. Höchstwahrscheinlich war der Lebensrhythmus gleichmäßiger und von den Zyklen der Natur, Sonnenauf- und Sonnenuntergängen vorgegeben. Insbesondere Frauen hatten zudem weniger unter zyklusbedingten Kopfschmerzen zu leiden, da sie häufiger schwanger waren und länger gestillt haben. "Beides schützt vor Migräne", schreibt Hartmut Göbel, Leiter der Kopfschmerzklinik Kiel, auf seinem Instagram-Account. Das Menopausenalter könnten viele gar nicht erreicht haben, sodass es evolutionär kaum eine Rolle spielte.
Die Hypothese: Migräne als evolutionärer Nachteil in der Moderne
Seit der Steinzeit hat sich die Welt grundlegend gewandelt. In einer bunten, lauten Großstadtumgebung, in der alle ständig auf Empfang sind, sich zwischen Kinderbetreuung, Haushalt, Freizeitstress abhetzen oder drei Bildschirme im lauten Großraumbüro gleichzeitig bespielen, ist das Migränegehirn oft überfordert. Genau das fällt vielen Migränikern schwer, weil ihr Gehirn gerade darauf gepolt ist, möglichst viele Reize wahrzunehmen.
Die Migräneforscher Marco Lisicki und Jean Schoenen von der Universität Córdoba in Argentinien stellten in einem Artikel in der Fachzeitschrift "Cephalalgia" nun die Hypothese auf, dass das Migränegehirn heutzutage evolutionär eher von Nachteil ist. Sie vermuten sogar, dass seine Verbreitung in manchen Ländern bereits zurückgeht. Um ihren Ansatz zu untermauern, stellten sie eine einfache Berechnung an: Sie setzten für 38 ausgewählte Länder den Biological State Index (BSI) ins Verhältnis zur Migränehäufigkeit. Der BSI gibt im Wesentlichen an, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Mensch in einem Land das gebärfähige Alter erreicht und Nachkommen zeugt. Biologisch gesprochen ist der BSI ein Maß für den Selektionsdruck, dem eine Population unterliegt.
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Nach eigenen Angaben zeigte die Berechnung der beiden Forscher tatsächlich einen signifikant Zusammenhang zwischen einer erhöhten Sterblichkeit und geringer Migränehäufigkeit. Als Beispiele nennt Studienautor Marco Lisicki Peru, Tansania, Nigeria und Äthiopien. Die Forscher schließen daraus, dass es Migräniker in Ländern, in denen die Lebensverhältnisse und die medizinische Versorgung über Jahrzehnte unterdurchschnittlich waren, schwerer hatten, Partner zu finden und Kinder zu zeugen als in hochentwickelteren Ländern. In der Folge sei die erblich bedingte Migränehäufigkeit in diesen Ländern insgesamt schleichend zurückgegangen. Eine Art natürliche Selektion habe stattgefunden - zu Ungunsten von Migränegenen.
Kritik an der Hypothese
Allerdings sind weder der BSI noch Statistiken zur Migränehäufigkeit besonders verlässlich. Der BSI ist ein grobes Maß, das sich durch medizinischen und zivilisatorischen Fortschritt rasch verändert, teils binnen einer Generation. Und die Angaben zur Migränehäufigkeit für Nigeria beispielsweise liegen je nach Erhebung zwischen 5,3 und 16 Prozent. Lisicki räumt zudem selbst ein, dass es für die ungleiche Verteilung der Migränehäufigkeit weltweit auch eine alternative Erklärung geben könnte: Schon länger ist bekannt, dass unter anderem eine Mutation in einem Gen namens TRPM8 unseren afrikanischen Vorfahren womöglich die Anpassung an kalte Lebensräume ermöglicht hat. So konnten diese Europa und weite Teile Nordasiens besiedeln. 2017 untersuchten Forschende um den Evolutionsgenetiker Felix Key vom Max Planck für Infektionsbiologie, wie sich die Mutation weltweit verteilt. Sie stellten fest, dass in Afrika zum Teil nur fünf Prozent der Menschen die Genvariante in sich tragen, während es in Finnland bis zu 88 Prozent sind. Diese Verteilung der Genvariante, schreiben die Autoren, korreliere stark mit der dortigen Migränehäufigkeit. So seien Europäer und deren Nachfahren deutlich stärker betroffen als afrikanischstämmige Menschen. Sie schließen daraus, dass sich die Genvariante in den letzten 25.000 Jahren in kalten Klimazonen durchgesetzt haben könnte, weil sie einen Selektionsvorteil bot.
Migräne als Belastung in der modernen Welt
Ganz gleich, ob die sensiblere Wahrnehmung, die Kälteanpassung oder beides dem Migränegehirn einst den Durchbruch verschafften, die meisten Betroffenen dürften die Abweichung heutzutage eher als Belastung denn als Bonus empfinden. Auch wenn Migränikern mitunter besondere kognitive Fähigkeiten zugeschrieben werden, überwiegen in vielen Fällen doch die Nachteile im Alltag. In Westeuropa gilt Migräne sogar als die am schwersten belastende neurologische Erkrankung, noch vor Schlaganfall oder Demenz.
Die Migräneerkrankung besteht aus mehr als nur Kopfschmerzen, häufig kommen noch einen Tag später Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit hinzu. Steigt die Anzahl der Ausfalltage weiter an, sind einige Betroffene auch nicht mehr in der Lage, eine Berufstätigkeit auszuüben.
Leben mit Migräne: Tipps für Betroffene
Lisicki rät: "Versuchen Sie mehr wie Ihre Vorfahren zu leben!" Das bedeute zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung, viel Obst und Gemüse, wenig Zucker, Weißmehl und Hochverarbeitetes. Außerdem regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und so viel Reizreduktion wie möglich. So hat es übrigens schon Charles Darwin gehalten, der Begründer der Evolutionstheorie. Er litt wohl selbst unter Migräne und zog sich häufig zum Studium zurück. Offizielle Dinner und Ausschüsse mied er konsequent, wenn sie ihn nicht interessierten. Auch war er wohl äußerst wählerisch, was und wem er seine Aufmerksamkeit schenkte. Manchmal ruhte er sich stundenlang auf dem Sofa aus und widmete sich nur seinen Gedanken.
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Umgang mit der Erkrankung
Wenn Arbeiten unmöglich wird, kann die Migräne massiven Einfluss auf das alltägliche Leben der Betroffenen haben. Man hat so gut wie kein Arbeitsleben und kann durch die Migräne bisher noch nicht wirklich Karriere machen. Im handwerklichen und veranstaltungskaufmännischen Bereich könne man nicht auf einmal ausfallen.
Nicht immer reagiert das persönliche Umfeld empathisch. Es kann vorkommen, dass man Sprüche zu hören bekommt wie: Reiß dich mal zusammen, sei ein Mann. Dass man zu schwach wäre, zu empfindlich und nicht belastbar. Seine Migräne werde von einigen als Frauenkrankheit abgetan. Als Mann daran erkrankt zu sein, werde als Schwäche angesehen. Tatsächlich seien Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, bestätigt Dr. med. Gaul. "Jedoch leiden auch viele Männer an Migräne.
Wenn keine direkten Auslöser erkennbar sind, ist es schwierig, einer Attacke vorzubeugen. Stattdessen begannen einige Betroffene mit Physiotherapie, um gegen die Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu arbeiten. Bereits nach der zweiten Sitzung sei es deutlich besser gewesen. Auch Katharina lebt inzwischen ganz gut mit der Krankheit. Manchmal kündigt sich die Migräne bereits drei Tage im Voraus mit leichten Kopfschmerzen an. Dann achtet sie darauf, bestimmte Trigger wie etwa Alkohol oder Stress zu vermeiden. "Ich lege mich für zwei bis drei Stunden auf mein Bett und höre Entspannungsmusik", erzählt sie.
Was nicht-Betroffene tun können
Migräne zwingt die Erkrankten dazu, sich zurückzuziehen. Sie sagen lang geplante Verabredungen plötzlich ab, sind manchmal tagelang nicht zu erreichen und melden sich auf der Arbeit öfters krank. Die Migräne gelte in Teilen der Bevölkerung immer noch als Erkrankung, die nicht ernst genommen wird, kritisiert auch Dr. med. Gaul. "Dies ist nicht gerechtfertigt", sagt der Mediziner, "die Migräne wird heute als biologisch determinierte Erkrankung des Gehirns verstanden, bei der jedoch psychosoziale Stressoren wie Arbeitsplatz, Familie und näheres Umfeld eine erhebliche Rolle auf die Häufigkeit der Attacken nehmen. Edgar würde sich wünschen, dass Menschen ohne Migräne einfach gar nichts dazu sagen. Es hinnehmen, ohne zu bewerten. Weder Mitleid noch Unglaube ausdrücken. Er sieht es pragmatisch: "Es kann einem eh keiner helfen, da ist man alleine mit." Ihm helfe vor allem, etwas zu haben, für das er gerne morgens aufsteht. Dass die Migräne wie jede andere Krankheit auch angesehen wird, sei eigentlich am besten, meint Katharina. Einfach akzeptieren, dass jemand wegen Migräne nicht kommen kann. Wenn sie jetzt noch gelegentlich Attacken kriegt, kommt ein guter Freund vorbei und pflegt sie. "Es ist so toll, wenn es vorbei ist, ich fühle mich dann richtig euphorisch und unfassbar glücklich, als hätte ich einen Kampf gewonnen.
Mythen rund um die Migräne
Um die Migräne ranken sich viele Mythen. Hier eine Auswahl:
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- Mythos 1: Es ist alles psychisch: Die Migräne ist eine biologisch bedingte, meist vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns. Es gibt eine ausgeprägte genetische Komponente, und in der Zwischenzeit sind über 35 Gene identifiziert, die mit einer Migräne assoziiert sind.
- Mythos 2: Männer und Kinder haben keine Migräne: Frauen sind zwar häufiger betroffen, aber auch Männer und Kinder können an Migräne leiden.
- Mythos 3: Meine Wechseljahre sind vorüber, aber die Migräne bleibt: Bei 80 Prozent aller Frauen verschwindet die Migräne in den zehn Jahren nach den Wechseljahren. Bei den übrigen Frauen kann es jedoch auch bis ins hohe Alter noch zu Migräneattacken kommen.
- Mythos 4: Migräne kommt von der Halswirbelsäule: Die in der Prodromalphase verspürten Nackenschmerzen kommen durch eine Veränderung der zentralen Schmerzschwelle zu Beginn einer Migräneattacke zustande. Sie haben nichts mit Funktionsstörungen der Halswirbelsäule zu tun.
- Mythos 5: Migräne kommt vom Wetter: Ein möglicher Trigger ist tatsächlich ein Wetterwechsel. Andere wichtige Trigger sind beispielsweise die Periode bei Frauen, Veränderungen des Schlaf-wach-Rhythmus, Stress und Stressabfall, unregelmäßige Nahrungsaufnahme und Alkoholgenuss.
- Mythos 6: Migräne kommt von der Depression, sagt der Psychiater: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Depression und Migräne. Wesentlich hier ist, dass der behandelnde Arzt beide Krankheiten erkennt und gemeinsam behandelt.
- Mythos 7: Nach den Sehstörungen folgt der Schlaganfall: Frauen mit schwerer Migräne mit Aura haben tatsächlich ein minimal erhöhtes Schlaganfallrisiko. Das Risiko ist allerdings nur bei den Frauen erhöht, die zusätzliche Risikofaktoren für vaskuläre Erkrankungen wie Bluthochdruck, Zucker, Cholesterin oder Nikotinmissbrauch ausweisen.
- Mythos 8: Ich habe Migräne: Ich brauche eine Kernspintomographie: In aller Regel ist die Kernspintomographie bei Patienten mit Migräne normal. Der behandelnde Arzt wird nur dann eine Kernspintomographie veranlassen, wenn er Zweifel daran hat, dass die Kopfschmerzen wirklich durch eine Migräne bedingt sind.
- Mythos 9: Migräneattacke - Aspirin hilft bei mir nicht!: Leichte bis mittelgradige Migräneattacken können tatsächlich relativ gut mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) behandelt werden. Gleich wirksam sind andere Schmerzmittel wie beispielsweise Ibuprofen. Paracetamol ist weniger wirksam.
- Mythos 10: Mein Hausarzt sagt, Triptane sind gefährlich: Triptane sind spezifische Migränemittel, die dann zum Einsatz kommen, wenn klassische Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen nicht ausreichend wirksam sind. Aufgrund der Tatsache, dass Triptane Gefäße verengen, sollten sie nicht bei Patienten zum Einsatz kommen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, die unter Angina Pectoris leiden oder einen Schlaganfall hatten.
- Mythos 11: Vorbeugung der Migräne geht nur mit Medikamenten: Wirksam sind hier regelmäßiger Ausdauersport, Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Yoga, Krankengymnastik und Physiotherapie sowie Stressbewältigung. Die Kombination von nichtmedikamentöser und medikamentöser Therapie ist wirksamer als jede Methode alleine.
- Mythos 12: Mein Heilpraktiker verspricht: Ich heile Ihre Migräne: Die Migräne ist eine genetisch bedingte Erkrankung und kann daher nicht geheilt werden. Sie hat allerdings im Laufe des Lebens einen unvorhersehbaren Verlauf, und es kann durchaus längere Phasen im Leben geben, in denen die Migräne spontan besser oder schlechter wird.
- Mythos 13: Botox hilft generell bei Kopfschmerzen: Die Studien zeigten, dass Botulinumtoxin nur bei der sogenannten chronischen Migräne wirksam ist. Chronische Migräne bedeutet, dass die betroffenen Patienten an mehr als 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen haben, von denen mindestens acht Tage Charakteristika einer Migräneattacke mit pulsierend-pochenden Kopfschmerzen und Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Lichtscheu und Wärmeempfindlichkeit erfüllen müssen.
- Mythos 14: Mein Chirurg sagt, er kann die Migräne wegoperieren: Bei vielen chronischen Krankheiten in der Medizin gibt es einen sehr ausgepr…
Die Migräne als Ergebnis eines evolutionären "Deals"?
Die Mechanismen der Evolution konnten gegen diese neue Leidensentwicklung bisher noch nicht wirksam werden, weil die Evolution eine langwierige Angelegenheit ist - aus unserer Sicht. Die Migräne als Krankheitsbild könnte Ergebnis eines „Deals“ der Evolution sein. Potenziell, aber nicht dauerhaft oder stark schädigende Gene wie die der Migräne könnten deshalb persistieren und im Genom behalten werden, weil einige Vorteile, die mit ihnen einhergehen, groß genug sind, um einen übergeordneten Nutzen zu haben. Die Sicherung der Hirndurchblutung oder der Schutz vor Toxinen beispielsweise können das Individuum vor Gefahren bewahren, die im schlimmsten Fall zu dessen Tod führen. Der ‚Begleitumstand‘ Migräne erscheint dann im Vergleich als weniger bedeutsam, der „Preis“ des Migräneleids ist also aus Sicht der Evolution angesichts dieser Vorteile gerechtfertigt. Nach allem, was wir heute wissen, kann man sagen: Die genetische Veranlagung zur Migräne gibt es bis heute, weil sie in der evolutionären „Kosten-Nutzen-Abwägung“ weiterhin als hinnehmbar gilt: Sie geht mit Selektionsvorteilen einher, die bei anderen wichtigen Aspekten in der Menschheitsentwicklung von Nutzen waren, und möglicherweise heute noch sind.
Die Rolle von Histamin und Tyramin
Histamin ist ein natürlicher Stoff, der unter anderem als Signalüberträger oder Neurotransmitter im Gehirn und an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Bei einigen Personen ist der Abbau von Histamin gestört, das heißt, sie haben eine Histaminintoleranz. Weiterhin gilt Tyramin - ein Neurotransmitter - als Trigger.
Was sollten Betroffene beachten?
Zunächst macht es Sinn, die Ursache oder die sogenannten Triggerfaktoren zu erkennen. Helfen kann dabei das Führen eines Kopfschmerztagebuches. Hier sollte dokumentiert werden, wie häufig und wie stark die Attacken in einem bestimmten Zeitraum auftauchen. Ebenfalls vermerken sollten Sie die Ernährungsweise oder auch andere Faktoren des Alltages, die sich als Auslöser ausmachen lassen. So lassen sich ganz persönliche Nahrungsmittel feststellen, auf die verzichtet werden sollte. Jeder Betroffene entwickelt demnach seine spezielle „Migränediät“. Bedacht werden sollte angesichts dessen, dass zwischen der Aufnahme des Nahrungsmittels und einer Attacke häufig mehrere Stunden liegen können oder auch ein ganzer Tag. Selbst, wenn bestimmte Nahrungsmittel als Triggerfaktoren erkannt wurden, kommt es immer wieder vor, dass diese dennoch vertragen werden können, wenn keine weiteren Störfaktoren hinzukommen. Eine Vielzahl an Störfaktoren kann ebenfalls einen Anfall provozieren. So kann es sein, dass Sie das Glas Sekt an einem Tag gut vertragen, an anderen jedoch mit Migräne zu kämpfen haben. Eine Umstellung der Ernährung ist nur dann sinnvoll, wenn bestimmte Nahrungsmittel eindeutig als Auslöser identifiziert wurden. Weiterhin kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei der Vorbeugung gegen Migräne unterstützend wirken. Besonders empfohlen werden Magnesium, L-Carnitin, L-Tryptophan und B-Vitamine wie Niacin und Riboflavin. Enthalten sind diese Mikronährstoffe z. B. Überprüfen Sie Ihre Ernährung und vermeiden Sie jedes Zuviel an Fett, Süßigkeiten, Zitrusfrüchten, Kaffee, Alkohol und Nikotin. Essen Sie regelmäßig und gesund. Lernen Sie, „Nein“ zu sagen, und überfordern Sie sich nicht. Sie sind mit Ihrer Krankheit nicht allein. Eine Heilfasten-Kur kann Betroffenen helfen.
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