Migräne und Blähungen: Ursachen und Zusammenhänge

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit mehr als nur "Kopfschmerzen" bedeutet. Sie beeinträchtigt das Leben der Betroffenen erheblich. Häufig treten Begleiterkrankungen auf, sogenannte Komorbiditäten, die eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlung erfordern.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die typischerweise mit anfallsartigen Kopfschmerzen einhergeht. Diese Kopfschmerzen sind oft von weiteren Symptomen begleitet, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können. Laut Definition äußert sich Migräne in anfallsartigen Kopfschmerzen, die in unregelmäßigen Abständen auftreten. Meist sind die Schmerzen während der Migräne nur auf einer Kopfseite lokalisiert und deutlich stärker als herkömmliche Kopfschmerzen.

In Deutschland sind etwa zwölf bis 14 Prozent aller Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer von Migräne betroffen. Auch Kinder leiden unter Migräneattacken, wobei vier bis fünf Prozent der Klein- und Schulkinder bis zur Pubertät betroffen sind. Bei Frauen treten die ersten Migräneanfälle meist zwischen dem zwölften und 16. Lebensjahr auf, bei Männern zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr. Die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken nehmen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr zu. Ab dem 55. Lebensjahr nehmen sie in der Regel wieder ab.

Formen der Migräne

Es gibt verschiedene Formen von Migräne, darunter:

  • Einfache Migräne (Migräne ohne Aura): Diese Form zeichnet sich durch mäßige bis starke, einseitige Kopfschmerzen aus, die von einem pulsierenden, pochenden oder hämmernden Schmerz begleitet werden, der sich bei körperlicher Aktivität verstärkt. Zudem besteht eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen. Schwindel, das Sehen von Lichtblitzen und eigenartigen Formen können ebenfalls auftreten.
  • Klassische Migräne (Migräne mit Aura): Zusätzlich zu den Kopfschmerzen treten neurologische Defizite auf, die sich meist als Vorboten eines Migräneanfalls in Form von Sehstörungen wie Lichtblitzen äußern. Diese werden in der Neurologie als Aura oder Migräneaura bezeichnet. Der halbseitige Kopfschmerz kann mit Rötungen im Gesicht einhergehen und durch eine temporäre Störung der Zirkulation in den Blutgefäßen erklärt werden.
  • Komplizierte Migräne (Migraine accompagnée): Diese Form ist durch lange neurologische Störungen im Vergleich zur Migräne mit Aura gekennzeichnet. Die Vorboten können den jeweiligen Migräneanfall auch überdauern. Zu dieser Kategorie gehören Unterformen wie die hemiplegische Migräne, die Basilaris-Migräne sowie die ophthalmoplegische Migräne. Die Symptome reichen von leichten Lähmungserscheinungen über Gang- und Sehstörungen bis hin zu Sprachverlust oder Sprachstörungen.
  • Migräne der Augen (okulare Migräne): Diese Form verursacht Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze oder vorübergehenden Sehverlust, oft ohne Kopfschmerzen.
  • Menstruelle Migräne: Diese Migräne steht in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus und tritt oft kurz vor oder während der Menstruation auf.
  • Abdominelle Migräne: Diese Form tritt hauptsächlich bei Kindern auf und ist durch wiederkehrende Bauchschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet, oft ohne Kopfschmerzen.
  • Hemiplegische Migräne: Diese seltene und schwere Form der Migräne kann vorübergehende Lähmungen auf einer Körperseite (Hemiplegie) verursachen.
  • Migräne mit Hirnstammaura (früher als Basilaris-Migräne bekannt): Bei dieser seltenen Form treten Symptome wie Schwindel, Sprachstörungen, Doppelbilder und Bewusstseinsveränderungen auf, die auf den Hirnstamm zurückzuführen sind.
  • Vestibuläre Migräne: Bei dieser Form sind Schwindel und Gleichgewichtsstörungen die Hauptsymptome, oft begleitet von den klassischen Migränekopfschmerzen.
  • Stille Migräne: Hier verspüren Betroffene begleitende Migränesymptome ohne die eigentliche Migräneattacke.

Symptome der Migräne

Vor einer Attacke leiden Betroffene oft an ersten Anzeichen einer Migräne, die wenige Stunden oder schon einen Tag zuvor auftreten können. Symptome sind Hochstimmungen, das Gefühl, besonders leistungsfähig zu sein sowie Gereiztheit und depressive Verstimmungen. Die Aura geht den starken Kopfschmerzen einer Migräne direkt voraus und entwickelt sich in einem Zeitraum von fünf bis zehn Minuten. Dabei dauern die Symptome der Auraphase etwa 15 bis 30 Minuten an und äußern sich durch Sehstörungen wie etwa Lichtblitze, blinde Flecken im Sehfeld, Doppelbilder, Schwäche, Schwindel, Taubheit, Kribbeln in Gliedmaßen oder Gangunsicherheit.

Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Unterleibskrämpfen und Blähungen

In der Regel setzen die Kopfschmerzen nach der Aura ein. Dennoch können sich Migräneaura und der Migräneanfall überschneiden oder der Kopfschmerz bleibt völlig aus. Bei der eigentlichen Migräne treten die pochenden Schmerzen einseitig auf und verschlimmern sich durch körperliche Tätigkeiten. Je nach Migräneform und ihrer Schwere wird Migräne von vegetativen Störungen wie Schwindel oder Benommenheit oder neurologischen Störungen wie Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln begleitet. Die letzte Phase ähnelt in Bezug auf die Symptome der Prodromalphase.

Ein Migräneanfall kann wenige Stunden bis mehrere Tage andauern und mit schweren Symptomen einhergehen, die das private und berufliche Leben sehr einschränken können.

Ursachen und Auslöser

Für Migräne besteht generell eine genetische Veranlagung. Bei Menschen mit bestehender Veranlagung können folgende Auslöser für Migräne verantwortlich sein:

  • Schlafüberschuss oder Schlafmangel
  • Hunger oder Unterzuckerung
  • Hormonumstellungen wie während des Zyklus oder bei Einnahme der Anti-Baby-Pille
  • Körperlicher oder psychischer Stress
  • Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol
  • Licht, Geräusche oder Gerüche
  • Wetterveränderungen
  • Starke Emotionen
  • Bestimmte Medikamente
  • Räume, in denen geraucht wird

Bei Migräne handelt es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut und ihrer Blutgefäße. Während eines Migräneanfalls funktionieren die schmerzregulierenden Systeme fehlerhaft und machen Betroffene überempfindlich gegenüber Reizen. Zudem haben die Botenstoffe des Gehirns (Neurotransmitter) Einfluss auf den Migränekopfschmerz. Welche Ursachen Anfälle von Migräne auslösen, ist letztendlich abhängig von der jeweiligen Person.

Migräne und Magen-Darm-Beschwerden: Ein möglicher Zusammenhang

Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die oft mit anderen Beschwerden einhergeht. Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen können Begleitsymptome von Migräneattacken sein. Zusätzlich ist oft die Muskulatur des Magens in ihrer Beweglichkeit gestört und damit die Fortbewegung des Speisebreis. Zudem kommt es während einer Migräne-Attacke oft zu einer verzögerten Magenentleerung und zu Darmträgheit.

Lesen Sie auch: Hilfe bei Blähungen ohne Rezept

Eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab, dass Migräne-Betroffene eine bis zu 42% höhere Prävalenz haben, zusätzlich an einem Reizdarmsyndrom (RDS) zu erkranken. Es wird vermutet, dass sowohl Migräne als auch das Reizdarmsyndrom neurologische Störungen sind, die durch eine gestörte Regulation des zentralen Nervensystems verursacht werden. Forschende nehmen an, dass bestimmte genetische, hormonelle, entzündliche und psychologische Faktoren sowohl Migräne als auch das Reizdarmsyndrom beeinflussen können. Obwohl der genaue Zusammenhang noch nicht vollständig verstanden ist, scheint es also eine Verbindung zwischen dem Reizdarmsyndrom und Migräne zu geben.

Reizdarmsyndrom (RDS)

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Störung des Darms, bei der Symptome wie Bauchschmerzen und Krämpfe auftreten, ohne dass eine nachweisbare Ursache vorliegt. In Europa leiden circa 7,1% der Bevölkerung am Reizdarmsyndrom, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Die häufigsten Symptome des Reizdarmsyndroms sind:

  • Bauchschmerzen und Krämpfe: oft krampfartige Schmerzen im Bauchbereich, die in der Regel nach dem Stuhlgang gelindert werden.
  • Veränderungen des Stuhlgangs, wie Durchfall, Verstopfung oder eine abwechselnde Kombination von beidem. Der Stuhlgang kann auch von einer unvollständigen Entleerung oder einem Gefühl von Dringlichkeit begleitet sein.
  • Blähungen und aufgeblähter Bauch: Viele Menschen mit Reizdarmsyndrom leiden unter verstärkter Gasbildung und einem aufgeblähten Bauch.

Darüber hinaus berichten RDS-Betroffene von einer generellen Überlastung, Myalgien (Schmerzen in der Muskulatur) oder Harndrang.

Ursachen für Migräne & Reizdarmsyndrom

Die Ursachen für das Reizdarmsyndrom scheinen ähnlich wie bei der Migräne komplex zu sein und sind nicht abschließend geklärt. Diskutiert wird eine Kombination aus Genetik, gestörtem Serotonin-Stoffwechsel, gestörter Darmflora und Zuckerstoffwechsel sowie psychosozialen Faktoren. Antibiotika, schwere Magen-Darm-Infekte und ein gestörter Zuckerstoffwechsel können beispielsweise das Mikrobiom (die Gesamtheit unserer Darmbakterien: die Darmflora) durcheinanderbringen und sie langanhaltend schädigen. Dadurch wird die Darmschleimhaut „löcherig“ (Leaky-Gut-Syndrom) und somit leichter durchlässig für Giftstoffe und Krankheitserreger. RDS-Betroffene haben daher häufig mehr Abwehrzellen und entzündungsfördernde Botenstoffe im Darm, was wiederrum den Darm reizt. Das „Leaky-Gut-Syndrom“ und das Mikrobiom werden auch als Einfluss auf die Migräne diskutiert.

Lesen Sie auch: Magen-Darm-Beschwerden verstehen

Blähungen als Symptom

Blähungen können sowohl bei Migräne als auch beim Reizdarmsyndrom auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Die Ursachen für Blähungen können vielfältig sein:

  • Veränderte Darmmotilität: Sowohl bei Migräne als auch beim RDS kann die Darmbewegung gestört sein, was zu einer Ansammlung von Gasen im Darm führen kann.
  • Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel können die Gasbildung im Darm fördern. Dazu gehören beispielsweise blähende Gemüsesorten wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln, aber auch zuckerhaltige Lebensmittel oder künstliche Süßstoffe.
  • Darmflora: Eine gestörte Darmflora kann ebenfalls zu Blähungen führen. Bestimmte Bakterien produzieren bei der Zersetzung von Nahrungsresten vermehrt Gase.
  • Stress: Stress kann sich negativ auf die Verdauung auswirken und Blähungen verursachen.

Therapieansätze bei Migräne und Reizdarmsyndrom

Auch wenn Migräne eine nicht heilbare Krankheit ist, lässt sie sich mit Medikamenten gut behandeln. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Medikamenten für akute Migräne und zur Rückfallprophylaxe. Für eine erfolgreiche Medikation muss die Therapie zu Beginn der Migräne angewandt werden. Laut deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist eine schrittweise und für den Bedarf gerechte Medikation vorgesehen. Dabei gibt es gegen Übelkeit und Erbrechen ein Antiemetikum, während bei Schmerzen Analgetika, Triptane oder Cortison eingesetzt werden können. Allerdings sollten Triptane erst nach Abklingen der Aura und beim beginnenden Migränekopfschmerz angewandt werden.

Es gibt verschiedene Therapieansätze für Migräne & Reizdarmsyndrom, die auf einer Kombination aus Lebensstiländerungen, Ernährungsumstellungen und medikamentöser Behandlung basieren. Die gute Nachricht für Migräne- & Reizdarmsyndrom-Betroffene: Einige Therapieansätze ähneln sich und führen generell zu einem gesünderen Lebensstil wie z.B.

  • Kognitive Verhaltenstherapie (zum Erlernen eines besseren Umgangs mit den stark einschränkenden Erkrankungen)
  • Stressreduktion durch Entspannungsverfahren oder Meditation
  • Regelmäßige Bewegung wie z.B. moderater Ausdauersport
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr (ca. 1,5 bis 2 Liter stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees)
  • Eine gesunde Ernährung mit frischen Lebensmitteln, die wenig verarbeitet sind
  • Unterstützung der Darmflora (direkt/indirekt)

Ernährungstipps

  • Vollwertige und ausgewogene Ernährung: Eine vollwertige und ausgewogene Ernährungs- sowie Lebensweise wirken sich positiv auf den gesamten Organismus aus und sind ebenso bei Migräne empfehlenswert.
  • Nahrungsmittel-Trigger identifizieren: Patientinnen und Patienten können anhand eines Anfallstagebuchs Schlüsse ziehen, wodurch ihre Migräne entsteht. Davon ausgehend können sie ggf. ihren Lebensstil verändern und dadurch langfristig Migräneanfälle senken. Stark tyramin- und histaminhaltigen Lebensmittel wird nachgesagt, dass sie Migräneattacken auslösen können. Demnach sollten Sie - wenn diese Lebensmittel bei Ihnen zu den auslösenden Faktoren zählen -vor allem lang gelagerte oder gereifte Speisen, wie beispielsweise Käse, Salami und Schinken oder Sauerkraut, vermeiden. Gleiches gilt für Getränke wie Sekt, Wein oder Bier. Auch Koffein, bestimmte Eiweißstoffe in Milchprodukten, Konservierungsstoffe in Fertiggerichten oder der Geschmacksverstärker Glutamat konnten in Zusammenhang mit Migräneattacken gebracht werden.
  • Magnesium und Omega-3-Fettsäuren: Hingegen werden Magnesium und Omega-3-Fettsäuren nachgesagt, dass sie sich positiv auf Migräne auswirken können. Während Magnesium an allen energieerzeugenden Enzymreaktionen im Körper beteiligt ist, hemmen Omega-3-Fettsäuren unter anderem Entzündungsreaktionen. Aufgrund dessen gehen Wissenschaftler davon aus, dass diese vermutlich auch an Migräne beteiligt sein könnten. Geeignete Lebensmittel mit reichlich Omega-3-Fettsäuren ist Fisch sowie Lein-, Walnuss- und Rapsöl. Eine große Menge an Magnesium enthalten Nüsse, Hülsenfrüchte oder Getreidekeime.
  • Unterstützung der Darmflora: RDS- sowie auch Migräne-Betroffene können ihre Darmflora mit Probiotika (Mikroorganismen) und Präbiotika (Ballaststoffe, die den Mikroorganismen als Nahrung dienen) in Form von Tabletten, Kapseln, Trinklösungen oder/und Nahrungsmitteln unterstützen. Pro- und Präbiotika kombiniert können das Wachstum und die Vielfalt des Darmmikrobioms (also die Gesamtheit aller Darmbakterien) fördern. Probiotische Bakterien müssen jedoch nicht in Kapseln eingenommen werden, sie finden sich auch in fermentiertem Gemüse wie z.B. frischem Sauerkraut, Kefir, Joghurt oder Brottrunk. Präbiotisch wirken z.B. Flohsamenschalen oder Leinsamen.
  • Niedrig-glykämische Ernährung: Neuere Studien legen nahe, dass unser Zuckerstoffwechsel und insbesondere starke Blutzuckerschwankungen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Migräne-Attacken spielen und dass eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, eine effektive Migräneprophylaxe sein kann.
  • FODMAP-reduzierte Ernährung: RDS-Betroffenen wird zudem eine spezielle Form der Ernährung empfohlen: die FODMAP-reduzierte Ernährung. FODMAP ist die englische Abkürzung für Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide And Polyole. Damit sind alle fermentierbare, also vergärenden Kohlenhydrate, wie sie etwa in Süßigkeiten, Brot (besonders Weizen), Milchprodukten, Steinobst oder Kohl stecken, gemeint. Das heißt für RDS-Betroffene zumindest einen längeren Zeitraum, wenn nicht sogar für immer viele industriell hergestellte Lebensmittel und viel Süßes zu meiden. Wer konsequent auf diese Lebensmittel verzichtet, kann nämlich seine Darmbeschwerden sowie seine Migränebeschwerden verbessern. Allerdings sollte eine FODMAP-reduzierte Ernährung nicht ohne ärztlichen Rat und klare Diagnose durchgeführt werden.

Medikamentöse Therapie

  • Antiemetika: Sogenannte Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen) sollen diese Funktionsstörungen bei Migräne beheben. Die eingeschränkte Magenaktivität während der Migräneattacke führt dazu, dass die Schmerzmittel kaum in den Darm weitertransportiert werden. Folge: Die gewünschte Wirkung bleibt aus. Aus diesem Grunde sollten Sie 15 Minuten vor der Einnahme des Migränemittels ein Antiemetikum (Metoclopramid oder Domperidon) einnehmen. Ein vorsichtiger Einsatz sollte bei Nierenerkrankungen und bei Kindern unter 14 Jahren erfolgen. Selten treten Müdigkeit, Schwindel oder Durchfall auf. Sehr selten können kurz nach der Einnahme Bewegungsstörungen in Form von unwillkürlichen Mundbewegungen, Schlund- und Zungenkrämpfen, Kopfdrehungen, Schluckstörungen oder Augendrehungen auftreten. In diesem Fall liegt eine Überdosierung vor und Sie sollten einen Arzt rufen.
  • Schmerzmittel: Unter den rezeptfreien Medikamenten besitzt die Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin, ASS) den stärksten schmerzlindernden Effekt bei Kopfschmerzen. Acetylsalicylsäure sollte möglichst als Brauselösung eingenommen werden, da dadurch eine besonders schnelle und sichere Aufnahme im Magen-Darmtrakt erfolgt. Ähnlich schnell ist auch die Aufnahme bei Verwendung einer Kautablette. Bei Jugendlichen beträgt die Dosierung von Acetylsalicylsäure 500 mg, bei Erwachsenen 1000 bis 1500 mg zur Erzielung ausreichender Wirksamkeit! Die Einnahme einer Tablette zu 500 mg bei Erwachsenen reicht bei Migräne definitiv nicht aus, vielmehr sind 2 Tabletten erforderlich. Acetylsalicylsäure sollte als Brauselösung in 250 ml Wasser gelöst eingenommen werden. Das Medikament wird erst im Dünndarm in den Körper aufgenommen. Durch die Brauselösung passiert es schnell den Magen und kann so am besten seine Wirksamkeit erlangen. Vorteilhaft ist insbesondere auch die Einnahme einer so genannten gepufferten Zubereitung, die sich positiv auf Magensymtome der Migräne auswirkt. Selten treten Magenbeschwerden auf. Bei Kindern beträgt die Dosis 500 mg, bei Erwachsenen 1000 mg. Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 bis 60 Minuten ein. Bei Leber- und Nierenerkrankungen muss vorsichtig dosiert werden (Arzt befragen). Paracetamol ist normalerweise gut verträglich. Paracetamol sollte in der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Die Wirksamkeit von Ibuprofen in der Behandlung der Migräneattacke ist nicht so gut untersucht wie die der Acetylsalicylsäure. Die Substanz ist als Tablette, Brausegranulat, Zäpfchen und Kapsel erhältlich. Es wird angenommen, dass Ibuprofen der Acetylsalicylsäure und dem Paracetamol in seinem schmerzlindernden Effekt ähnlich ist. Die Einzeldosierung beträgt bei Kindern 200 mg, bei Erwachsenen bis 600 mg. In einer neueren Studie wurde bestätigt, dass das seit vielen Jahrzehnten eingesetzte Medikament Phenazon ebenfalls eine gute Wirkung in der Anfallsbehandlung der Migräne haben kann. Bei Kindern beträgt die Dosis 500 mg, bei Erwachsenen 1000 mg. Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 bis 60 Minuten ein. Phenazon ist normalerweise gut verträglich.
  • Pflanzliche Wirkstoffe: Pflanzliche Wirkstoffe wie das krampflösende Pfefferminzöl oder der Extrakt aus Melissenblättern haben sich zur Beruhigung des Darms bewährt. Ebenso können Mittel gegen Bauchkrämpfe, Blähungen, Verstopfung, Durchfall helfen die vorliegenden Symptome zu lindern.
  • Antidepressiva: Genauso wie in der Migränetherapie können auch Antidepressiva einen schmerzlindernden Effekt haben. Der Einsatz von Antidepressiva als Migräneprophylaxe und zeitgleich RDS-Therapeutikum zeigt die Sinnhaftigkeit um das Wissen seiner Komorbiditäten.
  • Antibiotika: Das Antibiotikum Rifaximin lindert, ebenso wie Probiotika, bei einem Teil der Betroffenen das Symptom „Blähbauch“. Es wirkt hauptsächlich im Magen-Darm-Trakt und wird bei verschiedenen Krankheiten im Verdauungstrakt eingesetzt wird.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Zudem gibt es psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden. Eine medikamentöse Vorbeugung kann zwar die Erkrankung nicht völlig verhindern, doch sie kann die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräne mindern. Diese Behandlung zur Prophylaxe ist für Patientinnen und Patienten sinnvoll, wenn die bisherige Behandlung der migränösen Attacken zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt hat, sie pro Monat unter mehr als drei Migräneanfällen leiden, keine oder kaum Verträglichkeit für die Medikamente gegen Migräne besteht, die Migräneanfälle häufiger auftreten, sie mehr als zehn Tage pro Monat Schmerz- oder Migränemittel einnehmen, die Migräne das alltägliche Leben stark einschränkt und es nach einer Migräne zu neurologischen Migränekomplikationen und Störungen kommt, die mehr als sieben Tage andauern. Vorbeugend können Medikamente wie Betablocker, Flunarizin, Antiepileptika oder Topiramat verwendet werden.

Um auf natürliche Weise einer Migräne vorzubeugen, sollten Betroffene die Ursachen für die anfallsartigen, migränösen Kopfschmerzen kennen und diese möglichst vermeiden. Hilfreich ist daher ein regelmäßiger Schlafrhythmus, die Einhaltung fester Mahlzeiten sowie das Meiden von lauten Geräuschen oder hellem Licht. Verhaltenstherapeutische Verfahren und Entspannungsübungen können einzeln oder auch ergänzend zur medikamentösen Prophylaxe eingesetzt werden. Leiden Patientinnen und Patienten unter mehr als drei Migräneattacken im Monat, gibt es folgende Möglichkeiten der Migränetherapie und -prophylaxe: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR): Hierbei lernen Betroffene in Form von Fantasiereisen einzelne Muskelbereiche an- und zu entspannen, was auch für Kinder gut geeignet ist. Kognitiv-behaviorales Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement): Patientinnen und Patienten lernen, sich mit möglichen Stressfaktoren des Alltags und Berufs im Zusammenhang mit ihren kognitiven Prozessen auseinanderzusetzen und entwickeln Strategien zur Stressbewältigung. Biofeedback-Therapie: Bei dieser Methode werden biologische Signale wie etwa der Blutdruck in sicht- oder hörbare Signale umgewandelt, sodass Betroffenen diese bewusst werden. Dabei lernen sie, die Weite ihrer Blutgefäße der Kopfhaut bewusst zu beeinflussen und so die Kopfschmerzen zu lindern.

tags: #blahungen #nach #migrane